Dieter Ising über Johann Christoph Blumhardt: „Geistliches Neuwerden heißt für ihn, im Blick auf den kommenden Herrn zu leben. Geheilt zu werden heißt, bereits jetzt einen Vorgeschmack auf künftige Gnadenerweise zu erhalten. Auch die von Blumhardt nie beschönigte Tatsache, dass manche Menschen keine oder nur teilweise Heilung erfahren, erhält ihre eschatologische Deutung: Die Geistesgaben werden erst in einer künftigen, allerdings nahe bevorste­henden Gnadenzeit in ihrer ganzen Fülle ausgeschüttet.“

Johann Christoph Blumhardt

Von Dieter Ising

I. Biographie

Mit dem Namen Johann Christoph Blumhardts, 1805 in Stuttgart gebo­ren, später Pfarrer in Möttlingen bei Calw und Hausvater in Bad Boll, ver­bindet sich eine Art von Seelsorge, die man im eigentlichen Sinne als ganzheitlich bezeichnen kann. Zahlreiche Augenzeugen berichten, die Rat­suchenden hätten ihn häufig nicht nur aufgerichtet, getröstet, mit einem Impuls zu geistlichem Neuanfang verlassen, sondern hätten Heilung von seelischen und körperlichen Leiden erfahren – dies durch die Zusiche­rung des Seelsorgers, ihrer im Gebet zu gedenken, verbunden mit der Aufforderung, es auch selbst an rückhaltlosem Vertrauen auf die siegrei­che Gegenwart des Auferstandenen nicht fehlen zu lassen.

Die Frage, wie das denn zugegangen sei, ist während Blumhardts Wirksamkeit und nach seinem Tod im Jahre 1880 bis heute kontrovers diskutiert worden. Die einen lassen es bei spöttischen Betrachtungen über angebliche Leichtgläubigkeit naiver Gemüter bewenden; andere versuchen, die Heilungen als frühe Form der Psychotherapie zu verste­hen. Wieder andere stellen sich auf den Standpunkt, den Blumhardt zeitlebens vertreten hat, hier bewahrheite sich das im Neuen Testament, etwa in Mk 16,17 f., Verheißene: Die an den Sohn Gottes glauben, werden »Teufel austreiben […] auf die Kranken werden sie die Hände legen, so wird’s besser mit ihnen werden.« Diese Hilfe, so betont Blum­hardt, sei nicht verfügbar, was jedoch nicht davon abhalten solle, darum zu bitten.

Eine Untersuchung von Blumhardts Theorie und Praxis der Seelsorge kann die eigene Entscheidung, auf welche Seite der Diskussion man sich zu stellen habe, nicht abnehmen. Immerhin läßt sich diese Entscheidung auf tragfähigerem Fundament vollziehen, wenn man den Seelsorger Blumhardt genauer in den Blick nimmt.

1. Dürrmenz und Iptingen

Nach dem Abschluß seiner theologischen Studien an Stift und Universi­tät Tübingen wird er 1829 Vikar in Dürrmenz bei Mühlacker. Ein Freund, der ihn dort besucht, ist von Blumhardts Fähigkeit beeindruckt, die Basis für seelsorgerliche Gespräche mit den Gemeindegliedern zu finden. Er begleitet ihn durchs Dorf und erlebt, wie der frischgebackene Vikar, ge­rade 14 Tage im Amt, hier einen Krankenbesuch macht und dort mit Leu­ten auf der Straße spricht: »Dieser Vikar schien den Weg zu den Herzen gar nicht suchen zu müssen; ohne Mühe saß er schon bei ihnen drin und traf schnell genug den rechten Fleck.«[1] Um eine gewollte Betriebsamkeit, um seelsorgerlichen Aktivismus scheint es sich nicht gehandelt zu haben; derselbe Berichterstatter hebt das Natürliche in Blumhardts Verhalten, »ohne selbstgemachte Steigerung«, hervor.[2]

Ein weiterer Grundzug seiner Seelsorge wird in Iptingen sichtbar, wo Blumhardt 1837 und 1838, nach sieben Jahren Tätigkeit als Basler Mis­sionslehrer, als »Pfarrgehilfe« amtet. Er findet eine zerstrittene und von ge­genseitigem Mißtrauen geprägte Gemeinde vor. Ein Teil der Einwohner huldigt separatistischen Grundsätzen, verweigert den Kirchenbesuch und die Anerkennung kirchlicher Amtshandlungen wie Taufe, Abendmahl und Konfirmation. Zudem hat sich die ganze Gemeinde mit ihrem lang­jährigen Pfarrer überworfen; das Pfarrhaus ist im Dorf völlig isoliert. Hier wird Blumhardt in besonderem Maße mit der Frage nach Nähe und Di­stanz im seelsorgerlichen Wirken konfrontiert. Er geht behutsam vor, beschränkt sich anfangs nur auf das Predigen, hat den Mut zu warten, um die Gemeinde den Zeitpunkt der Kontaktaufnahme selbst bestimmen zu lassen. Schließlich spricht man ihn auf einem Spaziergang durchs Dorf an – das Eis ist gebrochen, und Blumhardt, dessen Predigten Eindruck gemacht haben, wird gleichsam von einem Haus ins andere weiterge­reicht. Nun kann er seine Fähigkeiten im seelsorgerlichen Gespräch ent­falten; bald ist die Gemeinde überzeugt, endlich den ihr gemäßen Seelsor­ger gefunden zu haben.

