Neuanfang des Glaubens im Insterburger Männerkreis der Bekennenden Kirche in Ostpreußen (1941/42)
Von Hans Graf von Lehndorff
Wenn man mich fragt, was ich unter evangelischer Kirche verstehe, dann denke ich weder an ein repräsentatives Gebäude noch an eine ehrwürdige Institution noch an ein theologisch zu definierendes geistiges Gebilde; sondern es ziehen Menschen an meinem Blick vorüber, lebendige Menschen, mit denen ich in einer Sternstunde meines Lebens in Berührung gekommen bin. Und während ich jeden einzelnen von ihnen bei seinem Namen nenne, entfaltet sich vor meinen Augen jene mit nichts zu vergleichende oder zu verwechselnde Landschaft, die mir durch den Umgang mit diesen Menschen vertraut geworden ist und die ich Kirche nenne, weil wir darin alle miteinander und jeder für sich am eigenen Leibe ein Stück der Geschichte Gottes mit den Menschen erfahren haben. Diese Geschichte, die Heilsgeschichte, wie wir sie nennen, ist zwar sehr alt, so alt wie die menschliche Sprache; und auch das, was ihren Inhalt ausmacht, kreist von jeher um die gleichen elementaren Fragen. Dennoch gibt es keine zwei Menschen, die sie in genau der gleichen Weise erleben. Denn niemals ist der Mensch so sehr Individuum, so sehr Persönlichkeit, wie in dem Augenblick, wo Gott ihn fragt und er zu antworten hat. Darum hat auch das, was ich hier zum Thema Kirche beitragen möchte, den Charakter eines ganz persönlichen Abenteuers, und es bleibt jedem überlassen, ob er daraus im Hinblick auf seinen eigenen Kirchenbegriff ein Fazit ziehen will oder nicht.
Da ich von Namen gesprochen habe, möchte ich meinen Bericht damit beginnen, daß ich einige von ihnen ausspreche: Andreas und Gertrud Pfalzgraf, Ernst und Else Duschmann, Erich Kramp, Johannes Singer, Renate Menzel, Erich Moll, August Bernotat, Fritz Heisel, Heinz Millert, Max Kuhlweit, Bruder Martin. Manche ihrer Träger liegen schon in der Erde. Aber was macht das aus bei Menschen, die für die Ewigkeit aufgehoben sind und die schon zu Lebzeiten etwas von ihrem Glanz gesehen haben! Nichts, als daß sie uns, den Lebenden, noch Geforderten, noch Gefährdeten, noch Angefochtenen schon ein Stück voraus sind.
Wie kam es dazu, daß mein Weg mich in Beziehung zu diesen Menschen brachte? Es war gegen Ende des Jahres 1941. Ich war damals Assistenzarzt der Chirurgischen Abteilung des Kreiskrankenhauses in Insterburg, einer mittleren Stadt meiner ostpreußischen Heimatprovinz. Wir hatten viel zu tun, denn die Mehrzahl meiner Kollegen hatte Kriegsdienst zu leisten und uns standen fast nur ungeübte ärztliche Hilfskräfte zur Verfügung. Der Krieg hatte bereits weltweites Ausmaß angenommen. Aber immer noch befanden sich unsere Soldaten im Vormarsch, und trotz aller Verluste an Menschen war die Stimmung der Bevölkerung derart optimistisch, daß auch die stillen Gegner des Hitlerregimes innerlich resignierten und zu der Ansicht kommen mußten, die Welt habe es nicht anders verdient, als von Hitler liquidiert zu werden, wenn sie sich diesen Siegeszug gefallen ließ.
