Walter Brueggemann, Kommentar und Überlegungen zu Exodus 16,1-36 (Manna und Wachteln): „Das Wunderbare an der Verteilung dieses Brotes ist, dass ihre wettbewerbsfreie, nicht hortende Praxis wirklich funktioniert, und zwar für alle! Diejenigen, die viel sammeln, haben nicht zu viel; die, die wenig sammeln, haben keinen Mangel. Das Brot kommt dorthin, wo es gebraucht wird, und jeder hat genug davon. So wird das Brot zu einem Mittel, um auf Gottes Verlässlichkeit zu vertrauen und mit den Nachbarn in vertrauensvoller Gerechtigkeit zusammenzuleben.“

Kommentar und Überlegungen zu Exodus 16,1-36 (Manna und Wachteln) Von Walter Brueggemann Die Wüste ist für Israel nach wie vor … Mehr

Hans-Bernhard Wuermeling über die ars dimittendi im Hinblick auf Sterben und Tod: „Es müsste die Kunst sein, den Kampf gegen den Tod zum richtigen Zeitpunkt aufzugeben, den Tod zu akzeptieren, palliative Hilfen zu gewähren und den Patienten aus dem Kampf um sein Leben zu entlassen. Nennen wir diese Kunst eine ars dimittendi, eine Kunst des Loslassens, des Gehenlassens, des Sterbenlassens, des Entlassens – nicht ohne Bezug zu dem Wort des greisen und lebenssatten Simeon ‚Nunc dimittis servum tuum in pace‘.“

Über die ars dimittendi im Hinblick auf Sterben und Tod Von Hans-Bernhard Wuermeling Der Arzt, der nur seine ars mortem … Mehr

Joachim Beckmann, Die Aufgabe der Christenheit an Israel heute (1966): „Wir wissen ja über die christli­chen Ursprünge des Antisemitismus und über die Verfolgungen, die durch alle Zeiten hindurchgehen, genug, so daß – abgesehen davon, daß wir Deutsche etwas besonderes hierzu zu sagen hätten – ganz allgemein gesagt werden muß, daß hierin eigentlich die ganze Christenheit gemein­sam schuldig geworden ist, und daß sie deswegen sich darüber besinnen muß, was sie jetzt noch tun kann.“

Die Aufgabe der Christenheit an Israel heute (1966) Von Joachim Beckmann Meine sehr verehrten Damen und Herren! Liebe Freunde! Was … Mehr

Martin Luther, Auslegungen zu den Seligpreisungen (Matthäus 5,1-6): „Siehe, solche tolle Heiligen straft hier Christus, die da meinen, ein jeglicher sei Herr in der ganzen Welt, und habe Recht dazu, dass er nichts leide, sondern nur poltern und rumoren, und mit Gewalt fahren, das Ihre zu schützen; und lehrt uns, dass, wer da will das Seine, Gut, Haus und Hof usw. mit Frieden regieren und besitzen, der müsse sanftmütig sein, dass er könne versehen und mit Vernunft fahren und leiden, was er immer leiden kann.“

Auslegungen zu den Seligpreisungen (Matthäus 5,1-6) Von Martin Luther Da er das Volk sah, ging er auf einen Berg und … Mehr

Robert Spaemann, Es gibt kein gutes Töten (1997): „Das Sterben ist noch ein Vorgang, der, wenngleich von der Natur verhängt, eingebettet ist in Riten menschlicher So­lidarität. Wer sich eigenmächtig aus die­ser Gemeinschaft entfernen will, muß das allein tun. Anderen – und gar Ärzten, de­ren Ethos sich definiert durch den Dienst am Leben – zumuten, bei dieser eigen­mächtigen Entfernung behilflich zu sein, heißt, dieses Fundament aller Solidarität zu zerstören. Es heißt, dem anderen zuzumuten zu sagen: »Du sollst nicht mehr sein.«“

Es gibt kein gutes Töten Von Robert Spaemann Wer ein Tabu bricht, hat zunächst einen argumentativen Vorsprung. Nicht nur Borniertheit, … Mehr

Martin Luther über die drei Stände Kirche, Gemeinwesen, Hausstand (Auslegung zu Genesis 2,16f): „Adam wurde also im Paradies nebst der Kirche danach auch die Ordnung (administratio) seines Hausstandes aufgetragen. Die Kirche aber wurde deshalb zuerst gegründet, damit Gott durch sie als Zeichen zeigen konnte, dass der Mensch auf ein anderes Ziel hin erschaffen ist als die übrigen Lebewesen.“

Über die drei Stände Kirche, Gemeinwesen, Hausstand (Auslegung zu Genesis 2,16f) Von Martin Luther »Und er gebot ihm und sprach: … Mehr

Über den Thymos und dessen schädigenden Auswirkungen: „Wo der wählerische Homo optativus immer weniger für sich selbst erreichen kann und immer mehr zu verlieren hat, lässt die Verlusterfahrung den Thymos über sich herauswachsen. Als Populismus oder Haltungsaktivismus kollektiviert zersetzt er in seinem Eifer den Gemeinsinn, senkt Toleranzschwellen und lässt Konflikte eskalieren. Ist die kommunikative Vernunft nicht länger einem kollektivierten Thymos gewachsen, zerfällt ein demokratischer Verfassungsstaat in einen Tribalismus oder wird durch eine Diktatur ersetzt.“

Über den Thymos und dessen schädigenden Auswirkungen Von der anthropologischen Tradition her unterscheidet man bezüglich des Menschseins zwischen Geist (pneuma/spiritus) … Mehr