Peter Meinhold, Der Glaube Reinhold Schneiders: „Das Wort Christi »Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm« bezeugt deshalb für Reinhold Schneider nicht nur die Gottheit Christi, es ist vielmehr »das Ungeheuerste, das jemals aus Menschenmund kam«. Es sagt das ganze Wesen des Christentums aus. Dieses offenbart sich damit als eine neue Wirklichkeit, nicht etwa als eine neue Lehre.“

Der Glaube Reinhold Schneiders

Von Peter Meinhold

Im literarischen Werk Reinhold Schneiders nehmen die reli­giösen Schriften einen beachtlichen Umfang ein. Mit einem höchst empfindsamen und immer empfänglichen religiösen Sensorium ausgestattet, hat sich der Dichter in allen Epochen seines Schaffens den Fragen der Religion zugewendet. Ganz besonders aber ist er von dem Zeitpunkt des Durchbruchs zu einem seiner selbst bewußten Glauben einer spezifisch reli­giösen Problematik nachgegangen. Es ist deshalb von der Sache her geboten, das religiöse Schrifttum Reinhold Schnei­ders in einem eigenen Bande unserer Ausgabe in Auswahl zu­sammenzufassen. Es umspannt einen langen Zeitraum, denn es reicht mit seinen frühen Zeugnissen aus den Jahren 1931 und 1935 über die Zeit des Zweiten Weltkrieges und der Nach­kriegszeit bis zum letzten Jahr der intensivsten Tätigkeit des Dichters, als ihm unerwartet die Feder von einer höheren Ge­walt aus der Hand genommen wurde (1958).

Das in dem vorliegenden Bande enthaltene Schrifttum Rein­hold Schneiders soll einen Überblick über die ihn bewegenden religiösen Themen und in bezug auf seine Grundanschauungen, die in den hier vereinigten Aufsätzen immer wieder durchbre­chen, geben. Der reiche Stoff ist thematisch geordnet.

Neben den essayistischen Äußerungen stehen solche in der streng gebundenen Form des Sonettes, der sich Reinhold Schneider besonders während des Zweiten Weltkrieges bedient hat. Damals haben seine Dichtungen, die er selbst in dem jetzt nicht mehr aufzutreibenden Bande »Das Gottesreich in der Zeit« vereinigt hat, der 1943 in Udzialowa gedruckt wor­den ist, eine heute kaum noch vorstellbare begeisterte Auf­nahme bei einer Jugend gefunden, die in den Schrecknissen des Zweiten Weltkrieges an vorderster Front gestanden hat, oder diese in den Kellern und Unterständen in der Heimat über sich hat ergehen lassen müssen. Man schrieb die religiösen Gedichte Reinhold Schneiders ab und verbreitete sie illegal und im Verborgenen zu Hunderttausenden. Reinhold Schnei­der stärkte mit seinem Wort das Glaubensbewußtsein und die menschliche Verantwortung einer ganzen Generation. Er be­wirkte eine vielfach bezeugte neue Glaubenserfahrung bei jungen Menschen, indem er sie in eine für sie neue Welt ein­führte. Durch sein Wort öffnete er ihnen den Blick für die verborgenen Realitäten des Glaubens. Er zeigte ihnen ihr Ein­wirken auf die Sphären des leiblich-irdischen Lebens und wußte es immer neu an vielen Beispielen zu verdeutlichen.

In einer durch ihre Sauberheit und Klarheit bezwingenden Sprache weiß er den Leser ganz unmittelbar anzurühren. Gerade in seinen religiösen Schriften zeigt sich Reinhold Schneider als der Mahner seines Volkes. Er ruft es zur Ver­antwortung vor Gott und dem Gewissen des einzelnen. Er spürt aber auch nicht nur die ihn tragende Aufnahme seiner Dichtungen und das ihn in der Produktivität steigernde Echo, sondern auch das Versagen des Volkes, die offizielle und die heimliche Ablehnung seiner Gedanken. Er weiß, daß der Un­tergang des Volkes auch sein eigener Untergang sein werde. Er muß ihn erleiden, weil das mahnende Wort des Dichters ohne Echo bleibt, ist er doch aufs engste mit dem Schicksal seines Volkes verbunden:

Ich bin des großen Endes armes Wort,
Der letzte Mund, der Deine Krone ehrt,
Und Dir so eigen wie Dein Untergang.

