Jantine Nierop, Die Aktualität von K.H. Miskottes Notizen über die Sprache der Predigt: „Ein Text, der selbst – in seiner Form – den Dabar-Charakter hat, verbietet streng genommen die Formulierung eines Themas; ein Text hingegen, der eine Beschreibung oder einen Spruch enthält, führt oder zwingt sogar zur Formulierung eines Themas; die rechte Predigt hat kein in sich ruhendes ‘Thema’, das man behandeln kann.“ Laut Miskotte hat die Predigt also Dabar-Charakter, das heißt: Sie ist ein Wort, das zugleich eine Tat ist, ein Wort, das geschieht. Anders gesagt: Die Predigt verweist nicht nur auf eine andere Wirklichkeit, sondern stellt das, wovon sie spricht, selbst gegenwärtig. Den Gottesdienst bezeichnet Miskotte deshalb auch als eine „Begegnung Gottes mit seinem Volk, die Realisierung einer besonderen Gegenwart“.

„Am liebsten auch in der Wortform ein Gotteswort“. Die Aktualität von K.H. Miskottes Notizen über die Sprache der Predigt

Von Jantine Nierop

Das Fachgebiet der Homiletik – eine Teildisziplin der Praktischen Theologie – reflektiert über die Theorie und Praxis der Predigt. In der gegenwärtigen Homiletik spielt die Frage nach der rhetorischen Gestaltung der Predigt eine große Rolle. Diese Entwicklung hat ihren Ursprung in der sogenannten „empirischen Wende“, die sich in den 1960er-Jahren innerhalb der Praktischen Theologie vollzogen hat. Seither sind anthropologische, soziologische und psychologische Fragestellungen ein wesentlicher Bestandteil der homiletischen Forschung, die sich vor allem auf die Kommunikation zwischen Prediger und Hörenden konzentriert.

Aktuelle Themen des gegenwärtigen homiletischen Diskurses sind die Auffassung der Predigt als ein Geschehen in der Zeit (im Gegensatz zur Auffassung der Predigt als Mitteilung oder Informationsübertragung) sowie die Frage nach deren Auswirkungen auf Sprache und Form der Predigt. In diesem Artikel wird untersucht, ob der niederländische Theologe K.H. Miskotte (1894–1976) zu dieser Fragestellung neue Einsichten geben kann. Seine homiletischen Beobachtungen – obwohl sie in den 1930er- und 1940er-Jahren innerhalb eines ganz anderen theologischen Paradigmas entstanden sind – erweisen sich in dieser Hinsicht als überraschend aktuell.

1. Die Predigt als Geschehen

Vor allem in der amerikanischen Homiletik hat das Denken über die Predigt als Geschehen einen großen Aufschwung erlebt. Seit den 1960er-Jahren distanzieren sich immer mehr Homiletiker von der Vorstellung, dass die Predigt vornehmlich Informationsübermittlung sei. Manche sprechen in diesem Zusammenhang sogar von einer „Revolution“ in der Homiletik. Der Kreis der Homiletiker, der die Predigt als ein Geschehen in der Zeitan event-in-time – versteht, wird als New Homiletic bezeichnet.

Ein wichtiger Vertreter der New Homiletic, Paul Wilson, nennt das erste Kapitel seines Buches The Practice of Preaching (1995) „Preaching as God’s Event“. Er schreibt: „Wenn wir das Wort Geschehen in diesem Sinne verwenden, meinen wir eine Handlung, ein Ereignis, etwas, das sich in einem Moment im Leben der Hörenden ereignet. Wenn wir sagen, dass es sich um ein göttliches Geschehen handelt, erkennen wir an, dass Gott sich durch die Predigt begegnen lässt.“ Nach der New Homiletic vermittelt die Predigt den Hörenden nicht nur Informationen über Gott, sondern schenkt ihnen vor allem Gott selbst. In den Worten von Eduard Riegert, einem weiteren Theologen aus dem Kreis der New Homiletic: „Wir bekommen ohnehin schon zu viele Informationen. Die Menschen hungern nach einer Begegnung mit Gott; sie wollen nicht nur etwas über Gott wissen, sie wollen Gott erkennen.“

Welche Folgen hat diese Revolution innerhalb der amerikanischen Homiletik für Sprache und Form der Predigt? Aufgrund des begrenzten Umfangs dieses Artikels wird lediglich auf die Hinweise eingegangen, die Paul Wilson in The Practice of Preaching gibt. Dabei ist zu bedenken, dass die New Homiletic verschiedene Strömungen umfasst, die sich insbesondere in Bezug auf die sprachliche Gestaltung der Predigt unterschiedlich akzentuieren.