Meine Familie war damals schon durch schwerste Verluste betroffen worden und ich wäre selbst gern zu den Soldaten gegangen, schon um dem unerträglichen Geschwätz der siegesgewissen Umwelt zu entgehen. Aber höherem Befehl zufolge hatte ich der Zivilbevölkerung zu dienen und tat es gern, obgleich es unsrer mühevollen Arbeit an den Kranken geradezu Hohn sprach, daß draußen an den Fronten täglich Tausende von jungen, gesunden Menschen sinnlos in den Tod geschickt wurden. „Es ist nicht unser Deutschland, für das unsere Brüder fallen“, schrieb ich damals in mein Notizbuch. Je weiter das unheimliche neue Deutschland sich ausbreitete, um so enger zog der eigene Lebensraum sich zusammen, und ich zweifelte nicht daran, daß von der Welt, in die ich hineingeboren war und für die ich mich mitverantwortlich fühlte, nicht das Geringste mehr übrigbleiben würde, ganz gleich, ob der Krieg schließlich mit einem Sieg oder mit einer Niederlage enden würde.
In solcher inneren Verfassung wurde ich eines Tages in das Haus eines Pfarrers eingeladen, um an einer Bibelstunde teilzunehmen. Um nicht unhöflich zu sein und weil es sonst auch keinerlei Ablenkung gab, sagte ich zu und fand an jenem Abend eine Gruppe von 8 oder 10 Personen versammelt, wie es schien, in der Hauptsache Lehrer und Lehrerinnen. Man war dabei, die Offenbarung Johannis zu lesen, das letzte Buch der Bibel. Dies ging so vor sich, daß zunächst ein Kapitel verlesen wurde, um dann festzustellen, was die verschiedenen Kommentare, unter ihnen insbesondere Hanns Lilje, zu diesem Kapitel zu sagen hatten. Als das geschehen war, wurden noch einige mehr oder weniger fromme Redensarten gemacht, und damit war die Sache im wesentlichen ausgestanden. Es war also genau das, was ich mir nach Erinnerungen aus meiner Kinderzeit unter einer Bibelstunde vorgestellt hatte. Die Offenbarung Johannis jedenfalls schien für mich das bleiben zu wollen, was sie ohnehin schon war, nämlich ein Buch mit sieben Siegeln.
Nun war da aber an den folgenden Abenden unter den Teilnehmern ein Mann, der sich mit dieser unverbindlichen Art des Bibellesens nicht zufriedengab, sondern immer wieder den Versuch machte, das Gespräch auf aktuelle kirchenpolitische Fragen zu bringen. Daraus ergab sich jedesmal eine peinliche Spannung, denn natürlich befand sich die offizielle Kirche damals in einer weitgehenden Abhängigkeit von den Wünschen des Staates und es war gefährlich, sich anderen Menschen gegenüber auf eine Kritik an ihren Kompromissen einzulassen. Der Leiter des Bibelkreises war infolgedessen ständig bemüht, derartige Themen zu unterdrücken und pflegte dann etwa folgendes zu sagen: „Ja, natürlich ist das, was Sie da vorbringen, eine Frage, über die man sich unterhalten könnte. Aber schließlich sind wir ja hier zusammengekommen, um Gottes Wort zu hören, und nicht, um uns mit Problemen zu beschäftigen, auf deren Lösung wir gar keinen Einfluß haben.“ Eine dieser peinlichen Fragen habe ich noch genau in Erinnerung. Sie lautete etwa so: „Wie man hört, will der Staat die Kirche dazu zwingen, die sogenannten Judaismen aus den Gesangbuchliedern zu entfernen, also Redewendungen, wie ‚Abrahams Same‘ oder ‚Freue dich, Israel‘. Müssen wir uns diesem Ansinnen nicht mit aller Schärfe widersetzen?“ Auch mir erschienen solche Fragen reichlich provokatorisch. Aber sie kamen keineswegs von ungefähr. Wenn man nämlich den Bibeltext, den wir vor uns hatten, auf die Gegenwart bezog, dann ergaben sich daraus manchmal erstaunliche Parallelen zu unsrer eigenen Situation, und ich fing an zu begreifen, daß die Offenbarung Johannis ein Buch ist, das auch heute noch Menschen zu eindeutiger Stellungnahme und zu verantwortlichem Handeln herauszufordern vermag.