Das religiöse Schrifttum Reinhold Schneiders, der mit seinem Volke lebt und vergeht, ist von einem einzigartigen Zugleich geprägt. Es lebt im Grunde von den Gedanken, die im Zen­trum des christlichen Glaubens liegen. Nur von ihnen aus kann man das Selbstverständnis Reinhold Schneiders als des religiösen Menschen, als des Mahners und Erweckers der Gewis­sen begreifen. Sein Ausgangspunkt ist in der geschichtlichen Erscheinung Jesu Christi gegeben, dort, wo Gottheit und Menschheit in der historischen Gestalt des Jesus von Nazareth in unlösbarer Weise zusammenfließen. Für Reinhold Schnei­der gründet in diesem Zugleich die Besonderheit seiner reli­giösen Aussage, denn hier sind Bann und Trost, Schuld und Gnade, Gericht und Rettung aufs engste miteinander ver­bunden, wie in der Gestalt Jesu Christi Gott und Mensch ver­eint sind. Für Reinhold Schneider schließt dieses Zugleich auch die einzigartige Identität von Herr und Lamm, von Priester und Opfer ein. Mit dem Grundsatz, daß das Wort Fleisch geworden ist, sind auch das Sichtbare und das Unsichtbare miteinander verbunden. Die Offenbarung bedeutet die Ver­hüllung Gottes in der Gestalt des Jesus von Nazareth. Nur in diesem »Zeichen« ist Gott erkennbar. Als die über der Sinnen­welt liegende Wirklichkeit bleibt er dagegen immer unerkenn­bar. Man steht mit diesen Aussagen vor dem Zentrum des Glaubens Reinhold Schneiders. Mit dem Ansatz seiner Ge­danken in der Mitte des Christentums, im Quellpunkt des christlichen Glaubens, ist der eigentliche Kern getroffen, von dem aus er in allen seinen Aussagen zu verstehen ist. Sein die Lebensvorgänge deutendes Wort will von dieser Mitte aus aufgenommen werden, denn es ist ebensosehr befreiendes wie richtendes, zum schöpferischen Handeln anregendes, wie zu Bescheidung und Selbstkritik aufrufendes Wort. Reinhold Schneider hat von diesem Ansatz aus in seinen religiösen Essays einzelne biblische Gestalten gedeutet und sie dem mo­dernen Menschen nahegebracht.

Zum zentralen Ansatz des Denkens Reinhold Schneiders aber gehört in erster Linie die biblische Bezogenheit aller seiner Aussagen. Er lebt in und mit dem Wort der Bibel. Die bibli­schen Gestalten sind ihm immer gegenwärtig, die alttestamentlichen nicht weniger als die neutestamentlichen, unter diesen besonders die Apostel Petrus und Paulus sowie Wort und Wirken Jesu Christi in der ganzen Breite ihrer reli­giösen Bezüge und Handlungen. Das biblische Wort führt ihn stets unmittelbar zu Jesus Christus.

Die Worte Christi haben für ihn ihren besonderen Charakter darin, daß sie als »eine Aussage von oben« wahr sind und den Menschen zur Entscheidung herausfordern. Sie machen die Einheit von Wort und Sprecher deutlich. Das biblische Wort dient Reinhold Schneider nicht nur zur Anknüpfung seiner Aussagen. Es ist für ihn nicht nur die Darlegung von Bezeu­gungen einer verborgenen, uns nicht ohne weiteres zugängli­chen Wirklichkeit, sondern es bringt vielmehr dem Men­schen die letzten, immer gültigen Wahrheiten nahe. Entschei­dend will Reinhold Schneider damit den Menschen zu der hinter dem Wort stehenden Wahrheit führen. Das biblische Wort fordert zu seiner rechten Aufnahme den im Herzen rein gestimmten Menschen, der sich den empfänglichen auf­nahmebereiten Sinn bewahrt hat.

Die Worte Christi beweisen sich selbst in ihrer Wahrheit; die von ihnen ausgehende Wirkung ist immer »unfehlbar«. Mit dieser Feststellung steht Reinhold Schneider erst vor dem eigentlichen Geheimnis des biblischen Wortes. Das Wunder liegt für ihn darin, daß die Worte Christi von »Menschen­lippen« kommen. Das ist zugleich »die größte Tatsache der Geschichte« im Sinne der die Welt mit dem Auftreten Christi und seiner andauernden, von nie endenden Wirkungen be­wegenden Ereignisse. Reinhold Schneider weiß damit um den geschichtlichen Charakter des Wortes und um die von ihm ausgehenden Wirkungen. Das Wort ist der stärkste Zeuge für die von Christus ausgehende Ordnung in der Welt. Diese ist freilich keine gesetzliche oder sich auf weltliche Größen be­ziehende. Vielmehr besteht seit dem Kommen Christi die größte Aufgabe in der Welt darin, »allen und allem mit Liebe zu begegnen«. So hat Reinhold Schneider immer wieder neue charakteristische Worte aus den Evangelien an die Spitze sei­ner Aufsätze oder Essays gestellt, in deren Auslegung diese letzten sachlichen und gedanklichen Zusammenhänge ent­wickelt werden.