Aber auch jetzt hütet er sich vor unbedachter Nähe. Erst muß eine Vertrauensbasis geschaffen sein, bevor er das sagen kann, worauf es ihm ankommt und was dem Gegenüber einiges zumutet – etwa den frommen, aber kirchenkritischen Separatisten. Blumhardts biblische Predigten und sein untadeliges persönliches Verhalten erwecken Zweifel am separatisti­schen Zerrbild eines landeskirchlichen Pfarrers. Maßgebliche Separati­sten suchen das theologische Gespräch mit ihm, und Blumhardt berichtet seiner Verlobten: »Was fand ich an ihnen? liebe, wackere Leute.« Nun fällt eine Bastion nach der anderen; man vermag angesichts des neuen Geist­lichen die Trennung von der Kirche nicht mehr zu begründen. Schließlich kann Blumhardt auch deutliche Kritik üben, ohne die gemeinsame Basis zu gefährden: »Die Separatisten sind doch recht zäh. Jetzt wollen sie, ich soll ihnen ganz im Stillen und heimlich das H[eilige] A[bendmahl] rei­chen. […] Ich werde scharf sein, da es bloß Eigensinn ist und nicht Wider­wille gegen die Kirche.« Am Karfreitag 1838 erscheinen alle Iptinger Separatisten zur gottesdienstlichen Feier des Abendmahls.[3]

Nicht nur ihnen hat Blumhardt deutliche Worte zu sagen, geht es ihm doch um ein geistliches Neuwerden der ganzen Gemeinde, um das Able­gen frommer Halbheiten und die Bereitschaft, das Leben ohne Rückhalt nach dem Wort Gottes zu gestalten. Für diesen oft schmerzlichen Prozeß der Selbsterkenntnis und Buße gebraucht er das Wort »Bekehrung«, was nicht dazu verleiten darf, Blumhardt in die Reihe derer zu stellen, die auf Buße drängen, ausgesprochene Bußkämpfe für unverzichtbar halten und sich über »Noch-nicht-Bekehrte« erhaben dünken. Das Entscheidende ist für ihn nicht Menschen-, sondern Gotteswerk; der Seelsorger soll nur hinführen und begleiten. Entsprechend läßt sich kein festes Schema einer Bekehrung aufstellen. Darin, daß Buße niemals etwas Abgeschlossenes sein kann, sondern täglich neu vollzogen werden muß, ist Blumhardt gut reformatorisch. Dies alles seiner Gemeinde deutlich gesagt zu haben – ohne ihre Zuneigung einzubüßen -, zeigt seine persönliche Integrität und seelsorgerliche Kunst, wie der Satz eines alten Iptingers belegt: »Man sollte Sie eigentlich nicht so lieb haben, denn Sie sagen einem die Mei­nung gar zu scharf; aber Sie haben Recht.«[4]

2. Möttlingen

1838 auf die Pfarrstelle Möttlingen ernannt, erlebt Blumhardt in den er­sten Jahren eine »totgepredigte« Gemeinde, in der von einem geistlichen Aufbruch wie in Iptingen nichts zu spüren ist. Er engagiert sich auf vieler­lei Weise und muß doch feststellen, daß eine durchgreifende Änderung nicht eintritt.

1842 wird Blumhardt mit der rätselhaften Erkrankung einer jungen Frau aus Möttlingen, Gottliebin Dittus, konfrontiert, die an Krämpfen und Blutungen leidet. In ihrem Haus tritt Polterspuk auf; Gottliebin hat Geistererscheinungen. Blumhardt, anfangs in ratloser Distanz, wird von Freunden auf seine Pflicht als Seelsorger hingewiesen. Er ist Zeuge, wie angebliche »Geisterstimmen« aus ihr sprechen, und erlebt bei ihr krampf­artige, mit drohenden Gebärden verbundene Anfälle, die er als Ausfahren von Geistern deutet. Blumhardts Verdacht, daß »etwas Dämonisches hier im Spiele sei«, verdichtet sich ihm zur Gewißheit; von nun an folgt er der Devise: »Wir haben lange genug gesehen, was der Teufel tut; nun wollen wir auch sehen, was Jesus vermag.«[5] Der jungen Frau, der kein Arzt helfen kann, steht er mit seinem Gebet, das an die Macht des Auferstandenen appelliert, zur Seite. Im Verlauf zweier Jahre erfährt der kleine ins Ver­trauen gezogene Personenkreis, daß das Gebet die Symptome oft schlag­artig beseitigt; allerdings kommt es immer wieder zu Rückfällen. Auch als die Bewußtseinstrübungen, Krämpfe und Blutungen lebensbedrohende Ausmaße annehmen, gibt Blumhardt, der selbst durch manche Anfech­tung gehen muß, nicht auf. Schließlich ist die Macht der Krankheit gebrochen. Es kommt zu einem letzten Höhepunkt dämonischer Beses­senheit, die nun auch auf Gottliebins Schwester Katharina übergreift. Die Anwesenden beschreiben das entscheidende Erlebnis als Ausfahren eines »vornehmen Satansengels«, das mit dem alles erschütternden Schrei Ka­tharinas: »Jesus ist Sieger!« seinen Abschluß findet. Gottliebin ist nicht nur von ihrer Erkrankung geheilt; auch ihr »christlicher Sinn« hat, wie Blum­hardt berichtet, zugenommen. Sie wird die erste Lehrerin im neugegrün­deten Möttlinger Kindergarten, ein Amt, das sie zur allgemeinen Zufrie­denheit ausübt.

