Martin Niemöller, Vortrag am 22. Januar 1946 in der Neustädter Kirche in Erlangen zur deutschen Schuld: „Es kann sein, dass unse­re Schuld viel schwerer wiegt, die wir die Botschaft von Buße und Glauben kannten. Wir hätten das wache Gewissen haben müs­sen, aber wir haben auch das Leben zum Götzen gemacht! Ich habe auch bekannt, so lange es ging, aber als ich im KZ sah, wie man die Juden misshandelte, habe ich selbst nicht mehr gewagt, meinen Mund aufzutun. Auch ich bin verantwortlich für das, was im deut­schen Volk geschehen ist. Wir Christen ha­ben diese Schuld anzufassen und zu beken­nen. Wenn wir sie nicht anfassen, bleibt diese Schuld: dreißig bis vierzig Millionen Tote durch die Hände deutscher Menschen: aber keiner in Deutschland findet sich bereit, die­se Schuld zu bekennen.“

Vortrag am 22. Januar 1946 in der Neustädter Kirche in Erlangen (auf Einladung der dortigen Evangelischen Studentengemeinde) Von Martin Niemöller … Mehr

Wilhelm Vischer, „Der im Himmel Thronende lacht“ (1966): „Es gab sogar und gibt vielleicht noch Kirchen, in denen das Lachen des im Himmel Thronenden in hellem Ostergelächter widerhallt. Das ist das Lachen des Glaubens. Und wie die Auferweckung Jesu nur eine Spielart der ugaritischen oder sonst einer Naturmythologie wäre, wenn Jesus nicht wirklich ein Mensch gewesen wäre, als solcher gelebt, gelitten und die ganze Bitterkeit des Todes geschmeckt hätte und in der Erde begraben worden wäre, so ist auch der Osterglaube nur echt, wenn er am Leiden Jesu teilnimmt. Darum gilt den Jüngern Jesu immer noch: ‚Selig seid ihr, die ihr jetzt weinet; denn ihr werdet lachen.‘ Weinend sind sie selig durch den gewissen Trost, dass der im Himmel Thronende lacht.“

„Der im Himmel Thronende lacht“ Von Wilhelm Vischer Diese Aussage des zweiten Psalms stößt an die Grenze der weiten biblischen … Mehr

Martin Luther über die Dankbarkeit gegenüber Gott: „Alle Kreaturen schreien uns an, dass wir Gott dankbar sein sollen, wie auch am Ende dieses Evangeliums geschrieben ist. Wir haben edler und köstlicher Gehör und Sprache als dieser hier im Evangelium, denn wir habens von der Mutter. Da soll man fröhlich sein und sprechen: ich danke dir, Gott, dass du mir so feine Ohren und Sprache gegeben hast.“

Alle Kreaturen schreien uns an, dass wir Gott dankbar sein sollen Von Martin Luther Alle Kreaturen schreien uns an, daß … Mehr

Walter Brueggemann, Kommentar zu Jeremia 14,1-10: „Das Gebet ist eine Äußerung der Kühnheit, die eine ziemlich fordernde Erwartung an JHWH richtet. JHWHs eigentliche Rolle ist es, in rettender Weise gegenwärtig zu sein. JHWHs Gegenwart sollte eine Garantie für Regen oder für alles andere sein, was nötig ist, um Leben zu haben. Diese Art der Ansprache Gottes ist ein Motivationsmittel in der Klageform. Ihre Funktion ist es, von JHWH das zu fordern, was von ihm erwartet wird.“

Kommentar zu Jeremia 14,1-10 Von Walter Brueggemann Diese Einheit ist ein Klagelied mit einer Antwort in Form eines göttlichen Orakels. … Mehr

Terence E. Fretheim, Kommentar zu Jeremia 14,1-10: „Die Anrede Gottes als ‚Hoffnung‘ ist mit Gott als demjenigen verbunden, der eine Geschichte hat, Menschen in Zeiten der Not zu retten. Gott wird ‚Hoffnung‘ genannt, gerade weil er sich im Laufe ihres gemeinsamen Lebens als Retter Israels erwiesen hat. Bei einem solchen Gott müssen Nöte nicht das Ende der Geschichte sein. Es gibt Zukunftsmöglichkeiten mit diesem Gott, die sich auf heilsame Weise über das gegenwärtige Debakel hinaus bewegen. Bemerkenswerterweise bittet das Volk Gott nicht ausdrücklich um Vergebung seiner Sünde, obwohl Gott eine Geschichte hat, auf Buße auf diese Weise zu reagieren.“

