Eugen Rosenstock-Huessy über Namen und Gedanken (Der Atem des Geistes): „Der Name ist der Schnitt­punkt von drei Sprechakten. Erstens: Ich rede dich mit ihm an. Zweitens: Ich rede von dir bei deinem Namen. Drittens: Nun aber kommt die wichtigste Zufahrtsstraße zu dem Wegekreuz, das der Name darstellt: Ich selber erkenne mich bei diesem Namen und in diesem Namen.“

Über Namen und Gedanken

Von Eugen Rosenstock-Huessy

Endlich haben wir das Stockwerk der Sprache betreten, das der Schulgrammatik unverständlich bleibt: das Stock­werk der Namen. Höhere Grammatik entdeckt, daß volle Sprache namentlich vor sich geht. Der Sprecher muß mit seinem Namen für seine Worte einstehen. Also stehen Namen und Worte in einem Zusammenhang, der mit einer Einteilung in Worte und Namen als Sprach­gebilde in der Grammatik nicht einmal gestreift wird.

Es müssen erst einmal auf der einen Ebene namentliche Amtspersonen stehen, wenn auf der anderen Ebene Worte mit Vollmacht zwischen diesen Amtspersonen ge­wechselt werden sollen. Worte können nicht gewechselt werden, es sei denn, Menschen trügen Namen.

Wenn drei Leute, Hans, Fritz und Else, im Zimmer sind, so ist es ungezogen, wenn Fritz zu Else von „ihm“ statt von Hans redet. Warum? Mit Namen reden wir uns wechselseitig an. Ich bin für den Hans der Fritz, und der Hans ist mir der Hans. Wo ich hinter dem Rücken ihm einen anderen Namen gebe, kränke ich ihn. Der höchste Grad der Anwesenheit und Lebendigkeit wird von uns dem beigemessen, den wir anreden, und den wir uns nur in der Haltung, ihn anzureden oder von ihm angeredet zu werden, vorstellen können. Vater und Mutter sind vielen Kindern immer gegenwärtig, bis zum Übermaß; das rechtfertigt keinen Freudismus. Denn vom Namens­zauber wollte Freud nichts wissen, und von der Sprache des Du hat Freud bis zum Ende theoretisch nichts ge­wußt (praktisch war es anders).

Deshalb, weil ich im Namen zu der Person, im Begriff aber nur von ihr rede, drehe ich mich um volle 180 Grad, wenn ich statt zu Fritz von ihm spreche. Der Priester, der das Salz und die Kreatur des Wassers anspricht, wendet sich liebend einem Geschöpf zu, das, wie wir sel­ber, eines Tages von Gott ins Leben gerufen wurde. Der Chemiker redet vom Wasser als H2O. Er glaubt, das Wasser höre nicht zu. Namen machen mich den Benann­ten anblicken. Worte lassen mich von dem Benannten abstrahieren. Deshalb hat die Schule keine Lehre von den Namen, weil sie abstrahiert, und weil damit schon Name für Schall und Rauch erklärt wird.

Sprachlich wohnen der Beter, der Gott anruft, und der Theologe, der Gott bedenkt, wohnen der Arzt, der den Kranken berät, und der, der seinen Fall beschreibt, der Staatsmann, der den Staat rettet, und der Philosoph, der ihn ergründet, auf entgegengesetzten Planeten. Wir wis­sen es schon, daß Gelehrte und Kinder davon leben, die Formenstrenge der sprachlichen vollen Macht zu ver­nachlässigen und die Sprache ihrer Namensmacht zu entkleiden. Seit Parmenides sind Schule und Wissen­schaft Palästren. Aber Heraklit von Ephesus dachte für Bürger, nicht für Jünglinge im Ankleidezimmer der Gymnasien wie Parmenides, Plato oder Sokrates.