Wenn Reinhold Schneider in einem so starken Maße die bibli­sche Bezogenheit aller seiner Aussagen deutlich werden läßt, so ist dies auch deshalb von Bedeutung, weil er sich in seiner biblischen Auslegung mit der protestantischen Theologie sei­ner Zeit berührt, wenn er auch einem formalen Biblizismus niemals verfallen ist. Stets ist das biblische Wort der Hinweis auf eine hinter dem Wort stehende, von ihm selbst bezeugte, verborgene und das Wort in seiner Realität übertreffende Tat­sache. Reinhold Schneider hat deshalb auch den die Christen einigenden Charakter des Wortes hervorgehoben. Hier stößt man bei ihm auf eine neue Ökumenizität, auf die wir noch in anderem Zusammenhang zu sprechen kommen werden.

Mit dieser Auffassung des biblischen Wortes durch Reinhold Schneider hängt es nun aber auch zusammen, daß seine Aus­legung und seine religiöse Aussage stets Bekenntnis und Zeug­nis zugleich sind. Reinhold Schneider fordert vom Dichter, daß er mit allen seinen Aussagen ein Bekenntnis ablege, so daß er in seinem Wort zunächst ganz er selbst ist, aber andererseits mit ihm die verborgene religiöse Realität bezeuge. Er hat sich selbst in diesem Sinne als der Zeuge verstanden, der seinen Dienst am Geoffenbarten tut, um ihm die Menschen zuzufüh­ren oder seinen Inhalt zu den Menschen zu tragen. Das ist die dem Dichter aufgegebene Aufgabe, die der christlichen Dichtung überhaupt das Gepräge gibt. So hat nach ihm auch der christliche Dichter die einmalige, besondere Berufung. Diese kann ebensosehr eine charismatische sein, wie es andere der­artige Berufungen gibt, die nur aus der Fülle des Charismas abzuleiten sind.

Die religiösen Schriften Reinhold Schneiders erscheinen damit als Dokumente von einem einzigartigen persönlichen Rang. Sie sind zugleich Zeugnisse und Bekenntnisse, die der Dichter in seiner Zeit und für seine Zeit abgegeben hat. Mit ihnen ist deshalb auch immer eine sich nie verleugnende Zeitbeurteilung und Zeitkritik verbunden. Er hat seiner Zeit einen Spiegel vorgehalten, in dem sie sich selbst erkennen kann. Sie wird durch die Kritik zu Einkehr, Buße und Umkehr aufgerufen. Gerade in seinen religiösen Schriften, namentlich in denen aus der Mitte der 40er Jahre, die also während des Zweiten Welt­krieges entstanden sind, hat sich eine bestimmte Zeiterfahrung und die aus ihr sich notwendigerweise ergebende Zeitkritik niedergeschlagen. Mari hat damals sehr wohl den Dienst emp­funden, den Reinhold Schneider mit seiner Zeitbeurteilung und Zeitkritik dem deutschen Volke erwiesen hat, indem er es zu innerer Umkehr, zur Erneuerung aufgerufen hat. Seine religiösen Schriften, die aus jener Zeit stammen, sind ein Aus­druck für den Widerstand, den er mit den Waffen des Geistes und des Gebetes, mit der Kraft des Glaubens und des Bekennt­nisses geleistet hat, um erneut Glauben zu wecken, um zu Be­kenntnis und Zeugnis aufzurufen und das drohende politische Verhängnis aufzuhalten. Sie müssen als die einzigartigen Do­kumente eines persönlichen christlichen Bekenntnisses und Zeugnisses gewertet werden. Diese haben keinen anderen Sinn, als Jesus Christus selbst in der Geschichte als den gegenwärtig zu machen, der die Entscheidung des Für oder Wider, eines Ja des Glaubens oder eines Nein des Unglaubens vom Menschen fordert.

Erst auf diesem Hintergrund wird deutlich, wie stark Rein­hold Schneider von dem Glauben an die Realität des Geistes in der Geschichte durchdrungen ist. Der Geist ist eine immer lebendige Geschichtsmacht, allein mächtig, das Antlitz der Erde und den Menschen zu erneuern. Er bändigt den mensch­lichen Lebensdrang und Trieb, weil er den Blick auf diejenigen Größen lenkt, die allein die Rettung der Menschheit ermög­lichen und verbürgen können. Der Glaube Reinhold Schnei­ders greift immer wieder weit aus, denn er ist zuerst ein »Ja« zur Schöpfung, damit aber auch zum Menschen selbst. Für ihn ist die Kunst der Ausdruck dieser Bejahung der Schöpfung, der Zeit und des Menschen. Sie ist von einem Ja zu ihrer Zeit getragen, weil jede Stunde die Möglichkeit enthält, die »Heim­kehr zur Wahrheit« praktisch zu vollziehen. So trägt der Mensch eine letzte Verantwortung für ihre Geltung und Er­haltung. Sie setzt deshalb den »freien« Menschen voraus, der selbst an das schaffende Wort glaubt und von ihm durch­drungen ist. Das menschliche Schaffen wird so zu einem Ab­bild des göttlichen Schaffens durch das Wort.

