Hans Graf von Lehndorff über das Lebensende einer jungen Ärztin („Doktora“) Anfang Juli 1945 in Königsberg (Ostpreußisches Tagebuch): „Ist ihre Lebens­kraft nicht schon längst zu Ende? Geht sie nicht schon wie im Traum neben uns her? Ist es nicht einzig und allein noch der Gehorsam gegenüber dem Liebesgebot unseres Heilandes, der sie in die Lage versetzt, ihren Mitarbeitern Vorbild zu sein und ihre Patienten zu versorgen, die mit innigem Vertrauen an ihr hängen?“

Über das Lebensende einer jungen Ärztin („Doktora“) Juli 1945 in Königsberg Von Hans Graf von Lehndorff In seinem Ostpreußischen Tagebuch,…

Robert A. Kolb, Lukas Cranach, Verkündiger des Evangeliums in visueller Form. Eine Reflexion über dessen Holzschnitt bzw. Gemälde „Gesetz und Evangelium“: „Das Thema ist vor einem mittelalterlichen deutschen Hintergrund (im Gemälde) mit einer Burg, die über einer Stadt mit Kirchtürmen thront, inmitten typischer zeitgenössischer Gebäude angesiedelt. Cranach betonte damit, dass die Botschaft, die von den historischen Ereignissen der Vergangenheit ausgeht, seine eigenen Zeitgenossen mit Gottes Aufruf zur Umkehr und seinem Geschenk der Befreiung von Sünde, Tod und Teufel anspricht.“

Lukas Cranach, Verkündiger des Evangeliums in visueller Form. Eine Reflexion über dessen Holzschnitt bzw. Gemälde „Gesetz und Evangelium“ Von Robert…

Emil Cioran, Die Versuchung zu existieren (La tentation d’exister, 1956): „Nachdem wir den Tod zu einer Bestätigung des Lebens gemacht, seinen Abgrund in eine heilsame Fiktion verwandelt und unsere Argumente gegen das Offensichtliche erschöpft haben, werden wir von der Flaute heimgesucht: Es ist die Rache unserer Galle, unserer Natur, dieses Dämons des gesunden Menschenverstandes, der, wenn er eine Zeit lang eingeschlafen ist, wieder erwacht, um die Dummheit und Lächerlichkeit unseres Willens zur Verblendung anzuprangern.“

Die Versuchung zu existieren (La tentation d’exister, 1956) Von Emil Cioran Es gibt Menschen, die von einer Behauptung zur nächsten…

Martin Luther, Sermon über die zweifache Gerechtigkeit : „Du bist deshalb mächtig, damit du die Schwachen nicht durch Unterdrückung noch schwächer, sondern durch Erhöhung und Verteidigung mächtig machst. Und deshalb bist du weise, nicht damit du die Narren verspottest und sie so noch närrischer machst, sondern damit du dich ihrer annimmst, wie du es bei dir selbst willst, und sie unterweist. Dazu bist du gerecht, dass du den Ungerechten rechtfertigst und entschuldigst, nicht dass du ihn nur verdammst, ihm Böses nachredest, ihn richtest und bestrafst.“

Sermon über die zweifache Gerechtigkeit (1518) Von Martin Luther Von Martin Luther Liebe Brüder! »Ein jeglicher sei gesinnt, wie Jesus…

Klaus Weigelt über Hans Graf von Lehndorff (1910 -1987) und dessen Ostpreußisches Tagebuch: „Lehndorffs Schlüssel für alles, was er erlebte, war sein Glaube. Hass konnte da gar nicht aufkommen. Die sachliche Unmittelbarkeit und Drastik der Schilderung macht betroffen – auch heute noch – und sie beteiligt den Leser an dem Wissen, ‚dass es keinen Ort gibt, an dem der Christ nicht Anteil hat an der Herrlichkeit, die in allem nur so lange verborgen ist, als die Augen zu stumpf sind, um sie wahrzunehmen!’“

„Wir sahen seine Herrlichkeit“. Hans Graf von Lehndorff (1910 -1987) zum 30. Todestag Von Klaus Weigelt Wenige Wochen nach dem…

Eric Voegelin, Der Gottesmord (1958): „Der Versuch, eine neue Welt zu schaffen, setzt also, wenn er sinnvoll unter­nommen werden soll, voraus, dass der Charakter der Seinsordnung als vorgegebener ausgelöscht, daß sie als wesensmäßig in der Verfügungsgewalt des Menschen stehend ausgelegt wird. Und die Übernahme des Seins in die Verfügungsgewalt des Menschen wieder erfordert, dass der transzen­dente Ursprung des Seins ausgelöscht wird — sie erfordert die Dekapitation des Seins, den Gottes­mord.“

Der Gottesmord Von Eric Voegelin Die Analyse der parasitischen Doxa ging von den Marxischen Texten aus, die das Frageverbot be­treffen.…

Wenn Vertragen der Vergeltung weicht: „Wo infolge einer ökonomischen (bzw. demographischen) Verlustdynamik Kooperationsgewinne nicht länger zu erwarten bzw. erlangen sind, nimmt die ‚Verträglichkeit‘ innerhalb einer Gesellschaft ab. Sieht man sich in Sachen Wohlstand ungerechterweise auf der Verliererseite, wächst der resonante Thymos – zorngewaltige Seelenenergie, die auf Beharrung, Vergeltung und Genugtuung aus ist. Gewinnt dieser die Überhand über eine kommunikative Vernunft, geht die gegenseitige Vertrags- bzw. Kooperationsfähigkeit verloren. Dass damit die Verlustdynamik beschleunigt wird, vermag man nicht einzusehen.“

Wenn Vertragen der Vergeltung weicht In Genesis 21,22-32 wird von einem Streit um einen Wasserbrunnen (Beerscheba = „Schwurbrunnen“) erzählt, den…