Nach Wilson soll die Sprache der Predigt eine Erfahrung ermöglichen: „Predigt als Gottesgeschehen bedeutet, mit Worten die Art von Erfahrungen und Beziehungen zu schaffen, die das Gesagte verkörpern.“

Wie kann Sprache das verwirklichen? Oder anders gefragt: Wie können Worte verhindern, dass durch die Predigt eine Gottesbegegnung geschieht? Wilson schreibt: „Die Worte des Predigers können das göttliche Geschehen behindern, wenn sie Gott als nominal, fern, abstrakt, passiv oder unpersönlich darstellen.“ Eine Predigt hingegen, die auf konkrete Weise von Gott spricht, kann die Erfahrung einer Gottesbegegnung hervorrufen. Wilson beschreibt, wie in der Bibel auf sehr konkrete Weise über Gott gesprochen wird und zeigt, wie diese biblische Ausdrucksweise in der Predigt verwendet werden kann. So entspricht dem biblischen Motiv eines sprechenden Gottes eine Predigtsprache, die die Unwiderstehlichkeit von Gottes Wort betont. Wilson gibt dafür ein Beispiel:

Beispiel:
Gottes Wort wird missverstanden, wenn wir es wie ungeöffnete Post vom letzten Monat behandeln. Es ist nichts, was wir beiseite schieben oder mit Füßen treten können. Es ist vielmehr wie ein Fax, das hereinkommt, ein Anruf, der durchkommt, ein Zug, der durch einen Tunnel rast, ein Flugzeug, das startet, ein Planet, der sich in einen neuen Tag dreht und nicht aufzuhalten ist.

Die Sprache der Predigt muss zudem Gott als ein sprechendes Subjekt auftreten lassen, meint Wilson, und gibt auch dafür Beispiele:

Beispiel:
„Hörst du Gottes Stimme jetzt, wie sie dir ins Ohr flüstert?“ oder „Höre, was Gott uns jetzt sagt“, oder „Christus ruft jeden von euch beim Namen – Maria, Bill, Tom, Sarah … Füge deinen eigenen Namen ein. Du kannst ihn hören.“

Die New Homiletic bringt das Verständnis der Predigt als event-in-time häufig mit darstellenden Künsten wie Film und Theater in Verbindung. Die amerikanische Theologin Barbara Brown Taylor vergleicht die Predigt mit einer musikalischen Aufführung. Ihrer Ansicht nach ist es in erster Linie Aufgabe des Predigers, Gottes Musik hörbar zu machen – nicht, sie zu erklären.

2. Die Predigt als Ereignis

Obwohl auch die afroamerikanische Homiletik eine wichtige Inspirationsquelle der New Homiletic darstellt, liegen ihre Wurzeln insbesondere in der Hermeneutik der deutschen Theologen Ernst Fuchs und Gerhard Ebeling. Auch in Deutschland findet diese Richtung bedeutende Nachfolge. Der deutsche Theologe Martin Nicol ist ein großer Verfechter der Gedankenwelt der New Homiletic. Nicol versteht die Predigt – ebenso wie die Vertreter der New Homiletic – als eine Performance, die sich gut mit anderen darstellenden Künsten wie Tanz, Musik, Theater und Film vergleichen lässt. Den Kern der New Homiletic fasst er mit den Worten seines amerikanischen Lehrers Don Wardlaw zusammen: „preaching from within“.

In seiner dramaturgischen Homiletik Einander ins Bild setzen (2002) schreibt er:

„Solches ‚Predigen in‘ entfernt sich kategorial von allem ‚Reden über‘: über das Bibelwort, über Gott und die Welt, über die Gemeinde. ‚Preaching from within‘ ist ‚Reden in‘: Reden im Bibelwort, im Handeln Gottes, im Beziehungsgeschehen von Predigerin und Gemeinde, im Hier und Jetzt der Situation – und mit alledem hoffentlich auch im Ereignis. Eine solche Predigt versucht – sie versucht es zumindest –, nicht über das Trösten zu reden, sondern zu trösten.“

Im Artikel PredigtKunst (2000) gibt Nicol ein eindrückliches Beispiel aus einer Predigt einer Studentin, um zu zeigen, wie man Gottes Sprechen zu einem Ereignis, einem Geschehen in Raum und Zeit, machen kann. Im Rahmen einer Homiletikvorlesung hatte die Studentin die Geschichte von Maria und Martha (Lk. 10,38–42) inszeniert. Nicol schreibt:

„Die Studentin hat zwar auch erklärt bzw. informiert: Die Wiederholung des Namens sei im Judentum zur Zeit Jesu ein Zeichen besonderer Vertrautheit gewesen. Aber die Predigerin hat es nicht dabei belassen. Sie hat es sinnenfällig gemacht, hat es uns miterleben lassen: nicht ‚Martha, Martha‘ (mit erhobenem Zeigefinger), sondern ‚Martha, Martha‘ (mit Liebe und Zuneigung in der Stimme). Die Predigerin hat nicht über das Wiederholen von Namen geredet, sondern sie hat den Namen ‚Martha‘ wiederholt.“

In Die Einführung in das Leben (1996) beschreibt der deutsche Theologe Manfred Josuttis die Predigt als „göttliche Energie“. Eine Predigt kann natürlich neue Einsichten vermitteln, in erster Linie jedoch ist sie eine Begegnung mit der Kraft Gottes. Diese sogenannte energetische Homiletik weist viele Parallelen zur Ereignis-Homiletik von Nicol auf. Josuttis hingegen wurde nicht durch die Theologen der New Homiletic, sondern durch Martin Luther inspiriert.