Wem das übertrieben erscheint, der hat die Ursache nicht gewürdigt, welche die Namen mit der Macht des blutigen Ernstes ausrüstet. Er braucht nur an einem Auflauf in Alexandria gegen die Engländer, an einen Ausbruch gegen Juden oder Amerikaner teilgenommen zu haben, um zu erfassen, daß auch der Name sprengstoffartig wirkt. Der Name ist keineswegs eine Spielmarke X oder Y. Er ist bereits ein Titel, so sehr, daß sich die Nationen naiv ihrer Dichter brüsten, bloß weil diese Poeten bei Lebzeiten unter diesen ihren Landsleuten verhungern durften. Im Ausland wird sich jeder der Tatsache bewußt, daß der Volksname ein Amtstitel ist. Dort verkörpern wir den Namen, den wir tragen, in den Augen der Welt.

Werden also Wort und Name so im Gegensatz gesehen, wie die Liturgie im Segnen der Geschöpfe ihn erläutert, dann wird dem Namen die dreifache Gewalt des Wor­tes zuerkannt. Mit dem Wort ausgerüstet, kann ich bloß von einer Sache reden. Aber der Name ist der Schnitt­punkt von drei Sprechakten. Erstens: Ich rede dich mit ihm an. Zweitens: Ich rede von dir bei deinem Namen. Drittens: Nun aber kommt die wichtigste Zufahrtsstraße zu dem Wegekreuz, das der Name darstellt: Ich selber erkenne mich bei diesem Namen und in diesem Namen. Ich will von mir selber dieselbe Vorstellung haben kön­nen, die die übrigen Menschen mit meinem Namen ver­binden, und umgekehrt! Im Namen kreuzen sich also drei Existenzweisen desselben lebendigen, hörenden, spre­chen und denkenden (um sich selber wissenden) Wesens. Im Wort kreuzt sich nichts. Es bezeichnet nur einen Gegenstand.

Die bisherigen Sprachlehren haben den Wortdenkern und Namensentkleidern den Vortritt gelassen. Sie haben den Theologen, den Philosophen, den Soziologen zu­gebilligt, daß ihre Begriffe „höher“ ständen als die Na­men, auf Grund deren sie allein begreifen konnten und können. Darum werden Namen so angesehen, als sei es ihre Bestimmung, am Ende auf Worte zurückgeführt und auf Begriffe reduziert zu werden. Das heißt aber doch, daß die bisherige Wissenschaft in Sachen der Sprache Partei ist. Auf die Sache hinter den Namen zu dringen, betrachtet sie als ihre Pflicht und Schuldigkeit. Nun will ich diese Pflicht und Schuldigkeit nicht angrei­fen. Aber weshalb sollte es nicht ein neues Denken geben, das nicht trachtet, hinter die Gottes- oder Menschen­namen zurückzugehen? Gott ohne seinen Namen ist nicht Gott; du ohne deinen Namen bist nicht der, der du bist. Und das heilige Licht und das Vergißmeinnicht und das Geschöpf des Feuers sind heillos ohne ihre Namen. Denn nur in strenger Form, nur mit vollem Namen läßt sich die Wahrheit sagen. Bin ich nur ein Schweizer, dann muß ich im Ausland das Los aller Schweizer verewigen, aber zuhause bin ich nur dort, wo mein eigener und per­sönlicher Name gilt.

Lüge oder Torheit über Gott sproßt dort auf, wo das Wort „Gott“ ohne den einzigen „Ich“-Namen der All­gegenwart „diskutiert“ wird. Mit anderen Worten: Namen müssen weiterwalten, auf dem ihnen gebühren­den oberen Stockwerk, wo sie uns und den, der den Namen trägt, und die Welt, in die er„ gehört“, Zusammen­halten, wie die Heimat, die Kirche, die Arbeitslosen, da­mit im Erdgeschoß mit Worten auch von ihnen gesprochen und außerdem im Keller der Begriffe die Grundlagen für Namen und Worte erörtert werden können. Namen, Worte, Begriffe bilden drei Stockwerke. Im Grundlagen­stockwerk, eben im Keller der Begriffe, wird definiert. Im Erdgeschoß, eben im Land der Worte, wird geurteilt. Im Obergeschoß aber, eben im Reich der Namen, wird ge­liebt, geglaubt, gehofft und Frieden gehalten.