Krankheit und Heilung der Gottliebin Dittus sind von Medizinern, Psychotherapeuten und Theologen diskutiert worden (Walter Schulte, Joachim Scharfenberg, Gaetano Benedetti, Edgar Michaelis, Karl Barth u. a.).[6] Man hat – unter Anerkennung der Schwierigkeiten einer »Ferndia­gnose« – bei Gottliebin hysterische Symptome festgestellt, ein der Kran­ken unbewußtes Streben nach Zuwendung und Beachtetwerden. Es liegt nahe, daß die angeblichen Äußerungen der Dämonen von Gottliebin selbst stammen und von ihr in einem tranceähnlichen Zustand, ohne kla­res Bewußtsein, dem für diese Vorstellungen offenen Seelsorger vorge­führt worden sind. Man hat Blumhardts unkritische Haltung in bezug auf die Dämonen kritisiert, sein Verhalten gegenüber Gottliebin jedoch als intuitive Vorwegnahme psychotherapeutischer Behandlung gepriesen.

Von theologischer Seite ist allerdings darauf aufmerksam gemacht worden, daß die eigentliche Bedeutung von Gottliebins Heilung nicht auf der psychotherapeutischen Ebene liegt. Auch wenn die vielgestaltige, erschreckende, manchmal rührende Dämonenwelt, die sich aus Gottliebins Äußerungen ergibt, fragwürdig geworden ist, tritt in Blumhardts Berichten immer wieder etwas Objektives zutage: Daß in Gottliebin, ihrem eigenen Willen widerstreitend, etwas Widergöttliches, Krankma­chendes am Werke ist, und daß das Gebet, oft genug in verzweifelten Si­tuationen als Notschrei gesprochen, heilende Wirkungen hat, die den Er­folg jeglicher psychotherapeutischer Bemühungen weit hinter sich lassen.

Zur Natürlichkeit des seelsorgerlichen Umgangs, wie sie den Dürrmenzer Vikar kennzeichnet, und zur Mischung von vorsichtigem Abwar­ten und vertrauensvoller Offenheit, die bei Blumhardt in Iptingen begeg­net, tritt somit ein weiteres konstitutives Element seiner Seelsorge: das Gebet – nicht in dem Sinne, als solle es ein voraufgegangenes seelsorgerliches Gespräch noch einmal auf sein Ziel hin ausrichten, sondern das Ge­bet ist bei Blumhardt, angesichts des sehr sparsam gehandhabten Ge­sprächs, der eigentliche seelsorgerliche Vorgang. Dies gilt nicht nur für die Begleitung der Gottliebin Dittus, sondern zieht sich von nun an wie ein roter Faden durch seine Seelsorge in Möttlingen und Bad Boll. Fried­rich Zündel[7], selbst häufiger Besucher bei Blumhardt, erzählt die Ge­schichte von dem an Hautausschlag leidenden Fabrikarbeiter, der Blum­hardt während dessen Aufenthalt in Elberfeld um Hilfe bittet. Dieser ist gerade dabei, sich auf einen Gottesdienst vorzubereiten und den Chor­rock anzuziehen; er fertigt ihn daher freundlich, aber kurz ab: »Der Hei­land möge dir helfen!« Er verweist ihn auf seine Predigt in der Elberfelder Kirche. Mit zwiespältigen Gefühlen – Enttäuschung und Wut über die kurze Behandlung, aber auch Ergriffensein durch die Predigt – geht der Mann heim; noch auf dem Nachhauseweg beginnt die Heilung des Aus­schlags. Verständlich wird die dominierende Rolle des Gebets bei Blum­hardt nur unter der Prämisse, daß Gott in dieser Situation der eigentlich Aktive ist und nicht der Seelsorger mit all seiner Menschenkenntnis und seelsorgerlichen Erfahrung – die Blumhardt gewiß in reichem Maß beses­sen hat.

Er ist mit dieser Prämisse nicht zuschanden geworden; das zeigt der Ausgang der Besessenheitsgeschichte. Diese hat ungeahnte Folgen: Nach dem weithin vernommenen Schrei: »Jesus ist Sieger!« bahnt sich im Dorf Anfang 1844 eine Veränderung an. Erst kommt ein »in vieler Hinsicht übel berüchtigter« Mann zu Blumhardt, bekennt seine Verfehlungen und be­harrt auf einer förmlichen Absolution. Dann folgen in kurzer Zeit fast alle (etwa 800) Einwohner Möttlingens und des Filials Unterhaugstett. Blum­hardt versteht dies als Folge des siegreich beendeten Kampfes mit den dä­monischen Mächten; jetzt sei deren Kraft in weitem Umkreis gebrochen und damit den Menschen die Möglichkeit gegeben, ihre Situation zu er­kennen und zu verändern. Zumindest kann man sagen, daß sich die Möttlinger nun ernsthafter fragen als bisher, ob sie vor dem, der sich so hör- und sichtbar als Sieger erwiesen hat, bestehen können. Entsprechend geht es den Leuten nicht um eine Beratung in akuten Problemsituationen, sondern um das Abladen einer jetzt erst in ihrer ganzen Schwere gefühl­ten Last und einen radikalen Neuanfang, ein geistliches Neuwerden. Von früh bis spät warten Menschen »mit gepreßtem Herzen« in Blumhardts Vorzimmer, bis sie ihr Herz ausleeren können, »Gnade begehrend und Friede und mitunter bitterlich weinend, was die härtesten Männer nicht unterlassen können«.[8]

