Denkschrift der Vorläufigen Kirchenleitung der Deutschen Evangelischen Kirche (Bekennende Kirche) an Adolf Hitler vom 28. Mai 1936: „Wir haben in Offenheit die große Sorge weiter evangelischer Kreise zu begründen versucht, dass maßgebende Kräfte im heutigen Staate eine Unterdrückung der evangelischen Kirche, eine Zersetzung ihres Glaubens eine Beseitigung der evangelischen Sittlichkeit, kurz, eine Entchristlichung im weitesten Umfange betreiben. Schon jetzt übt der Zwang auf die Gewissen, die Verfolgung evangelischer Überzeugung, das gegenseitige Sich-Bespitzeln und Aushorchen unheilvollen Einfluss aus. Auch eine große Sache muss, wo sie sich gegen den offenbarten Willen Gottes stellt, am Ende das Volk ins Verderben führen. Gottes Kirche wird bestehen, auch wenn unter dem Versuch, das deutsche Volk zu entchristlichen, Millionen evangelischer Christen ihr Heil verlieren müssten.“

Denkschrift der Vorläufigen Kirchenleitung der DEK (BK) an Adolf Hitler vom Mai 1936 28. Mai 1936 An den Führer und … Mehr

Johannes Rehm, Gedenken an Karl Steinbauer (1906–1988). Der Widerstand eines bayerischen Pfarrers gegen den Nationalsozialismus: „Steinbauer erinnert daran, dass der Landesbischof einmal gesagt habe ‚den richtigen Weg wissen wir auch, aber der ist nicht gangbar‘ –. Herr Landesbischof, solches Reden ist mir absolut unbegreiflich und tut mir geradezu körperlich weh, weil es an meine Existenz greift. Wenn ich in concreto und in actu geradezu absehen muss vom Auferstandenen und Theologie unverbindliches, theoretisches, spiritualistisches Spekulieren und Philosophieren wird, dann fahre ich lieber wieder Mist wie mein Großvater und baue Korn und Kartoffeln an, denn ich weiß mir nichts Unproduktiveres und geradezu Widerlicheres als Spekulieren. […] Es geht mir um den Glaubensgehorsam gegen den erhöhten Herrn und um Seine Ehre, der wahrhaftig! auferstanden ist und lebt und regiert und von uns nicht pensioniert und nicht zu einem dogmatischen Numinosum gemacht werden will in unseren praktischen Entscheidungen.“

Gedenken an Karl Steinbauer. Widerstand gegen den Nationalsozialismus in der evangelischen Kirche am Beispiel des Pfarrers Karl Steinbauer (1906–1988) Von … Mehr

Kurt Walter, Wartende Menschen. Adventsandacht zu Lukas 12,35-36 aus dem KZ Dachau (1944): „Wenn wir wirklich Gemeinde Jesu Christi sind, wenn das wirklich wahr ist, dass wir warten auf den Tag, da der Herr kommt, dann wollen wir doch all das andere Warten unserer trüben Tage, das Warten auf das Ende unserer Gefangenschaft, auf unsere Heimkehr, das Warten auf eine bessere Zeit, all unser Warten, das mit soviel Ungeduld und Mutlosigkeit und Haltlosigkeit, auch manchmal schon mit soviel mürrischer Verhärtung geschieht, — dann wollen wir doch dieses unser menschliches Warten auf alle diese Dinge, die im letzten ja nur Schein sind, doch klein werden lassen vor dem Warten auf die große Wirklichkeit unseres Gottes, und wollen unsere Herzen erfüllen lassen mit der Freude derer, die auf ihren Herrn warten! Das wäre Adventsfreude!“

Wartende Menschen. Adventsandacht zu Lukas 12,35-36 aus dem KZ Dachau 1944 Von Kurt Walter „Lasset eure Lenden umgürtet sein und … Mehr

Emanuel Hirschs Wahlaufruf ‚Ich werde Hitler wählen!‘ vom April 1932: „Ich komme nicht um die Tatsache herum, dass in der ohne mein Zutun entstandenen verfahrenen Lage sich mir Hitler als einziger Repräsentant eines Willens zum Bruche mit den Fehlern des Jahrzwölfts 1919-1931 und zu einem neuen deutschen Anfang bietet.“

Ich werde Hitler wählen! Vor der Reichstagswahl vom April 1932 erschien im Göttinger Tageblatt vom 9./10. April folgende Erklärung des … Mehr

