Cicely Saunders, Patienten informieren (Telling Patients, 1965): „Ein Patient braucht die Möglichkeit, seine Erfahrungen so zu verarbeiten, dass sie für ihn bedeutsam oder zumindest erträglich werden, und er sollte selbst entscheiden, wie er dies tun will. Wir können ihm nicht unsere eigenen Überzeugungen aufzwingen, aber wenn wir glauben, dass es einen Sinn gibt, wird unsere stille Gelassenheit ihm helfen, seinen eigenen Weg zu finden. Dies ist keine Situation für dogmatische Aussagen oder allgemeine Regeln.“

Patienten informieren (Telling Patients) Von Cicely M.S. Saunders, OBE, MA, MB, BS, SEN. Jeder Patient braucht eine für ihn verständliche … Mehr

Eduard Thurneysen, Gnade genügt. Predigt zu 2.Korinther 12,1-10: „Lass es dir sagen: Wenn du schwach bist, dann bist du stark, denn in der Schwachheit geht dir das Geheimnis Christi auf. Dann lernst du verstehen, was es ist um die Kraft seines Kreuzes, seines Blutes, seiner Auferstehung. Darum bleibe auch du dabei: Seine Gnade ge­nügt mir! Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark. Denn Gott selber neigt sich herunter zu den Schwachen. Wo die Schwachheit ist in unserm Leben, da ist die Einfallspforte für die Gnade. In den Schwachen vollendet sich die Kraft des Heilandes. Darum sei getrost, ja sei fröhlich, du Schwacher, du an deinen Pfahl Gebundener.“

Gnade genügt. Predigt zu 2.Korinther 12,1-10 Von Eduard Thurneysen Wenn denn gerühmt sein soll, so sei es! Nützlich ist es … Mehr

Karl Löwiths Rundfunkvortrag über die Freiheit zum Tode (1969): „Der Mensch hat die spezifische Möglichkeit, sich zu seinem Leben und Ableben als dem seinen verhalten zu können. Er hat die Freiheit, das Faktum seines leibhaftigen Daseins nicht bloß hinzunehmen, sondern es eigens anzu­nehmen oder abzulehnen und das Nichtmehrdasein in Gedanken, oder auch in der Tat, vorwegzunehmen. Für gewöhnlich bedeutet jedoch eine solche Vorwegnahme des Todes keine Freiheit zu ihm, sondern Angst vor ihm.“

Die Freiheit zum Tode (1969) Von Karl Löwith Der Tod ist nicht nur der Widerspruch zum Leben, sondern konstitu­tiv für … Mehr

Albrecht Grözinger über Eduard Thurneysen als Seelsorger (1996): „Noch auf dem Sterbebett (Thurneysen stirbt am 21.8.1974 in Basel) gel­ten seine letzten Worte, schon im Halbdunkel des na­henden Todes, der Serviererin im Café der Nachbarschaft, der er in einer schwierigen Situation als Seelsorger beistehen konnte. Auch dies ein Gleichnis von Macht und Ohnmacht unserer Seelsorge.“

Eduard Thurneysen Von Albrecht Grözinger I. Biographie Eduard Thurneysen wurde am 10. Juli 1888 in Walenstadt im Kanton St. Gallen … Mehr

Rudolf Bultmann, Am Sarge Hans von Sodens. Traueransprache zu 1. Korinther 4,1-4 (1945): „In einer Taufpredigt hat er vor Jahren einmal das rührende Vertrauen des kleinen Kindes so charakterisiert, dass man deutlich versteht: Er will damit indirekt das Vertrauen des Christen be­schreiben. Es ist ein Vertrauen, ‚das anmutet wie ein geheimes Wis­sen um eine höhere Macht und eine stärkere Liebe, als wir sie ihm bei aller Anstrengung, Hingabe und Zucht gewähren können, – wie eine stille Erinnerung an eine ewige Heimat, die ihm unverloren bleibt, während es seine Wanderung über die Erde antritt.’“

Am Sarge Hans von Sodens. Traueransprache zu 1. Korinther 4,1-4 Von Rudolf Bultmann Da verstirbt Hans von Soden am 2. … Mehr

Albrecht Grözinger, Karl Barth als Seelsorger: „Seelsorge ist bescheiden, und die Seelsorgerin/der Seelsorger sind keine ‚Gurus‘. Nun stellt sich natürlich die Frage, ob Barth selbst, diesen Anforderungen als Seelsorger gerecht wurde. Diese Frage muss in aller Vorsicht gestellt werden. Am besten könnten dies die beantworten, die Barth selbst in der einen oder anderen Situation als Seelsorger erlebt haben. Wir wissen, dass Barth sehr schroff sein konnte und damit auch nicht wenige Menschen verletzt hat, unabhängig davon, ob es für diese Schroffheit nicht auch Gründe geben mag.“

Karl Barth als Seelsorger Von Albrecht Grözinger Es ist alles andere als selbstverständlich von Karl Barth als Seelsorger zu sprechen. … Mehr

Ernst Bloch, Was im Alter zu wünschen übrigbleibt (Prinzip Hoffnung): „Der Altgewordene, der, in abendlicher Kühle auf der Bank vor seiner Haustür sitzend, das verbrachte Leben überschlägt und sonst nichts, dieser Zug des Grimmschen Wunschbildes ist wirtschaftlich wie inhaltlich außer Kurs gekommen. Nicht aber außer Kurs ist der tüchtige Wunsch, der dem nach Stille so angemessene, dass der Leerlauf des Lebens ringsum aufhöre. Hier hat das Alter (mit dem die bürgerliche Welt nichts mehr anfangen kann) das Recht, altertümlich zu sein.“

Was im Alter zu wünschen übrigbleibt Vor Ernst Bloch Wir lernen im Alter vergessen. Aufreizende Wünsche treten zurück, obzwar ihre … Mehr

Alexis von Roenne (1903-1944), Gott ist die Liebe (verfasst im Gefängnis Berlin-Plötzensee): „Da heißt es also, sich unlöslich an Ihn klammern, Ihm vertrauen, mit Ihm planen, auf Sein Wort hinausführen. Auch auf dem Wege über andere Gotteskinder, die man suchen muss, kann Er Rat und Hilfe schicken und im großen, ernsten Geschehen der Zukunft alles in Gnaden hinausführen. Denn Er ist ja der Herr des Himmels und der Erden, vor dem wir stehen, dem alles ein Kleines ist! Das Größte aber, was Er zu schenken vermag, ist die Erkenntnis, dass Er uns lieb hat und die Gewissheit, dass nichts, weder Tod noch Leben, uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist.“

Gott ist die Liebe Von Alexis von Roenne Alexis Freiherr von Roenne (1903-1944) hatte sich aufgrund christlicher Gewissensbedenken nicht selbst … Mehr

Søren Kierkegaard, Die Unerklärlichkeit des Todes (Drei Reden bei gedachten Gelegenheiten, 1845): „Die Unerklär­lichkeit ist die Grenze, und die Bedeutung der Aussage ist allein, dem Gedanken des Todes rückwirkende Kraft zu geben, ihn zu einem Ansporn im Leben zu machen, weil mit der Entscheidung des Todes es vorüber ist, und weil die Ungewissheit des Todes jeden Augenblick nachsieht.“

Die Unerklärlichkeit des Todes Von Søren Kierkegaard Endlich muß von der Entscheidung des Todes gesagt werden, daß sie unerklärlich ist. … Mehr