Aus dem Artikel Die Predigt des Evangeliums nach Luther, veröffentlicht im zweiten Band von Josuttis’ Homiletische Studien (1995), geht hervor, wie stark sein Konzept der energetischen Predigt mit Luthers fundamentaler Unterscheidung zwischen Gesetz und Evangelium verbunden ist. Bei Luther bedeutet die Verkündigung des Evangeliums die tatsächliche Vergebung der Sünden. In diesem Verständnis ist die Predigt eine göttliche Kraft, die das tut, was sie sagt.

Josuttis entwickelt diesen Gedanken weiter. Dabei verliert er das nüchterne handwerkliche Arbeiten an der sprachlichen Gestaltung der Predigt nicht aus dem Blick. Daher fragt er nach Sprachformen, die die Unterscheidung zwischen Gesetz und Evangelium respektieren: „Gibt es Sprachformen, in denen sich diese Differenz erfassen und dann auch gestalten lässt?“

Da die Verkündigung des Evangeliums kein Appell und keine Informationsübermittlung ist, sondern kraftvolle Vergebung der Sünden, ist die Predigt ein Geschehen, das sich in der Gegenwart vollzieht. Die Hörer werden dabei direkt angesprochen. Neben dem Präsens und der direkten Anrede der Hörer spielt die sprachliche Form der Erzählung eine bedeutende Rolle: „Weil das Heil in der Geschichte präsent geworden ist, kann es für die Gegenwart in Geschichten präsentiert werden.“

Schließlich können auch anschauliche Bilder des Heils die energetische Kraft des Evangeliums entfalten.

Auch im Vorwort seines Predigtbandes Offene Geheimnisse (1999) thematisiert Josuttis die sprachliche Gestalt der energetischen Predigt. Der erste rhetorische Hinweis betrifft den Aufbau der Predigt. Dem Charakter der Predigt als Geschehen entspricht laut Josuttis eine Predigtstruktur, die die Hörer mit immer neuen Kreisbewegungen in das Zentrum des Predigttextes führt. Auf dem Höhepunkt dieser Bewegung offenbart sich das Geheimnis des Textes in der Gegenwart. Dabei spielt das Stilmittel der Wiederholung eine wichtige Rolle:

„In der Wiederholung entfaltet ein Wort seine Macht. Es erfüllt den Raum. Es dringt in die Ohren. Es verändert die Herzen.“

Darüber hinaus ist es wichtig, dass man am Höhepunkt der Predigt der relativen Unbestimmtheit einzelner Wörter Vorrang gegenüber der Festlegung von Inhalten durch vollständige Sätze gibt. So kann die Predigt bei jedem Hörer auf seine eigene Weise wirken. Josuttis schreibt:

„Gerade wenn man das Zentrum eines Textes von verschiedenen Seiten umkreist hat und wenn die Zeit gekommen ist, dass das Geheimnis dieser sprachlichen Macht sich entbergen kann, sollte man auf Fixierungen jedweder Art verzichten. Ein Wort wird, so oder so, gesprochen. Es wird, so oder so, gehört und, so oder so, verstanden – und wirkt dann bei diesem oder bei jener auf seine Weise.“

Die Beispiele von Nicol und Josuttis zeigen exemplarisch, dass die Auffassung der Predigt als ein Geschehen in der Zeit in der gegenwärtigen deutschsprachigen Homiletik eine große Rolle spielt. Doch Nicol und Josuttis sind nicht die ersten Theologen, die die Predigt auf diese Weise betrachten. Bereits 1971 bezeichnete Rudolf Bohren in seiner Predigtlehre die Predigt als ein Wunder, das in der Kraft des Heiligen Geistes geschieht. Er schreibt: „Ich warte auf Predigt, die ein Wunder ist, weil der, von dem die Rede ist, sich in das Reden über ihn einmischt, selbst das Wort ergreift, so dass nicht nur über Gott und seinen Freispruch geredet wird, sondern sein Wort geschieht, sein Freispruch freimacht.“

Die Auffassung der Predigt als ein Geschehen in der Zeit – von Bohren zusammengefasst mit dem Begriff Namenrede – ist sogar eines der Hauptmotive seiner Predigtlehre. Die rhetorischen Konsequenzen dieser Auffassung arbeitet er sehr präzise aus.