Karl Barth, Brief an Hans von Soden in Sachen Treueid auf Adolf Hitler (1934): „Ein Eid auf Hitler nach nationalsozialistischer und also maßgeblicher Interpretation bedeutet, dass sich der Schwörende mit Haut und Haar, mit Leib und Seele diesem einen Manne verschreibt, über dem es keine Verfassung, kein Recht und Gesetz giebt, dem ich zum vornherein und unbedingt zutraue, dass er ganz Deutschlands und so auch mein Bestes unter allen Umständen weiß, will und vollbringt, von dem auch nur anzunehmen, dass er mich in einen Konflikt führen könnte, in dem er Unrecht und ich Recht hätte, schon Verrat wäre, dem ich mich also, wenn ich ihm Treue und Gehorsam schwöre, entweder den Einsatz meiner ganzen Person bis auf meine verborgensten Nachtgedanken oder eben gar nichts zuschwöre.“

Brief an Hans von Soden, Marburg, vom 5. Dezember 1934 in Sachen Treueid auf Adolf Hitler Von Karl Barth Prof. … Mehr

Karl Barth, Die evangelische Kirche in Deutschland nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches (1945): „Dass einige deutsche Professoren — darunter leider mindestens zwei Theologieprofessoren — bis auf diesen Tag an Hitler festhalten, daß «in des Waldes finstern Gründen und in Höhlen tief versteckt» einige Werwölflein und andere Unverbesserliche immer noch über Plänen zur Erneuerung seines Reiches brüten, dass das Ende dieser Sache sich, wie es scheint, besonders unter den Kriegsgefangenen noch nicht überall durchgesprochen zu haben scheint, dass der Vergleich zwischen der Bitterkeit von jetzt und der von einst bei manchen unmutigen deut­schen Beurteilern gelegentlich zugunsten des «einst» ausfal­len mag — das Alles sind keine ernsten Beweise dagegen, dass das Dritte Reich heute wirklich zusammengebrochen ist: äußerlich nicht nur, sondern auch innerlich.“

Die evangelische Kirche in Deutschland nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches (1945) Von Karl Barth Das Dritte Reich des Nationalsozialismus … Mehr

Was wir glauben und was wir nicht glauben (Wat wij wel en wat wij niet geloven). Holländisches Bekenntnis gegen die nationalsozialistische Rassenideologie und den Antisemitismus (1941): „Wir glauben und bekennen, dass Gott von alters her das Volk Israel erwählt hat, um Seine Offenbarung zu empfangen bis zur Erscheinung Jesu, des aus diesem Volk geborenen Messias. Diese Berufung hat Israel durch eine Tat von Gottes unergründlicher, freier Gnade empfangen, denn an sich war Israel nicht besser, würdiger oder geeigneter als die anderen Völker. Aber diesem Volk hat der Herr Sein Wort anvertraut, damit alle, die zu Gott kommen, ‚in Israel eingepfropft‘ werden. Daher halten wir den Antisemitismus für etwas weit Schlimmeres als eine unmenschliche Rassenideologie. Wir halten ihn für eine der hartnäckigsten und tödlichsten Formen des Widerstands gegen den heiligen und barmherzigen Gott, dessen Namen wir bekennen.“

Was wir glauben und was wir nicht glauben (Wat wij wel en wat wij niet geloven, 1941)1 Der Text, den … Mehr

Warum der Martin-Luther-Kirche in Vöhringen 1934 eine Lutherfigur über dem Eingangsportal erspart geblieben ist: „Weil nun der Bau im Oktober 1933, also im Lutherjahre begonnen wurde, soll die Kirche den Namen ‚Lutherkirche‘ bekommen und um diese auch nach außen zu kennzeichnen, soll am Westgiebel gegen die Straße eine Lutherfigur aus Sandstein, etwas über Lebensgröße, mit der Inschrift in der Konsole: ‚Für meine Deutschen bin ich geboren, meinen Deutschen will dienen‘ angebracht werden.“

Warum der Martin-Luther-Kirche in Vöhringen 1934 eine Lutherfigur über dem Eingangsportal erspart geblieben ist Schreiben des Vöhringer Kirchenpflegers bzw. Kirchenvorstehers … Mehr

Johannes Rehm, Wider eine „Theologie der gegebenen Tatsachen“. Pfarrer Karl Steinbauer (1906–1988). „Worauf setzt Kirche ihr Vertrauen und woran orientiert sie sich in ihrem Reden und Tun? Orientiert sie sich an sogenannten gegebenen Tatsachen oder vertraut sie auf Gottes Verheißungen? Diese Frage seiner Kirche in den verschiedenen geschichtlichen und politischen Herausforderungen des 20. Jahrhunderts immer neu zu stellen, wurde Karl Steinbauer nie müde. Weil diese Frage uns Christinnen und Christen heute genauso betrifft wie die Generationen vor uns, deshalb lohnt sich die Auseinandersetzung mit dem Glaubenszeugnis von Karl Steinbauer.“

Wider eine „Theologie der gegebenen Tatsachen“. Pfarrer Karl Steinbauer (1906–1988) Von Johannes Rehm Gerne komme ich als Leiter eines landeskirchlichen … Mehr