Reinhold Schneiders Sonett ‚Gloria‘ (1945): „Gelobt sei Gott! Sein heiliger Name schalle / Aus allen Grüften dieser Zeit! Ihn preist / Der Abgrund, der von düstern Kronen gleißt, / Der Mächtige schmetternd zu verwirrtem Falle“

Gloria

Gelobt sei Gott! Sein heiliger Name schalle
Aus allen Grüften dieser Zeit! Ihn preist
Der Abgrund, der von düstern Kronen gleißt,
Der Mächtige schmetternd zu verwirrtem Falle;

Die Toten rühmen Ihm, die Blinden alle,
Die nicht mehr wussten, wie ein Walten heißt,
Und über Grab und Schlachtfeld wölbt der Geist
Geheimnisvollen Heiligtumes Halle.

Er macht zum Fels, die Er zerschmettern will,
Und wehrlos, die den Tag ersiegen sollen.
Die eine Stunde, die das Herz zerreißt,

Verklärt die Heiligen, macht die Lästerer still
Und frei die Stimmen, die Ihn preisen wollen.
Der Abgrund schweigt, und mächtig ruft der Geist.

(1945)

Quelle: Reinhold Schneider, Die Sonette von Leben und Zeit, dem Glauben und der Geschichte, Köln und Olten: Jakob Hegner, 1955, S. 154.

Hier der Text als pdf.

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