Bertrand Russell im Interview über Gott: „Nehmen wir an, Sir, dass Sie sich, nachdem Sie dieses traurige Tal verlassen haben, tatsächlich im Himmel befinden und vor dem Thron stehen. Dort, in all seiner Herrlichkeit, saß der Herr – Gott.“ Russell zuckte zusammen. „Was würden Sie denken?“ „Ich würde denken, ich träume.“ „Aber angenommen, Sie merken, dass Sie es nicht sind? Angenommen, vor Ihren Augen, ohne den Schatten eines Zweifels, wäre Gott. Was würden Sie sagen?“ „Ich würde wahrscheinlich fragen: ‚Sir, warum haben Sie mir keine besseren Beweise geliefert?‘“

Bertrand Russell und Gott. Eine Erinnerung Wenn er mit dem Allmächtigen konfrontiert würde, würde er fragen: „Sir, warum haben Sie … Mehr

Karl. R. Popper, Hat die Weltgeschichte einen Sinn? (Die offene Gesellschaft und ihre Feinde): „Es sollte sicher betont werden, dass wir zahlreiche Ziele und Ideale unse­rer abendländischen Kultur, wie die Freiheit und die Gleichheit, dem Einflusse des Christentums verdanken. Aber zur selben Zeit besteht die einzige rationale und auch die einzige christ­liche Einstellung selbst zur Geschichte der Freiheit in dem Ein­geständnis, dass wir selbst für sie die Verantwortung tragen, und das in demselben Sinne, in dem wir für den Aufbau unse­res Lebens verantwortlich sind.“

Hat die Weltgeschichte einen Sinn? (Die offene Gesellschaft und ihre Feinde) Von Karl. R. Popper Hat die Weltgeschichte einen Sinn? … Mehr

Maximilian Forschner, Das Gute: „Die neuzeitliche Rede vom Guten ist von aller objektiv-teleologischen Interpretation des Seienden abgelöst. Das Gute ist demnach nicht ein Prädikat, das eine objektive Eigenschaft des Seienden beschreibt, sondern ein Relationsbegriff, in dem die wertende Einstellung eines Subjekts zu diesem Seienden zum Ausdruck kommt. Da menschliches Begehren auch und primär in seiner Bedürfnisstruktur wurzelt, wird das (außermoralisch) Gute vielfach in jene Güter gesetzt, die der Befriedigung der Bedürfnisse dienen. Da menschliche Bedürfnisse gesellschaftlicher Vermittlung und geschichtlichem Wandel unterliegen, ist das so verstandene Gute relativ zu Person, Ort und Zeit.“

Das Gute Von Maximilian Forschner Das Gute gehört zu den zentralen Begriffen der Metaphysik und der praktischen Philosophie. Gleichwohl ist … Mehr

Leo Löwenthal über amerikanische Agitatoren (Prophetes of Deceit, 1949): „Die Themen werden mit einer frivolen Leichtigkeit vorgetragen. Die Aussagen des Agitators sind oft zweideutig und unseriös. Es ist schwierig, ihn auf irgendetwas festzulegen, und er erweckt den Eindruck, dass er absichtlich schauspielert. Er scheint zu versuchen, sich einen Spielraum der Unsicherheit zu lassen, eine Rückzugsmöglichkeit, falls eine seiner Improvisationen fehlschlägt. Er legt sich nicht fest, denn er ist bereit, zumindest vorübergehend, mit seinen Vorstellungen zu jonglieren und seine Kräfte zu testen. Er bewegt sich in einem Zwielicht zwischen dem Anständigen und dem Verbotenen und ist zu jedem Mittel bereit, von Witzen über Doppelzüngigkeit bis hin zu wilden Extravaganzen.“

Über amerikanische Agitatoren (Prophetes of Deceit) Von Leo Löwenthal und Norbert Guterman Die Tirade des Agitators mag einfach als das … Mehr

Wer bestimmt die Bedeutung von Wörtern? Alice hinter den Spiegeln im Gespräch mit Humpty Dumpty (Lewis Carroll): „Wenn ich ein Wort benutze“, sagte Humpty Dumpty in ziemlich verächtlichem Ton, „dann bedeutet es genau das, was ich will – nicht mehr und nicht weniger.“ „Die Frage ist“, sagte Alice, „ob man Wörter so viele verschiedene Dinge bedeuten lassen kann.“ „Die Frage ist“, sagte Humpty Dumpty, „wer der Herr ist – das ist alles.“

Wer bestimmt die Bedeutung von Wörtern? In Lewis Carrolls Alice hinter den Spiegeln (eine Fortsetzung von Alice im Wunderland) taucht … Mehr

Stephen E. Hanson und und Jeffrey Kopstein (The Assault on the State) über die Wiedergeburt des Patrimonialismus als Herrschaftsform: „Viele dieser Führer sind an die Macht gekommen, indem sie relativ freie und faire Wahlen gewonnen haben. Diese Männer als ‚antidemokratisch‘ darzustellen, kann bei ihren Anhängern das Gefühl schüren, dass das ‚liberale Establishment‘ heuchlerisch ist: Wenn Liberale Wahlen verlieren, nennen diese die Gewinner dann „Autoritäre“. Wir sind der Meinung, dass der treffende Begriff ‚Patrimonialismus‘ des deutschen Soziologen Max Weber die Bedrohung, die diese Führer für moderne Institutionen darstellen, besser beschreibt. Diese Männer geben sich als ‚Väter‘ ihrer Nationen aus, führen den Staat als eine Art ‚Familienunternehmen‘ und verteilen Staatsvermögen und Schutz an Loyalisten.“

In ihrem Buch The Assault on the State. How the Global Attack on Modern Government Endangers Our Future (John Wiley … Mehr