Peter Blickle, Twelve Articles: „The revolutionary explosiveness of the Twelve Articles and the entire Peasants’ War lay in the change of legitimi­zation from the ‚old law‘ and ‚tradition‘ to the ‚gospel‘ and the so-called divine law. The gospel became the legal norm and appropriately repudiated older legal norms: al­though it was customary that peasants could not hunt, this custom was not in accordance with ‚God’s word‘; to be sure, labor should be measured as was customary earlier, but only insofar as this was in agreement with ‚God’s word‘.“ although the death tax was customary, it was “against God.”

Twelve Articles By Peter Blickle The Twelve Articles first ap­peared as a pamphlet under the title Dye Grundtlichen vnd rechten … Mehr

Hans Graf von Lehndorff aus seinem Ostpreußischen Tagebuch über Pfingsten 1945 im sowjetischen NKWD-Internierungslager Rothenstein (Königsberg): „Im Keller der Ruhrabteilung hat die Stations­schwester — keine gelernte Krankenpflegerin, aber ein Mensch von großer Kraft und Herzenswärme — einen kleinen Tisch mit zwei Kerzen zurechtgemacht und ein Kruzifix aufgestellt. Riesig fällt mein Schatten in den Raum. Ins Dunkel hinein fällt das Sprechen nicht schwer, und das Evangelium vom reichen Mann und dem armen Lazarus gibt die Worte von selbst. Denn viele von denen, die jetzt sterbend auf den Brettern liegen, waren früher wohlhabende Leute.“

Pfingsten 1945 im sowjetischen NKWD-Internierungslager Rothenstein (Königsberg) Von Hans Graf von Lehndorff Was sind uns alles für Kranke und Sterbende … Mehr

Martin Luther, Ein christlicher Trostbrief an die Miltenberger, wie sie sich an ihren Feinden rächen sollen, aus dem 120. Psalm (Februar 1524): „So bleibt euch nur noch dies eine: dass ihr euch, wie dieser Psalm zeigt, in dieser Not an den Herrn haltet und vor ihm über solche böse Zungen schreit und mit Ernst und ganzem Herzen bittet um starke Schützen, die scharfe Pfeile auf den Teufel schießen, treffen und nicht verfehlen, und um feurige Wacholderkohlen, die mit Brunst und Eifer die verführten, blinden Leute anzünden und mit gutem Leben erleuchten – zum Preis und zur Ehre des Namens Gottes. Werdet ihr das tun, so sollt ihr in Kürze sehen, wie reichlich ihr euch am Teufel und seinen Schergen gerächt habt, dass euer Herz darüber lachen wird.“

Ein christlicher Trostbrief an die Miltenberger, wie sie sich an ihren Feinden rächen sollen, aus dem 120. Psalm (Februar 1524) … Mehr

Johann Christoph Blumhardt über den Heiligen Geist als Lehrmeister und Tröster (Johannes 14,26): „Es ist keine Möglichkeit, dass ein Mensch getröstet wird, bloß durch natürliches Überlegen der göttlichen Wahrheit. Ein natürliches Bedenken, ein begriffliches Auffassen der göttlichen Wahrheit, tröstet keinen Menschen, der um seine Seligkeit verlegen ist und für seine Sünden keine Hilfe weiß; da muss eine Kraft des heiligen Geistes ausgegossen werden, es muss das Wort getragen werden von der Gotteskraft, die ihm erst die rechte Bedeutung und Weihe und Klarheit gibt.“

Über den Heiligen Geist als Lehrmeister und Tröster (Johannes 14,26) Von Johann Christoph Blumhardt Der Tröster, der heilige Geist, welchen … Mehr

Dieter Ising über Johann Christoph Blumhardt: „Geistliches Neuwerden heißt für ihn, im Blick auf den kommenden Herrn zu leben. Geheilt zu werden heißt, bereits jetzt einen Vorgeschmack auf künftige Gnadenerweise zu erhalten. Auch die von Blumhardt nie beschönigte Tatsache, dass manche Menschen keine oder nur teilweise Heilung erfahren, erhält ihre eschatologische Deutung: Die Geistesgaben werden erst in einer künftigen, allerdings nahe bevorste­henden Gnadenzeit in ihrer ganzen Fülle ausgeschüttet.“