Blumhardt fühlt sich an Jesu Wort vom Menschenfischer erinnert; mit einer Mischung von Freude und Beklemmung stellt er fest, sein Netz drohe angesichts der Größe des Fangs, der ihm ohne sein Zutun gelinge, zu zerreißen – eine außergewöhnliche Seelsorgesituation. Gleichzeitig aber hütet er sich vor einer mechanischen Behandlung der Beichtenden. Für jeden nimmt er sich Zeit, anfangs nur zuhörend, »ruhig, wie passiv, mild, nie aufdringlich« – wenn jedoch die Besucher eine förmliche Absolution verlangen, besteht er auf dem völligen Bekenntnis der Wahrheit. Seine Verantwortung als Seelsorger, der nicht voreilig »jemand in den Himmel versetzen« dürfe, bringt ihn dazu, nötigenfalls erst nach dem dritten oder gar sechsten Besuch die Absolution zu erteilen.[9] In den folgenden Jahren steht die Privatabsolution nicht mehr im Vordergrund; entsprechend ist auch von einem Drängen auf völliges Bekenntnis nicht mehr die Rede. Die unten abgedruckten Texte zeigen, daß Blumhardt die Problematik der Situation bald erkannt hat.

Buße nicht als Selbstzweck, sondern als Stufe auf dem Weg zur Befrei­ung aus der Gottferne mit ihren hoffnungslosen Verstrickungen und Verbohrtheiten, als Etappe zu einer neuen Identität – das ist es, was sich in seinem Amtszimmer ereignet. Diese neue Identität öffnet sich dem Wir­ken Gottes im eigenen Leben und dem der Mitmenschen, verleiht inneren Frieden und spornt an, dem kommenden Heiland die Bahn zu bereiten. Aber nicht genug: Nach eini­ger Zeit hört Blumhardt von neu erweckten Gemeindegliedern, durch seine Handauflegung bei der Absolution sei eine Kraft von ihm ausgegangen, »die vorzüglich fast wunderbar auf die Gemütsberuhigung wirkte und unbemerkt auch eine Wirkung auf die Gesundheit hervorbrachte«. Diese Heilungen seelischer und auch leib­licher Erkrankungen – oft unerhörte, aber gut bezeugte Ereignisse – ha­ben sich in den folgenden Jahren an ungezählten Personen ereignet, sowohl in Möttlingen wie später in Bad Boll.[10] Daß dies angesichts von Blumhardts Natürlichkeit und Demut in wohltuender Unterscheidung von der Praxis mancher »Wunderheiler« geschehen ist, muß nach dem Gesagten nicht betont werden.

Nun strömen in zunehmender Zahl Fremde nach Möttlingen, teils aus Neugierde, teils mit dem Wunsch, nach längerer erfolgloser Behandlung durch einen Arzt endlich Heilung bei Blumhardt zu finden. Dieser weist sie, ähnlich wie seine eigenen Gemeindeglieder, auf die Notwendigkeit von Buße und Sündenbekenntnis hin; er versucht aber nach Möglichkeit zu vermeiden, daß das Bekenntnis ihm gegenüber abgelegt werde. Ferner rät er, die Möttlinger Gottesdienste zu besuchen; das Entscheidende zur Heilung kommt nicht aus der persönlichen Begegnung mit ihm, sondern von Gott. Auch auf diese Weise ereignen sich zahlreiche Heilungen, etwa von seelischen Erkrankungen, Hautkrankheiten, Gliederweh, sogar von beginnender Blindheit und Taubheit.

Die Reduzierung des seelsorgerlichen Gesprächs mit den Ortsfremden hat mehrere Gründe. Zum einen ist Blumhardt bei der großen Zahl der Hilfesuchenden nicht mehr in der Lage, jedem die erforderliche Zeit zu widmen; oft redet er die zu ihm Kommenden gruppenweise an.[11] Auch im Blick auf seine Kollegen, in deren Seelsorge er nicht eingreifen möchte, legt er sich Zurückhaltung auf. Schließlich hat er Rücksicht zu nehmen auf das Verbot des Stuttgarter Konsistoriums (Oberkirchenrats), »die Hei­lung jeder Art von körperlichen Krankheiten, welchen Entstehungsgrund derselben er auch annehmen mag, in das seelsorgerliche Gebiet hinüber­zuziehen« – ein Verbot, dem Blumhardt entgegnet, er tue ja nichts anderes als jeder Christ, der verpflichtet sei, sich in allen Nöten betend an Gott zu wenden.[12]