Bei Erscheinen von Bohrens Predigtlehre schrieb K.H. Miskotte begeistert: „Wie sehr hoffen wir auf eine neue Gezeitenwende; es liegt in der Luft! Wer hätte vor zehn Jahren an etwas wie Rudolf Bohrens ‚Predigtlehre‘ gedacht?“

An diesem Punkt der Argumentation kehren wir zur ursprünglichen Frage zurück: Welchen Beitrag kann Miskotte zur aktuellen Diskussion über die sprachliche Gestaltung der Predigt als ein Geschehen in der Zeit leisten?

3. K.H. Miskotte über den Dabar-Charakter der Predigt

Über die Predigten von Miskotte gibt es eine bekannte Anekdote, die in diesem Zusammenhang noch einmal erwähnt werden soll. In Anspielung auf das hohe intellektuelle Niveau des Mannes, der 1945 Professor an der Universität Leiden wurde, stellte jemand einer „einfachen Frau“ aus seiner Gemeinde einmal folgende Frage: „Verstehen Sie denn immer alles, was er sagt?“ – „Nein“, antwortete die Frau, „ich verstehe gewiss nicht alles. Aber was wichtiger ist: Er versteht mich.“ Die Frage der Frau betrifft den informativen Charakter der Predigt, das Erklären, Erläutern, Verdeutlichen. Doch aus ihrer Antwort wird eine andere Perspektive auf die Predigt deutlich: Über die bloße Informationsvermittlung hinaus bewirkten Miskottes Predigten etwas in ihr, sie berührten und bewegten sie. Seine Predigten riefen in ihr das Gefühl hervor, „verstanden zu werden“. Wie konnten Miskottes Predigten diese Erfahrung auslösen?

Um diese Frage zu beantworten, kehren wir zurück zu dem Band, den Miskotte 1948 unter dem Titel Om het levende Woord. Opstellen over de praktijk der exegese veröffentlichte. Die Aufsätze stammen aus den 1930er- und 1940er-Jahren.

Im Aufsatz Praktikale overwegingen warnt Miskotte vor Themenpredigten. Er schreibt: „Ein Text, der selbst – in seiner Form – den Dabar-Charakter hat, verbietet streng genommen die Formulierung eines Themas; ein Text hingegen, der eine Beschreibung oder einen Spruch enthält, führt oder zwingt sogar zur Formulierung eines Themas; die rechte Predigt hat kein in sich ruhendes ‘Thema’, das man behandeln kann.“ Laut Miskotte hat die Predigt also Dabar-Charakter, das heißt: Sie ist ein Wort, das zugleich eine Tat ist, ein Wort, das geschieht. Anders gesagt: Die Predigt verweist nicht nur auf eine andere Wirklichkeit, sondern stellt das, wovon sie spricht, selbst gegenwärtig. Den Gottesdienst bezeichnet Miskotte deshalb auch als eine „Begegnung Gottes mit seinem Volk, die Realisierung einer besonderen Gegenwart“.

Bemerkenswert ist, dass Miskotte von einem „Text, der selbst – in seiner Form – den Dabar-Charakter hat“ spricht (Hervorhebung JN). Offenbar betrifft der Dabar-Charakter der Predigt auch ihre Form. Die Predigt „geschieht“ Miskotte zufolge also ebenso sehr durch ihre Form wie durch ihren Inhalt – sofern man diese überhaupt voneinander trennen kann. Deshalb ist für ihn die Form der Predigt kein neutrales Mittel. Es überrascht daher nicht, dass Miskotte im gleichen Aufsatz auch schreibt: „möglichst auch in der Wortform ein Gotteswort“.

Daraus lassen sich zwei Dinge ableiten. Erstens: Die religiöse Erfahrung des „Verstandenwerdens“, von der die Frau berichtet, lässt sich mit dem von Miskotte beschriebenen Dabar-Charakter der Predigt in Verbindung bringen. Es kann geschehen, dass eine Predigt nicht nur auf Gott verweist, sondern Gott selbst in der Erfahrung der Hörenden gegenwärtig wird. Zweitens: Der Dabar-Charakter der Predigt betrifft nach Miskottes Auffassung auch ihre sprachliche Form: „möglichst auch in der Wortform ein Gotteswort“. Im Folgenden soll diese Wortform im Zentrum stehen – anhand der Frage: Wie wirkt sich Miskottes Auffassung der Predigt als dabar, als Heilsgeschehen, auf seine Theorie der sprachlichen Gestaltung der Predigt aus?

