Karl Barth, Kirche oder Gruppe? (1936): „Die ganze Idee, die Zeit durch ein gut geleitetes und stürmisch vorgetragenes christliches Unternehmen für Christus zu erobern, ist wohl dem Jesuitenorden, aber gerade nicht der christlichen Kirche eigentümlich. Die Kirche befand sich noch jedesmal im Irrtum und im Zerfall, wenn sie sich zur Trägerin dieser Idee machte. Der Gruppe aber ist es nach Brunners Darstellung gerade wesentlich, Trägerin dieser Idee zu sein. Ihr Blick ist von Haus aus auf die Menschen gerichtet, auf die Frage: bei ihnen glaubwürdig oder unglaubwürdig erscheinen, was ihnen gegenüber wirksam oder unwirksam sein könnte? Sie hat von Haus aus die ‚Zeit‘ zum ‚Bankkassier‘ eingesetzt, der den Goldklang ihrer Münze, d. h. die Echtheit der christlichen Verkündigung zu prüfen hat. Für sie hat ein Titel wie ‚Staatssekretär der Vereinigten Staaten‘, wenn der Mann nur eine noch so unverbindliche Äußerung zu ihren Gunsten getan hat, einen — ich weiß nicht, welchen — autoritativen Zauber.“

Kirche oder Gruppe? (1936) Von Karl Barth Die Redaktion [der Wochenzeitung „Die Nation“] hat auch mich aufgefordert, den Lesern dieser … Mehr

Karl Barth, Die Autorität und Bedeutung der Bibel (1947): „Es ist selbstverständlich, dass ein ehrlicher Kommentar auch der Bibel keine andere Absicht haben kann, als die biblischen Texte aufs neue zum Sprechen zu bringen. Und es ist ebenso selbstverständlich, dass er dem Text dabei in seinem ganzen Umfang und also Wort für Wort zu seinem Recht zu verhelfen hat: ‚biblizistisch‘ in diesem Sinn ist alle rechte Exegese. Aber nun wollen die biblischen Texte nicht als historisch-literarische ‚Quelle‘ irgendwelcher Erkenntnisse, sondern als gemeindebegründende und gemeinderegierende Zeugnisse von Gottes Wort verstanden sein. Eben zur rechten Auslegung dieser Texte gehört also das Achten auf Gottes Wort, von dem sie einer entstehenden oder schon bestehenden Gemeinde und durch diese der Welt Kenntnis geben wollen. Zur rechten Auslegung dieser Texte gehört also dies, dass der Ausleger in der Lage ist, sich mindestens hypothetisch an den Ort der diese Texte vernehmenden Gemeinde zu versetzen.“

Die Autorität und Bedeutung der Bibel[1] Von Karl Barth I. Ein Satz über «die Autorität und Bedeutung der Bibel» ist … Mehr

Eberhard Jüngel, Die Barmer Theologische Erklärung als Bekenntnis der Kirche (1934): „Vermag man jedoch die in der Barmer Theologischen Erklärung formulierten «evangelischen Wahrheiten» auch heute zu erkennen und zu bekennen, dann wird man, wie bei jedem rechten Bekenntnis, zu prüfen haben, zu welchen Entscheidungen die Sätze von Barmen die Kirche heute herausfordern. Dazu ist es freilich unerläßlich, sich des theologischen Sinnes und der kirchlichen Absicht des Barmer Bekenntnisses möglichst präzis zu vergewissern.“

Die Barmer Theologische Erklärung als Bekenntnis der Kirche Von Eberhard Jüngel In Form eines Not- und Freudenschreis hat die Bekennt­nissynode … Mehr