In den Möttlinger Ereignissen sieht er seine frühere Bitte, eine »beson­dere Kraft des Heiligen Geistes« möge doch der Gemeinde zuteil werden, mehr als erhört. Nun hofft er, Gott werde ein Verebben dieser Bewegung nicht zulassen. Christus ist gekommen, daß er die Werke des Teufels zer­störe (1. Joh 3,8), und so läßt der triumphale Ausgang der Besessenheits­geschichte Blumhardt annehmen, jetzt sei es Gott ernst mit dem völligen Sieg über seinen Widersacher, mit der sichtbaren Ausbreitung seines Rei­ches über die ganze Welt. Hier wirkt die im damaligen Württemberg ver­breitete Naherwartung der Wiederkunft Christi, der nach Offb 20 ein tausendjähriges Friedensreich auf Erden errichten werde. Allerdings ist Blumhardt der Meinung, Christus könne erst kommen, »wenn das Reich Gottes wird die meisten Herzen gewonnen haben, wenn das Reich Gottes gewurzelt ist in den meisten Herzen, so tief, daß keine Macht der Fin­sternis es ersticken kann«.[13] Damit das geschehen kann, bedarf es einer neuen Geistausgießung über eine Christenheit, welcher der »Pfingstgeist der ersten Kirche« abhanden gekommen ist; Blumhardt erwartet dies in Kürze.

Seine in Möttlingen entstandenen großen Hoffnungen – die Erwartung einer neuen Ausgießung des heiligen Geistes, die baldige Wiederkunft Christi, das erhoffte Heil für alle Menschen – bestimmen auch Blumhardts Seelsorge. Geistliches Neuwerden heißt für ihn, im Blick auf den kommenden Herrn zu leben. Geheilt zu werden heißt, bereits jetzt einen Vorgeschmack auf künftige Gnadenerweise zu erhalten. Auch die von Blumhardt nie beschönigte Tatsache, daß manche Menschen keine oder nur teilweise Heilung erfahren, erhält ihre eschatologische Deutung: Die Geistesgaben werden erst in einer künftigen, allerdings nahe bevorste­henden Gnadenzeit in ihrer ganzen Fülle ausgeschüttet.

3. Bad Boll

Als Blumhardt die Mehrfachbelastung durch Pfarramt, Schriftstellerei und ungezählte Hilfesuchende über den Kopf wächst, gibt er das Gemein­depfarramt auf und erwirbt 1852 das Bad Boll bei Göppingen. Dort macht er die Seelsorge an Menschen mit Glaubenszweifeln, seelischen und kör­perlichen Erkrankungen zu seiner Hauptaufgabe. Das Band zur Landes­kirche wird nicht zerrissen; mit Zustimmung des Konsistoriums hält er in seiner großen, ständig wechselnden Hausgemeinde Gottesdienste und feiert das Abendmahl. Durch Besucher wissen wir vom ungezwungenen Verhalten der höheren gegenüber den niederen Ständen in Bad Boll; Blumhardt versteht es, die damals noch allgemein beachteten Standesunterschiede im Blick auf den als nahe erlebten Herrn zu relativieren. Immer wieder wird das »freie, offene, gemütliche, heitere, vom Sektengeist weit entfernte Benehmen« des Badeigentümers in Seelsorge und Tischgesprä­chen gerühmt[14] – hier hat sich ein Grundzug vom Iptinger Vikar her durchgehalten.

Ein neu ankommender Besucher wird in den ersten Tagen auf Blumhardts Gottesdienste und Tischandachten sowie auf das eigene Gebet hingewiesen. Wünscht er eine persönliche Unterredung mit Blumhardt, so kann er ihn während der täglichen Sprechstunden aufsuchen. Dort er­lebt er in der Regel ein außerordentliches kurzes seelsorgerliches Ge­spräch, das bewußt nur auf das vom Besucher Vorgetragene eingeht. Hin­weise auf die Notwendigkeit von Beichte und Bekehrung – im Sinne eines drängerischen Verfahrens – gibt Blumhardt nicht mehr; er vertraut dar­auf, daß dem Betreffenden in den Gottesdiensten und überhaupt in der Bad Boller Atmosphäre Gott in einer Weise begegnet, die ihn zu einem Neuanfang ermutigt und befähigt. Ist der Seelsorger Blumhardt in die­sem Punkt ein regelrechter »Feind des Wortemachens«, so gilt dies auch für das Gebet mit dem und für den Besucher. Die entscheidende Rolle des Gebets wird hervorgehoben, aber zugleich vor zu vieler »Wortmacherei« beim Beten gewarnt. Er gibt die Zusicherung seiner Fürbitte, »die so lange für den Kranken wirksam sein könne, als er selbst gläubig sich an die Ver­heißungen Gottes halten und in der Gemeinschaft des Gebets mit Blum­hardt vertrauensvoll an Gott sich wenden werde.«[15]

Das gleiche Vorgehen bestimmt seine Briefseelsorge, die schon in Möttlingen begonnene und in Bad Boll immer umfangreicher werdende Korrespondenz mit ehemaligen Besuchern, aber auch mit Personen, die Blumhardt noch nie zu Gesicht bekommen hat. So erhält er Briefe aus dem In- und Ausland, die ihn um Fürbitte für Kranke angehen. Seine Ant­wort ist in der Regel kurz. Er gibt zu erkennen, daß er das Anliegen des Briefschreibers verstanden hat; ein Hinweis auf die biblischen Verheißun­gen, auf die sich das eigene Gebet gründen soll, folgt; schließlich sagt er seine Fürbitte zu. Ein Satz wie der im Brief an eine erblindete Frau findet sich sinngemäß in nahezu allen seelsorgerlichen Schreiben: »Ich werde also die Fürbitte nicht versäumen, und die [erblindete] Mutter möge nur glauben und der Barmherzigkeit Gottes sich in die Arme werfen.«[16]

