Karl Barth im Gespräch mit Heinrich Vogel über die ewige Vollendung in Gottes Reich: „»Ist es nicht eine viel schönere und kräftigere Hoffnung, dass dort das offenbar wird, was wir jetzt so gar nicht verstehen – nämlich dass dieses Leben nicht vergeblich war, weil Gott nicht umsonst zu ihm gesprochen hat: Gerade dich habe ich geliebt!?« Und er fügte hinzu: »Sicher, das wird dann schon etwas ändern. In diesem Licht wird sie dann gewiss ganz oben sitzen am Tisch, während wir« – er deutete auf sich und den Freund –, »während wir dann, wenn wir überhaupt zugelassen werden, ganz unten zu sitzen haben werden.«“

Ganz oben am Tisch Ich muß vorausschicken, daß es von der folgenden Geschichte zwei Fassungen gibt. Ich erzähle sie so, … Mehr

Hermann Diems Predigt über Matthäus 5,33-37 wider den Führereid für Pfarrer (1937): „Wir würden unsere christliche Zeugenpflicht versäumen, wenn wir der Obrigkeit das Zeugnis schuldig bleiben würden, dass auch ihre Macht von dem Willen unseres Gottes lebt und an ihm ihr Ende findet. Wenn die Obrig­keit uns so nicht schwören lässt, wie es für uns als Christen allein möglich und selbstverständlich ist, dann, liebe Freunde, können wir eben in Gottes Namen nicht schwören.“

Eure Rede sei: Ja, ja; nein, nein! Predigt über Matthäus 5,33-37[1] Liebe Gemeinde! Ihr wißt, warum ich heute diesen Text … Mehr

Eberhard Jüngel, Wie ich mich geändert habe (1997): „Die Theologie muss vom Evangelium her versu­chen, so etwas wie eine Kategorientafel des Bösen zu entwer­fen, nicht um uns vom Bösen faszinieren zu lassen, sondern um es mit dem ihm gebührenden scharfen schrägen Seitenblick an seinen Platz zu verweisen. Man kann das Böse nur bekämp­fen, wenn man es durch strenges Denken auf den Begriff bringt, um es daraufhin durch tapferes Handeln in seine Grenzen zu verweisen. Dass damit noch nicht das Himmelreich auf Erden beginnt, das ist wohl wahr. Aber es wäre damit immerhin ver­hindert, dass die Erde zur Hölle wird.“

Wie ich mich geändert habe (1997) Von Eberhard Jüngel Meine Damen und Herren! Sie sehen mich einigermaßen bleich, und zwar … Mehr

Friedrich Gogarten, Die Krisis unserer Kultur (1920): „Für die Religion, die sich selbst nicht verlor, kann eine Krisis der Kultur niemals Schicksal sein, sondern immer nur Aufgabe, zu voll­ziehen, was diese Krisis nur beginnt und auch nur dann beginnt und dann auch wieder nur gleichnisweise beginnt, wenn die Religion es vollzieht: nämlich das Gericht.“

Die Krisis unserer Kultur Von Friedrich Gogarten 1. Die Sache; 2. Die psychologische, philosophische und religiöse Betrachtungs­weise; 3. Die Bedeutung … Mehr

Dietrich Bonhoeffer’s Letter to Mahatma Gandhi (1934): „It is no use to foretell the future which is in God’s hands, but if not all signs deceive us, everything seems to work for war in the near future, and the next war will certainly bring the spiritual death of Europe. What we need therefore in our countries is a truly spiritual living Christian peace movement. Western Christianity must be reborn on the Sermon on the Mount and here is the crucial point why I am writing to you. From all I know about you and your work after having studied your books and your movement for a few years, I feel we western Christians should try to learn from you, what realisation of faith means, what a life devoted to political and racial peace can attain. If there is anywhere a visible outline towards such attainments, than I see it in your movement. I know, of course, you are not a baptised Christian, but the people whose faith Jesus praised mostly did not belong to the official Church at that time either.“

Dietrich Bonhoeffer’s Letter to Mahatma Gandhi Pastor Lic. Dietrich Bonhoeffer23, Manor Mount, S.E. 23. London                                                             October 17th, 1934 Revered … Mehr

