Gruß (POZDRAV)
Ich sandte dir einen Gruß durch den Mond,
als er durchs Fenster auf mich blickte, durch das Gitter.
Zwischen uns ausgebreitet rauschte die Nacht,
am anderen Ende dein Fenster, wo du schläfst.
Zwischen uns ausgebreitet die Julinacht,
und auf dem Grund der Nacht die Bäume im Wind.
Zweig um Zweig verkünden sich die Worte,
die Heimat ihren Kindern in den Schlaf flüstert.
Zwischen uns ausgebreitet dieses rauschende Land,
ein Land der Fichten, des Roggens, der Bäche und Dächer.
So fern, wie du von mir bist —
und doch so nah — ich fühle seinen Atem …
Schlaf, schlaf mit den Kindern,
dass dir die Nacht Ruhe schenke,
unter dem Diadem feuchter Sommersterne —
dieses Land, auf das wir unsere Kinder brachten,
das sie mit dir ewig verwechseln werden.
Und auch ich hörte hier, im nächtlichen Rauschen,
als würdest du dich im Schlaf bewegen.
War es das Seufzen weißer Hände,
oder streichelte mich der Mond durch das Gitter?
Quelle: Jan Zahradníček, Čtyři léta, Praha 1969.