Karl Barth, Wiederherstellung (zum Reformationsgedächtnis am 31. Oktober 1945): „Das Lob der Kirche und der Christen wird auch in der heutigen Zeit ein kümmerliches Lob bleiben, dem allzuviel berechtigter Tadel und Spott die Waage halten muss. Wir dür­fen und müssen aber das kleine Licht der Kirche darum so hoch halten, weil es unter so vielen anderen, scheinbar größeren und eindrucksvolleren, das einzige ist, das von einer Wiederherstel­lung redet, die, indem sie gesucht wird, auch schon gefunden, indem sie erwartet, schon lange geschehen ist.“

Wiederherstellung Von Karl Barth „Herr der Heerscharen, stelle uns wieder her! Laß dein Angesicht leuchten, so wird uns geholfen!“ (Psalm … Mehr

Karl Barth, Du bist auch ihr Gott (Abendgebet): „Wir vertrauen darauf, dass du das tun willst und wirst, wie du es bisher getan hast. In der Zuversicht auf dich dürfen wir uns jetzt zur Ruhe begeben und morgen unser Tagwerk neu aufnehmen. In der Zuversicht auf dich denken wir aber auch an alle die Menschen in diesem Quartier, in dieser Stadt, in unserem Land und in allen Ländern. Du bist auch ihr Gott.“

Du bist auch ihr Gott. Abendgebet Herr, unser Hirte!Wir danken dir für dein ewig neues, wahres und kräftiges Wort.Es tut … Mehr

Karl Barth, Christus – die Hoffnung für die Welt (Evanston, 1954): „Die Welt, in der auch wir und alle Christen sind, hat Gott in Jesus Christus von Ewigkeit her geliebt. Zur Welt hat Gott in Ihm gesprochen. Die Sünde, die Schuld, die Not und den Tod der Welt hat Gott in Ihm auf sich genommen, damit sie von dem allen frei werde. Das Heil und das Leben der Welt hat Gott in Seiner Aufer­stehung offenbar gemacht für alle, die an Ihn glauben. Als Richter der Welt wird Er Gottes letzte Offenbarung vor aller Augen und Ohren und so das Ziel aller Seiner Wege sein. Ihre Hoffnung der Welt zu bezeugen, ist der Sinn der Existenz der christlichen Gemeinde aller Zeiten und Länder.“

Christus – die Hoffnung für die Welt (Evanston, 1954) Von Karl Barth1 Das ist es, was wir als die Vertreter … Mehr

Karl Barth, Verheißung und Verantwortung der christlichen Gemeinde im heutigen Zeitgeschehen (1944): „Die christ­liche Gemeinde ist von Jesus dazu gehalten, getröstet und ermutigt, damit sie sein Zeuge sei. Und eben dazu hat sie auch die Verheißung, dass sie sehen darf und kann. Ihr Sehen kann kein müßiges Gaffen sein. Was sie sieht, geht sie selbst an. Indem sie sieht, ist etwas Bestimmtes von ihr gewollt und verlangt. Sie darf nämlich sehen, weil sie etwas sagen soll: etwas, was außerhalb der christlichen Gemeinde so nicht gesagt werden kann.“

Verheißung und Verantwortung der christlichen Gemeinde im heutigen Zeitgeschehen Von Karl Barth Die christliche Gemeinde, die im heutigen Zeitgeschehen eine … Mehr

Karl Barth, „Der christliche Glaube ist die Betätigung des Gehorsams gegen Jesus als den Messias Israels.“ Antwort auf eine Bekanntmachung der Deutschen Evangelischen Kirche (April 1939): „Die rechte Unterscheidung und Beziehung zwischen Politik und Weltanschauung auf der einen und dem christlichen Glauben auf der anderen Seite dienen dem Lebendigwerden des wahren Verständnisses des christlichen Glaubens, indem sie das Zeugnis bestätigen, dass nicht der Kirche, aber dem Herrn Jesus Christus nicht nur einige sondern alle Gewalt gegeben ist im Himmel und auf Erden: auch über Politik und Weltanschauung.“

„Der christliche Glaube ist die Betätigung des Gehorsams gegen Jesus als den Messias Israels.“ Antwort auf eine Bekanntmachung der Deutschen … Mehr