Hiermit ist der Zugang zum Verstehen der Masse ge­geben. Die Masse ist durch die Schule von den Namen emanzipiert oder glaubt es zu sein. Sie hat von den Ge­bildeten gleich die Begriffe geerbt, wie Sozialismus, Libe­ralismus, Patriotismus. Gegen die Sprache des Volks ist die Masse durch die Begriffswelt abgeriegelt. Einem Mar­xisten hat sich vor den Namen Gottes der Begriff Gott, vor den Namen Arnold Winkelried oder Wilhelm Teil der Begriff des Revolutionärs, vor die Namen Sonne, Mond und Sterne die physikalische Welt geschoben.

Wie vielen Studenten habe ich sagen müssen, daß Gott kein Begriff ist, weil er unbegreiflich ist, der Mensch kein Begriff, weil er noch nicht fertig geschaffen ist, die Welt unbestimmt, weil sie unendlich ist. Sie hatten noch nie von den Grenzen der Begriffe gehört. Auch das Spiel mit „Grenzbegriffen“ führt zu garnichts, wenn wir doch Gott anrufen, die Welt bearbeiten und uns selber be­kehren müssen, alles nur weil Gott, Mensch, Welt, Vo­kative sind und keine Nominative. Sie sind Kreuz­punkte, an denen unser Wort, die Namen der Liebe, die Begriffe der Arbeit sich kreuzen sollen. Sie sind Heraus­forderungen unserer Antworten.

Der Sprachdenker würde lieber niemanden vor den Kopf stoßen, denn er weiß, daß im Nennen auch das Reden und das Begreifen vorweg angelegt sind. Die Bibel lehrt das. Im Hebräischen gilt das Denken als ein Unterfall des Sprechens. Wer spricht, denkt und begreift auch. Insoweit hat es mit den Begriffen seine Richtigkeit. Die Absicht der Sprachdenker ist also nicht ein Angriff auf das Begreifen, sondern eine Verteidigung der im Sursum Corda der Liturgie aufgezählten Organe von Herz, Augen, Lippen gegen das Gleichmachwerkzeug, das Ge­hirn, das alles unter der einen Bedingung begreift, daß es seinen Same und Frucht verkörpernden Namen ver­liere, daß es seinen Geist aufgebe, um aufgespeichert werden zu können wie jenes moderne Weizenmehl, dem der Lebenskern entnommen ist, und das eben deshalb das Ideal der Müller und der Ruin unserer Ernährung ist. Es wird nicht ranzig, und es nährt nicht. Lebendige Namen veralten; tote Begriffe veralten nicht. Aber Na­men nähren. Begriffe nähren nicht. Wer denkt oder be­greift, spricht damit noch lange nicht! Und erst wer nennt, handhabt Sprache verantwortlich. Namen ver­sichern uns eben der Wirklichkeit des Unbegreiflichen: des Lebens. Dein Name ist ja dein noch ungelebter Teil, dank dessen ich dir deine noch unbegreifliche Zukunft einräume. Als Deutscher, als Bürger, als Vater bist du mir mehr bekannt, denn als Aloys Bromwieger. Aber weil ich dich noch nicht kenne, deshalb gibt mir dein Name noch ein Vertrauen und eine Hoffnung, die mir die gute, alte Germania vielleicht nicht mehr einflößt, weil ich sie zu gut kenne. Bevor wir uns nicht der Wirk­lichkeit des Unbegreiflichen versichert haben, haben wir einander nichts zu sagen. Kein Mensch kann sprechen, der nicht hofft, Neues mitzuteilen. Kein Mensch kann zuhören, der nicht liebt. Kein Gespräch kann stattfinden, ohne daß Friede herrscht. Glaube, Liebe, Hoffnung, Friede liegen allem Wortwechsel vorauf. Und in ihnen siegt die Zukunft über die bekannte Vergangenheit.

