„Wo unser eigenes Leben von Jesu Tod und Auferstehung umgeben ist, bleiben wir uns nicht selbst überlassen“ – eine Besinnung wider die eigene Angst

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Das soll einer verstehen: Obwohl die meisten von uns finanziell, medizinisch, häuslich, nahrungs- und sozialversicherungsmäßig wie keine Generation zuvor abgesichert sind, sind Zukunftsängste virulent. Trotz aller Statistiken und Erklärungen lassen sich diffuse Ängste nicht aus den Köpfen kriegen: Was kann noch alles Schlimmes uns und mit uns passieren? Immer wieder überfallen uns neue Angstwellen, überlagern sich und schaukeln sich mitunter zu Monsterwellen für die eigene Seele auf.

Toxisch, als giftig werden Zukunftsängste, wenn sie zu einem politischen Populismus führen. Einer oder eine Partei verspricht die einfache Lösung, als habe man die Hand an dem einen Schalter gelegt: Wenn sich eure Stimmen bei mir (oder uns) vereinigen, legen wir den Schalter richtig um, womit ihr eurer Zukunftsängste entledigt seid – selbst wenn wir dazu über Leichen gehen müssen.

In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ (Johannes 16,33) Was Jesus seinen Jüngern zusagt, vollzieht sich im Anschluss an seine Abschiedsrede in einer dramatischen Lebenswende: Verhaftung, Verhör, Folterung, Verurteilung, Kreuzigung, Gottverlassenheit, Todesfinsternis, lebloses Begräbnis, Abstieg ins Totenreich, Auferstehung aus dem Felsengrab, Erscheinung vor den Jüngern und schließlich seine göttliche Erhöhung. So spricht er sich dem Seher Johannes zu: „Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.“ (Offenbarung 1,17f)

Wo kein Glaube an eine gottbestimmte Zukunft vorhanden ist, können sich Zukunftsaussich­ten nur auf das bereits Vorhandene beziehen. Es hat so zu bleiben, wie man es für sich selbst als guter Zustand empfindet. Veränderungen am Bestehenden müssen daher als bedrohlich empfunden werden. Zukunftsangst ist Existenzangst. Sie ist unserem Unvermögen geschuldet, uns einen heilvollen Weltzustand zu bewahren. Auf Dauer haben wir nur zu verlieren.

Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Matthäus 28,20) Wo die eigene Existenzangst uns immer wieder neu einholt – was wird mit mir, mit meiner Familie, mit der Zukunft – gilt uns seine Gegenwartszusage, die auf unser Gebetsvertrauen aus ist: „Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.“ (Psalm 139,5) Jesu Gegenwart ist keine Schutzengel-Vorsehung, die uns zu beaufsichtigen weiß, damit kein Unheil geschehen möge. Vielmehr umgibt er uns von allen Seiten mit seinem Tod und seiner Auferstehung.

In Jesu Gegenwart vermögen wir auch unsere eigenen Ängste auf das Abgrundtiefe auszuloten: Wovor habe ich Angst? Was ist das Schlimme daran, wenn es so kommen würde, wie ich es jetzt befürchte? Und was würde mit mir alternativ passieren, wenn das Befürchtete nicht eintreffen würde? Was ist mir im schlimmsten Fall von Jesus Christus zugesagt?

Wo unser eigenes Leben von Jesu Tod und Auferstehung umgeben ist, bleiben wir uns nicht selbst überlassen. So lassen sich wider die eigene Existenz- bzw. Zukunftsangst die Worte des Apostels Paulus anführen:

Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? Wie geschrieben steht: »Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag; wir sind geachtet wie Schlachtschafe.« Aber in dem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat. Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.“ (Römer 8,35-39)

Hier der Text als pdf.

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