Simon Musaeus, Nützlicher Bericht und heilsamer Rat aus Gottes Wort wider den Melancholischen Teufel (1569): „Niemand glaubt es, außer derjenige, der es selbst erfahren hat – wie schwer es ist, sich gegen die Melancholie zu wehren, besonders wenn man sie bereits tief in sich wurzeln ließ. Wohin wir auch gehen oder stehen, sie schleicht uns nach, klebt an uns wie Pech und mischt sich sogar mitten in unsere Tätigkeiten ein. Kurz gesagt, sie will sich wie eine verkommene Teufelsbraut an uns klammern. Sie zieht uns von den Menschen weg, in die Einsamkeit, sodass wir uns verkriechen, finster dreinblicken, den Kopf in die Hände stützen, die Hände ringen und Tag und Nacht seufzen – als ob Himmel und Erde nichts als lauter Teufel, Fallen und Messer wären, die auf uns zielen, und nirgendwo Trost, Heil oder Rettung zu finden sei.“

Aufschlussreich ist es, wie sich der Theologe Simon Musaeus (1521-1576) als Betroffener mit der Depression/Melancholie in seinem Trakat Nützlicher Bericht/ … Mehr

Martin Luthers Tischrede: „Warum Einsamkeit zu fliehen sei“ (1534): „Dagegen bewirkt Einsamkeit Schwermut und Traurigkeit. Da fällt dann allerlei Böses zum Schaden von Leib und Seele ein; da bewegt und betrachtet auch der Mensch allein das, was böse ist, mit großem Fleiß. Und wenn ihn etwa ein Unglück drückt und ängstigt, dann bildet es sich ihm so schwer und gefährlich ein, dass er selbst denkt, es gäbe keinen unseligeren Menschen als ihn; es sei auch niemand, dem seine Situation sich verschlechtere und einen so bösen Ausgang nehmen werde, wie er eben es vorzusehen und sich vorzustellen weiß.“

Bedenken D. Martin Luthers Warum Einsamkeit zu fliehen sei In Georg Rörers Sammlung von Martin Luthers Tischreden findet eine kurze … Mehr