KI im Religionsunterricht und die Herausforderung zukünftiger Leistungserhebungen: „Trotz der weitverbreiteten Nutzung von KI durch Studenten haben viele Institutionen bisher kaum auf diese Entwicklung reagiert. Statt an der Illusion festzuhalten, man könne KI-generierte Arbeiten erkennen, müssen Hochschulen neue didaktische Konzepte entwickeln, die KI als Werkzeug zur Förderung kritischen Denkens und individueller Lernprozesse integrieren, ein Wandel, der zwar erste innovative Ansätze hervorbringt, aber an vielen Hochschulen halbherzig vorangetrieben wird. Statt Gestaltung überwiegt Kontrolle. (Markus Thomas Münter)“

Jüngst hat Markus Thomas Münter in seinem Artikel „Im Rausch der Algorithmen“ in der F.A.Z. auf die Herausforderung der KI im Hinblick auf studentische Leistungsnachweise aufmerksam gemacht: „Im Zuge der „Homework Apocalypse“ erleben wir einen fundamentalen Umbruch im Bildungswesen. KI übernimmt nicht nur das Erarbeiten wesentlicher Inhalte von Abschlussarbeiten, sondern stellt en passant traditionelle Bewertungsformate grundsätzlich infrage. Trotz der weitverbreiteten Nutzung von KI durch Studenten haben viele Institutionen bisher kaum auf diese Entwicklung reagiert. Statt an der Illusion festzuhalten, man könne KI-generierte Arbeiten erkennen, müssen Hochschulen neue didaktische Konzepte entwickeln, die KI als Werkzeug zur Förderung kritischen Denkens und individueller Lernprozesse integrieren, ein Wandel, der zwar erste innovative Ansätze hervorbringt, aber an vielen Hochschulen halbherzig vorangetrieben wird. Statt Gestaltung überwiegt Kontrolle.“

Das Thema betrifft gleichermaßen auch den Schulunterricht. Schon im Juli 2023 hat Ethan Mollick in seinem Blog One Useful Thing von einer KI-generierten Hausgaufgabe-Apokalypse gesprochen und dazu entsprechende Belege angeführt. Mir ist auch schon seit längerem aufgefallen, dass Referate im Religionunterricht in der Oberstufe „gehaltvoller“ werden, so dass sich Benotungen deutlich verbessert haben.

Ich lasse im Unterricht von den Schülern verstärkt KI-Recherchen durchführen, mitunter auch den Stoff der aktuellen Stunde in Gedichtform bringen. Aber in Sachen Leistungserhebung wird es wohl zukünftig wieder stärker „präsenzorientierte Oralität“ geben. Vielleicht werde ich Disputationen statt Referate einführen.

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