Johann Christoph Blumhardt Von Dieter Ising I. Biographie Mit dem Namen Johann Christoph Blumhardts, 1805 in Stuttgart gebo­ren, später Pfarrer … Mehr

Johannes Rehm, Wider eine „Theologie der gegebenen Tatsachen“. Pfarrer Karl Steinbauer (1906–1988). „Worauf setzt Kirche ihr Vertrauen und woran orientiert sie sich in ihrem Reden und Tun? Orientiert sie sich an sogenannten gegebenen Tatsachen oder vertraut sie auf Gottes Verheißungen? Diese Frage seiner Kirche in den verschiedenen geschichtlichen und politischen Herausforderungen des 20. Jahrhunderts immer neu zu stellen, wurde Karl Steinbauer nie müde. Weil diese Frage uns Christinnen und Christen heute genauso betrifft wie die Generationen vor uns, deshalb lohnt sich die Auseinandersetzung mit dem Glaubenszeugnis von Karl Steinbauer.“

Wider eine „Theologie der gegebenen Tatsachen“. Pfarrer Karl Steinbauer (1906–1988) Von Johannes Rehm Gerne komme ich als Leiter eines landeskirchlichen … Mehr

Daniel Goldhagen über den fränkischen Pfarrer Walter Höchstädter in seinem Buch „Hitlers willige Vollstrecker“ (1996): „In den Annalen der deutschen Geschichte während der NS-Zeit ist Höchstädters Brief mit seiner ausdrücklichen und uneingeschränkten Ablehnung des eliminatorischen Antisemitismus ein außerordentlich seltenes und leuchtendes Beispiel. Denn nahezu alle der wenigen Proteste und Bittschriften, in denen sich Deutsche gegen die Behandlung der Juden wandten, waren selbst von einem Antisemitismus durchtränkt, der irrational in seinen Überzeugungen und grausam in seinen praktischen Vorschlägen war und der nur dann als »gemäßigt« erscheint, wenn man ihn mit der mörderischen Variante vergleicht, der die Nationalsozialisten und die ganz gewöhnlichen Deutschen, die ihnen halfen, anhingen.“

Über den Pfarrer Walter Höchstädter (Hitlers willige Vollstrecker) Von Daniel Jonah Goldhagen Sicherlich haben nicht alle Kirchenmänner, Generäle, Juristen und … Mehr

Eberhard Röhm über Hermann Stöhr (1898-1940): „Als einflußreiche Freunde den Sprecher des »Geist­lichen Vertrauensrats der Deutschen Evangelischen Kirche«, Landesbischof August Marahrens, drängten, ein Gnadengesuch des zum Tod verurteilten Stöhr zu unterstützen, lehnte dieser unter Hinweis auf ein Gutachten seiner Kirchenjuristen ab. Bei Stöhrs Begräbnis auf dem Berliner St. Johanniskirchfriedhof wurde die kirchliche Feier durch die anwesenden Gestapo­beamten abgebrochen, als in der Liturgie das Wort »Frieden« gefallen war.“

Hermann Stöhr Geb. 4. 1. 1898 in Stettin; gest. (hingerichtet) 21. 6. 1940 in Berlin-Plötzensee Von Eberhard Röhm Am 2. … Mehr

Ulrich Peter über Günther Dehn (1882-1970): „Dagegen sind Dehns Studien aus den zwanziger Jahren über die religiöse Lage der großstädtischen Arbeiterjugend weitgehend verges­sen. Der Pionier empirischer Religionssoziologie hatte hierzu mehrere beeindruckende Studien publiziert, die auf der Befra­gung mehrerer tausend Berliner Lehrlinge basierten.“

Günther Dehn Geb. 18. 4. 1882 in Schwerin; gest. 17. 3. 1970 in Bonn Von Ulrich Peter Günther Dehn wurde … Mehr