Hanns Liljes schwülstige Kriegstheologie „Der Weg der Kirche Jesu Christi im Kriege“ (1939): „Wenn je, dann ist heute eine Stunde großer Verantwortung für unsere Kirche da. Lasst uns in aller Treue darum ringen, diese Aufgabe, die uns bis zum letzten Blutstropfen heute erfüllen kann, um unseres Volkes, um des Führers und seiner Räte, um des Heeres zu Wasser, zu Lande und in der Luft willen mit Vollmacht und Kraft zu tun. ‚Sei getrost, spricht der Herr, und lass uns stark sein für unser Volk und für die Städte unseres Gottes. Der Herr aber tue, was ihm gefällt!'“

Nicht erst mit der 1941 veröffentlichten Schrift „Der Krieg als geistige Leistung“ hatte Hanns Lilje (1899-1977), der spätere Landesbischof der … Mehr

Edmund Schlink, Die Verkündigung der Kirche im Kriege (1940): „Im Kriege droht der Verkündigung die Versuchung, dass sie die grundsätzliche Infragestellung des politischen Handelns durch das göttliche Recht verschweigt und durch ihr Schweigen den Krieg als Ausnahmezustand, in dem allem der Anspruch, die Machtmittel und der Erfolg entscheiden, sanktioniert. Dieses Schweigen ist zwar aus der territorialgeschichtlichen Vergangenheit der Kirchen lutherischen Bekenntnisses in Deutschland verständlich, aber von daher wahrlich nicht entschuldbar. Die Kirche, die dem lutherischen Bekenntnis treu bleibt und Luther, der die Frage der Gehorsamspflicht im Kriege in kritischer Offenheit erörtert hat, als ihren Lehrer emst nimmt, muss unüberhörbar die Frage der Rechtmäßigkeit an den Grund des Krieges und an die Methoden der Kriegsführung richten. Aller politische Rechtsanspruch ist zu stellen unter Gottes Wort und keineswegs von vornherein mit dem göttlichen Recht zu identifizieren.“

Bemerkenswert ist, wie Edmund Schlink im Frühjahr 1940 in seinem Vortrag „Die Verkündigung der Kirche im Kriege“ jegliche Kriegstheologie vermieden … Mehr

Schreiben des bayerischen Pfarrers Rudolf Stählin an Landesbischof Hans Meiser in Sache Wehrdienst vom Juni 1940: „Der Krieg, in dem ich den gewaltigen Eingriff der Hand Gottes in unser gewohntes Leben spüre, macht vor keinem Lebensbereich Halt. Eine alte Weltgestalt wird durch ihn zerbrochen mit allen ihren Institutionen und Formen. Auch die Gestalten des inneren, des geistigen Lebens werden durch ein läuterndes Feuer hindurchgeführt. Diese Seele unseres Volkes erfährt durch den Krieg ein Sterben, das Verheissung hat auf ein neues Leben hin. Dieses Geschehen von übergeschichtlicher, apokalyptischer Bedeutung brennt uns heiss in der eigenen Seele. Es macht auch nicht Halt vor mei­nem kirchlichen Dienst, der mich mit verantwortlich macht für das Heil der Seele meines Volkes. Mit vielen Freunden und Brüdern weiss ich mich eins in der sehnsüchtigen Hoffnung und im Vertrauen darauf, dass sich uns im Erleben dieses Krieges die rechten Wege erschliessen, auf denen wir die Menschen unseres Volkes, die bisher in der Kirche nicht den lebendigen Gott fanden, mit dem Evangelium, das uns anvertraut ist, erreichen.“

Schreiben Rudolf Stählins an Landesbischof Hans Meiser in Sache Wehrdienst als Pfarrer vom Juni 1940 Nachdem der Thüngener Pfarrer (und … Mehr

George Bell, Die Funktion der Kirche in Kriegszeiten (The Church’s Function in War-Time, 1939): „Die Kirche steht für das Kreuz, das Evangelium der Erlösung. Sie kann daher von keinem irdischen Krieg als einem ‚Kreuzzug‘ sprechen, denn das eine, wofür es unmöglich ist, mit irdischen Waffen zu kämpfen, ist das Kreuz. Ihr oberstes Anliegen ist nicht der Sieg der nationalen Sache. Es ist schwer zu sagen, aber es ist entscheidend: Ihr oberstes Anliegen ist das Tun des Willens Gottes – wer auch immer siegt – und die Verkündigung der Barmherzigkeit Gottes gegenüber allen Menschen und Nationen. Die Geistlichen, insbesondere die Führer der Kirche, tragen eine große Verantwortung dafür, dies klarzustellen. Es geht nicht nur darum, dass die Kirche – wenn ihre Geistlichen das Evangelium predigen – eine ausgleichende Kraft von unbestreitbarer Autorität gegenüber den Wellen nationaler Emotionen bietet und so hilft, die geistige Integrität zu bewahren. Das ist wichtig. Aber noch wichtiger ist die Tatsache, dass die Kirche Treuhänderin des Evangeliums der Erlösung ist; und wenn das Evangelium nicht gepredigt wird, ist die Kirche nicht die Kirche.“

Die Funktion der Kirche in Kriegszeiten (The Church’s Function in War-Time, 1939) Von George Bell, Bischof von Chichester Was soll … Mehr

Hanns Liljes gotterbärmliche Kriegstheologie in „Der Krieg als geistige Leistung“ (1941): „Schöpferisch ist der Krieg nur in dem Sinn, dass er Teil aus Gottes Wirken ist, und Gottes Wirken kann darin bestehen, dass er dem Neuen Raum schafft, indem er Altes der Zer­störung anheimfallen läßt. Der Krieg kann also seinen Sinn nicht in den zerstörenden Wirkungen haben, die er notwendiger­weise auslöst, sondern er wird aus den großen Zusammenhängen des Geschichtslaufs je und je notwendig, um einer neuen geschichtlichen Ordnung Raum zu schaffen. Darin, dass der Krieg dem Werden einer neuen geschichtlichen Ordnung dient, be­steht seine Würde.“

In seinen Lebenserinnerungen aus dem Jahr 1983 schrieb der fränkische Pfarrer Walter Höchstädt (1907-1994) über seine Zeit als Wehrmachtspfarrer in … Mehr