4. Die „Plastik“ der Predigt bei K.H. Miskotte

Im Aufsatz Praktikale overwegingen widmet Miskotte der sprachlichen Gestaltung der Predigt große Aufmerksamkeit. Zunächst in der Ablehnung der Gestalt der Predigt als Lehrrede, was – wie wir oben sahen – direkt mit dem Dabar-Charakter der Predigt zusammenhängt:

„Man mag all diese Überlegungen ruhig für überflüssigen Ballast halten und fröhlich (…) gleich zur eingängigen Einteilung der Predigt in Punkte übergehen, die sich die Leute gut merken können. Mit solchen Siebenmeilenstiefeln in Richtung Lehrpredigt zu marschieren, ist eine Gewohnheit, die nicht zuletzt Mitschuld trägt an dem erschreckenden Umstand, dass manche Gemeinden allmählich totgepredigt werden.“

Weiter heißt es im Aufsatz:

„Wir können keine homiletischen Fragen ansprechen, ohne ein Gebiet zu betreten, das von der Exegese ziemlich weit entfernt ist; ein Grund, weshalb wir uns hier einer Einmischung enthalten – mit Ausnahme eines Punktes, der sicher zu den praktischen Überlegungen gehört, insofern er unmittelbar aus der Exegese selbst entspringt: die Frage nach der Sprache.“

Für die Sprache der Predigt verwendet Miskotte auch das Wort „Plastik“ und merkt an:
„Vielleicht gibt es in der ganzen Homiletik kein schwierigeres Problem als die Plastik der Predigt.“
Dies sei ein Problem, das nicht nur aus der Exegese hervorgehe, sondern uns – mit Miskottes Worten – auch zurückführe zu den „tiefsten Geheimnissen der Offenbarung, mit denen sich die Theologie zu befassen hat“.

Eines dieser tiefsten Geheimnisse, auf das das Sprachproblem der Predigt zurückführt, ist genau der Dabar-Charakter der Predigt. Miskotte stellt fest: Weil das Wort Fleisch geworden ist, müssen wir zu seiner Beschreibung eine Sprache verwenden, die das Konkrete, das Tatsächliche respektiert. Für diese Sprache verwendet er den Begriff der „mythischen“ Sprache. Gleichzeitig ist das fleischgewordene Wort „gerechtfertigt im Geist“ – und unterscheidet sich damit mit einem unendlichen qualitativen Unterschied von allem anderen in der Welt. Das Wort ist also – um eine Formulierung aus Miskottes Bijbels ABC zu gebrauchen – „in der Welt, aber von der Welt unterschieden“.

Es ist die spekulierende und abstrahierende Sprache der Philosophie, die – so Miskotte – diesem letztgenannten Aspekt des Wortes, seiner Andersartigkeit gegenüber dem Seienden, Ausdruck verleiht, ohne allerdings näher auszuführen, wie genau das geschieht. Um das Wort zu verkündigen, braucht der Prediger daher sowohl die Sprache des Mythos als auch die der Philosophie – oder, wie Miskotte ebenfalls sagt: sowohl die Sprache der Erzählung als auch die der Argumentation. Zugleich betont er aber ausdrücklich, dass „weder die philosophische noch die mythische Sprache“ an diesem Punkt ausreicht. Es geht auch nicht darum, dass Prediger „einen Mittelweg zwischen abstrakter und bildlicher Rede“ suchen, was nur zu einem blassen Sprechen aus allgemeinem Lebensgefühl führe.

Was sollen Prediger also tun? Miskotte schreibt:

„Nach dem Vorbild der Schrift dürfen und müssen wir die bildhafte Kraft der Muttersprache umbiegen – so, dass die Bilder dem dienen, was der Geist zu den Herzen sprechen will.“

Im Moment des Umbiegens der Sprache – besser gesagt: in der Bewegung des Umgebogen-Werdens – geschieht es laut Miskotte: Der Geist spricht den Hörer an. Der Dabar-Charakter der Predigt „blitzt auf“ genau in dieser Bewegung vom einen zum anderen: von „mythischer“ Sprache zur „philosophischen“ Sprache und umgekehrt. Sowohl im Moment, in dem die „mythische“ Sprache konkretisierend die Abstraktion durchbricht, als auch im Moment, in dem die „philosophische“ Sprache abstrahierend die Macht des Faktischen aufhebt, geschieht das Wort.

Das Geschehen der Predigt drückt sich also in einem dynamischen Wechsel zwischen konkreter und abstrakter Sprache aus. Noch anders formuliert: Die Energie einer Predigt wird (unter anderem) freigesetzt durch die rhetorische Figur der Unterbrechung – die Unterbrechung einer Erzählung durch ein argumentierendes Statement und die Unterbrechung eines Arguments durch eine erzählte Erfahrung. Dabei ist wichtig zu bemerken, dass Miskotte die Idee der Predigt als Lehrrede vollständig ablehnt, wohl aber für den Einsatz argumentativer Sprache in der Predigt plädiert.

