Rowan Williams, Die Gaben des Alters. Wahrnehmungen der Älteren (2005): „Wir dürfen dabei nicht sentimental werden. Alter bringt nicht automatisch Weisheit mit sich, und die Autorität von ‚Ältesten‘ kann ebenso unterdrückend, realitätsfern und selbstsüchtig sein. Aber wenn wir völlig aus den Augen verlieren, dass ältere Menschen eine entscheidende Rolle dabei spielen, uns eine tiefere Perspektive auf unser Leben zu vermitteln, dann verlieren wir etwas Wesentliches. Wir verlieren die Vorstellung, dass es eine Sichtweise auf das menschliche Dasein gibt, die über die Welt von Produktion und Konsum hinausgeht. Arbeit, Sexualität, der Kampf um Status und gesellschaftliche Anerkennung – all das bestimmt unser öffentliches Leben. Aber was gibt es jenseits davon, das uns wieder ein Gefühl für einen Wert vermittelt, der einfach gegeben ist und nicht erst verdient werden muss?“

Die Gaben des Alters. Wahrnehmungen der Älteren Von Rowan Williams Viele menschliche Kulturen haben eine sehr strukturierte Vorstellung vom Prozess … Mehr

Rowan Williams über die „dunkle Nacht“: „Die klarste Systematisierung findet sich bei Johannes vom Kreuz. Er nimmt die nächtliche Bildsprache des Hoheliedes als Ausgangspunkt und teilt die Nacht in drei Teile ein. Es gibt die wachsende Dunkelheit der ‚Nacht der Sinne‘, in der das Ich sein Verlangen auf Gott allein und nicht auf irgendwelche äußeren Ziele konzentriert. Der dunkelste Teil der Nacht ist jedoch die ‚Nacht des Geistes‘ (die gewöhnlich als ‚Dunkle Nacht der Seele‘ bezeichnet wird), in der das Selbst sogar von jeder verbleibenden geistigen Befriedigung und von jedem tröstlichen Bild von sich selbst beraubt wird. Erst darüber hinaus bricht die Morgendämmerung der Erleuchtung zur endgültigen Vereinigung auf.“

Dunkle Nacht, Dunkelheit Von Rowan Williams „Gott ist Licht, und in ihm ist keine Finsternis“ (1 Johannes 1,5). Texte wie … Mehr

Rowan Williams, Was ist Christentum (vorgetragen 2005 an der Islamischen Universität in Islamabad): „Der Christ hofft und betet darum, dass er am Ende durch die Gnade des Geistes Gottes dazu gebracht wird, die Herrlichkeit Gottes zu sehen, wie sie sich im Antlitz Jesu zeigt, und so mit seinem Gebet zum Vater verbunden zu sein, dass wir niemals abfallen. Alles, was der Betrachter in einem christlichen Gottesdienst sehen kann, zielt darauf ab. Wir versuchen, das Leben, das in Jesus, dem Sohn Marias, lebendig war, in jedem von uns durch die Gabe des Geistes Gottes lebendig werden zu lassen.“

Was ist Christentum? Von Rowan Williams Stellen Sie sich vor, jemand würde über einen Zeitraum von etwa einem Jahr beobachten, … Mehr