Kommentar zu Jeremia 14,1-10 Von Terence E. Fretheim Die Dürre und ihre Auswirkungen, 14,1-6 Das Wort Gottes über Israels Erfahrung … Mehr

Gerhard Sauter, Jona 2. Ein Gebet aus der Tiefe: „Das Lachen vergeht jedoch, wenn wir zu Jona in der unergründlichen Tiefe des Fischbauches zurückkehren. Drei Tage und Nächte, und nur ein einziges Gebet! Dieses Gebet ist eine Klage und ein Danklied – ein Psalm wie viele andere. Ein solcher Psalm gehört eigentlich in den Tempel, wenn die Geretteten nach einer überstandenen Gefahr ihre Opfer bringen. Der Bauch eines Fisches ist ein höchst eigentümlicher Ort für ein solches Gebet – viel zu dunkel und unheilverheißend, ohne Ausweg. Ist es im Bauch eines Fisches nicht viel zu früh, solchen Dank auszusprechen?“

Jona 2: Ein Gebet aus der Tiefe (Jonah 2: A Prayer Out of the Deep, 2003) Von Gerhard Sauter Manchmal … Mehr

Johannes Rehm über das Abendmahl: „In der Frage der Zulassung zu Abendmahl bzw. Eucharistie treten konfessionelle Unter­schiede zutage. Die römisch-katholische Kirche erlaubt ihren Mitgliedern die Teilnahme am evangelischen Abendmahl nicht. Wird dieses Mahl christologisch als Herrenmahl verstanden, dann dürfen Diener der Kirche getaufte Christen nicht ausschließen. Dies entspricht evangelischer Haltung. In der katholischen Kirche ist die Eucharistie an das Priesteramt gebunden, was zu einer konfessionell exklusiven Mahlpraxis führen kann. Grundsätzlich vertrauen alle Kirchen die Feier des Abendmahls besonders beauftragten Personen an.“

Abendmahl Von Johannes Rehm 1. Begriff Abendmahl, Herrenmahl, Eucharistie – dies sind die gängigen unterschiedlichen Begriffe für dieselbe gottesdienstliche Mahlfeier … Mehr

Die „Mobile“-Finanzierung in der Gesundheits- und Pflegewirtschaft und deren Risiken: „Trifft ein plötzlicher Windstoß auf das Mobile, wirkt eine äußere Kraft, die die Elemente aus ihrer Lage verschiebt. Der Schwerpunkt verlagert sich, entstehende Drehmomente können nicht mehr durch die Fadenspannungen ausgeglichen werden. Die Elemente kippen oder verhaken sich, das System findet nicht in seine Ordnung zurück und sackt ungeordnet zusammen. Ganz analog verhält es sich bei einer stark fremdfinanzierten, gemeinnützigen Unternehmensgruppe in der Pflege- und Gesundheitswirtschaft.“

Die „Mobile“-Finanzierung in der Gesundheits- und Pflegewirtschaft und deren Risiken In der Gesundheits- und Pflegewirtschaft entstehen zunehmend Firmenkonglomerate, die nicht … Mehr

Roman Brandstaetter, Bibel, mein Vaterland: „Du rufst mich aus der Tiefe / mit dem Psalm der Krematorien, / mit dem Weinen über den Ruinen des kämpfenden Warschau, / mit der Klage über die Leichen des verbrannten Ghettos, / mit der Erinnerung an Auschwitz, / Treblinka, / Majdanek, / mit dem jeremianischen Stöhnen / meiner doppelt gemarterten / Geschichte. // Alles ist in dir, / was immer ich erlebt habe. / Alles ist in dir, / was immer ich geliebt habe.“

Bibel, mein Vaterland (Biblio, ojczyzno moja) Bibel, mein Vaterland,Bibel, mein polnisches Land,galiläischund franziskanisch,o ihr Bücher meiner Kindheit,geschrieben in zweizüngiger Rede,polnischem … Mehr