Heinrich Treblin über das Vermächtnis Werner Schmauchs (1905-1964) als Wegweisung heute (1985): „Es gehört zu den wichtigsten Einsichten Werner Schmauchs, die ihm in Drangsal und Anfechtung des Kirchenkampfes der Hitlerzeit erwachsen sind und die sich dann in den ihrer bisherigen Privilegien beraubten Kirchen in Osteuropa und in der DDR bewährt haben, dass eine solche Kirche, die den Schutz des Staates zur Sicherung ihrer eigenen Existenz begehrt, ihre Freiheit, diesem das ärgerliche Wort vom Kreuz auszurichten, preisgegeben und ihre Salzkraft verloren hat.“

Das Vermächtnis Werner Schmauchs (1905-1964) als Wegweisung heute Von Pfarrer Heinrich Treblin In diesem Jahr wäre ein Mann 80 Jahre … Mehr

Martin Luthers Predigt über Johannes 3,16 (1534): „Sie sind eine recht schöne Predigt, die man niemals auslernen kann. Es ist der Hauptspruch, der uns Christus vor Augen malt und was ein Christ besitzt, was die Welt ist und was Gott ist. Wir wollen Gott anrufen, daß wir’s glauben können, fröhlich darüber leiden und sterben und selig werden. Dazu helfe uns unser lieber Gott! Amen.“

»Er selbst, der Vater, hat euch lieb.« Predigt über Johannes 3,16 Von Martin Luther EVANGELIUM Johannes 3,16: Also hat Gott … Mehr

Peter Blickle über den Deutschen Bauernkrieg: „Das göttliche Recht bildete den Ansatzpunkt zur Entwicklung neuer Verfassungsmodelle. Sie fußten auf der Prämisse, das Evangelium könne den Parameter für weltliche Ordnungen abgeben, was den prinzipiellen Widerspruch Luthers hervorrief, wohingegen der konkrete politische Unterbau je nach den territorialen Vorgaben variieren konnte. Gemeinsam ist allen Programmen, daß sie die Land- und Stadtgemeinden zur Basis des staatlichen Aufbaus machen und das Prinzip der Wahl für alle politischen Ämter durchsetzen wollen. So gelesen können die Programme insgesamt das Attribut »revolutionär« beanspruchen und der Bauernkrieg als solcher die Bezeichnung »Revolution des gemeinen Mannes«.“

Deutscher Bauernkrieg Von Peter Blickle Der Bauernkrieg gehört einerseits zu den herausragenden Ereignissen der deutschen Geschichte (Ranke nennt ihn das … Mehr

Landesordnung der oberschwäbischen Bauernhaufen vom März 1525: „Die Fahnen sollen rot und weiß sein, ebenso die Zeichen oder Kreuze, die in Andreaskreuz-Form darauf genäht sein sollen. Jedes Quartier oder jeder Teil soll ein eigenes Regiment aufstellen und halten, mit allem, was dazugehört, gemäß dem Kriegsrecht. Jeder Oberste im jeweiligen Teil soll ein besonderes Verständnis und eine Losung mit seinem Regiment, den Unteroberen und den anderen Räten haben, wie es sich gehört. Was die Obersten, Unteroberen, Räte und das Regiment beschließen, anordnen, befehlen oder unternehmen, dem soll die Gemeinde in christlicher Treue gehorsam sein.“

Landesordnung der oberschwäbischen Bauernhaufen Etwa 7. März 1525 Die ehrbare Landschaft dieser christlichen Vereinigung ist in drei Teile geordnet und … Mehr

