Albrecht Grözinger, Karl Barth, die Predigt und der Pluralismus: „Predigt ist hier verstanden als eine menschliche Rede mit Respekt und Takt – Respekt und Takt gegenüber Gott und gegenüber den Menschen. Das aber sind die elementaren Anforderungen an eine Predigt in einer Gesellschaft des religiösen und weltanschaulichen Pluralismus. Eine Predigt, die Gott nicht als eine irgendwie geartete Notwendigkeit postuliert, sowie eine Predigt, die Gott nicht aus Kosten des Menschen groß machen muß oder umgekehrt.“

Karl Barth, die Predigt und der Pluralismus Von Albrecht Grözinger Sich bei der Frage nach Christentum, Kirche und Theologie ausgerechnet … Mehr

Hermann Sasses persönliche Erklärung zur Barmer Theologischen Erklärung vom 31. Mai 1934: „Indem die Synode die bei einer Beschlussfassung über Bekenntnisfragen gebotene itio in partes vermieden, vielmehr als ganze eine Lehrerklärung angenommen hat, hat sie sich faktisch als Lehrinstanz für Lutheraner und Reformierte erklärt. Als solche kann sie von der Kirche Augsburgischen Bekenntnisses niemals anerkannt werden, da die lutherischen Bekennt­nisse eine über den Konfessionen stehende evangelische Kirche und ein Lehramt einer solchen Kirche nicht kennen.“

Persönliche Erklärung zur Barmer Theologischen Erklärung vom 31. Mai 1934 Von Hermann Sasse Zu dem der Bekenntnissynode von ihrem Theologischen … Mehr

Karl Barth über Humor und Lachen in seiner Ethik-Vorlesung 1928/29: „Ein befreites Lachen ist ein solches Lachen, das aus dem Wissen kommt, wie wir trotz des gegenteiligen Aspektes der gegenwärtigen Wirklichkeit letztlich dran sind. Auch vom Humor gilt, dass er echt nur ist, wenn er aus dem Leid geboren ist. Hinter ihm steht ja wahrhaftig gerade, wenn er stark ist, die ganze Not des Seufzens unter den Leiden, unter der ganzen grausigen Unerlöstheit unserer Gegenwart, die ganze Fragwürdigkeit unserer geschöpflichen Existenz und die ganze Aufgehobenheit unserer Existenz als Sünder, die von Barmherzigkeit leben. Wer darum nicht weiß, wer nicht weiß, dass wir nichts zu lachen haben, wie sollte der lachen können, wie man es als Kind Gottes allerdings können muss?“

Dialektisches über Humor und das Lachen der Kinder Gottes Von Karl Barth Humor bedeutet also fraglos ebenso wie Kunst ein … Mehr

Karl Barth über Unsterblichkeit (1957): „Dieser ist der unsterbliche Gott: der eine, mit dem der Mensch es im Sterben zu tun bekommt. Dieser ist der Richter, dem er sein abgeschlosse­nes Dasein in seiner befristeten Zeit vorzuweisen hat. Die­ser ist das Jenseits seines Diesseits, die Zukunft seiner Gegenwart. Dieser aber ist offenbar als sein Jenseits, als seine Zukunft, auch eines jeden Menschen Hoffnung. In dem einen Menschen Jesus Christus hat er ja auch ihn nicht verworfen, sondern erwählt, ist er ja gerecht und barmherzig auch für ihn eingetreten, hat er ja auch ihn schon vom Tode errettet, hat er ja auch sein Sterbliches, wie es auch war, angenommen und mit Unsterblichkeit bekleidet, hat er ja auch ihm ewiges Leben geschenkt — alles in freier unver­dienter Gnade.“

Unsterblichkeit Von Karl Barth «Unsterblich» ist ein solches Wesen, das darum nicht sterben wird, weil es nach seiner besonderen Art … Mehr

Karl Barths Brief an Walter Herrenbrück über Dietrich Bonhoeffers Widerstand und Ergebung (1952): „Was für ein offener und reicher und zugleich tiefer und erschütterter Mensch steht da vor einem — «irgendwie» beschämend und tröstlich zugleich. So habe ich ihn auch persönlich in Erinnerung. Ein aristokratischer Christ, möchte man sagen, der Einem in den verschiedensten Dimensionen voranzueilen schien.“

