Über das Auftreten des Baltringer Haufens in Oberschwaben 1525 (Heggbacher Chronik): „Da fingen sie an und sagten, sie brauche sich ihrer nicht zu schämen, sondern sie hätten ihren Herrn, insbesondere Ulrich Schmid. Der wurde so in dem gemeinen Haufen geehrt, dass man ihn auf Stangen erhöhte, damit er das Volk lehre, und der Heilige Geist redete scheinbar aus ihm. Da fing er an und bat, dass man ihm ein wenig zuhöre, was er lehre. Da fing er an, von Adam zu sagen und von Mose, wie wir selbst arbeiten sollten, und so sollte es jedermann tun, und auch wie sich Mose vor dem Pharao abgemüht hätte und wie man einer Obrigkeit nichts geben sollte. Man hörte ihm mit Fleiß zu. Und wir lachten drinnen genug darüber.“

Über das Auftreten des Baltringer Haufens in Oberschwaben 1525 In Oberschwaben bildet sich Ende 1524 der Baltringer Haufen. Von seinem … Mehr

Die Zwölf Artikel der Bauernschaft in Schwaben 1525 (in heutigem Deutsch): „Zum zwölften ist unser Beschluss und endgültige Meinung, wenn einer oder mehrere Artikel, die hier aufge­stellt sind, dem Worte Gottes nicht gemäß wären – wie wir aber nicht glauben –, dieselbigen Artikel möge man uns mit dem Wort Gottes als unzutreffend erweisen, so wollen wir davon abstehen, wenn man es uns aufgrund der Schrift er­klärt. Für den Fall, dass man uns schon jetzt einige Artikel zuließe und danach sich herausstellte, dass sie unrecht wären, sollen sie von Stund an tot und hinfällig sein und nichts gel­ten.“

Die Zwölf Artikel der Bauernschaft in Schwaben Die jeweiligen Forderungen und Artikel der Bauern blieben im Bauernkrieg meist auf ihren … Mehr

Norbert Lüdecke über die Rechtsstellung des Papst im Evangelischen Staatslexikon: „Der Papst besitzt die formal so qualifizierte Gewalt in ih­rer ganzen Fülle. Dem Papst kommt die gesamte Gewalt Christi für seine Kirche auf Erden ohne jede Einschrän­kung zu. Die Vollgewalt mit ihren Funktionen der Ge­setzgebung, der Rechtspre­chung und der Verwaltung erstreckt sich auf die Glaubens- und Sitten­lehre wie auf die gesamte kirchliche Rechtsordnung, auf Lehre und Disziplin.“

Papst Von Norbert Lüdecke I. Begriff Griech. παππασ, lat. papa = Vater. Ursprünglich Ehrentitel, später Amtsbezeichnung, seit Gregor VII. (Dictatus … Mehr

Zur Schlacht bei Leipheim 1525. Aus dem Tagebuch des Herolds Hans Lutz: „Und sobald der wohlgeborene Herr Jörg der Feind ansichtig ward, da ließ er ein Lärmen schlagen und seinen Trompeter Lärmen blasen. Da machte man die Ordnung zu Ross und zu Fuß, und fiel Herr Jörg über die Bauern mit seinem Leibfähnlein und mit dem Rennfähnlein. Und Herr Jörg jagte den Bauern das steinerne Kreuz ab und schrie mit lauter Stimme: „All mir nach!“ Er gewann den Bauern den tiefen Weg ab, und gab ihm Gott das Glück, dass er die Bauern schlug (Gott sei Lob und Ehr gesagt), und nahm den Bauern 4 Falkonettlein, und ist mir recht, auch 4 Fähnlein. Und schlug tot mehr denn 2000 Bauern, und ertranken der Bauern selber in der Donau bei 1500.“

Zur Schlacht bei Leipheim 1525. Aus dem Tagebuch des Herolds Hans Lutz Hans Lutz begleitete Jörg Truchsess von Waldburg vom … Mehr

Günther Dehn über Karl Steinbauers Mosepredigten (1947): „Wenn man beide Prediger Paul Althaus und Karl Steinbauer miteinander vergleicht, so mag man sich wundern, dass sie der gleichen Kirche angehören. Auf der einen Seite steht der ruhige, überlegene Akademiker, der ganz getragen ist von der Atmosphäre eines nicht so leicht aus der Fassung zu bringenden kirchlichen Bildungschristentums und auf der anderen dieser Stürmer und Dränger, der mit jedem Satz, den er sagt, den Bau seiner Kirche (nicht etwa Christus, ihren Grund) zu erschüttern versucht. Dort ist alles historische Kontinuität, hier Neuanfang. Dort ist Stil, gehaltene Form, hier bricht sich die Rede in Katarakten Bahn. Was uns gelegentlich rein sprachlich geboten wird, geht an die Grenze des Möglichen.“

