Ulrich Peter über Harald Poelchau (1903-1972): „Zahlreiche Opfer waren politische Freunde aus dem »Kreisauer Kreis«, zu dem er selbst gehörte, und aus den Gruppen, die mit dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 zu tun hatten. Die erste Hinrichtung, zu der Poelchau bestellt wurde, fand am 17. April 1934 statt. Weitere 1200 Hinrichtungen folgten in den nächsten elf Jahren bis zum Ende der Nazi­diktatur, so dass die Seelsorge für die Verurteilten Poelchau zu­nehmend beanspruchte. Darüber hinaus schmuggelte Poelchau Nah­rungsmittel, die er vom schlesischen Gut Kreisau seines Freundes Helmuth James Graf von Moltke bekam, in die Gefängnisse hinein und Mitteilungen und Briefe heraus. Ihm verdanken wir, dass die Gefängnisaufzeichungen Dietrich Bon­hoeffers und die Abschiedsbriefe Helmuth von Moltkes an seine Frau Freya erhalten sind. Nicht nur den Gefängnisinsas­sen galt Poelchaus Hilfe, zusammen mit seiner Frau Dorothee rettete er Juden, indem er sie versteckte, mit Lebensmitteln versorgte und ihnen falsche Pässe verschaffte.“

Harald Poelchau Geb. 5. 10. 1903 in Brauchitschdorf/Schlesien; gest. 29.4. 1972 in Berlin Von Ulrich Peter Harald Poelchau wuchs in … Mehr

Karl Barth, Alle!, Predigt zu Römer 11,32 (1957, Strafanstalt Basel): „Eingeschlossen! Über die nächste Bedeutung dieses Wortes will ich in diesem Haus, in welchem es so viele verschlossene Türen gibt, kein einziges Wort verlieren. Der Mensch kann noch ganz anders und viel schlimmer eingeschlossen sein, als ihr es hier seid. Eingeschlossen vielleicht in ein Leid, das ihn betroffen hat und das nun aus seinem Herzen und Leben nicht mehr weichen will! Eingeschlossen in einen Kummer, Zorn und Haß, den er gefaßt und vielleicht mit Recht gefaßt hat, gegen Menschen, die ihm ein Unrecht, etwas Böses oder Ungeschicktes angetan haben!“

Alle!, Predigt zu Römer 11,32 (1957) Von Karl Barth Gebet vor der Predigt: Herr unser Gott, du willst, daß die … Mehr

Karl Rahner über Gefängnisseelsorge (1959): „Wer sich also dem tötenden Abenteuer der bedingungslosen Liebe zum Nächsten aussetzt, der findet Gott, und wer ihn findet, kann den Nächsten lieben wie sich selbst. Er erhält die Klarheit des Blickes desjenigen Glaubens, der die Wirklichkeit Gottes auch noch im verlorensten Menschen sieht, die ihn in aller Wahrheit mit demütiger Ehrfurcht liebenswert macht.“

Gefängnisseelsorge Von Karl Rahner Wenn Sie als Seelsorger in Strafanstalten zu einer priesterlichen Besinnungsstunde zusammenkommen, dann kann der Sinn dieser … Mehr

Fritz J. Raddatz über den Pfarrer und Gefängnisseelsorger Hans-Joachim Mund (1914-1986): „War der Pfaffe ein Strippenzieher? War er nun eigentlich nur verlogen, zutiefst unaufrichtig, seinem (sexuellen) Vergnügen nachjagend – oder war er ein «irrend Liebender»? Hat er mich wirklich geliebt? Mir kommen nun, am Ende des Lebens und am Ende des Memoirenschreibens, immer wieder Zweifel.“

„War der Pfaffe ein Strippenzieher?“ – Fritz J. Raddatz über Hans-Joachim Mund Von 1959 (nach seiner Flucht aus der damaligen … Mehr