Deutscher Bauernkrieg Von Peter Blickle Der Bauernkrieg gehört einerseits zu den herausragenden Ereignissen der deutschen Geschichte (Ranke nennt ihn das … Mehr
Kategorie: Politische Ethik
Robert Musil über die Dummheit (1937): „Gelegentlich sind wir alle dumm; wir müssen gelegentlich auch blind oder halbblind handeln, oder die Welt stünde still; und wollte einer aus den Gefahren der Dummheit die Regel ableiten: »Enthalte dich in allem des Urteils und des Entschlusses, wovon du nicht genug verstehst!«, wir erstarrten! Weil unser Wissen und Können unvollendet ist, müssen wir in allen Wissenschaften im Grunde voreilig urteilen, aber wir bemühen uns und haben es erlernt, diesen Fehler in bekannten Grenzen zu halten und bei Gelegenheit zu verbessern, wodurch doch wieder Richtigkeit in unser Tun kommt. Nichts spricht eigentlich dagegen, dieses exakte und stolz-demütige Urteilen und Tun auch auf andere Gebiete zu übertragen; und ich glaube, der Vorsatz: »Handle, so gut du kannst und so schlecht du musst, und bleibe dir dabei der Fehlergrenzen deines Handelns bewusst!« wäre schon der halbe Weg zu einer aussichtsvollen Lebensgestaltung.“
Über die Dummheit Von Robert Musil Meine Damen und Herren! Einer, so sich unterfängt, über die Dummheit zu sprechen, läuft … Mehr
Bundesordnung der oberschwäbischen Bauern, verabschiedet am 7. März 1525 in Memmingen (in heutigem Deutsch): „Zum Lob und zur Ehre des allmächtigen ewigen Gottes, zur Verkündigung des Heiligen Evangeliums und des göttlichen Wortes, und zum Beistand der Gerechtigkeit und des göttlichen Rechts wurde die christliche Vereinigung und das Bündnis gegründet. Niemand, ob geistlich oder weltlich, soll den Inhalten und Forderungen des Evangeliums und des göttlichen Rechts entgegenwirken, und besonders soll die brüderliche Liebe vermehrt werden.“
Die Bundesordnung der oberschwäbischen Bauernhaufen vom 7. März 1525 Verhandlung und Artikel, die am Montag nach Invocavit von allen Roten … Mehr
Die Allgäuer Artikel vom 24. Februar 1525: „Dies sind die Artikel: Der erste besagt, dass man keinem Pfarrer den Schlüssel zur Kirche überlassen soll. Man soll mit ihm reden, dass er das Heilige Evangelium predigt, die Lehren des Alten und Neuen Testaments und was dazu gehört, und nicht menschliche Träume und Erfindungen. Und wer das nicht tun will und sich nicht belehren lässt, den soll man hinausweisen und entlassen.“
Die Allgäuer Artikel vom 24. Februar 1525 (in heutigem Deutsch) Die Fürstabtei Kempten im Allgäu war bereits gegen Ende des … Mehr
Martin Luther, Eine treue Vermahnung an alle Christen, sich vor Aufruhr und Empörung zu hüten (1522): „Beachte ein Gleichnis: Wenn dein Bruder mit einem Strick um den Hals gefährlich von seinem Feind gebunden wäre, und du Narr würdest zornig auf den Strick und den Feind, liefen hin und rissen den Strick mit großem Ernst zu dir oder stachen mit einem Messer danach, so würdest du wohl deinen Bruder erwürgen oder erstechen und mehr Schaden anrichten als der Strick und der Feind. Wenn du ihm aber helfen willst, musst du folgendermaßen vorgehen: Den Feind kannst du hart genug bestrafen oder schlagen, aber mit dem Strick musst du sanft und vorsichtig umgehen, bis du ihn von seinem Hals entfernt hast, damit du deinen Bruder nicht erwürgst.“
Eine treue Vermahnung an alle Christen, sich vor Aufruhr und Empörung zu hüten (1522) Von Martin Luther Jesus. Allen Christen, … Mehr
Dolf Sternberger, Vorbemerkung zum Wörterbuch des Unmenschen (1945): „Soviel und welche Sprache einer spricht, soviel und solche Sache, Welt oder Natur ist ihm erschlossen. Und jedes Wort, das er redet, wandelt die Welt, worin er sich bewegt, wandelt ihn selbst und seinen Ort in dieser Welt. Der Verderb der Sprache ist der Verderb des Menschen. Seien wir auf der Hut! Worte und Sätze können ebensowohl Gärten wie Kerker sein, in die wir, redend, uns selbst einsperren., und die Bestimmung, Sprache sei allein die Gabe des Menschen oder eine menschliche Gabe, bietet keine Sicherheit.“
Vorbemerkung zum Wörterbuch des Unmenschen (1945) Von Dolf Sternberger Sprache ist die Gabe allein des Menschen, das verwirrende und befreiende, … Mehr
Emanuel Hirschs ‚tiefsinnige‘ völkische Theologie in seinem Leitfaden zur christlichen Lehre von 1938: „Alles bewußte Schaffen und Gestalten zur Verwirklichung von Volksehre und Volkssendung aber steht unter dem Gesetz, dass der Leistungssinn des Handelns im zur Staatlichkeit sich bestimmenden Volke, d. h. die wirksame Behauptung und Entfaltung der in Art und Schicksal angelegten geschichtlichen Möglichkeiten, und der Erbsinn seines Handelns, d. h. die Behütung und Bewahrung der im Geheimnis von Geburt und Tod sich fort und fort erneuernden volklichen Lebendigkeit, nicht notwendig in eins fallen, sondern sich auch gegenseitig begrenzen.“
Das Volk (Leitfaden zur christlichen Lehre, 1938) Von Emanuel Hirsch Erschreckend ist, wie einer der klügsten protestantischen Theologen des 20. … Mehr
Kirchlich-theologische Sozietät, Ein Wort an die Gemeinden zur Entnazifizierung (1946): „Darf ich denn als Christ andere anklagen und belastende Tatsachen gegen sie vorbringen? Die Antwort muss heißen: Wenn du ohne den Drang nach persönlicher Vergeltung nicht reden kannst, dann schweig! Wenn du aber im Namen unschuldiger Opfer, um der Sühne böser Taten willen, um der Sicherung des Volkes und vor allem der Jugend vor neuem Nationalsozialismus und Militarismus willen Tatsachen vorbringen kannst, dann rede und steh zu deiner Rede!“
Ein Wort der Kirchlich-theologischen Sozietät an die Gemeinden zur Entnazifizierung Liebe Mitchristen! Nationalsozialismus und Militarismus sind nach Wurzel, Geist und … Mehr
M. Douglas Meeks, Gott und die Ökonomie des Heiligen Geistes (1978): „Schließlich wollen die Bankkaufleute ja auch, dass wir eine animistische Beziehung zum Geld haben, wenn sie uns ermahnen: ‚Lassen Sie Ihr Geld für sich arbeiten.‘ Unser ökonomisches Leben ist erfüllt vom Animismus, nicht viel anders als in vielen primitiven Gesellschaftsordnungen. Die Vorstellung vom Heiligen Geist ohne Gott dient der sich immer höher schraubenden Spirale von unersättlichen Wünschen und der Lehre vom wirtschaftlichen Wachstum, die die säkulare Religion unserer Gesellschaft geworden ist.“
Gott und die Ökonomie des Heiligen Geistes Von M. Douglas Meeks Sobald die Irrelevanz des Christentums öffentlich kritisiert wird, denkt … Mehr