Daß ihr bestehen könnt Abschiedspredigt gehalten in der Notkapelle von St. Marien Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, … Mehr
Autor: Jochen Teuffel
Heino Falcke, Christus befreit – darum Kirche für andere (1972): „Christus bringt nicht eine religiöse Sonderfreiheit oder Seelenfreiheit. Er fasst die Knechtschaft des Menschen an der verborgenen Wurzel, denn er hat sie bis ins tiefste durchlitten. Er wurde nicht nur Bruder der Ausgestoßenen und Armen, Opfer politischer, religiöser, gesellschaftlicher Unterdrückung. Er hing für uns am Kreuz in der tiefsten Knechtschaft der Schuld und des Todes. Aus dieser Knechtschaft, die kein Mensch wenden kann, ist Gott für uns und mit uns aufgebrochen, als er den Gekreuzigten auferweckte. Dieser Auszug führt zum Reich der Freiheit, das mit den Mächten der Sünde und des Todes alle Knechtschaft der Welt zerbrechen will. Noch sind wir auf dem Weg, noch trägt die Freiheit Christi Kreuzesgestalt, aber aus der Kraft einer großen Hoffnung. Sie greift über alle menschlichen Freiheitsbewegungen hinaus, aber gerade so greift sie in sie ein, richtet Zeichen der Befreiung auf und gibt eine Zuversicht, die nicht resignieren muss.“
Christus befreit – darum Kirche für andere (1972) Von Heino Falcke Heino Falckes Hauptreferat bei der BEK-Synode vom 30. Juni … Mehr
Hayo Gerdes über Emanuel Hirsch (1966): „Innerhalb der jüngsten Theologiegeschichte steht Hirsch mit fast seinem gesamten vielverzweigten Lebenswerk im wesentlichen als Außenseiter und Randgestalt da. Zwar ist sein gewissermaßen unterirdischer Einfluß in vielen von seinem Gesamtentwurf ablösbaren Einzelfragen sehr stark; jedoch dürfte die eigentliche Wirkung Hirschs auf die Theologie — es sei denn, dass die evangelische Theologie sich selbst aufgibt — noch bevorstehen.“
Emanuel Hirsch Von Hayo Gerdes Emanuel Hirsch, geboren am 14. Juni 1888 in Bentwisch, Kreis Westpriegnitz. Theologiestudium in Berlin (bei … Mehr
Lothar Kreyssigs Gespräche im Reichsjustizministerium im Zusammenhang mit der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Aktion T4 im Jahr 1940: „Ich brachte dann die Sprache darauf, inwieweit eine solche Anordnung Recht schaffe oder Recht außer Kraft setze. Um meinem Entsetzen über die Auffassung, der ich begegnete, Ausdruck zu geben, wählte ich ein krasses Beispiel: wenn § 1 des bürgerlichen Gesetzbuches die Rechtsfähigkeit des Menschen feststellt, indem der Beginn beschrieben wird, so könnte der gegenwärtige Staat in seiner weltanschaulichen Ausrichtung darauf verfallen, auszusprechen, dass Juden nicht rechtsfähig seien. Dann wären sie Objekt der Rechtsordnung wie einstmals die Sklaven, wäre das rechtsverbindlich? Hier griff von Dohnanyi in das Gespräch ein und erklärte dies in verweisendem Ton als ein undiskutables Beispiel. Das nötigte mich zu der unverhohlenen Erklärung, dass ich die mir vorgelegte Weisung Hitlers, ihre Echtheit unterstellt, nicht als rechtsverbindlich ansehen könne. Der Minister erwiderte, wenn ich nicht anerkennen könne, daß der erklärte Wille des Führers Recht schaffe, so könne er mir in dieser Sache nichts weiteres erklären.“
Bericht über Begegnungen im Reichsjustizministerium im Zusammenhang mit der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Aktion T4 im Jahr 1940 Von Lothar Kreyssig Lothar Kreyssig … Mehr