Wie kommen sie aber zustande? Nicht mit Worten; das wissen wir schon. Aber kraft Namen. Soll das nicht eine abergläubische Redensart sein, so muß noch etwas un- gesagt geblieben sein, durch das der Kreuzpunkt „Name“ diesen Einsetzungscharakter erwirbt. Mit dem bisher Gesagten ist meine Unterwerfung unter die Namen noch unerklärlich. Was zwingt mich, in den gefährlichen Stromkreis verpflichtender Namen einzutreten? Es ist seltsam, daß dieser alltägliche Einsetzungscharakter der Namen von allen Sprachgelehrten unerwähnt bleibt oder vielleicht in einer Anmerkung gestreift wird. Wir haben die Menschen seit Abälard entweder als einzelne oder als Gemeinschaft betrachtet. „Individuum und Ge­meinschaft“ sind tausendmal behandelt worden. Beide sind Abstrakta. Und es wäre leicht zu zeigen, daß ein denkendes Individuum eine auf ein einzelnes Mitglied reduzierte Familie sein muß, falls dies Individuum ver­nünftig denken und sprechen soll. Doch gehe ich hier darauf nicht ein, muß es aber erwähnen, weil ich den Leser darauf aufmerksam machen muß, daß es zwischen einsam und gemeinsam den ungeheuren Bereich des „gegenseitig“ gibt. Im Gegenseitig ist der Ursprung für Einsamkeit nach der einen Seite, Gemeinschaft auf der anderen. Namen aber gelten gegenseitig.

Wann kann ich mit Ihnen sprechen? Wenn wir einander vorgestellt sind. Wie werden wir einander vorgestellt? Indem wir unsere Namen erfahren und uns von nun an gegenseitig bei diesen Namen anreden. Diese Namen treten damit in die Dianomik ein, welche Hegel und Marx als begriffliche Dialektik verkannt haben. Meine Tante nennt mich ihren Neffen, ich aber nenne sie Tante. Wir sind einander reziprok. Der Tisch ist seinem Stuhl nicht reziprok, außer im Märchen. Das Märchen beweist unsere These. Denn im Märchen erwacht alles zu demselben Leben, das wir als einander vorgestellte Menschen füh­ren. Namen beruhen auf Gegenseitigkeit. Wir ernennen uns gegenseitig.

Der aufmerksame Leser wird sich über diese Tatsache nicht mehr wundern, denn er weiß schon, daß Namen die Laute sind, auf die wir uns einander zuwenden. Aber ist ihm die Tragweite dieser Reziprozität klar?

Jeder Name ist Vokativ zuerst und Nominativ viel später. „Juppiter“ blieb ein Vokativ im heidnischen Rom selbst für die Theologen, und deshalb ist von den frommen Heiden immer noch viel für den wahren Glau­ben zu lernen. Es gibt heute zu viele Theologen, die Gott für einen Nominativ halten. Sie drehen sich nicht auf seinen Anruf um. Die Grammatik führt uns alle in die Irre. Sie erklärt den Nominativ für den Ausgangspunkt des Sprechens. Wie könnte aber der Ausgangspunkt etwas anderes als der Vokativ sein, kraft dessen wir Gott anwesend machen und den Teufel abwesend! Eben deshalb heißt der Teufel doch der „Gott sei bei uns“.

Nun hat Gott eingewilligt, durch das Gehege unserer Zähne hindurchgezerrt zu werden. Die Theologie, der nominative Gott und die Bibelkritik werden von Gott als nachlässigere Haltungen unseres Daseins zugelassen. Aber als ein Psychologe den Nominativ soweit trieb, anzu­kündigen: „A Psychologist looks at Jesus“, da bat mich ein Student, meinerseits anzukündigen: „Jesus looks at Psychology“. So sehr bäumte sich des Jungen gesunder Sinn gegen den Nominativ im Munde des Psychologen auf.