Über Karl Steinbauers Mosepredigten Von Günther Dehn Da hat sich Günther Dehn in seiner Besprechung der Mosepredigten Karl Steinbauers [Karl … Mehr

Ernst Bizer zum „Fall Dehn“ (1931/32): „Die Studentenschaft, die zunächst von dem ‚Gedicht‘ abgerückt war, protestierte dennoch heftig gegen die am 11. Februar ausgesprochene Relegation des Schriftleiters: ‚Nicht unser Kommiliton ist der größte Schädling der Universität, wie seine Magnifizenz behauptet hat, sondern jener Professor‘, ‚der die gesamte deutsche Jugend … aufs schwerste beleidigt und der die ethischen und sittlichen Bindungen eines Volksangehörigen an die Gesamtheit in Frage stellt‘ und dennoch den Schutz der Universität genießt! Auch die CSV veröffentlichte nun die Erklärung: ‚Wir sind nicht berufen oder befugt, über irgend einen Menschen zu richten. Wir können es uns aber nicht länger verhehlen, dass wir in einem Mann, der dem heißen Wollen und Ringen unserer Generation immer wieder mit eiskaltem Wenn und Aber und eben jetzt mit einer offenen Kampfansage entgegengetreten ist, … nicht den Führer und Lehrer gefunden haben, dem wir in dieser Schicksalsstunde unseres Volkes mit ungebrochenem Vertrauen zu folgen vermöchten.’“

Der „Fall Dehn“ Von Ernst Bizer Der Fall Dehn ist ein Vorspiel zu dem Kampf der Bekennenden Kirche im „Dritten … Mehr

Jörg Truchsess an den Schwäbischen Bund in Ulm zur Schlacht bei Leipheim (4. April 1525): „Da ich das Gelände zuvor erkundet hatte, griff ich mit meinen Reitern und den Truppen aus Metz, die an diesem Tag den Vortritt hatten, an. Als wir in Richtung Leipheim auf das Feld vorrückten, trafen wir auf zwei Fähnlein, die von Günzburg zur Unterstützung der Bauern entsandt worden waren. Zusammen mit diesen sowie den fliehenden Bauern lieferten wir uns ein Gefecht, töteten einige Hundert von ihnen, indem wir sie ertränkten oder erstachen, und trieben weitere in die Auen, wohin unsere Reiter ihnen nicht folgen konnten. Deshalb warteten wir auf die Fußsoldaten, die sie später ebenfalls töteten und dann an das Wasser trieben.“

Jörg Truchsess an den Schwäbischen Bund in Ulm zur Schlacht bei Leipheim 4. April 1525 Liebe Herren und Freunde, Heute … Mehr

Karl Barth, Warum führt man den Kampf nicht auf der ganzen Linie? Der Fall Dehn und die ‚dialektische‘ Theologie (1932): „Dürfte es nicht möglich sein, dass man auch zur Fort­führung des Falles Dehn nun allseitig an die theologische Ar­beit ginge und daß dabei aus der Fortführung eine Erledigung werden könnte? Dürfte nicht sogar der in dieser Sache offenbar besonders grimmige Kollege Hirsch in Göttingen mit mir einig darin werden, dass es an der Zeit wäre, diesen Streit aus dem Bereich der Straße auf ein unser aller und vor allem der evangelischen Theologie würdiges Niveau zu erheben? Ich fürchte, daß er und ich uns weder theologisch noch politisch je verständigen werden. Ich hoffe aber, dass sein und mein primäres Interesse der Theologie und nicht der Politik gehört.“

Warum führt man den Kampf nicht auf der ganzen Linie? Der Fall Dehn und die ‚dialektische‘ Theologie Von Karl Barth … Mehr

Nikolaus Thoman, Weißenhorner Historie über den Bauernkrieg 1525: „Am Sonntag früh ist Herr Jörg Truchsess mit vollem Haufen das Günztal hinaufzogen auf Kettershausen; alle umliegenden Dörfer, die nicht gehuldigt hatten, wurden geplündert. Zu Kettershausen blieben sie über Nacht. Da haben sie merklichen Schaden getan, alles Vieh, nichts ausgenommen, hinweggetrieben, desgleichen Hausrat, auch merklich Geld ausgegraben, wie mir einer selbst sagte, der Geld in seinem Garten vergraben hatte, es ward gefunden. Eine Frau, die hatte ziemlich viel Gulden in eines jungen Kindleins Grab auf dem Kirchhof unter das Kindlein gelegt. Das ward gefunden, sie meinten, es wär verraten worden.“

Weißenhorner Historie über den Bauernkrieg 1525 Von Nikolaus Thoman Nikolaus Thoman (* wohl um 1457; † 1545?) hatte seit 1479 … Mehr