Rolf Wischnath, Grüne Zweige und die Sehnsucht. Warum sind die grünen Zweige in der Kirche grün?: „Und die abgerissenen Zweige und die ausgehauenen Bäume haben mithin ihren Sinn: Die ge­schlagenen und gescheiterten Menschen, die Armen und Schwachen, die Opfer und Verlierer, die am Boden liegen – manche denken: kaputte Typen, der letzte Dreck, nur noch für die Mülltonne. Auch hier ist es wie mit den geschlagenen Bäumen und den grünen Zweigen: Wenn man sie ins Licht holt und ihnen gibt, was sie zum Leben brauchen, schmücken sie. Wie sie haben auch die versehrten Menschen Glanz und unzerstörbare Würde – und eine Sehn­sucht im Leib.“

GRÜNE ZWEIGE UND DIE SEHNSUCHT. WARUM SIND DIE GRÜNEN ZWEIGE IN DER KIRCHE GRÜN? Von Rolf Wischnath Weihnachten muss sein. … Mehr

Eberhard Jüngel, Evangelischer Indikativ. Untergang oder Renaissance der Religion?: „Als Sachwalterin des Evangeliums hat die Kirche also für das ambivalente Phänomen der Zivilreligion eine aus­gesprochen diakritische Funktion. Sie hat die Zivilreligion in jedem Fall »aufzuheben«: entweder in dem von Hegel beschriebenen bekannten drei­fachen Sinn oder aber in dem einfa­chen Sinne, daß sie ihr als einem Exzeß von Aberglauben, so gut sie es kann, ein schnelles Ende macht. In beiden Fällen wäre das der Dienst, die die (als Teilsystem der Gesellschaft existierende) Kirche dem Ganzen der Gesellschaft, dem Staat und dem Volk, das in diesem Staate lebt, schul­det.“

Evangelischer Indikativ. Untergang oder Renaissance der Religion? (1995) Von Eberhard Jüngel Die Kirche hat gegenüber der Zivilreligion eine unterscheidende Funktion: … Mehr

Hans Joachim Iwand, Brief an Fritz Kessel, DC-Bischof der Provinz Ostpreußen mit Sitz in Königsberg (1934): „Dass heute ein Geschlecht von jungen Theologen heranwächst, die wie­der ‚aus Glauben reden‘ und darum vielleicht denen, die aus der Kirche von ehedem kommen, unbequem sind, ist meine Zuversicht und Gewissheit. Wer wider sie steht, wird nicht auf immer widerstehen können.“

Brief an Fritz Kessel, DC-Bischof der Provinz Ostpreußen mit Sitz in Königsberg (1934) Von Hans Joachim Iwand Königsberg, den 8. … Mehr

Johann Baptist Metz, Im Angesicht der Gefahr (1984): „Was verstehen wir eigentlich vom Neuen Testament, wenn in unserer modernen Deutung die Gegenwart von Gefahr systematisch ausgeblendet ist? Was, wenn wir – aufklärungsbeflissen und auf strikte Entmythologisierung bedacht – den Horizont der Gefahr einfach wegwischen oder übertünchen, jenen Horizont der Gefahr, der die biblische, speziell die neutestamentliche Geschichte umspannt und zusammenhält? Was steckt hinter unserer Kritik an den apokalyptischen Bildern: Der Wille zur Aufklärung über die unbegriffene Macht der Mythen in diesen Traditionen oder der Wille, dem gefährlichen Chri­stus auszuweichen und die Gefahr stillzustellen, sie allen­falls in die fast schon exterritoriale Situation des Todes abzudrängen?“

Im Angesicht der Gefahr (1984) Von Johann Baptist Metz In einem »außerkanonischen Wort«, das uns von Origenes überliefert ist, sagt … Mehr

Hans Joachim Iwand, Predigt über 1. Johannes 1,5-9 (Predigerseminar Jordan, 1937): „Meine Brüder, die Anfechtungen des Lebens können und werden noch sehr hoch gehen, es werden Zeiten und Stunden kommen, in denen wir glauben, Gott ganz verloren zu haben, aber wenn wir dies, dies letzte, endgültige Wort Gottes nicht loslassen, dann wird es kräftiger sein als alles, was uns von Gott trennen will. Dann wird es wirklich das Wort sein, das Gott über unser Leben setzt und das darum gilt in Zeit und Ewigkeit. Denn dabei wird es bleiben, solange wir hier auf Erden unseren Weg gehen: Was wir als Trost und Gewißheit unseres Glaubens haben, das haben wir darum, weil wir uns flüchten dürfen in die Arme unseres Gottes, der uns krönt mit Gnade und Barmherzigkeit und der zu uns sagt: Sei getrost mein Sohn, dir sind deine Sünden vergeben.“

Predigt über 1. Johannes 1,5-9 (1937) Von Hans Joachim Iwand Und das ist die Verkündigung, die wir von ihm gehört … Mehr

Rudolf Landau, Predigt über Matthäus 25,1-13: „Das ist das Öl, die Klugheit, dies fröhliche Geschrei in deinen Ohren, das in deinem Herzen nistet und dich froh macht, selbst im Schlaf gewiss bleiben läßt: das Evangelium, die gute Nachricht: Er ist gegenwärtig! »Ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende.« Das ist das Öl der Christen. Er, ihr Herr selber, der bei ihnen ist und doch auf sie zukommt; der unsichtbar, aber nicht unhörbar, sondern hörbar und wahrnehmbar, verborgen unter Wasser und Brot und Wein und im Wort der Predigt und in der Gemeinschaft derer, die seine und untereinander Brüder und Schwestern sind, bei ihnen ist.“

Predigt über Matthäus 25,1-13 (Letzter Sonntag des Kirchenjahres) Von Rudolf Landau Daß es das einmal gegeben haben wird, liebe Gemeinde, … Mehr

Lothar Steiger, Selig sind die Toten. Meditation zu Offenbarung 14,13: „Sind nicht die Stimmen vom Ende her viele und verworrene und eines andern Engels Domäne, des Todesengels Flüster­propaganda, mit heimlichen inneren Stimmen, die sich nicht gern in klare offenbare Worte fassen lassen? Stimmen vom Ende, die wollen und machen, daß wir mit halber und erstickter Stimme auf sie antworten: hinten im Kehlkopf Geräusche, Zischlaute zwischen den Zähnen, verbissene Lippen und verzagte, übelnehmende, niederdrückende Reden und: keine Worte finden. Ja, selig die Toten, die uns singen machen könnten mit Hilfe der Stimme vom Himmel! Auf dass wir vom Ende her gottselige Reden führen und Worte fänden für einander!“

Selig sind die Toten Von Lothar Steiger Offenbarung Johannis 14,13 Und ich hörte eine Stimme vom Himmelzu mir sagen: Schreibe:Selig … Mehr