Als wir nach einem solchen Abend auseinandergingen, sprach mich der eben erwähnte Störenfried an und sagte: „Kommen Sie doch am nächsten Mittwoch in unseren Männerkreis. Da spricht der Schulrat Tarnow über Abraham. Das wird Sie sicher interessieren.“ Das hat gerade noch gefehlt, dachte ich, daß ich jetzt anfange, in jede Bibelstunde zu laufen. Und ich sagte nicht ja, nicht nein. Aber als ich mich dann von dem Hausherrn verabschiedete, wurde ich hellhörig, denn er sagte: „Zu den Männerdien brauchen Sie nicht zu gehen. Das ist nichts für Sie.“ So so, dachte, ich, da scheint also doch etwas los zu sein. Und so saß ich denn am nächsten Mittwoch pünktlich um 8 Uhr abends in dem alten baufälligen Gemeindehaus zwischen 30 oder 40 älteren Männern und wartete ohne sonderliche Spannung auf das, was uns der Schulrat über Abraham erzählen würde. Aber siehe da, es sprach an diesem Abend nicht der Schulrat – er war erkrankt, und ich habe ihn erst später kennengelernt -, sondern der Mann, der mich eingeladen hatte, sprang für ihn ein. Nachdem wir ein mir unbekanntes, erstaunlich aufmunterndes Lied aus dem Gesangbuch gesungen hatten, hielt er uns einen Vortrag mit dem Thema ‚Abraham, der Ruf Gottes‘. Nun war ich ein Mensch, der für damalige Verhältnisse ziemlich viel herumgekommen war. Ich hatte meine ersten Studiensemester in Genf, Paris und England absolviert, hatte meine medizinischen Examina in München und Berlin gemacht und war überall mit Menschen zusammengekommen, von denen ich auch außerberuflich manches hatte lernen können. Aber einen solchen Vortrag wie an diesem Abend hatte ich noch nie gehört. Dieser Abraham, von dem da gesprochen wurde, das war auf einmal gar nicht mehr jene alte Sagengestalt mit dem langen Bart, die man aus der Schnorrschen Bilderbibel und aus dem Religionsunterricht kannte, sondern es wurde daraus ein Mensch unsrer Tage, einer der von Gott herausgerufen wird aus den Bindungen seiner Umwelt, seiner Familie, seiner Tradition, seiner Gewohnheiten, um seine Schritte vorwärts zu lenken in ein Land, von dessen Existenz er noch nichts weiß, das er noch nie betreten hat und das ihm erst gezeigt werden soll. Was drang da für ein neuer Ton zu meinen Ohren? War ich nicht selbst dieser Mensch, der es dringend nötig hatte, herausgeholt zu werden aus der erstickenden Enge seines Daseins? Wie konnte es geschehen, daß ich 31 Jahre alt werden und in dies schäbige Gemeindehaus kommen mußte, um zu erfahren, daß es noch etwas anderes gab als meine kleine Existenz, nämlich eine Welt, die nach allen Seiten offensteht, in der man leben und atmen kann und die eine Fülle von Entdeckungen für mich bereithält? Ich saß vornübergebeugt, vergaß meine Umgebung und staunte nur über das, was aus diesem Menschen zu mir sprach. Zu mir ganz allein – denn wer sonst unter den Anwesenden hätte seine Worte so verstehen können, wie ich sie verstand? Ich holte immer wieder tief Luft und wußte, daß die enge Wand, die mich umgab, an einer Stelle durchstoßen worden war.