Mit diesem Glauben an die Realität des Geistes verbindet sich bei Reinhold Schneider der Gedanke an eine letzte Freiheit und Würde des Menschen. Die religiösen Dokumente, die in diesem Bande zusammengefaßt sind, bezeugen diese seine Hal­tung in besonderer Weise. Der Mensch ist das Ebenbild Got­tes, für das Christus gestorben ist, um es zu erneuern. Reinhold Schneider sieht die Unterdrückung des Menschen durch den Menschen, den Mißbrauch seiner Rechte, die Aufhebung seiner Freiheiten, die Unterdrückung seiner Gottesebenbildlichkeit, die im Kriege, auf den Schlachtfeldern und in der furchtbaren Erniedrigung, die sie für den Menschen mit sich bringen, ge­schieht. Diese Erniedrigung des Menschen ist zum Kennzeichen einer Staatsform und einer Macht geworden, die schon in ihrem Dasein eine Entmenschlichung des Menschen darstellen: es ist »ein mit dämonischer Gewalt sich ausbreitender Wahn«.

Der Mensch hat Anstalten zur Vernichtung seinesgleichen ge­schaffen, wobei Reinhold Schneider sich auf den »Feuerofen« bezieht, in dem nach der alttestamentlichen Erzählung die drei Jünglinge ihren Gesang zu Gott erheben, während er tat­sächlich damit auf die modernen Stätten der Vernichtung des Menschen als den Orten seiner Erniedrigung und der Aus­löschung seines göttlichen Ebenbildes anspielt. Sein Wort ist als Bekenntnis und Zeugnis unüberhörbar: »Was hier am Menschenbild gesündigt wurde, das fordert einen neuen, hei­ligen Entschluß, das Menschenbild zu wahren und zu voll­ziehen.« Mit Grillparzers Worten schildert er die Vermessen­heit der Mächtigen, die den Menschen auf den Schlachtfeldern opfern und ihn damit in seinem Menschsein erniedrigen. Darum gilt es gerade heute, dem Menschen die in seiner Gottes­ebenbildlichkeit begründete Würde zurückzugeben. Dieser Akt aber setzt ein neues Verhältnis zur Schöpfung, vor allem aber auch zu Christus voraus, der in der Erniedrigung gesiegt und damit die Würde des Menschen erneuert hat.

So geht durch die religiösen Schriften Reinhold Schneiders der Appell an den Menschen. Er wird zur Erneuerung seiner selbst aufgerufen, zum praktischen Vollzug der Umkehr, um so aufs neue Würde und Rechte des Menschen wiederzugewinnen und darzustellen. Es macht die Bedeutung Reinhold Schneiders als eines in seiner Zeit alleinstehenden Dichters aus, daß er diese Aufgabe der Kunst für die Wiedergewinnung der Würde und der Rechte des Menschen betont, ja, sie zu ihrer einzigartigen Aufgabe gemacht hat. Reinhold Schneider hat damit nicht nur die Berechtigung, sondern auch die Notwendigkeit einer christ­lichen Dichtung erwiesen. Diese kommt nicht zuletzt darin zum Ausdruck, daß sie unermüdlich das Thema von der Got­tesebenbildlichkeit des Menschen und der in ihr angelegten menschlichen Würde und Rechte behandelt. Was heute als eine Selbstverständlichkeit erscheinen mag – obgleich es dies in Wahrheit noch lange nicht ist -, hat Reinhold Schneider in seinen religiösen Schriften zu einer Zeit vertreten, als es die Gefährdung der eigenen Person bedeutete, sich für die Rechte des Menschen einzusetzen und den Wert einer Dichtung an dem zu bemessen, was sie zur Erneuerung der Menschheit als ganzer beiträgt.

Ein weiteres zentrales Thema der religiösen Schriften Rein­hold Schneiders bildet die Frage nach der Wahrheit und nach ihrer Verwirklichung. Reinhold Schneider ist der Überzeu­gung, daß in der Gestalt Christi die Wahrheit selbst in der Geschichte erschienen ist und nun durch ihn, durch sein Wort und durch die von ihm ausgehenden Kräfte in der Geschichte fortwirkt. Mit dieser Einschätzung der Wahrheit als einer geschichtlichen Größe ist auch eine neue Wertung des ge­schichtlichen Lebens gegeben. Die Geschichte ist das Wirken der Wahrheit unter den Menschen. Sie ist das »Medium«, durch welches die Wahrheit den Menschen ergreift und zu ihrem Zeugen, Boten und Träger macht. Es ist aber nicht nur eine neue Wertung der Geschichte mit dieser Einstellung auf die Wahrheit verbunden, sondern auch eine neue Wertung der Wahrheit selbst als einer geschichtlichen, lebendigen Größe, die immer nur durch den Menschen in seinem Zeugnis vertreten, anschaulich gemacht und zu geschichtlicher Wirkung gebracht werden kann.