Brief an Walter Herrenbrück über Dietrich Bonhoeffer (1952) Von Karl Barth Nachdem Eberhard Bethge 1951 Dietrich Bonhoeffers Widerstand und Ergebung. … Mehr

Ernst Bizer zum „Fall Dehn“ (1931/32): „Die Studentenschaft, die zunächst von dem ‚Gedicht‘ abgerückt war, protestierte dennoch heftig gegen die am 11. Februar ausgesprochene Relegation des Schriftleiters: ‚Nicht unser Kommiliton ist der größte Schädling der Universität, wie seine Magnifizenz behauptet hat, sondern jener Professor‘, ‚der die gesamte deutsche Jugend … aufs schwerste beleidigt und der die ethischen und sittlichen Bindungen eines Volksangehörigen an die Gesamtheit in Frage stellt‘ und dennoch den Schutz der Universität genießt! Auch die CSV veröffentlichte nun die Erklärung: ‚Wir sind nicht berufen oder befugt, über irgend einen Menschen zu richten. Wir können es uns aber nicht länger verhehlen, dass wir in einem Mann, der dem heißen Wollen und Ringen unserer Generation immer wieder mit eiskaltem Wenn und Aber und eben jetzt mit einer offenen Kampfansage entgegengetreten ist, … nicht den Führer und Lehrer gefunden haben, dem wir in dieser Schicksalsstunde unseres Volkes mit ungebrochenem Vertrauen zu folgen vermöchten.’“

Der „Fall Dehn“ Von Ernst Bizer Der Fall Dehn ist ein Vorspiel zu dem Kampf der Bekennenden Kirche im „Dritten … Mehr

Albrecht Grözinger, Karl Barth als Seelsorger: „Seelsorge ist bescheiden, und die Seelsorgerin/der Seelsorger sind keine ‚Gurus‘. Nun stellt sich natürlich die Frage, ob Barth selbst, diesen Anforderungen als Seelsorger gerecht wurde. Diese Frage muss in aller Vorsicht gestellt werden. Am besten könnten dies die beantworten, die Barth selbst in der einen oder anderen Situation als Seelsorger erlebt haben. Wir wissen, dass Barth sehr schroff sein konnte und damit auch nicht wenige Menschen verletzt hat, unabhängig davon, ob es für diese Schroffheit nicht auch Gründe geben mag.“

Karl Barth als Seelsorger Von Albrecht Grözinger Es ist alles andere als selbstverständlich von Karl Barth als Seelsorger zu sprechen. … Mehr

Karl Barth, Warum führt man den Kampf nicht auf der ganzen Linie? Der Fall Dehn und die ‚dialektische‘ Theologie (1932): „Dürfte es nicht möglich sein, dass man auch zur Fort­führung des Falles Dehn nun allseitig an die theologische Ar­beit ginge und daß dabei aus der Fortführung eine Erledigung werden könnte? Dürfte nicht sogar der in dieser Sache offenbar besonders grimmige Kollege Hirsch in Göttingen mit mir einig darin werden, dass es an der Zeit wäre, diesen Streit aus dem Bereich der Straße auf ein unser aller und vor allem der evangelischen Theologie würdiges Niveau zu erheben? Ich fürchte, daß er und ich uns weder theologisch noch politisch je verständigen werden. Ich hoffe aber, dass sein und mein primäres Interesse der Theologie und nicht der Politik gehört.“

Warum führt man den Kampf nicht auf der ganzen Linie? Der Fall Dehn und die ‚dialektische‘ Theologie Von Karl Barth … Mehr

Karl Barth, Kierkegaard und die Theologen (1963): „Ihre Verzweiflung wurde zur getrosten Verzweif­lung. Ihr Beruf und die ihnen in ihm widerfahrene Anfechtung trat in das Zeichen der Hoffnung. Sie fanden den Trost der so kümmerlichen Christen, der auch der Trost der ganzen Welt und so auch ihr eigener Trost ist, statt in irgend etwas, was der Mensch von sich aus für Gott sein und tun könnte, in dem, was Gott in der Majestät seiner freien Gnade für ihn und mit ihm getan hat, noch tut und wieder und endgültig tun wird. Sie konnten die Theologie von dort aus weder offen noch heimlich mit einer Existentialphilosophie vertauschen.“

Kierkegaard und die Theologen Von Karl Barth Es gibt Theologen, die von Kierkegaard wohl einiges gehört und wohl auch gelesen … Mehr