Beten heißt bei Gott das eigene Amen finden: „Wo das Gotteslob am Ende fehlt, klingt das Amen eher nach einem Verlegenheitsruf, weil wir mit unserem Beten und Bitten nicht mehr weiterwissen. Im Gebet wie auch in den Fürbitten gilt es jedoch Worte für Gott zu finden, die uns mit unserem Vertrauen zu ihm bringen, und sei es nur ein knappes ‚durch Jesus Christus‘.“

Beten heißt bei Gott das eigene Amen finden

Wann kommt das Amen? In Jesu Herrengebet, also dem Wortlaut des Vaterunsers nach Matthäus 6,9-13 fehlt das „Amen“, mit gutem Grund. In der Bibel werden Bitten bzw. Fürbitten grundsätzlich nicht mit einem „Amen“ beschlossen, entgegen unserer gängigen Gebetspraxis. Schließlich ist das Amen nicht Bekräftigungsruf für eigene Gebetsanliegen, sondern ein Bestätigungszuruf für unser Gottvertrauen. Deutlich wird das im gottesdienstlichen Vaterunser, wo das Amen sich auf das Gotteslob (Doxologie) ausrichtet: „Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.“

Fehlt das Gotteslob am Ende eines Gebets, klingt das Amen eher nach einem Verlegenheitsruf, als wüssten wir mit unserem Beten und Bitten nicht mehr weiter. Im Gebet wie auch in den Fürbitten gilt es jedoch Worte für Gott zu finden, die uns mit unserem Vertrauen zu ihm bringen, und sei es nur ein knappes „durch Jesus Christus“.

Beten heißt bei Gott das eigene Amen finden. Wer es nicht entdeckt hat, muss seinen Wortfluss ohne Gottvertrauen abrechen. Die Klage, die ihr gutes Recht als Gottvermissen hat, kennt eben kein Atem.

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