Die Wahrheit ist bei Reinhold Schneider nicht etwa ein rein ideeller Begriff; sie gehört auch nicht der Vergangenheit an, sie ist vielmehr in der Gegenwart existent, indem man sie lebt. Auf das »Tun der Wahrheit« kommt es Reinhold Schneider an, auf ihre Einlösung im Zeugnis ihrer Bekenner. Nur so bleibt sie lebendig. Die Wahrheit fordert deshalb vom Men­schen eine letzte Wahrhaftigkeit, mit der er sich zu ihr be­kennt. Reinhold Schneider greift mit seinem Wahrheitsverständnis das rein naturwissenschaftliche, auf Experiment und Nachprüfung gegründete Verständnis der Wahrheit an. Er setzt ihm die Wahrheit als geschichtliches Leben und als im Vollzug des Menschen zu realisierende Größe entgegen. So kann er die in Christus in die Geschichte getretene Wahrheit, die im »Tun der Wahrheit« durch ihre Bekenner und Zeugen immer lebendig ist und bleibt, als »die große bewegende Tat­sache der Geschichte« bezeichnen. Die Menschen kennen sie nicht, sondern geben sie mit der Verwerfung Christi in den Tod. An dem Landpfleger Pontius Pilatus hat Reinhold Schneider diesen sich in der Geschichte wiederholenden Vorgang in höchst anschaulicher und erschütternder Weise dargestellt. Der römi­sche Prokurator ist für ihn der Repräsentant der ganzen Menschheit. Die gesamte nachfolgende Geschichte ist die Wie­derholung eines Vorgangs, der sich durch und mit Pilatus in der Verurteilung Christi abgespielt hat. Seit aber die Wahr­heit in Christus in die Geschichte getreten ist, gilt es, ihre Stim­me zu vernehmen und sie durch ein Leben in der Wahrheit zu bezeugen. Darin besteht die Wende, welche die in Christus erschienene Wahrheit für die Menschheit heraufgeführt hat.

In diesem Zusammenhang erscheint nun auch die Christusanschauung Reinhold Schneiders in einem neuen Licht. Durch Ihn ist das Ewige in Zeit und Geschichte eingetreten, indem es sich in der geschichtlichen Gestalt des Jesus von Nazareth ver­hüllt hat. Seitdem ist die Welt anders geworden, denn jetzt ist die durch Jesus Christus begründete neue Gemeinschaft der Menschen der eigentliche Träger des geschichtlichen Lebens. Mit Ihm ist die Wahrheit in die Geschichte getreten, vor der sich der Mensch ständig verantworten muß. Daß die Wahr­heit durch Jesus Christus geschichtlich geworden ist, hat eine neue Wertung der Geschichte zur Folge. Es gilt, das Wirken der Wahrheit unter den Menschen zu betrachten.

Diese Anschauung Reinhold Schneiders birgt eine doppelte Konsequenz in sich. Die Geschichte wird von ihm einerseits als der Anruf Gottes an den Menschen verstanden, anderer­seits ist sie der Ort der Antwort des Menschen als Entschei­dung für die Wahrheit. Der zutiefst in die Geschichte ver­strickte Mensch steht damit immer der Wahrheit gegenüber. Es macht das eigentliche »Mysterium der Geschichte« aus, daß sie diesen letzten Entscheidungscharakter trägt.

Dem Dichter erwachsen damit neue Aufgaben für die Ge­schichtsschreibung. Sie sind bisher nicht erkannt worden, weil sie schwer vollziehbar sind. Es müssen nämlich die Menschen und die Ereignisse in ihrer Beziehung zum Gottesreich und zur Wahrheit dargestellt werden. Die Geschichte trägt so für Reinhold Schneider die Signatur der Entscheidung, der sich kein Mensch entziehen kann, der freilich nur an den ihm entgegentretenden Ereignissen die »Feldzeichen« Gottes oder der Wahrheit und die ihnen entgegenstehenden des satani­schen Widersachers Gottes wahrnimmt. Zwischen beide sieht sich der Mensch ständig gestellt. Die Geschichte ist für Rein­hold Schneider das Ringen der beiden Gewalten miteinander, die einerseits im Namen Christi und der Wahrheit, andererseits im Namen des Satans und der Hölle aufgeworfen sind. Auch das Ringen von Staat und Kirche in der Geschichte wird im Lichte dieses Gewaltenkampfes gesehen. Die Gründung des Staates ist mit dem Schwert erfolgt und kann nur durch das Schwert erhalten werden, während die Kirche auf das Be­kenntnis des Apostels Petrus zu Jesus Christus gegründet ist und nur durch den Nachvollzug dieses Bekenntnisses erhalten werden kann.

