Walter Windfuhr über die nationalsozialistische Machtergreifung in der evangelischen Kirche (1933): „In dem Augenblick, als die SA durch das Turmportal einzog, um die Kirche zu ‚erobern‘, floh Gott hinten aus der Sakristeitür. Nun hat er sich in die Synagoge zurückgezogen als in die einzige gottesdienstliche Stätte, wo das Hakenkreuz nicht regiert.“

Gott flieht aus der Kirche in die Synagoge (1933)

Der deutschnationale Hamburger Pastor und Judaist Walter Windfuhr (1878-1970) schrieb im Spätsommer 1933 an seinen nationalsozialistisch gesinnten Freund Ernst Ludwig Dietrich (1897-1974), ebenfalls Judaist und ab Februar 1934 Landesbischof der EKNH, Folgendes:

»Im und am Nationalsozialismus hat das evangelische Kirchentum Pleite gemacht; daran helfen die verschiedenen Morphiumspritzen in Gestalt von Lutherfeiern etc., die eine neue Lebensblüte vortäuschen sollen, nicht das Geringste. In dem Augenblick, als die SA durch das Turmportal einzog, um die Kirche zu ›erobern‹, floh Gott hinten aus der Sakristeitür. Nun hat er sich in die Synagoge zurückgezogen als in die einzige gottesdienstliche Stätte, wo das Hakenkreuz nicht regiert.«

Windfuhr an Dietrich, 1. 9. 1933. AEKHN Darmstadt, 44/126.

Hier der Text als pdf.

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