Martin Luther, Sermon vom Leiden und Kreuz (1530): „Der Christen Leiden ist deshalb edler und köst­licher als aller anderen Menschen Leiden, weil Christus sie in das Leiden gesteckt hat und so auch alle Leiden seiner Chri­sten geheiligt hat. Sind wir denn nicht arme, tolle Leute? Wir sind nach Rom, Trier und an andere Orte gelaufen, um die Heiligtümer aufzusuchen. Warum lassen wir uns nicht auch das Kreuz und das Leiden lieb sein, welches Christus viel naher gewesen ist und ihn naher berührt hat als irgendein Kleid am Leibe? Es hat ihm nicht allein den Leib, sondern das Herz be­rührt. So ist nun durch das Leiden Christi auch das Leiden aller seiner Heiligen ganz zum Heiligtum geworden; denn es ist mit dem Leiden Christi verbunden. Deswegen sollen wir alles Leiden nicht anders annehmen denn als Heiligtum; denn es ist wahrhaftig ein Heiligtum.“

Sermon vom Leiden und Kreuz (1530) Von Martin Luther Liebe Freunde, ihr wißt, daß man in dieser Zeit die Passions­geschichte … Mehr

Philipp Melanchthon, Warum die christliche Kirche unter das Kreuz gelegt sei? (Examen ordinandorum, 1552): „Unser Elend kommt nicht ohne Gottes Rat, wie die blinde Vernunft der Heiden dichtet. Und es ist Gottes ernstlicher Wille, dass wir ihm in der Strafe oder Übung gehorsam sind – nicht wider ihn zürnen, sondern unsere Herzen dazu neigen, dass sie diese Last mit göttlicher Hilfe tragen wollen. Also spricht Petrus: ‚Ihr sollt euch demütigen unter die gewaltige Hand Gottes‘ – verstehe: die gewaltig strafen kann und wiederum gewaltig alle retten kann, die bekehrt werden und ihn anrufen – wie in Davids Strafe und Rettung zu sehen ist. Und solche Beispiele soll man anschauen.“

Warum die christliche Kirche unter das Kreuz gelegt sei? (Examen ordinandorum, 1552) Von Philipp Melanchthon Dieser Schein macht die Vernunft … Mehr

Leonhard Hutter, Vom Kreuz und den Tröstungen (Compendium locorum theologicorum, 1610): „Zeigt nicht auch die Philosophie gewisse Tröstungen? Sie zeigt zwar gewisse Tröstungen, doch sind sie sehr schwach und können in schwereren Leiden nicht standhalten. Solche sind: 1. Die Notwendigkeit, woraus der oft zitierte Spruch stammt: ‚Ertrage es, beklage es nicht, was du nicht ändern kannst.‘ 2. Die Würde der Tugend, dass man wegen des Schmerzes nichts Unrechtes tue. 3. Ein gutes Gewissen. 4. Beispiele anderer. 5. Hoffnung auf einen guten Ausgang. 6. Der Ruhm eines unvergänglichen Namens – und andere ähnliche.“

Vom Kreuz und den Tröstungen (Compendium locorum theologicorum) Von Leonhard Hutter 1. Aus welchen Gründen lässt Gott es zu, dass … Mehr

Philipp Melanchthon, Von Leiden und vom Kreuz sowie von wahren Tröstungen (Loci praecipui theologici): „Da nun die Leiden der Kirche viele zu Zweifeln bringen – ob Gott sich um irgendeinen Teil der Menschheit kümmert, ob es überhaupt eine Kirche Gottes gibt, ob die, die die prophetische und apostolische Lehre annehmen, wirklich Gottes Volk sind, ob Gott diese Gemeinde in ihrer Not erhört –, da also solche traurigen Anblicke viele vom Glauben abbringen und zu epikureischen Irrtümern führen, muss die Kirche gegen solche Anfechtungen gewappnet sein. Sie muss gelehrt werden, warum sie so großem Leid unterworfen ist und dass sie dennoch gehört, gestärkt, erhalten und schließlich erlöst wird. Das ist die besondere Weisheit der Kirche. Deshalb müssen zuerst die Beweggründe und Endursachen erkannt, gelernt und oft durchdacht werden.“

Von Leiden und vom Kreuz sowie von wahren Tröstungen (De calamitatibus et de cruce et de veris consolationibus – Loci … Mehr

Martin Luther, Ein Sermon in der Kaufmannskirche zu Erfurt gepredigt vom Kreuz und Leiden eines rechten Christenmenschen (1522): „Wenn ich im Bett liege und krank bin oder wenn einer um seines Verbrechens willen durch Feuer, Wasser oder Schwert getötet wird, ist das nicht das Kreuz Christi, sondern das Kreuz Christi ist die Schande und die Verfolgung um der Gerechtigkeit willen. Darum müssen die wahrhaftigen Christen als Ketzer und Übeltäter beschuldigt werden.“

Ein Sermon in der Kaufmannskirche zu Erfurt gepredigt vom Kreuz und Leiden eines rechten Christenmenschen (1522) Von Martin Luther Meine … Mehr