Mit dem Begriff der »Wahrheit« verbindet Reinhold Schneider den Gedanken eines »Tuns der Wahrheit«, das allen Menschen aufgegeben ist. Eine Wahrheit, die sich nicht im »Tun« aus­drücken und bezeugen kann, ist für Reinhold Schneider keine Wahrheit. Mit dem »Tun der Wahrheit« ist der Lebensvollzug des Menschen gemeint; denn die Wahrheit will bezeugt sein. Nur durch »ein Leben in der Wahrheit« kann sie überhaupt realisiert werden. Führt diese Forderung den Menschen zu einer letzten »Wahrhaftigkeit«, so ist andererseits mit dem Vollzug der Wahrheit für Reinhold Schneider die Identität von Wahrheit und Liebe gegeben. Der Christ folgt damit der Lebenshaltung Christi, der ja ebenfalls sein Leben als einen ständigen Vollzug der Wahrheit in Liebe gelebt hat.

In seinen religiösen Schriften kommt deshalb seine Christusanschauung mit allen ihr einwohnenden Konsequenzen zu einem klaren Ausdruck. Er kann betonen, daß in Jesus Chri­stus die Wahrheit geschichtlich geworden und das Ewige in Zeit und Geschichte eingetreten ist. Jesus Christus stellt des­halb in seiner menschlichen Gestalt die Verhüllung Gottes in der Geschichte dar. Sie bedeutet recht eigentlich die Offen­barung Gottes. Die Welt ist anders geworden, seit Gott in Jesus Christus Mensch geworden, die Wahrheit in die Ge­schichte eingegangen ist und wir mit ihr ständig konfrontiert werden, so daß sie uns zur Entscheidung für oder gegen sie in jedem Augenblick nötigt.

Auf der anderen Seite betont Reinhold Schneider in seiner Christusanschauung sehr stark den Gedanken vom »Königtum Christi«. Immer wieder wird Jesus Christus als »der König« bezeichnet. Mit diesem Ausdruck will er sagen, daß Jesus Christus selbst als der immer Gegenwärtige seine Herrschaft über die Menschen ausübt. Jesus Christus ist der über die Zeit herrschende »König«, der durch den Anruf des Menschen zur Entscheidung für Ihn aller Zeit den neuen Inhalt gegeben hat. Die Zeit ist damit, wie Reinhold Schneider im Gegensatz zur philosophischen Bewertung des Zeitbegriffs in seiner Epo­che vermerkt, nicht einfach Vergänglichkeit. Sie hat vielmehr ein Ziel, und jeder Augenblick drängt ihm entgegen. So liegt ein tiefer Ernst über jeder Stunde, kann sie doch durch die Entscheidung des Menschen ihren Sinn für das Leben in und mit der Wahrheit bekommen. Seit der Erscheinung Jesu Christi in der Geschichte gibt es deshalb auch die neue Gemeinschaft von Menschen in der Welt, die für ihn lebt und sich im Widerspruch gegen die sie bekämpfenden dämonischen Mächte behauptet.

Reinhold Schneider hat das einzigartige »Zugleich«, das die Gestalt Christi umgibt, nach verschiedenen Seiten hin aufge­deckt. Christus ist »zugleich« der Friede und das Schwert, der »Trennende« und der »Vereinende«. In seinen frühen Jahren hat er an diesem Widerspruch, den er nicht zu beheben ver­mochte, schwer gelitten. Erst später ist ihm deutlich geworden, daß es ein unausweichlicher Widerspruch ist. Das an Jesus Christus offenbar werdende unerhörte und einmalige »Zu­gleich« ist die unaufhebbare Gleichzeitigkeit von einander widersprechenden und doch miteinander verketteten »Not­wendigkeiten«.

Die Fleischwerdung Gottes in Jesus Christus hat nur in einer von Anfang an der Sünde verfallenen Welt geschehen kön­nen. Es gibt also die latente Wahrheit der Geschichte, die auch dem Glaubenden nicht immer einsichtig ist. Reinhold Schnei­der hat diese über der Geschichte liegende Dunkelheit als die »theologia tenebrarum« bezeichnet. Er steht mit der Einfüh­rung dieses Begriffs dicht vor der Konzeption des für die mittelalterliche und reformatorische Theologie so wütigen Begriffes des »Deus absconditus«, ohne daß es ihm schon ge­lingt, das Befreiende dieses Begriffs zu gewinnen oder auch nur zu ahnen. Aber seine Konzeption ist tief religiös und geistig. Sie hat sich ihm aufgrund seiner Anschauung vom Königtum Christi ergeben, das sich in der Herrschaft Christi über den der Sünde verfallenen Menschen manifestiert.