Im letzten Aufsatz des Bandes Om het levende Woord, mit dem Titel Het waagstuk der prediking (Das Wagnis der Predigt), unterstreicht Miskotte nochmals die Bedeutung der homiletischen Frage nach dem Wie der Predigt:

„Gerade wenn die ‚Wahrheit‘ uns eine streng bestimmte und begrenzte Größe wird – eine erfüllte Wirklichkeit, eine mit dunamis geladene Wirk-lichkeit, von der keine Philosophie reden kann und zu der keine Religion reicht –, gerade dann wird die Frage, wie wir diese Wahrheit, genau diese Wahrheit, sagen sollen, zu einer so ernsten, bedrängenden Frage.“

5. Ein Predigtausschnitt von K.H. Miskotte zur Veranschaulichung

Nun wollen wir Miskottes Hinweis auf den Wechsel von „philosophischer“ und „mythischer“ Sprache in der Predigt anhand eines Predigtausschnitts illustrieren – die Begriffe stehen in Anführungszeichen, weil sich oben gezeigt hat, dass Miskotte sie auf ganz eigene Weise verwendet. Es handelt sich um einen Ausschnitt aus der Predigt Das unaussprechliche Geschehen über Joh. 21,25, die Miskotte am 14. Oktober 1945 bei seinem Abschied von der Niederländisch-Reformierten Gemeinde in Amsterdam hielt. Darin stellt er unter anderem fest, dass Christus so sehr anders ist als alles andere in der Welt, dass alles „in der Herrlichkeit Seiner Präsenz dahinschmilzt“. Er fährt fort:

Woher, wie kommt es dann, dass alles in der Herrlichkeit Seiner Präsenz dahinschmilzt?
[Miskotte stellt eine Ursachensuche an. Die Frage nach einer Ursache abstrahiert stets von einem faktischen Geschehen. Miskotte benutzt hier also die Sprache des Argumentierens.]

Siehe, Jesus hat noch andere Dinge getan; immer wieder hat er weitere Taten vollbracht. Früher, heute und durch alle Zeiten hindurch ist er damit beschäftigt gewesen, ängstliche Herzen zu befreien, Müden und Beladenen Ruhe zu schenken, Gebrochenen und Verzweifelten Trost und Segen zu spenden, Verlorenen Gnade zu gewähren… Oh, wie hat er Einsamen Anteil gegeben an der ewigen Gemeinschaft mit Gott, wie wurde er zur Kraft und zum Weg für völlig Hilflose und Verirrte! Wie wurde er zu einem sicheren Hafen für jene, die von den Stürmen des Lebens zerschlagen waren! Wie hat er all den menschlichen Aufruhr getragen, und Sterbende überall dazu gebracht zu sagen: Sei gegrüßt, o Kreuz, meine einzige Hoffnung!
[Auf die abstrakte Frage nach der Ursache folgt eine konkrete, „mythische“ Erzählung von Jesu Taten.]

Nach Miskotte wird die Energie der Predigt gerade dort frei, wo die argumentative Sprache die „mythische“ Erzählung unterbrechend abstrahiert (suchend, tastend, behauptend) – und umgekehrt auch dort, wo die narrative Sprache konkretisierend (lyrisch, faktisch, aufzählend) in die Struktur des Arguments einbricht. Im zitierten Ausschnitt finden wir ein Beispiel dafür, wie der von Miskotte geforderte Wechsel zwischen beiden Sprachformen aussehen kann.

Ein weiteres gutes Beispiel ist die Passage, die unmittelbar an diesen Abschnitt anschließt:

„Ich muss befürchten, dass viele an dem wahren Wunder vorbeigehen, wenn sie es auf die gewöhnliche Weise missdeuten, nämlich wenn sie meinen, das Denken an, der Einfluss von, die Suggestion des Bildes Jesu sei es, was dies bewirke. Kein Mensch, der irgendetwas von den anderen Dingen erfahren hat, die Jesus getan hat, kann auch nur einen Augenblick glauben, dass Jesus tot sei und dass – wie man dann zu sagen pflegt – sein ‚Geist‘ weiterwirke – ja, wie? wo? in christlichen Menschen, christlichen Büchern? in religiösen Jugenderinnerungen Einzelner oder eines ganzen Kontinents? Hier geht es um das Herz des Glaubens, der Orthodoxie, der Liturgie, des Gebetslebens, der Mystik, die ihren Glanz über das Alltägliche ausbreitet: Christus selbst, der Lebendige, tut all dies, indem er zugleich in der Herrlichkeit des Vaters ist und bei uns – er vollbringt diese anderen Dinge, indem er ist, wer er ist, indem er gegenwärtig ist, wie er gegenwärtig ist. Und nichts ist, so scheint mir, ein traurigerer Verrat an Christus, als die Weise, in der viele scheinbar sehr positiv von Jesus, dem lebendigen Herrn, sprechen, während sie doch eigentlich meinen, dass ein Einfluss vom Jesusbild ausgeht, das durch die Evangelien zu uns getragen wurde, und dass wir uns dem Autoritätsanspruch dieses Erinnerungsbildes unterstellen, als wäre dies ein Herr. ‚Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt!‘ – das ist eine andere Sprache, das ist die Sprache dessen, der wirklich selbst hier und jetzt all die anderen Dinge tut, durch die wir umkehren und zum Leben gelangen. Es geht hier um ein unmittelbares Geschehen, um das eigentliche Geschehen, an dem sich alle anderen Geschehnisse messen lassen müssen hinsichtlich ihres Gehalts an Wirklichkeit, das sie heiligt nach dem Maß ihrer Teilhabe an diesem einen Geschehen des Himmels unter uns.“
[Eine durch und durch abstrahierende, „philosophische“ Passage. Schon ein Wort wie missdeuten zu Beginn der Passage zeigt, dass hier die Frage nach der richtigen Bedeutung, der richtigen Deutung des Wunders von Jesu Handeln im Zentrum steht. Weitere Formulierungen, die das „philosophische“ Wesen des Abschnitts betonen, sind: „wie? wo?“, „hier geht es um“ (zweimal), „das ist“ (ebenfalls zweimal).]

