Nun kann mir nichts mehr geschehen (Brief an die Ehefrau Freya) Von Helmuth James Graf von Moltke Tegel, den 10.1.1945 … Mehr
Autor: Jochen Teuffel
Kornelis Heiko Miskotte, Der Appell der Kunst (Wenn die Götter schweigen): „Die Kunst ist es, die uns sozusagen ante festum einlädt, unter dem Lebensbaum zu sitzen, dessen Zweige sich in einem Umkreis von fünfhundert Wegjahren über die Völker und über die Welt ausbreiten. Die Kunst ist es, die — wie seinerzeit, und mit Recht, die Weisheit – gegen die irreligiöse und religiöse Torheit der Menschen hat ’schreien‘ müssen, und die nun ihre Stimme erhebt als ‚eine Stimme verschwebenden Schweigens‘ – nicht so sehr, um uns vom Tode abzumahnen, als vielmehr um uns, ohne Vermittlung und Zwischenweg, das Leben zu zeigen.“
Der Appell der Kunst Von Kornelis Heiko Miskotte Die Kunst ist es, die uns sozusagen ante festum einlädt, unter dem … Mehr
Max Weber über Gesinnungsethik und Verantwortungsethik (1919): „Wenn da plötzlich die Gesinnungspolitiker massenhaft in das Kraut schießen mit der Parole: »Die Welt ist dumm und gemein, nicht ich; die Verantwortung für die Folgen trifft nicht mich, sondern die andern, in deren Dienst ich arbeite, und deren Dummheit oder Gemeinheit ich ausrotten werde«, so sage ich offen: dass ich zunächst einmal nach dem Maße des inneren Schwergewichts frage, das hinter dieser Gesinnungsethik steht, und den Eindruck habe: dass ich es in neun von zehn Fällen mit Windbeuteln zu tun habe, die nicht real fühlen, was sie auf sich nehmen, sondern sich an romantischen Sensationen berauschen.“
Über Gesinnungsethik und Verantwortungsethik (Politik als Beruf, 1919) Von Max Weber Wie steht es denn aber mit der wirklichen Beziehung … Mehr
Gerhard Jacobi, Tagebuch eines Großstadtpfarrers (1929): „Bei einer Taufe, die ich hatte, entdeckte ich im Schlafzimmer, wo ich mir den Talar anzog, zweimal 30 Flaschen = 60 Flaschen Bier. Es waren 6 Herren geladen. Kindertaufe nicht sub specie aeternitatis, sondern alcoholis. Ach, es wird mir überhaupt das Taufen manchmal so schwer. Man lädt dem Kindlein das Schwerste auf, das Kreuz. Mit der Taufe begraben in den Tod. Und manchmal, da muss ich mich doch sehr bemühen, um innerlich zu hören, dass Gott in der Taufe spricht. – Selten gelingt es mir auch, in meiner Taufansprache hinaufkommen über das „Ich glaube an Gott den Schöpfer“. Es liegt natürlich an den Hörern; denn wer denkt heute in der Christengemeinde überhaupt bei der Taufe an Gott? Man denkt an Geburt, Kaffee, Kuchen, Bier, ans Familienfest, das der Pfarrer verbrämen muss. Manchmal suche ich die Familienfeststimmung zu durchbrechen durch ein herbes Bibelwort, das ich den Fräcken und seidenen Kleidern zurufe. Mag’s ihnen, den Eltern oder Paten, ruhig ein Ärgernis sein, dass man so etwas bei der Taufe sagt.“
Gerhard Jacobis Tagebuch eines Großstadtpfarrers, das auf dessen Pfarrdienst an der Hallenser Pauluskirche (1923-1927) Bezug nimmt, wird von Klaus Scholder … Mehr
Gottfried Bachl, Psalm 48: „was ich mir nicht verbieten lasse. // die rede vom anfang, / vom urplötzlichen einschlag. // die Weigerung, dem zufall / viel zuzutrauen. // den vorzug, jemand lieber zu haben / als das etwas.“
Psalm 48 was ich mir nicht verbieten lasse. die rede vom anfang,vom urplötzlichen einschlag. die Weigerung, dem zufallviel zuzutrauen. den … Mehr
Tagesgebet zum 1. Sonntag im Advent, 30. November 2025
Herr Jesus, Gesalbter und Erhöhter,deine Gerechtigkeit herrscht im Himmel,und wo du gegenwärtig bist, wächst der Friede.Komm zu uns in Macht … Mehr
Stammt das Gedicht „Alles beginnt mit der Sehnsucht“ wirklich von Nelly Sachs oder ist es nicht doch ein Kukucksgedicht: „Fing nicht auch Deine Menschwerdung, Gott, / mit dieser Sehnsucht nach dem Menschen an?“
In der aktuelle Ausgabe von Publik Forum (Nr. 22 / 2025, S. 40f) bespricht Helmut Jaschke folgendes Gedicht und stellt … Mehr
Gisbert Greshake, Wüste – Ort der Gegenwart Gottes: „Wüste ist der Raum, wo der Mensch auf seine eigene Winzigkeit und Ohnmacht verwiesen wird. Sie ist der Ort des Bösen und des Todes. Bis heute noch ist die geologische Wüste ein solcher Ort. Überall findet man Spuren des Todes: bleichende Knochen von Kamelen, Schafen und Ziegen und zahlreiche Autowracks, die bezeugen, daß viele ihren Weg abbrechen mussten und nicht wunschgemäß ans Ziel gekommen sind. Gerade so aber, als Ort des Todes und des Bösen, ist die Wüste ein Bild jener Dimension unserer Existenz, in der wir allein sind, verlassen, ungeborgen, vielen Gefährdungen ausgesetzt. Sie ist gleichsam eine ‚Ikone‘ dafür, daß es Augenblicke und Situationen in unserem Leben gibt, in denen wir auf unsere eigene Nichtigkeit zurückgeworfen werden und Todeserfahrung machen.“
Wüste – Ort der Gegenwart Gottes Von Gisbert Greshake Wenn in der Heiligen Schrift von Wüste die Rede ist, so … Mehr
Hans Graf von Lehndorff, Neuanfang des Glaubens im Insterburger Männerkreis der Bekennenden Kirche in Ostpreußen (1941/42): „Wie konnte es geschehen, dass ich 31 Jahre alt werden und in dies schäbige Gemeindehaus kommen musste, um zu erfahren, dass es noch etwas anderes gab als meine kleine Existenz, nämlich eine Welt, die nach allen Seiten offensteht, in der man leben und atmen kann und die eine Fülle von Entdeckungen für mich bereithält? Ich saß vornübergebeugt, vergaß meine Umgebung und staunte nur über das, was aus diesem Menschen zu mir sprach. Zu mir ganz allein – denn wer sonst unter den Anwesenden hätte seine Worte so verstehen können, wie ich sie verstand? Ich holte immer wieder tief Luft und wusste, dass die enge Wand, die mich umgab, an einer Stelle durchstoßen worden war.“
Neuanfang des Glaubens im Insterburger Männerkreis der Bekennenden Kirche in Ostpreußen (1941/42) Von Hans Graf von Lehndorff Wenn man mich … Mehr