Der etwas mühelose und für manchen Betrachter allzu pauschale und routinierte Eindruck täuscht. Wie die Anliegen seiner Besucher hat Blum­hardt auch die Not seiner Korrespondenten »an sich herankommen las­sen«. Als sich die brieflichen Anfragen (etwa 6-12 täglich) auf seinem Schreibtisch türmen und er bis 11 % Uhr nachts Antwortbriefe schreibt, bekennt er, er habe »nie Schlaf, weil ich immer aufgeregt bin von so seltsa­men, auch tief erschütternden Dingen, die ich dutzendweise an einem Abend berücksichtigen muß«.[17] Aber er hat diese jahrzehntelange An­spannung ertragen im Wissen darum, daß die Verantwortung für die zu ihm Kommenden letztlich nicht bei ihm selbst liegt, sondern bei Gott, und daß ein Seelsorger bei dieser Adresse auch abladen kann.

Blumhardts Briefseelsorge hat ebenso zu Heilungen geführt wie sein Eintreten für die Kranken im persönlichen Gespräch. Als ihm aus Westfa­len vier Kranke zur Fürbitte empfohlen worden sind, kommt kurz darauf die Meldung, »daß drei davon bereits völlig gesund seien und auch der vierte Linderung fühle« – verbunden mit der Bitte, doch auch noch für zwanzig weitere, namentlich genannte Kranke zu beten. Die Beispiele ließen sich vermehren.[18]

Nach Blumhardts Tod im Jahre 1880 führte der Sohn Christoph das Le­benswerk des Vaters fort. Allerdings tritt im Laufe der Jahre die Privatseel­sorge in Bad Boll zurück zugunsten eines politischen Engagements für die Rechte der Arbeiter. Christoph, von 1900 bis 1906 neben seinem Lei­tungsamt in Bad Boll auch Landtagsabgeordneter der SPD im württembergischen Landtag, wird zu einer maßgeblichen Gestalt des Religiösen Sozialismus.

II. Exemplarische Texte

Die Beichtbewegung und die spontan entstandenen Versammlungen während der Möttlinger Erweckung schildern Blumhardts Briefe an den befreundeten Christian Gottlob Barth vom 3.2. und 25.2.1844:

»Jetzt sind im ganzen 67 Personen bei mir gewesen […] Manche, wenn ich frage, was sie hertreibe, sagen, sie sehen, daß die andern so freudig und heiter werden, und so möchten sie’s auch bekommen. Da fehlt freilich noch viel; aber sind sie einmal dagewesen, so entwischen sie nicht mehr; und nur bei zweien, die nicht [mit der Sprache] herauswollen, steckt’s bis jetzt [fest] […]

Viele Gebetskreise finden jetzt statt, und in allen Häusern ist nur ein Reden der Gottseligkeit, und meine heiteren und populären Vorträge, wo sie auch seien, sind lauter Zündfeuer und Ortsgespräche, woraus du allein schon sehen kannst, wie sehr sich alles verändert hat. Gott sei gepriesen und helfe mir durch, daß ich Vorsicht, Weisheit und Geduld und Liebe beieinander behalte!«

»Aber kaum kann ich schreiben. Denn es läuft schon den ganzen Morgen fort. Die Leute wollen noch vor dem heiligen Abendmahl ganz abladen. Eben einer von [Unter-]Haugstett, der vor acht Tagen noch seine Frau ausgeschimpft hat, weil sie zu mir kam, jetzt mit heißen Tränen, daß er fastnichts vorbringen konnte. Ge­stern war ich in der Männerstunde beim Schultheiß. Welche Stube voll Männer und junger Männer! Die jungen Männer sind alle (bis auf zwei oder drei) bei mir gewesen und sind so ernstlich und entschieden, daß es eine helle Freu­de ist. Was ich in der Stunde gesprochen, mag gewirkt haben; und unter uns gesagt, ich erwarte noch eine Ausgießung des Heiligen Geistes. Diese muß kommen, wenn es mit unsrer Christenheit anders werden soll. Ich spüre es, so ärmlich darf’s nicht fortgehen. Die ersten Gaben und Kräfte [der Apostelzeit], ach, die sollten wiederkommen! Und ich glaube, der liebe Heiland wartet nur drauf, daß wir drum bitten.«

Blumhardts seelsorgerliches Verhalten während der Möttlinger Erweckung und auch danach ist auf Bekehrung gerichtet (Blumhardt an Christoph Dieterlen 7.4.1858):

»Buße und Glauben an Christum den Gekreuzigten waren die Angel [der Dreh­punkt], um die sich alles bewegen mußte. Bekehrung und nichts als Bekehrung der Leute war das Ziel, auf das ich loszusteuern hatte, und zwar mit den jeder­mann bekannten Hebeln unsrer Katechismuslehre. Hierbei mußte ich immer mit den stärksten Worten herausheben, was jeder augenblicklich beim Heiland haben könne, wenn er mit reinem Sinne Buße und Glauben erfaßte: […] Vergebung der Sünde, Frieden, Kindschaft mit Gott, einen gnädigen, erhörenden Heiland. Damit trat ich in die Fußstapfen eines Johannes, der dem Herrn den Weg bahnte durch Buße und Vergebung der Sünden, und in die Fußstapfen des Herrn selbst, wie Er’s in allen Reden, besonders in der Bergpredigt, darstellt.«