Eberhard Jüngel, Mut zur Angst. Dreizehn Aphorismen zum Jahreswechsel (1978): „Allein gelassene Angst setzt sich allerdings gern absolut. Darin gleicht sie der dem angstfreien Dasein verpflichteten Aufklärung. Doch indem sie einander auszuschließen trachten, werden beide abstrakt. Und so verhindern sie den einzig möglichen Weg zur Überwindung der Angst, zu einem wenigstens auf Zeit angstfreien Dasein und dem ihm entsprechenden Handeln. Angst allein macht keinen Mut zur Angst, sondern macht eher mutlos ängstlich. Aufklärung allein macht ebenfalls keinen Mut zur Angst, sondern eher Angst vor der Angst. Der Mut zur Angst muß von woanders her kommen. Er hat sicherlich mancherlei Quellen. Eine von ihnen ist der Mensch gewordene Gottessohn, der die Angst überwunden hat. Er ermutigt zugleich zu einer Bestimmung des Verhältnisses von Angst und Aufklärung.“
Mut zur Angst. Dreizehn Aphorismen zum Jahreswechsel Von Eberhard Jüngel 1. Noch ist es nicht Angst, noch ist es nur … Mehr
Tagesgebet zum 17. Sonntag nach Trinitatis, 12. Oktober 2025
HERR,Du unser Gott,mit Vernunft können wir dich nicht fassen.Was Dein Sohn gewirkt und verheißen hat,braucht Glauben, den wir nicht in … Mehr
Jürgen Ebach, Dialektik der Aufklärung. Zu 1. Mose 3,9 ‚Mensch wo bist Du?‘: „Die Vertreibung aus dem Gottesgarten ist nicht die Strafe für die Übertretung des Verbots, sondern dessen zwangsläufige Folge. Man kann nicht Mündigkeit und Rundumversorgung zugleich wollen; die Bedürfnisse nach Freiheit und nach Sicherheit kommen einander oft in die Quere. Auch das ist ein Motiv, welches auf manche Anschlussbeobachtungen und -fragen führen kann. In größter Klarheit setzt unsere Erzählung den Preis der Autonomie ins Bild. Die Welt steht den mündig gewordenen Menschen offen, aber diese offene Welt ist nicht mehr die des geschützten Lebens im begrenzten Gottesgarten.“
Dialektik der Aufklärung Von Jürgen Ebach Der Text für die Bibelarbeit zum Kirchentag: 1. Mose 3 und darin die Losung … Mehr
Lothar Kreyssigs Schreiben an Reichsjustizminister Franz Gürtner wider die nationalsozialistische ‚Euthanasie‘-Aktion T4 (1940): „Die Frage nach dem Sinn solchen Lebens rührt an die tiefsten Daseinsfragen überhaupt. Sie führt unmittelbar auf die Frage nach Gott. So ist auch meine Stellung zu ihr und – denke ich – vieler anderer Deutscher und deutscher Richter durch meinen christlichen Glauben bestimmt. Von dort her ist die »Vernichtung lebensunwerten Lebens« überhaupt ein schwerer Gewissensanstoß. Leben ist ein Geheimnis Gottes. Sein Sinn ist weder im Blick auf das Einzelwesen noch in dessen Bezogenheit auf die völkische Gemeinschaft zu begreifen. Wahr und weiterhelfend ist nur, was Gott uns darüber sagt. Es ist darum eine ungeheuerliche Empörung und Anmaßung des Menschen, Leben beenden zu dürfen, weil er mit seiner beschränkten Vernunft es nicht oder nicht mehr als sinnvoll begreift. Ebenso wie das Vorhandensein solchen hinfälligen Lebens ist es eine von Gott gegebene Tatsache, dass es allewege genug Menschen gegeben hat, die fähig waren, solches Leben zu lieben und zu betreuen, wie denn rechte Liebe ihre Größe und den Abglanz ihrer göttlichen Herkunft gerade dort hat, wo sie nicht nach Sinn und Wert fragt.“
Schreiben des Vormundschaftsrichters Dr. Lothar Kreyssig wider die nationalsozialistische „Euthanasie“-Aktion T4 an Reichsjustizminister Franz Gürtner[1] Brandenburg/Havel, 8. Juli 1940 An … Mehr
Christine Lavant, Wenn du nicht sprichst, o Herr (1948): „Wenn du nicht sprichst, o Herr, wer soll dann sprechen?, / da diese Zeit so sehr des Worts bedarf! / Wer wird auch sonst den schweren Bann zerbrechen, / den eine Dunkelheit uns überwarf, / in der wir wie Gelähmte taumelnd stehen … / Wer soll die Zeichen, die geschehen, verstehen, / wenn du dein Wort aus unsrer Mitte nimmst?“
Wenn du nicht sprichst, o Herr Wenn du nicht sprichst, o Herr, wer soll dann sprechen?,da diese Zeit so sehr … Mehr