Hans Joachim Iwand, Die Liebe als Grund und Grenze der Freiheit (1951): „An Ostern wurde der Sieg der Liebe offenbar in der Kraft der Auferstehung. Hier triumphierte Gottes Gerechtigkeit. Und seit Ostern ist die Hand über dem Elenden entmachtet, so dass wir sie nicht mehr zu furchten haben. Seit Ostern ist die Tür der Freiheit offen für die Tat der Liebe. Seit der Auferstehung Jesu Christi von den Toten ist eine andere Hand ausgereckt über allen Entrechteten und Verlorenen – die Hand des­sen, der zur Rechten Gottes ist. Der Auferstandene verbürgt jene Einheit von Liebe und Freiheit, die allen Menschen gilt und doch immer den einzelnen sucht.“

Die Liebe als Grund und Grenze der Freiheit (1951) Von Hans Joachim Iwand I. Die geistige Situation im heutigen Deutschland,[1] … Mehr

Dietrich Bonhoeffer, Christus und der Friede (1932): „Es geht Christus vielmehr darum, dass wir Gott lieben, dass wir in der Nachfolge Jesu stehen, in die wir mit der Verheißung der Seligpreisungen gerufen sind, und dass wir so Zeugen des Friedens sind. Diese Nachfolge Christi kommt aus und steht ganz auf einfältigem Glauben und es ist umgekehrt auch der Glaube nur in der Nachfolge wahr. So sind also die Gläubigen angeredet, die Welt aber durch das Friedenszeugnis Christi gerichtet. Der Glaube muss aber einfältig sein, sonst wirkt er Reflexion, nicht Gehorsam; sonst weiß auch die Linke, was die Rechte tut, und ist keine Nachfolge, die von Gut und Böse nichts weiß. Nur in solcher Nachfolge bekommen wir auch die rechte Stellung zu denen, die ihr Leben im Krieg hingegeben haben.“

Christus und der Friede (1932) Von Dietrich Bonhoeffer Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele … Mehr

Walter Dirks, Ein Bund und ein Mensch: „Der ‚Erfolg‘ war es denn wohl auch, der mich nicht nur vom Stottern geheilt, sondern auch aus der Lebensangst be­freit hat – der Erfolg nicht nur in jener Sache. Heute ist uns in der Leistungsgesellschaft das Wort ‚Erfolg‘ verdächtig ge­worden, und nach dem Zweiten Krieg sagte uns Martin Buber in Frankfurt: ‚Der Erfolg ist keiner der Namen Gottes‘; heute ist es mir klar geworden, daß nur eine besondere Sorte ‚Er­folg‘ diese lösende und befreiende Wirkung haben kann: das ist der nicht gewollte, nicht angestrebte Erfolg.

Ein Bund und ein Mensch Von Walter Dirks Die beiden Glücksfälle, die möglicherweise meinem Leben Richtung gaben, hängen eng miteinander … Mehr

Karl Barths ‚Retraktionen‘ von 1932 zu seiner Predigt ‚Der Pfarrer, der es den Leuten recht macht‘ von 1916: „Die Predigt enthält aber, und dar­auf muss ich die Leser warnend aufmerksam machen, eine Reihe von Fehlern und Irrtümern, die ich damals leider nicht als solche erkannt habe, die aber heute als solche preiszugeben sind. Ich erwähne nur das Gröbste: Diese Predigt ist nicht, wie es unbedingt sein sollte, eine Auslegung, sondern trotz der Anlehnung an einen bibli­schen Text und gerade diesem Text aufs Höchste zuwider eine eigenmächtige Aussprache dessen, wessen passen­der oder unpassenderweise mein eigenes Herz damals voll war. Sie ist keine evangelische, sondern eine menschlich-gesetzliche Predigt. Dass ich als ‚Quellen‘ mei­nes Wissens um das, was ich sagte, ‚mein Gewissen‘ und (!) die Bibel angegeben habe, war ehrlich genug und er­klärt Manches. Es ist aber sehr bedauerlich, dass ich da­mals ehrlicherweise diese Angaben machen mußte. Die am Schluss vorgetragene Lehre von der ‚Entscheidung‘ und von den beiden ‚Möglichkeiten‘ endlich ist, so wie sie dasteht, offene Irrlehre. Es besteht Anlass, diesem oder jenem jüngeren Pfarrer, der sich aus verständ­lichem Grund an dieser Predigt freuen sollte, zugleich sehr ernstlich zuzurufen: ‚Sei ein Mann und folge mir nicht nach!'“

„Retraktionen“ zur Predigt Der Pfarrer, der es den Leuten recht macht (1932) Von Karl Barth Für eine Wiederveröffentlichung seiner Predigt … Mehr