Was aber war es eigentlich, was mir diese neue Wirklichkeit so greifbar nahebrachte? Der Mann da vorn sprach, als gäbe es keinen Terror und keine Angst; als brauchten wir uns nicht zu scheuen, die Dinge beim Namen zu nennen, unter denen wir damals heimlich und hoffnungslos litten. Wer gab ihm die Vollmacht, vor einem großen Kreis von Zuhörern derart frei zu sprechen? Ich wußte nur, daß er von Beruf Studienrat war, daß er eine gelähmte Frau und sechs schulpflichtige Kinder hatte – lauter Gründe, um mit dem, was er sagte, besonders vorsichtig zu sein. Was trieb ihn überhaupt dazu, sich derartig zu exponieren? Glaubte er vielleicht, wir paar armseligen Männerchen in diesem entlegenen Winkel unsres Vaterlandes wären geeignet oder in der Lage, dem Unheil, das uns umgab, in wirksamer Form die Stirn zu bieten? Wiederum aber war seine Art nicht unbedingt die eines Rebellen oder Verschwörers. Sondern bei aller Leidenschaftlichkeit des Vortrages war da etwas von Gehorsam, etwas von Demut zu spüren, wie ich das bis dahin noch bei keinem Menschen kennengelernt hatte. Was er da von sich gab, war offenbar nicht nur seine eigene menschliche Meinung, sondern hatte anderswo seinen Ursprung. Es war einfach Wahrheit – und das machte diesen Mann nahezu unangreifbar.
Nach Beendigung der Versammlung nahm ich die Gelegenheit wahr, ihn auf seinem Heimweg zu begleiten. Er hieß Dr. Pfalzgraf und wohnte in dem etwas abgelegenen Vorort Sprindt. Wir gingen nebeneinander auf der nächtlichen, menschenleeren Landstraße, er führte sein Fahrrad, und dieses Stück Weges ist in meiner Erinnerung haften geblieben gleichsam als Symbol für die ersten Schritte in ein neues Dasein. Das Gespräch, das wir führten, ging um etwas, wovon ich bis dahin noch gar nicht wußte, daß es überhaupt ein Gesprächsthema zwischen erwachsenen Männern sein kann. Wir sprachen von nichts mehr und nichts weniger als von der Sünde. Ich hatte bis dahin immer geglaubt, Sünde, das sei eine moralische Angelegenheit und sündigen sei eine Sache der mangelnden Selbstbeherrschung, eine Art Panne, die eigentlich nicht passieren dürfe und die am besten totgeschwiegen würde. Noch nie war ich einem Menschen begegnet, der die Kühnheit hatte, ganz offen von diesen dunklen Dingen zu sprechen. Sünde, das war für ihn keineswegs nur eine menschliche Schwäche, sondern im Gegenteil eine Gewalt, die sich des Menschen bemächtigt und über die er nicht Herr zu werden vermag; die ihn zu ungutem Denken und Handeln reizt, die ihn übermütig macht, die ihn in Verzweiflung stürzt, die alles tut, um zu verhindern, daß er zu seinem eigentlichen Ziel gelangt. So hatte ich das noch nie sagen hören. Und während dieser Mann da neben mir die Gelegenheit ergriff, von sich selber zu sprechen und all dem, was ihm Not machte, erhob sich in mir wieder dieses Staunen darüber, daß da noch jemand war, der so viel, ja eigentlich alles von mir wußte und der es mir sagen ließ durch den Mund eines anderen. Ich fühlte mich durch und durch erkannt, aber nicht so, wie von Menschen, ertappt, überlistet, sondern aufgehoben wie von starken Armen, die in der Lage sind, einen Menschen aus dem Sumpf zu ziehen, in dem er geglaubt hatte, versinken zu müssen. Und ich konnte mich nicht genug darüber wundern, daß ich, der ich doch in einem christlichen Hause aufgewachsen war, der ich so viele Bibelsprüche und Gesangbuchlieder auswendig gelernt hatte wie wenige meiner Altersgenossen, nie gemerkt hatte, daß der Glaube nicht dazu da ist, das Leben zu verbrämen, sondern daß er es zu Zeiten überhaupt erst möglich macht. Nun sah ich es deutlich: Sünde, auch die meine, das war im Grunde nichts anderes als ein Teil von jener Macht, die in der Welt das große Zerstören anrichtete. Und ich bekam eine Ahnung davon, wer Jesus Christus ist und warum er, um diese Macht zu brechen, bis in den Tod hinein gehen mußte – für die Welt und für mich und für den vielgeplagten Mann an meiner Seite. –
