Søren Kierkegaard über die Freude: „»Ich freue mich an meiner Freude, aus, in, mit, bei, an, durch und mit meiner Freude« – ein himmlischer Kehrreim, der gleichsam plötzlich unseren übrigen Gesang abschneidet; eine Freude, die gleich einem Windhauch kühlt und erfrischt, ein Stoß des Passats, der vom Hain Mamre zu den ewigen Hütten weht.“

Über die Freude

Von Søren Kierkegaard

Es gehört sittlicher Mut dazu, zu trauern; es gehört religiöser Mut dazu, froh zu sein.

Es gibt eine unbeschreibliche Freude, die uns ebenso unerklärbar durchglüht, wie des Apostels Ausbruch unbegründet hervorbricht: »Freuet euch, und abermals sage ich: Freuet euch.« – Nicht eine Freude über dies oder jenes, sondern der Seele vollgültiger Ausruf »mit Zung’ und Mund und aus Herzens Grund«: »ich freue mich an meiner Freude, aus, in, mit, bei, an, durch und mit meiner Freude« – ein himmlischer Kehrreim, der gleichsam plötzlich unseren übrigen Gesang abschneidet; eine Freude, die gleich einem Windhauch kühlt und erfrischt, ein Stoß des Passats, der vom Hain Mamre zu den ewigen Hütten weht.

Den 19. Mai [1838], vormittags, 10 1/2 Uhr

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