Paul Schempp (1900-1959) Von Sören Widmann Paul Schempp war wie seine Freunde und Kampfgefährten Hermann Diem und Richard Widmann Jahrgang … Mehr
Kategorie: Kirchengeschichte
Peter Stockmeier über Athanasius: „Zum Fanal kirchlicher Freiheit gegenüber staatlicher Obmacht wurde Athanasius durch seine lebenslange Auseinandersetzung mit den Herrschern, um das Bekenntnis von Nicaea zur Geltung zu bringen. Es ist bekannt, dass der Bischof von Alexandrien hierbei nicht zimperlich vorging, doch lässt sich sein Kampf nicht auf eigensüchtige Motive zurückführen. Der Fall Athanasius machte vielmehr die grundsätzliche Problematik jener kaiserlichen Kirchenpolitik offenbar, die im Zuge der ‚konstantinischen Wende‘ das Christentum als religiöse Institution in das Imperium zu integrieren trachtete. Dem Widerstand des Athanasius kommt vor diesem Hintergrund über seine Zeit hinaus eine beispielhafte Wirkung zu.“
Athanasius (ca. 295-373) Von Peter Stockmeier (1925-1988) Die Kirchen- und Reichsgeschichte des vierten Jahrhunderts, durch die Religionspolitik Kaiser Konstantins des … Mehr
Warum der Martin-Luther-Kirche in Vöhringen 1934 eine Lutherfigur über dem Eingangsportal erspart geblieben ist: „Weil nun der Bau im Oktober 1933, also im Lutherjahre begonnen wurde, soll die Kirche den Namen ‚Lutherkirche‘ bekommen und um diese auch nach außen zu kennzeichnen, soll am Westgiebel gegen die Straße eine Lutherfigur aus Sandstein, etwas über Lebensgröße, mit der Inschrift in der Konsole: ‚Für meine Deutschen bin ich geboren, meinen Deutschen will dienen‘ angebracht werden.“
Warum der Martin-Luther-Kirche in Vöhringen 1934 eine Lutherfigur über dem Eingangsportal erspart geblieben ist Schreiben des Vöhringer Kirchenpflegers bzw. Kirchenvorstehers … Mehr
Aus der Urkunde zur Grundsteinlegung der Martin-Luther-Kirche in Vöhringen vom 8. Oktober 1933: „Der Bau unseres Gotteshauses fällt in eine große Zeit unserer evangelischen Kirche und unseres deutschen Volks. Aus den vielen, bisher nur lose miteinander verbundenen deutschen evangelischen Landeskirchen ist die eine deutsche evangelische Kirche geworden. Das deutsche Volk hat sich nach jahrelangem äußerem und innerem Niedergang unter der machtvollen Führung Adolf Hitlers auf seine alte Kraft, auf seine alte Ehre und auf seinen alten Gott besonnen. Möge dieses Gotteshauses eine Stärke werden, da das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente laut dem Evangelium gereicht werden, ein Ort, da Seine Ehre in Wahrheit wohnt. Dann wird von ihnen nicht nur Segen ausgehen für unsere Kirche und Gemeinde, sondern auch Heil für unser Volk und Vaterland. Dereinst aber tue der Herr uns allen die Türe zum oberen Heiligtum auf, wo wir ihn mit allen Engeln und Auserwählten loben und preisen werden in Ewigkeit. Amen!“
Einen völkischen Geist atmet die Urkunde zur Grundsteinlegung der Martin-Luther-Kirche in Vöhringen vom 8. Oktober 1933, vermutlich vom damaligen Illertisser … Mehr
Stanley Hauerwas und John Berkman über Gewalt als Thema der christlichen Ethik (1995): „Eine der großen Ironien der christlichen Tradition ist, dass viele Rechtfertigungen von Gewalt, die Christen vertreten, auch die Hinrichtung Jesu durch die römischen Behörden legitimieren würden. Dennoch haben die meisten Christen weiterhin an der Zentralität des Kreuzes festgehalten und damit eine ständige Spannung zwischen christlichen Überzeugungen und der Legitimation von Gewalt aufrechterhalten. Das Neue Testament zeichnet Jesus eindeutig als jemanden, der mit Gewalt umging, indem er den grundlegenden Anspruch der Notwendigkeit oder Wirksamkeit von Gewalt infrage stellte.“