Ja, Jesus hat noch viele andere Dinge getan, er selbst, gestern und heute…

Wie hat er all dies getan? Er tat es (und das ist wiederum unaussprechlich), indem er uns rettete – von uns selbst und von unserer Welt, uns rettete, indem er selbst unterging. Er heilt, indem er zuschlägt; er heilt, indem er verwundet. Seine Freiheit ist göttlicher Natur! Er ist gegenwärtig, indem er in den Himmel aufgefahren ist. Er ist offenbar in Verborgenheit, indem er hinabsteigt in unsere verfluchte Gesellschaft. Seine Treue trägt das göttliche Siegel!

Er bringt alle Tänzer und Spieler auf dem Markt des Lebens zum Stillstand und löst einen himmlischen Tanz in den Gliedern der Seinen aus. Er wurde offenbar denen, die nicht nach ihm fragten, er wurde gefunden von denen, die ihn nicht suchten.
[Hier wird über Jesu Taten erzählt. Miskotte präzisiert sie erzählend, abwechselnd im Präsens und Perfekt.]

Ein weiteres Beispiel für diesen Predigthinweis Miskottes liefert Maarten den Dulk in seinem praktisch-theologischen Entwurf Fünf Chancen. Eine Theologie, die bei Mose beginnt (1998). Den Dulk behandelt Miskottes Hinweis im Kontext des modernen homiletischen Dilemmas: „Soll ich eine Erzählung halten oder eine Argumentation?“ Für ein besseres Verständnis dieses Hinweises nimmt Den Dulk Unterricht bei den Aposteln und Propheten Israels und zeigt überzeugend, wie in Dtn. 1,6–4,40 Erzählform und Argumentationsform abwechselnd verwendet werden. Dieser Text ist laut Den Dulk „in ihrer heutigen Gestalt (…) die literarische Repräsentation einer Predigt“, ja sogar „ein Demonstrationsmodell, an dem sich einige typische Eigenschaften der Predigt wie der eigentümliche Aufbau, die Stilformen und die Strategie ablesen lassen“.

Er weist darauf hin, dass der Text in zwei Teile gegliedert ist: einen Teil, in dem die Erzählform geübt wird (1,6–3,21), und einen Teil, in dem der Verfasser die Form der überzeugenden Rede verwendet (4,1–40). Anhand dieses Beispiels plädiert Den Dulk für eine Predigtweise, die beide Stilformen eigenständig nebeneinander praktiziert. „Das verwirrende theoretische Dilemma, die Wahl zwischen Erzählung oder Argumentation, wird zu einer klaren Herausforderung, beide Formen eigenständig zu kultivieren.“

In dem Artikel K.H. Miskotte: Impuls und Impasse in der Homiletik weist Den Dulk darauf hin, dass seit den 1960er-Jahren die Frage nach der Kommunikation zwischen Prediger und Zuhörer immer wichtiger geworden sei. Diese Frage gelangte schließlich ganz oben auf die homiletische Agenda. Es ist jedoch nicht so, dass diese Frage für Miskotte überhaupt keine Rolle gespielt hätte. In Das Wagnis der Predigt widmet er unter dem Titel Antwort geben den Fragen der Zuhörer Aufmerksamkeit.

Den Dulk schreibt hierzu: „Die Predigt muss auf diese Fragen eingehen und eine Antwort geben. Damit kündigte sich eine Wendung in der Haltung des Homileten an: von der prophetischen zur pastoralen Predigt. Damit wurde Raum geschaffen für die kommunikative Dynamik der Predigt.“ Doch die Frage nach dem kommunikativen Charakter der Predigt hatte bei Miskotte deutlich nicht dieselbe Priorität wie in späteren homiletischen Entwürfen.