Otto von Bismarck, Circular-Depesche vom 14. Mai 1872 zur Papstwahl: „Durch diese Beschlüsse ist der Papst in die Lage gekommen, in jeder einzelnen Diözese die bischöflichen Rechte in die Hand zu nehmen, und die päpstliche Gewalt der landesbischöflichen zu substituieren. Die bischöfliche Jurisdiktion ist in der päpstlichen aufgegangen; der Papst übt nicht mehr, wie bisher, einzelne bestimmte Reservatrechte aus, sondern die ganze Fülle der bischöflichen Rechte ruht in seiner Hand; er ist im Prinzip an die Stelle jedes einzelnen Bischofs getreten, und es hängt nur von ihm ab, sich auch in der Praxis in jedem einzelnen Augenblick an die Stelle desselben gegenüber den Regierungen zu setzen. Die Bischöfe sind nur noch seine Werkzeuge, seine Beamten ohne eigne Verantwortlichkeit; sie sind den Regierungen gegenüber Beamte eines fremden Souveräns geworden und zwar eines Souveräns, der vermöge seiner Unfehlbarkeit ein vollkommen absoluter ist — mehr als irgend ein absoluter Monarch in der Welt.“

Ich bin über die Karl-Lehmann-Biografie „Der Kardinal“ von Daniel Deckers (Pattloch, 2002) auf dieses Zitat gekommen, das im Zusammenhang mit … Mehr

Martin Luthers Auslegung zu Psalm 22,7 »Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und Verachtung des Volks«: „Gleich wie Christus in der Welt gehalten und behandelt ist, so gehets dem schriftlichen Gotteswort auch. Es ist ein Wurm und kein Buch, mit anderen Büchern verglichen. Denn solche Ehre mit Studieren, Lesen, Betrachten, Behalten und Brauchen geschieht ihm nicht, wie anderer Menschen Schriften. Gehts ihm gut, so liegts unter der Bank usw. Die andern zerreißens, kreuzigens, geißelns und tun ihm alle Marter an, bis sie es auf ihre Ketzerei, Sinn, Mutwillen deuten und dehnen, zuletzt ganz verderben, töten und begraben, so dass es aus der Welt gestoßen und vergessen wird.“

Auslegung zu Psalm 22,7: »Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und Verachtung des Volks.« … Mehr

Abschied von Shermain Suk Mee Lai: „Es sind mir die vielen Gespräche über ihren Werdegang, ihre Verletzlichkeit und ihre kritischen Fragen in Erinnerung. Die Stimme klingt vertraut im Ohr, ihr Lächeln vor Augen – mir Schwester im Glauben an Jesus Christus, die in wunderbarer Weise die Worte des Apostels Paulus beherzigt hat: ‚Freut euch in der Hoffnung, seid geduldig in der Bedrängnis, beharrlich im Gebet! Nehmt Anteil an den Nöten der Heiligen; gewährt jederzeit Gastfreundschaft! Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden!'“

Abschied von Shermain Suk Mee Lai Die Todesnachricht kam für mich überraschend. Die Trauer hat mich eingeholt. Unser letztes Telefonat … Mehr

Robert Musil über die Dummheit (1937): „Gelegentlich sind wir alle dumm; wir müssen gelegentlich auch blind oder halbblind handeln, oder die Welt stünde still; und wollte einer aus den Gefahren der Dummheit die Regel ablei­ten: »Enthalte dich in allem des Urteils und des Entschlusses, wovon du nicht genug ver­stehst!«, wir erstarrten! Weil unser Wis­sen und Können unvollendet ist, müssen wir in allen Wissenschaften im Grunde voreilig urtei­len, aber wir bemühen uns und haben es erlernt, diesen Fehler in bekannten Grenzen zu halten und bei Gelegenheit zu verbessern, wodurch doch wieder Richtigkeit in unser Tun kommt. Nichts spricht eigentlich dagegen, dieses exakte und stolz-demütige Urteilen und Tun auch auf andere Gebiete zu übertragen; und ich glaube, der Vorsatz: »Handle, so gut du kannst und so schlecht du musst, und bleibe dir dabei der Fehlergrenzen deines Handelns bewusst!« wäre schon der halbe Weg zu einer aussichtsvollen Lebensgestaltung.“

Über die Dummheit Von Robert Musil Meine Damen und Herren! Einer, so sich unterfängt, über die Dummheit zu sprechen, läuft … Mehr