„Schau an der schönen Gärten Zier“. Eine biblische Gartenpredigt: „Da mag es auch Dürrezeiten im eigenen Glauben geben, wo Zweifel oder Teilnahmslosigkeit kaum Früchte bringen können. Und doch hat Gott in der Taufe uns den Glauben wie einen Garten angelegt, der auch die Dürre zu überstehen weiß.“

„Schau an der schönen Gärten Zier“. Eine biblische Gartenpredigt

Ich hoffe, ihr habt einen Garten. Was da mit Hecken, Zäunen oder Mauern eingefasst ist, zeigt sich uns als wohltuender Lebensraum. Unter freiem Himmel sind wir von Bäumen, Sträuchern, Grasflächen, Blumen und Nutzpflanzen umgeben, die der eigenen Seele guttun.

Im Garten sind wir an Gottes Wirken in unserer Welt dran. Schließlich lesen wir in der Bibel am Anfang:

Dann pflanzte der HERR, Gott, einen Garten in Eden im Osten, und dort hinein setzte er den Menschen, den er gebildet hatte. Und der HERR, Gott, ließ aus dem Erdboden allerlei Bäume wachsen, begehrenswert anzusehen und gut zu essen, und den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Und in Eden entspringt ein Strom, um den Garten zu bewässern, und von da aus teilt er sich in vier Arme. Und der HERR, Gott, nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, damit er ihn bebaute und bewahrte.“ (Genesis 2,8-10.15)

Ein Garten ist ein wahres Paradies, ganz wörtlich verstanden: Paradies ist nämlich ein Lehnwort aus dem Altpersischen und bedeutet „umzäunter Raum“ bzw. „Park“. Für den Menschen hat Gott einen Garten als Lebensraum vorgesehen. Und in diesen Garten hat Gott alles eingepflanzt, was zum Leben notwendig ist. Wie in einer Oase entspringt in der Mitte des Gartens eine Wasserquelle, die sich in vier Ströme aufteilt und somit den ganzen Garten gleichmäßig bewässert. So kann der Mensch den von Gott ihm anvertrauten Garten weiter bebauen und bewahren.

Wie das geht, wissen ja die Gartenliebhaber unter uns. Man muss dem Boden für die Aussaat umgraben, ihn mit Kompost als Dünger versetzen, den richtigen Platz für das jeweilige Saatgut finden, sowie den richtigen Zeitpunkt der Aussaat bzw. für das Anpflanzen der Setzlinge festlegen. Die Pflänzchen müssen wiederum vor Schädlingen und mitunter vor Bodenfrost geschützt und genügend begossen werden. Und dann darf man im Garten das Wachsen der Pflanzen tagtäglich verfolgen und sich daran freuen.

Auch wenn in Gärten viel Hege und Pflege zu sehen sind, geschehen Wachsen und Gedeihen der Pflanzen nicht aus menschlicher Hand. Was das als zartes Pflänzchen aufkeimt und zu einer blühenden Pflanze mit eigenen Früchten emporwächst, verdankt sich nicht unserem eigenen Werk. Gerade jetzt im Sommer nach dem Regen staunen wir über das Wachstum der Pflanzen und werden dabei selbst demütig. So zeigt sich der Garten als Ort der Dankbarkeit für das, was uns im Leben von Gott zugewachsen ist. „Bei dir bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht.“ (Psalm 36,10) Das Lob des Gartens ist also immer auch ein Gotteslob.

Ein Garten tut der eigenen Seele gut. Er ist ein Ort meiner Neugier, wo ich mich – mit den Worten des katholische Priesters Gerhard Dane – „beschenken lasse, wo ich wieder hören lerne, hinsehen lerne, Zeit verschwende, zuschaue, staune, rieche, schmecke; also wieder ein empfänglicher Mensch werde (…). Die kleinen und größeren Probleme und Problemchen treten zurück, wenn ich die Hummel beobachte, die in einem Krokus ihre Nahrung sucht, und das einfach mal auf mich wirken lasse.“ So bringt uns ein Garten zur heilsamen Besinnung wider das ökonomische Gewinnstreben. Was uns dort farbenfroh und fruchtbar entgegenwächst, lässt sich nicht in Zahlen fassen ist und auf Vermögenskonten verbuchen. Es will im Anblick wie auch im Verzehr dankbar genossen werden.

Im Buch des Propheten Jesaja findet sich eine göttliche Zusage, die den Garten als Sinnbild des Glaubens erschließt: „Allezeit wird der HERR dich leiten, und in dürrem Land macht er dich satt, und deine Knochen macht er stark. Und du wirst sein wie ein bewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, deren Wasser nicht trügen.“ (Jesaja 58,11). Das eigene Glaubensleben gleicht also einem Garten, wo Früchte wachsen. Dazu bedarf es der bleibenden Bewässerung durch Gottes Wort. Der Glaube kommt eben nicht von selbst. Das Wort Gottes, das wir in der Heiligen Schrift lesen, lässt unser Gottvertrauen wachsen. Weiterhin braucht es das Gespräch mit Gott in Gebet und Lobpreis. Und schließlich wächst unser Glaube in der Gemeinschaft der Gläubigen im Gottesdienst und in der Teilnahme am Abendmahl Jesu Christi.

Da mag es auch Dürrezeiten im eigenen Glauben geben, wo Zweifel oder Teilnahmslosigkeit kaum Früchte bringen können. Und doch hat Gott in der Taufe uns den Glauben wie einen Garten angelegt, der auch die Dürre zu überstehen weiß. Im eigenen Garten, mag er noch so kahl oder verwildert sein, lässt sich jederzeit neu anfangen. Und mit der Zeit zeigen sich dann doch auch neue Früchte.

Für unseren Glauben an Jesus Christus gibt es eine gemeinsame Lebensaussicht, die uns wiederum in einen Garten führt. So heißt es am Ende der Bibel:

Und er, der Engel, zeigte mir den Fluss mit dem Lebenswasser, der klar ist wie Kristall, und er entspringt dem Thron Gottes und des Lammes. In der Mitte zwischen der Straße und dem Fluss, nach beiden Seiten hin, sind Bäume des Lebens, die zwölfmal Frucht tragen. Jeden Monat spenden sie ihre Früchte, und die Blätter der Bäume dienen zur Heilung der Völker. Und nichts Verfluchtes wird mehr sein. Und der Thron Gottes und des Lammes wird dort sein, und seine Knechte werden ihm dienen. Sie werden sein Angesicht schauen, und auf ihrer Stirn wird sein Name stehen. Keine Nacht wird mehr sein, und sie brauchen weder das Licht einer Lampe noch das Licht der Sonne. Denn der HERR, Gott, wird über ihnen leuchten, und sie werden herrschen, von Ewigkeit zu Ewigkeit.“ (Offenbarung 22,1-5)

Am Ende der Tage finden wir uns mit unserem Glauben an Jesus Christus im göttlichen Garten wieder. Dort lässt strömendes Lebenswasser keinen Mangel mehr aufkommen. An die Stelle von Unheil tritt Heilung und Versöhnung. Und Gott zeigt sich uns dort mit seinem Sohn in strahlender Herrlichkeit.

So bete ich: Himmlischer Vater, Du unser Gott, für unser Leben hast Du einen Garten vorgesehen, damit wir Gutes für Leib und Seele empfangen dürfen. Dein Wort lässt unseren Glauben wachsen. So bitten wir Dich: Gib uns Deinen Geist, dass wir Dürrezeiten überstehen. Lass unseren Glauben Frucht bringen. Durch Jesus Christus. Amen.

Hier meine Predigt als pdf.

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