6. Die Aktualität von K.H. Miskottes Homiletik

In den letzten beiden Jahrzehnten hat die Homiletik jedoch zunehmend die Predigt als Kommunikation einer Erfahrung betont, mehr als die Vermittlung von Einsichten und Informationen. Diese Entwicklung macht Miskottes Homiletik mit ihrer Betonung der Predigt als Geschehen erneut aktuell. Zwischen der heutigen Homiletik und Miskottes Om het levende Woord liegt natürlich in vielerlei Hinsicht eine Welt: Die Analyse der postmodernen Gesellschaft und ihres Erfahrungsbegriffs, die Verbindung der Predigt mit ästhetischen Kommunikationstheorien und die Betonung einer phänomenologischen Wahrnehmung von Religion fehlen bei Miskotte völlig.

Trotz dieser erheblichen Unterschiede ist er durch seine Hinweise auf die sprachliche Gestaltung der Predigt als ein Geschehen doch ein Gesprächspartner moderner Homiletiker wie Paul Wilson, Martin Nicol und Manfred Josuttis.

Wir haben gesehen: Während Wilson darauf drängt, Gott in der Predigt als ein sprechendes Subjekt zu beschreiben, wird im oben genannten Beispiel von Nicol das Sprechen Jesu sogar szenisch dargestellt („Martha, Martha“). Josuttis setzt andere Akzente: Im Gegensatz zu Wilson und Nicol konzentriert er sich nicht auf die Sprache über oder von Gott, sondern weist auf allgemeine sprachliche Mittel hin, die bei den Hörenden eine Erfahrung hervorrufen können – unter anderem nennt er die Notwendigkeit des Präsens, die direkte Anrede und die Wiederholung von Worten.

Auch die Stilhinweise, die Miskotte zur Predigt als einem Geschehen gibt, betreffen die Sprache der Predigt im Allgemeinen. Seine Ablehnung der Predigt als Lehrrede („eine griffige Einteilung der Predigt in Punkte, die sich die Leute gut merken können“) entspricht in gewisser Weise Josuttis’ Plädoyer für eine Predigtstruktur, die aus Kreisbewegungen besteht. Miskottes Hinweis auf den Wechsel zwischen mythischer und philosophischer Sprache in der Predigt findet sich jedoch bei Josuttis nicht. Einzigartig ist zudem, dass dieser Hinweis nicht so sehr die Verwendung bestimmter Sprachformen empfiehlt, sondern vielmehr ihren Wechsel. Im Zentrum steht hier die innere Dynamik der Sprache und ihre Wirkung auf die Hörenden.

Abschließend kehren wir zurück zur Anekdote über die „einfache Frau“ in Miskottes Zuhörerschaft. Es ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich, wie ein Hin und Her zwischen mythischer und philosophischer Sprache bei den Hörenden das Gefühl hervorrufen kann, verstanden worden zu sein. Dabei ist Folgendes zu bedenken: Der Dabar-Charakter der Predigt wird von Miskotte inhaltlich als eine Begegnung mit Gott qualifiziert. Es ist diese Begegnung, die bei den Hörenden eine besondere Erfahrung evoziert – vielleicht war dies auch bei der Frau aus der Anekdote der Fall. Doch diese Begegnung geschieht nicht außerhalb des Textes der Predigt. Diese Begegnung – ein Geschehen im tiefsten Sinne des Wortes – drückt sich in der Sprache der Predigt aus. Sie wird daher – mit einem im Deutschen kaum übersetzbaren Wort – ereignishaft, dramatisch sein. Dies zeigt sich (unter anderem) in einem dynamischen Wechsel zwischen konkreter und abstrakter Sprache. Diese Sprachfigur kann somit als die äußere Unterstützung der innerlich unbeschreiblichen Begegnung zwischen Gott und Mensch betrachtet werden – oder als die sprachliche Außenseite der Erfahrung, verstanden worden zu sein.

7. Predigen ist Beten

Wir beschließen diesen Artikel mit einem wichtigen pneumatologischen Vorbehalt, den Miskotte formuliert. Wenn Predigt geschieht, geschieht sie im Geist – der gemäß der Tradition frei und souverän ist. Predigen ist daher für Miskotte vor allem eines: Beten um den Geist. In Het waagstuk der prediking schreibt er über den Prediger: „Während des Sprechens und unter dem Hören in betender Haltung zu bleiben, leer zu sein von sich selbst, offen zu stehen, voller Fragen zu bleiben, voller Erwartung, voller Spannung – das bleibt vorausgesetzt, insofern man überhaupt von menschlichen Voraussetzungen sprechen kann.“

Die zitierten Sprachformen im Predigtfragment sind daher in erster Linie der sprechende Ausdruck der Hoffnung und des Gebets des Predigers, dass Gottes Geist seine leeren Hände füllt und seine Worte zu Taten werden lässt. In der sprachlichen Gestaltung der Predigt geht der Prediger betend und bittend dem Geschehen gleichsam voraus. Um mit Martin Luther zu sprechen: „Wir sind Bettler, hoc est verum.

Quelle: Nederlands theologisch tijdschrift (NTT) 64, Nr. 1 (Februar 2010), S. 51-66.

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