Als in der Folgezeit zahlreiche Ortsfremde ihn um Hilfe bitten, kommt Blumhardt aus mancherlei Gründen zu einem abgekürzten Verfahren, vor allem im Umgang mit see­lisch Kranken (Verteidigungsschrift gegen Herrn Dr. de Valenti, 1850. In: Joh. Chr. Blumhardt, Gesammelte Werke. Reihe I: Schriften. Bd. 1,183):

»Ich lasse mir nicht viel von und über sie sagen, weil nach langer und vielfältiger Erfahrung mir oft schon ihr Anblick genügt, um das Nötige zu durchschauen. Ihre Geschichte und ihre Zustände lasse ich mir in der Regel auch darum nicht umständlich erzählen, weil die Leidenden und Kranken so oft damit es verderben, daß sie alles in ihrer Ängstlichkeit so wichtig nehmen und darum mehr sehen und hören und wahrnehmen, als wahr ist. Ich rede aufs ungezwungenste, oft schein­bar leichthin über ihr Anliegen, habe aber im Stillen mein Augenmerk und Bitten zum Herrn gerichtet, mein einziges Gebet, das ich für die besondere Person der Kranken verrichte […] [Ich] entlasse sie, was gewöhnlich nach wenigen Minuten geschieht, und befehle ihnen den Besuch meiner Gottesdienste in der Zeit ihres Hierseins an.«

Hat er noch 1844 bei seinen Möttlingern auf ein gründliches Bekenntnis gedrängt, so hütet er sich später davor, die Beichtenden unter Druck zu setzen, und wahrt so ihre Freiheit (Blumhardt an Bardili 16.8.1853; Blumhardt an Pfarrer Wilhelm Hermann 10.7.1878):

»Man hat […] etwas davon vernommen, daß schon viele Leidende mir Beichtbe­kenntnisse gemacht hätten, und zieht daraus den Schluß, daß ich vor allem strenge Beichte verlange als Grundbedingung für ihre Heilung. Dagegen habe ich zu erwidern, daß ich von niemandem ein Bekenntnis verlange, ja sogar nieman­den dazu veranlasse durch verblümte Winke, die ich ihnen gebe, vielmehr in der einfachsten Weise und in der Regel außerordentlich kurz seelsorgerlich mit den Leuten rede, immer nur auf das eingehend, was sie ganz aus freien Stücken mir vortragen. Man hört etwa auch, daß ich auf Bekehrung der Herzen dringe, und meint, daß ich stundenlang mit ihnen verkehre und mit strengem Ernst ihnen zu­setze, bis sie sich etwa ergeben. Dagegen muß ich sagen, daß ich nicht leicht jemanden […] kenne, der so sehr ein Feind des Wortemachens wäre wie ich; daß ich das Hauptgewicht auf Eindrücke lege, die ich durch meine Vorträge oder durch gemeinschaftliche Unterredungen oder durch den Geist meines Hauses überhaupt indirekt den Leuten beibringe, und daß ich auf Einzelgespräche in der Regel nur ein untergeordnetes Gewicht lege.«

»Bei Krankenbesuchen bin ich nicht gewohnt, die Leute bis zu Bekenntnissen auszufragen. Ich nehme sie immer, wie wenn alles recht wäre, und komme so am leichtesten mit ihnen zurecht, daß sie von selber offen und treuherzig werden. Lassen Sie jene Frau, wer sie ist, und machen Sie nur Besuche der Liebe und Teil­nähme, ohne etwas von seelsorgerlicher Inquisition merken zu lassen. Dann wird Ihr Besuch angenehm und fruchtbar sein. Der Pfarrer muß auch nicht gerade alles wissen, wenn nur die Leute für sich zur Selbsterkenntnis und Buße kommen, was möglich ist, ohne daß es der Pfarrer sieht. Sie [als Pfarrer] haben nur zu lieben und Teilnahme zu haben und dem Heiland anzubefehlen, auch evangelische Worte zu sagen, ohne anzüglich zu werden. So habe ich’s immer gehabt und mich stets wohl befunden.«

Allerdings hat Blumhardt in dieser Hinsicht auch Lehrgeld zahlen müssen (Andacht von 1879; in: Täglich Brod aus Bad Boll 5.3.1881):

»Die Seelsorger müssen sich auch in acht nehmen, daß sie nicht durch übertrie­benes Fragen nach dem Stand ihrer Seelen die Leute ins Bockshorn jagen und sie aus der Gnade schütteln […] Ich kam einmal als angehender Vikar zu einer acht­zigjährigen Frau, die krank war. Da habe ich in der Meinung, man müsse den Leu­ten doch auch vor allem ins Gewissen reden, zu ihr gesagt: ›Sie sind natürlich eben auch eine Sünderin.‹ Dann aber ist die böse geworden und hat mich fast zur Tür hinausgeschmissen und hat gesagt: ›Was? Sie meinen, ich sei ein schlechtes Weibsbild?‹ Da habe ich gedacht: ›Die hat recht!‹ Das war alles keine Selbstge­rechtigkeit, denn sie war wirklich keine schlechte Frau.«

Um welche seelischen und körperlichen Leiden es sich handelt, bei denen Ortsfremde ihn um Hilfe bitten, schildert Blumhardt seinem Dekan (an Ludwig Friedrich Fischer vor dem 29.10.1845):