Die erste Sprachstufe, die täglich daher zu erneuernde Sprachstufe des Menschengeschlechts ist die gegenseitige, reziproke namentliche Anrede. Auf ihr beruht aller Friede unter den Menschen. Ein Sohn kann seinen Vater als Vater anreden, ohne sich seiner Freiheit zu begeben. Denn im Namen „Vater“ steckt für diesen Sohn ein Freiheitsmoment; wenn er den Vater so anspricht, muß der Vater ihn als Sohn behandeln! Als die Franzosen und Deutschen anfingen, einander Gallier und Germanen zu schimpfen, verloren sie ihre Bruderschaft aus der karolingischen Erbschaft. Wer nämlich die fränkische Kommandosprache sprach, hieß Deutscher; wer nur im Frankenland ansässig war, hieß Franzose. Seit 786 bin­den wir diese Scheidung in Deutsche und Wälsche Fran­ken. Im Römerreich aber hatten sich Gallier und Ger­manen nichts zu sagen. Und die Rebarbarisierung Euro­pas ging mit dem leichtfertigen Einführen der Schul­buchvorstellung Germane und Gallier Hand in Hand. Die Reichsteilung von Verdun wurde nämlich durch die­sen Rückgriff hinter die echten Namen um tausend Jahre zurückdatiert, und tausend Jahre sind kein Pappenstiel. Tausend Jahre falsche Geschichte ermöglichen Hitler die Besetzung Norwegens oder bringen die Polen nach Stet­tin. Als Provinzialen des Römerreichs hatten Helveter, Iberer, Germanen, Ägypter einander nichts zu sagen, es sei denn über den Umweg Rom. Aber Deutsche und Franzosen können sich immer gegenseitig anreden. Die Verwechslung des Namens „Deutsch“ mit dem Begriff „germanisch“ hat Europa vernichtet.

Weil im Namengeben Gegenseitigkeit herrscht, weil ich Bruder bin, wenn ich „Schwester“ sage, weil alle Namen Doppelköpfe auf einem einheitlichen Leib sind wie Vater und Mutter, deshalb hat nie ein Mensch zuerst die Sprache erfunden. Ebensowenig haben alle zugleich gesprochen. Sondern Menschen haben einander ange­sprochen, und dem Namen, den du mir gabst, hat der Name, den ich dir gab, entsprochen. Sprache ist Korrespondenz, bevor sie irgendetwas anderes ist. Wir setzen uns gegenseitig ein, wenn wir einander den „ent­sprechen­den“ Namen geben. An einer Universitätsvor­lesung mag alles zweifelhaft sein, wenn der Professor ein Skeptiker ist. Daß er der Professor ist und die Studen­ten die Studenten sind, steht trotzdem fest. Es ist das eine härtere Wahrheit, als die Skepsis wahr haben will. Aller Worte kann die Skepsis Herr werden, aber nur wenn sie vergißt, daß der Skeptiker in dem Kreuzpunkt steht, wo er als Skeptiker zitiert, als Skeptiker von sei­nen Studenten — in ihren Examina — respektiert und von sich selber für einen Skeptiker gehalten wird. Dein Idi, dein Du und dein Er, entfalten sich aus der einen Quelle, daß unsere Namen mit einander korrespon­dieren.

Sonst verliert dein Name seinen, sonst verlierst du deinen Sinn. Derselbe Professor also, der vom Katheder her­unter über die Dreieinigkeit spottet, fordert doch selber seine Studenten heraus, ihn, den Professor, als Abbild der Dreieinigkeit zu ehren. Denn weshalb lehrte er, wenn er nicht hoffte, daß sie ihm glauben, weshalb hör­ten sie, wenn sie sich nicht von ihm geliebt hofften? Was er über sich denkt und was er von der Welt begreift, das sollen sie weitersagen. Sie sollen also seines Geistes Kin­der mit den Namen nennen, die er ihnen gibt. Sie sollen also seine Wahrheit bewähren. Das ist der Glaube an die Dreieinigkeit, bildlich auf das bloße Hörsaal-Ebenbild Gottes, auf den Professor, reduziert.

Quelle: Eugen Rosenstock-Huessy, Der Atem des Geistes, NA, Moers 1990, S. 53-62.

Hier der Text als pdf.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s