Cicely Saunders über den umfassenden Schmerz (Total Pain) bei Sterbenskranken: „Körperlicher, emotionaler und sozialer Schmerz und das spirituelle Bedürfnis nach Sicherheit, Sinn und Selbstwert – alles in einer Antwort. Ein solcher ganzheitlicher Ansatz ermöglicht es, dass die Opioid-Dosis zwischen dem eigenen Wirkungs- und Beruhigungsniveau des Patienten liegt, während die regelmäßige Verabreichung eine ständige Kontrolle der fast immer gleichbleibenden Schmerzen ermöglicht.“

Umfassender Schmerz (Total Pain) Von Cicely Saunders Die auf Tonband aufgezeichneten Gespräche und die beschreibenden Studien von Hunderten von Patienten … Mehr

Gerhard Sauter über Altern und das Sterbenmüssen: „Im Handeln Gottes geborgen sind Alternde, weil sie in der Geschichte, die er mit ihnen eingegangen ist, aufgehoben sind, auch mit allen Einbußen, die sich beim Altern einstellen, und mit allem, was ih­nen entnommen und genommen wird. In besonderer Weise sind sie aufgehoben in dem, was Gott für sie vorgesehen hat.“

Im wahrsten Sinn des Wortes ist es ein „Alterswerk“, das Gerhard Sauter mit seinem Buch Beseeltes Alter. Über Hoffnung und … Mehr

Mitleid allein begründet keine Ethik – Hans Jonas über Euthanasie und Ethik: „Öffentliches Recht und die viel persönlichere Sittlichkeit können nie zu vollkommener Deckung gebracht werden. Zuletzt und im Äußersten werden wir auf die einsamen Entscheidungen der Liebe zurückgeworfen, die selbst dem Gesetz zu trotzen wagt, aber hoffen darf, daß auch das verletzte Recht so gnädig urteilt, wie es der Bestand der Rechtsordnung erlaubt. Mit diesem ungelösten und unauflöslichen Rest in der Euthanasie-Frage – dem Verzicht also auf eine eindeutig regelnde ethische Antwort – müssen wir uns, so glaube ich, in Demut abfinden.“

Mitleid allein begründet keine Ethik. Ein ZEIT-Gespräch mit dem Moralphilosophen Hans Jonas über Euthanasie und Ethik Darf das Leiden eines … Mehr

Arnold Angenendt, Was hat das Christentum Gutes gebracht?: „Aller Gottesdienst ist immer auch Nächstendienst. Weder in Griechenland noch in Rom hatte die Antike eine allgemeine Armen-Fürsorge ausgebildet, ganz anders die Christen. Paul Veyne: ‚Die jüdische Pflicht der Almosen gelangt auch in die alte Kirche, die mit Hospitälern, Hospiz- und Armenhäusern die organisierte Wohltätigkeit erfand, welche in säkularisierter Form im heutigen Sozialstaat weiterlebt‘.“

Was hat das Christentum Gutes gebracht? Von Arnold Angenendt Zurzeit wird jede Art von Verfehlungen, die sich die Kirchen geleistet … Mehr

Peter Schäfer, Ein Gott? (Zwei Götter im Himmel): „So, wie das Christentum im Rückgriff auf das und in Auseinandersetzung mit dem Judentum entstand, so war auch das Judentum der Epoche nach der Zerstörung des Zweiten Tempels kein mit sei­nem frühjüdischen Vorläufer identisches Judentum, sondern entstand im Dialog und in der Auseinander­setzung mit dem Christentum. Ich ziehe es deswegen vor, das Verhältnis von Judentum und Christentum nicht linear als das von Mutter- und Tochterreligion zu bestim­men, sondern dyna­misch als den lebendigen Austausch von zwei Schwesterreligio­nen.“

In seinem Buch „Zwei Götter im Himmel“ stellt Peter Schäfer das gängige Verhältnis von Judentum und Christentum in Frage, wenn … Mehr

Ted Grimsrud und Howard Zeh, Gott, Gerechtigkeit und die Behandlung von Straftätern neu überdenken (Rethinking God, Justice, and Treatment of Offenders): „Indem wir die ‚Be­friedigung‘ der unpersönlichen Gerechtigkeit (‚Gottes Heiligkeit‘) in den Mittelpunkt unserer Reaktion auf kriminelle Handlungen stellen, finden die beteiligten Menschen – Opfer, Täter, Mitglieder der Gemeinschaft – selten Ganzheit. Darüber hinaus wird das Leiden der größeren Gemeinschaft oft nur vergrößert.“

Problematisch in diesem Aufsatz ist, dass Grimsrud und Zehr nicht zwischen der anselmschen Satisfaktionslehre und der biblischen Sühnetheologie zu unterscheiden … Mehr