Auf diesem Hintergrunde hat sich Reinhold Schneider mit dem Problem des Atheismus auseinandergesetzt. Sehr scharf­sichtig fällt er das Urteil, daß es keine stärkere Bestätigung des Daseins Gottes als die durch den Atheismus geben könne, weil die von diesem geübte Leugnung oder Verneinung Gottes ja stets die Annahme seiner Realität voraussetze. Überzeu­gend ist deshalb für ihn nur der indische, nicht der abend­ländische Atheismus, für den die Voraussetzungen, die man bei diesem Begriff machen muß, nicht zutreffen. Auch der in der Gefolgschaft des indischen Atheismus ausgebildete Atheismus Schopenhauers ist für ihn überzeugend. Aber die Erscheinung des Atheismus als solcher fordert die Bezeugung der Wahrheit durch die Liebe und die Identität der beiden, im »Tun der Wahrheit« einzulösenden Begriffe.

Der Glaube Reinhold Schneiders ist also der seiner selbst be­wußte christliche Glaube. Er setzt an dem für das Christen­tum zentralen Punkt ein, an dem Eintritt Gottes in die mensch­liche Geschichte durch seine Verborgenheit in der Gestalt Jesu von Nazareth. Damit ist die Wahrheit in Menschengestalt erschienen und geschichtlich geworden. Bei Jesus Christus selbst sind die Aussage und der Vollzug der Wahrheit zu einer Ein­heit verbunden: es ist die neue Wirklichkeit, die Jesus Christus in der Menschheit vertreten hat. In ihm hat die Wahrheit wahrhaft Gestalt angenommen, ist sie mit Fleisch und Blut umkleidet worden.

Das Wort Christi »Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm« bezeugt deshalb für Reinhold Schneider nicht nur die Gottheit Christi, es ist vielmehr »das Ungeheuerste, das jemals aus Menschenmund kam«. Es sagt das ganze Wesen des Christentums aus. Dieses offenbart sich damit als eine neue Wirklichkeit, nicht etwa als eine neue Lehre. Wenn wir also in der uns gegebenen Stunde »die Wahr­heit tun«, so bewirken wir damit etwas an sich Unverständ­liches und Unglaubliches. Wir bezeugen damit nicht nur das Wort, sondern machen das an sich Unsichtbare in dieser Welt sichtbar. Wir geben uns als Glieder des Reiches Christi zu er­kennen. Wir machen die von dem Menschensohn gebrachte neue Wirklichkeit manifest, welche die irdische an sich ziehen, erheben und verändern, ja, mit einer heiligen Flamme durch­läutern will. Reinhold Schneider kann deshalb in der Zu­sammenfassung dieser grundlegenden Anschauungen sagen: »Christsein, das heißt: Christi Fleisch essen und sein Blut trin­ken. Es ist das höchste Tun überhaupt: Das Tun zu seinem Ge­dächtnis.« Er versteht das »Reich Christi« als die in der Zeit sich vollziehende, sichtbar werdende Gemeinschaft seines Flei­sches und Blutes. Es offenbart die Macht seines in der Ge­schichte gegründeten und aus ihr nicht mehr zu verbannenden Mysteriums.

Damit hat die Christusanschauung Reinhold Schneiders einen schlechthin unüberbietbaren Höhepunkt erreicht. Er gipfelt in der Idee von dem Königtum Christi, das einerseits als die Herrschaft Christi in dieser Welt verstanden wird, die dort manifest ist, wo das Bekenntnis zu ihm und die Entscheidung für ihn abgelegt werden. Sie manifestiert sich andererseits als die in der Welt lebende, konkrete und reale Gemeinschaft, die ihren Mittelpunkt an der immer wieder neu zu feiernden Eucharistie als dem letzten unauflösbaren »Mysterium der Ge­schichte« hat. Diese Gemeinschaft ist eine sich in der Geschichte bekundende, in der Gestalt der katholischen Kirche stets leben­dige Gemeinschaft.

In diesem Zusammenhang muß die Tatsache unterstrichen wer­den, daß der Glaube Reinhold Schneiders auch ein Glaube an die Kirche und ein Glauben und ein Leben aus dem Zentrum seiner Kirche ist. Er hat von sich selbst bekannt, daß er mit seinem Wort nichts anderes als eine »Stimme im Kirchenraum« sein wolle. Sie verweist ihre Zeit auf das in Christus der Welt gegebene Mysterium. Ohne daß es besonders betont werden müßte, so ist doch der Glaube Reinhold Schneiders vom Glau­ben an die Wirklichkeit der katholischen Kirche und an die ihr geltende Verheißung, daß die Pforten der Hölle sie nicht überwinden werden, geprägt. In diesem Sinne ist er wahr­haft katholischer Glaube. Im Gegensatz zu den neuerdings in der katholischen, erst recht aber in der protestantischen Welt aufgebrochenen Tendenzen wird gesagt, daß es kein »Zurück« zum Urchristentum geben könne, denn die Geschichte ist nicht wiederholbar und nicht rückgängig zu machender Fortgang. Aber es ist durchaus möglich, aus dem Urchristentum neue Kräfte zu gewinnen und sie dem Christentum der Gegenwart zuzuführen.