Gewalt Von Stanley Hauerwas und John Berkman In ähnlicher Weise, wie für den einen eine Person ein „Terrorist“ und für … Mehr
Paul Althaus, Kirche und Volkstum (1927) und die Ambivalenz seiner Volkstumstheologie: „Jedes Volk — auch das unsere, findet in der Geschichte, die dem Reiche Gottes entgegengeht, seinen Lebenssinn, seine gottgegebene Stelle und darum unendliche Verantwortung, Verantwortung auch dafür, das eigene Leben stark, frei, rein zu halten für den Dienst am Reiche Gottes. Die Völker bekommen verschiedene Sendung von dem Herrn der Geschichte. Unserem Volke ist durch seine Geschichte von Gott gezeigt, daß er ihm Besonderes anvertraut hat.“
Kirche und Volkstum (1927)[1] Von Paul Althaus 1. „Kirche und Volkstum“ — einer Versammlung des deutschen evangelischen Kirchentages im deutschen … Mehr
Vaterländische Kundgebung des Königsberger Kirchentages 1927 und die Volktumstheologie: „Wir sind Deutsche und wollen Deutsche sein. Unser Volkstum ist uns von Gott gegeben. Es hochzuhalten ist Pflicht, zwiefache Pflicht in einer Lage wie der gegenwärtigen. Ein Weltbürgertum, dem das eigene Volk gleichgültig ist, lehnen wir ab. Man will Christentum und Deutschtum einander entfremden, ja auseinanderreißen. Das bedeutet eine tödliche Gefahr für unser Volk. Die Kirche kann dazu nicht schweigen. Sie ruft zum Kampf und zum Einsatz aller Kraft für die immer völligere Durchdringung des Volkslebens mit dem Geiste des Evangeliums. Wir müssen bleiben, was wir waren, ein Volk, das feine tiefsten Lebenskräfte aus dem Evangelium schöpft. Solche Arbeit an der Seele unseres Volkes muß geschehen gerade auch im Blick auf die innerlich uns entfremdeten Volksgenossen. Wir können und wollen sie nicht lassen.“
Vaterländische Kundgebung des Königsberger Kirchentages 1927 Im Juni 1927 fand im ostpreußischen Königsberg der zweite offizielle Deutsche Evangelische Kirchentag statt. … Mehr
Martin Luther zur Zukunft der Kirche in seiner Auslegung zu Psalm 90,1 (1534/35): „Die Kirche, das Volk Gottes, besteht von der ersten Stunde bis zur letzten, auch wenn sie manchmal äußerst schwach ist – wie zur Zeit des Elija, der die Kirche aus den Augen verloren hatte und sprach: ‚Deine Propheten?‘ – Den Gottesdienst sehe ich verwüstet, die Ordnung zerstört, das Volk – das heißt: die Propheten – getötet. Damals war die Kirche verborgen und sehr zerstreut (abscondita Ecclesia et valde dispersa), sodass sie mit menschlichen Augen überhaupt nicht sichtbar war, sondern nur in den Augen Gottes, der sprach: ‚Ich habe mir übriggelassen …‘ usw.“
Zur Zukunft der Kirche. Auslegung zu Psalm 90,1 (1534/35) Von Martin Luther Herr, du bist unsre Zuflucht von Generation zu … Mehr
Robert W. Jenson über Theosis und die Lehre von der Trinität (1993): „Die Einheit Gottes besteht nicht in der Einzigartigkeit, mit der seine Natur verwirklicht wird, sondern in der Kohärenz des einen Lebens oder der einen Geschichte, die zwischen Vater und Sohn im Heiligen Geist gelebt wird. Insofern wir „ist“ in diesem speziellen Zusammenhang verwenden, werden wir sagen: Der eine dreieinige Gott ist dieses Leben. Es gibt also ein Leben, das Gott ist. Und dieses Leben ist in sich selbst gemeinschaftlich; es gibt drei personale Individuen, die dieses Leben miteinander vollziehen. Daher können sie uns in dieses Leben hineinnehmen. So verstanden – gemäß der kappadokischen Trinitätslehre – können wir Gott werden, ohne die göttliche Natur zu erwerben, und damit ohne zusätzliche Instanzen dieser Natur zu werden.“
Theosis Von Robert W. Jenson (1930-2017) I Es ist bekannt, dass die Kirche der Väter das Heil in erster Linie … Mehr