Von da an ging ich, sooft ich es irgend möglich machen konnte, zu den Versammlungen des Männerkreises. Die biblischen Themen und die unerschrockene Art, in der sie uns nahegebracht wurden, fesselten mich ebenso wie die einzigartige Atmosphäre der gemeinsamen Anbetung, in der ich mich geborgen fühlte wie sonst nirgends in jener Zeit des Unheils. Die Art und Weise, wie man mir dort begegnete, ließ mich begreifen, welche Wohltat es ist, daß Gott kein Ansehn der Person kennt, sondern jeden, der sich ihm mit Ernst zuwendet, ohne Vorbehalt annimmt. Ich fühlte mich in einer ganz neuen Weise für voll genommen und von der Gewißheit erfüllt: „Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein.“
Natürlich machte ich schon sehr bald die Erfahrung, daß es mit dem Besuch der Versammlungen und den damit verbundenen Gesprächen nicht getan war. Ich wurde zu zahlreichen Dienstleistungen herangezogen, insbesondere zum Besuch hilfsbedürftiger Menschen in der Gemeinde, und ich sah mich genötigt, meine ohnehin knapp bemessene Freizeit nach den Erfordernissen des Männerkreises gründlich umzugestalten. Es wurde recht anstrengend. Aber was tut man nicht alles, wenn man erst einmal festen Boden unter die Füße bekommen hat und es nun darum geht, sich zu bewähren und die anderen nicht zu enttäuschen. Amüsiert haben mich in dieser Zeit oft die Versuche einiger besonders pietistischer Mitglieder des Kreises, mich zu bekehren. Ich mußte dann immer denken: „Liebe Leute, wenn ich nicht wüßte, was ich an euch habe, hättet ihr mich mit diesem unsinnigen Bemühen schon längst aus eurer Nähe verscheucht. Eure Anstrengungen sind wirklich gänzlich überflüssig.“
Daß der Männerkreis für die offizielle Kirche in unsrer Stadt einen höchst unbequemen Störungsfaktor darstellte, hatte ich, wie gesagt, schon bemerkt und war deshalb keineswegs überrascht, als es im Sommer 1942 zu ernsthaften Auseinandersetzungen kam. Akuter Anlaß dazu war die Tatsache, daß der Männerkreis beschlossen hatte, sich eine nach biblischen Gesichtspunkten ausgerichtete Ordnung zu geben. Er wollte auf diese Weise das Bewußtsein einer verpflichtenden Zusammengehörigkeit vertiefen. Der Wortlaut dieser Ordnung ist erhalten geblieben, so daß ich ihn hier zu Papier bringen kann.
Ordnung des Männerkreises oder Regeln einer christlichen Bruderschaft
(1. Mose 4,9. Markus 3,55. Eph. 4,11-16)
1. Die Aufgabe
Der Kreis sammelt die Männer, die den Ruf des Christus gehört haben und entschlossen sind, ihm bedingungslos zu folgen. Er will mit dieser Sammlung der Gemeinde dienen.
(Matth. 12,30)
2. Die Leitung
Der Kreis wird von einem Arbeitsausschuß geleitet, der die Männer mit Gottes Hilfe gesammelt und zusammengehalten hat. Er kann nötigenfalls erweitert werden.
(Matth. 20,25-26. 1. Petrus 5,1-3)
3. Der Weg
Die Glieder des Kreises lesen täglich nach der Bibellese die Schrift. Der Kreis kommt jede Woche einmal zusammen, vertieft sich gemeinsam in Gottes Wort, hält Rat über die Not der Gemeinde, betet und handelt für sie. Den Gliedern wird nahegelegt, in regelmäßigen Zeitabschnitten – mindestens vierteljährlich einmal – geschlossen am heiligen Abendmahl teilzunehmen. Sie verpflichten sich durch ihre Unterschrift, nach Kräften mitzuarbeiten und sich verantwortlich zu wissen für das Wachstum des Kreises. Der Männerkreis sucht mit den übrigen Männerkreisen der Kirche Fühlung und Gemeinschaft.
Insterburg, den 26.6.1942
Quelle: Hans Graf von Lehndorff, Die Insterburger Jahre. Mein Weg zur Bekennenden Kirche, München: Biederstein, 1969, S. 5-15.