Dieser katholische Charakter des Glaubens Reinhold Schnei­ders kommt nicht zuletzt in seiner Stellung zu den Heiligen zum Ausdruck. Er hat ein eigenes Gespür für die Welt der Heiligen, die ihm als reale geschichtliche Gestalten gegenwärtig sind. Insbesondere weiß er sich der Gestalt des heiligen Franz von Assisi verbunden. Seine Absicht ist, ihn einmal so zu zeigen, »wie er in Wahrheit gewesen ist«, nicht, wie man ihn später habe sehen wollen. Auch die Gestalten eines Bernhard von Clairvaux und eines Heinrich Suso haben ihn angezogen. Ebenso findet die heilige Katharina von Siena mit ihrer Kir­chenkritik seine Wertschätzung. An dem Kardinal Newman weiß er die leidenschaftliche Kritik seiner vorkatholischen Zeit an einem selbstsicher gewordenen Christentum hervorzu­heben. Er übernimmt sie, um in dem gleichen Sinne die Kritik an dem Christentum der Gegenwart zu üben.

Daß Reinhold Schneider aus dem Zentrum seiner Kirche her­aus spricht, bezeugen auch seine Aussagen, die er zu den ver­schiedenen christlichen Festen, übrigens auch wieder in strenger biblischer Bezogenheit, abgegeben hat. Er weiß den Sinn der Adventszeit ebenso neu aufzuschließen, wie er die »begnadete Nacht« als das eigentliche Mysterium des Weihnachtsfestes mit dem Ereignis der Christgeburt feiern kann. Auch die Passions-, die Oster- und Pfingstzeit hat ihn zu tiefgreifenden Interpre­tationen veranlaßt. Seine Aussagen zum »Jahr des Herrn« nehmen damit einen zentralen Platz im Rahmen seiner reli­giösen Ausführungen ein. Wie das »Reich Gottes« sich verbor­gen-manifest in der Geschichte entfaltet, so überschneidet auch das »Jahr des Herrn« die menschlichen Jahre und das mensch­liche Leben, um immer aufs neue die Menschen zur Entschei­dung für Christus und zur Eingliederung in die Gemeinschaft der Kirche aufzurufen.

Damit schließt sich der Kreis der in den religiösen Schriften Reinhold Schneiders behandelten Thematik. Mit dem Aufruf zu konkreten christlichem Einsatz, zum »Tun der Wahrheit« in der Kraft des Glaubens und in der verwandelnden Macht der Liebe klingt sie aus. Reinhold Schneider hat einmal von sich selbst gesagt: »Allein der Wahrheit Stimme will ich sein.« Er hat sein Wirken als christlicher Dichter als einen »Dienst am Geoffenbarten« verstanden. Die Verwirklichung der Wahrheit in der Liebe bleibt das letzte Ziel seines Wirkens. Deshalb ist das Wort, das er beim. Tode eines im Kriege gefallenen jungen Christen sagte, im Hinblick auf den christlichen Dienst überhaupt gesprochen: »Laß uns zur Stimme Deiner Liebe werden.« Die Wahrheit kann allein im Tun realisiert, das Tun kann sich nur in der alles überwindenden Liebe sichtbar machen, die auch den Gegner mit einbezieht.

So zeigen die religiösen Schriften Reinhold Schneiders, die in diesem Bande innerhalb der Ausgabe seiner Gesammelten Werke als eine eigene Gruppe von Schriften vorgelegt werden, die Tiefe und die Weite der Welt des Glaubens, in der er lebte. Mit diesen Schriften hat er dieser Welt den eigenen Aus­druck gegeben, der, von den gleichen Motiven getragen, auch in seinen dramatischen, dichterischen, erzählenden und historiographischen Werken erscheint, ja, diese Seiten seines Wir­kens sind ohne die Aspekte seines religiösen Schrifttums, wie wir sie in diesem Nachwort herauszustellen uns bemüht haben, mit ihren Konflikten, ihrer Zeitkritik und ihren Zielsetzungen schlechterdings nicht zu begreifen.

Quelle: Reinhold Schneider, Gesammelte Werke, Bd. 9: Das Unzerstörbare. Religiöse Schriften, Frankfurt a.M.: Insel, 1978, S. 503-519.

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