Werner H. Schmidt und Gerhard Delling über Furcht in der Bibel: „Das Gegenstück zur Menschenfurcht ist die Gottesfurcht. Sie bedeutet Ehrfurcht und Anerkennung des göttlichen Willens. Gott fürchten heißt also ihm gehorchen, seinen Willen tun, selbst gegen menschliche Autorität, aber auch in Wort und Tat verlässlich sein. Gottesfurcht kann erworben oder erlernt werden durch das Hören auf das Gotteswort, Beobachtung der Gebote, denn Gottesfurcht bedeutet auf Gottes Stimme hören, ihm dienen. Wie Gott lieben bedeutet es das Befolgen der göttlichen Forderung. Gottesfurcht ist ein wichtiger Begriff der israelitischen Weisheit. Ja, die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang. Beide, Gottesfurcht und Weisheit, werden durch den Weisen vermittelt und können nahezu synonyme Begriffe sein.“

Furcht in der Bibel Von Werner H. Schmidt und Gerhard Delling Der Mensch fürchtet sich vor wilden Tieren (Hi 5,21 … Mehr

Max Scheler, Zur Rehabilitierung der Tugend (1915): „Ein Mensch, der sich selbst ganz zu durchschauen und zu verstehen vorgibt, zeigt nicht, er wisse mehr von sich als der Ehrfürchtige, dem auch aus sich heraus »vergrabenes Gold wie aus Bächen schimmert«, sondern nur, dass er den Weg nicht gehen will, sich die eigene Seinstiefe zur Sichtbarkeit zu bringen; denn dieser Weg ist die Ehrfurcht vor dem eigenen Selbst. Sie allein gibt uns das geheime Bewußtsein eines Reichtums und einer Erfülltheit, wo unsere klaren, abgegrenzten Gedanken und Gefühlsinhalte uns nur Leere und Spärlichkeit geben; sie gibt uns das Gefühl noch ungehobener und in der irdischen Lebensdauer unhebbarer Schätze unserer Existenz und Kräfte.“

Zur Rehabilitierung der Tugend Von Max Scheler Das Wort Tugend ist durch die pathetischen und rührseligen Apostrophen, welche die Bürger … Mehr

Abraham Joshua Heschel über die Ehrfurcht: „Ehrfurcht ist ein intuitives Wissen um die kreatürliche Würde aller Dinge und um ihren Wert für Gott; die Gewissheit, dass die Dinge nicht nur sind, was sie sind, sondern dass sie, wie ent­fernt auch immer, Bürge sind für etwas Absolutes. Ehrfurcht ist ein Gefühl für die Transzen­denz, für den überall gegenwärtigen Hinweis auf Ihn, der hinter allen Dingen steht. Sie ist eine Einsicht, die man besser durch Verhaltensweisen zeigen kann als durch Worte. Je eifriger wir bemüht sind, sie in Worte zu fassen, desto weniger bleibt davon übrig.“

Die Bedeutung der Ehrfurcht Von Abraham Joshua Heschel Ehrfurcht ist ein Weg, mit dem Geheimnis der ganzen Wirklichkeit in Übereinstimmung … Mehr

„Herrliche Berge, sonnige Höhen“ – Wie der Gipfel unsere Ehrfurcht weckt: „Wer die Bergwelt mit eigenen Augen wahrnimmt, ist in seiner Seele tief berührt. Das macht die Ehrfurcht aus: Sich selbst im Vergleich zu einer überragenden Natur klein fühlen und doch nicht eingeschüchtert zu sein. Die Größe und Erhabenheit der Natur erfahre ich beglückend, nicht bedrückend. So finden wir auf dem Berggipfel mit Worten des Psalm 8 zum ehrfürchtigen Gotteslob.“

„Herrliche Berge, sonnige Höhen“ – Wie der Gipfel unsere Ehrfurcht weckt Geschafft – nach einem steilen Anstieg auf dem Gipfel … Mehr