»Die Kranken sind vorzugsweise Geisteskranke und Epileptische so verschiede­ner Art, daß ich mich nicht genug über die Mannigfaltigkeit derselben wundern kann. Sodann sind es solche, die ein Übel an sich haben, das sie irgendwie für das gewöhnliche Leben unfähig macht. Insbesondere leiden sie an Gliederweh, Rei­ßen in den Gliedern, Rheumatismen in Armen und Füßen oder im Rücken, ferner an Brustbeklemmungen, kurzem Atem, Magenbeschwerden, Unterleibskrank­heiten, Nervenleiden […] Diese Kranken kommen gewöhnlich am Samstagabend oder am Sonntag, allerdings in ziemlich großer, aber nicht gerade in steigender Anzahl, besuchen mich und die Gottesdienste und gehen meist nach den letzte­ren wieder nach Hause […]

Soll ich nun von dem Erfolg etwas berühren, so kommt mich das etwas sauer an, weil ich hierüber lieber die Kranken selbst sprechen ließe. Es ist auch so, daß bei weitem das wenigste darüber mir zu Ohren kommt; und nur zufällig erfahre ich es, off ohne mich nur wieder an die Personen zu erinnern, wie dankbar sie für die erhaltene Linderung oder Genesung seien, auch wo ich ihnen niemals die Hände [aufgelegt habe] […] Nur selten wollen sie gar nichts empfunden haben, was ich ihnen jedoch in der Regel zum voraus in die Rechnung mitgegeben hatte. Zu den letzteren gehören Personen mit dem schwarzen Star […] oder sonst geborene oder früh gewordene Blinde und Taube usw., wenn sie etwa das zehnte Jahr überschritten haben [?] […] Bei körperlich Gebrechlichen wird häufig zwar nicht das Übel, aber doch der Schmerz und das Umsichgreifen des Übels besei­tigt. Wenn ich einzelnes nennen darf, so wurden mir dankenswert die Heilungen mancher Geisteskranken und Besessenen – ich kann nach [den] gemachten Erfah­rungen unmöglich dieses Wort vermeiden ferner eines erblindeten Kindes mit weißen Tupfen in den Augen, das nur einmal mich besuchte, nachdem es den Aussagen der Eltern zufolge von ansehnlichen Ärzten als unheilbar erklärt wor­den war, eines 15jährigen Mädchens mit einem Halsschwamm, eines Mannes mit einer kranken Hand, die schon tags darauf wie die andere arbeitsfähig war, man­cher Halbblinden und Halbtauben, auch Augen­kranken, Gliederwehkranken.«

Weitere Heilungen ereignen sich in Bad Boll. Blumhardts Schreiben an Christoph Dieterlen vom 2.2.1853 und die »Erinnerungen an Pfarrer Blumhardt in Bad Boll« (in: Christlicher Volksbote aus Basel 1880,139) nennen zwei Beispiele:

»Das letzten Freitag erlebte Wunder übertrifft alles. Das arme Kind war, als es erwachte, zuerst noch taub und blind und stumm und griff nur an den Füßen auf und ab. Ich hielt meine Hand dran. Sie will aufstehen und steht endlich, sinkt auf die Knie und steht wieder auf und sitzt und läuft umher und sagt endlich: Wie leicht sind meine Füße, meine Hände, wie leicht ist alles! Ich habe andere Glieder, bin ein anderer Mensch.‹ Auge und Ohr öffnen sich, und wir staunen. Am ande­ren Tag läuft sie durchs ganze Haus, wundert sich über alles, was sie sieht, wie wenn sie in eine neue Welt versetzt wäre […] Wir wußten gar nicht, was [wir] sagen und denken [sollten], und große Sensation hat’s allerwärts erregt. Das tut der Herr!«

»Lassen wir einen der Gäste [in Bad Boll], einen Franzosen (Katholiken) erzäh­len […]: ‹Ich war von Jugend auf fallsüchtig [epileptisch] und scheute, da mein Vermögen mir dies erlaubte, keine Ausgabe, um bei den besten Ärzten Hilfe zu suchen, aber ohne Erfolg. Durch Bekannte vernahm ich endlich, daß in Schwaben ein Pfarrer lebe, der durch Gebet Wunder tun könne und viele Kranke schon geheilt habe […] Voll Hoffnung gehe ich hin, fühle mich aber wie mit kaltem Was­ser übergossen, als man sich dort um mich eigentlich gar nicht kümmert. Tage­lang hoffe ich vergebens, ein Wunder zu erleben oder doch wenigstens vom Herrn Pfarrer in einer auf mein Anliegen Bezug nehmenden Weise angeredet zu werden. Halb unmutig mache ich selbst endlich den Anfang und gehe zu ihm auf sein Zimmer. Er fragt nach meinem Begehr. ›Gesund will ich werden‹, war meine Antwort, ›wie ich Ihnen ja geschrieben habe.‹ ›Sie gesund zu machen‹, erwidert er, ›geht über meine Kraft; aber wir wollen miteinander zu einem gehen, der’s kann‹, und ohne alle Umstände klagte er dem Heiland mein Leid, mit Bitte um meine volle Heilung. Obgleich das Gebet nicht einfacher, nicht menschlicher gedacht werden konnte, rieselte es wie ein Schauer durch meine Glieder, der mich auf die Knie niederwarf vor der Majestät des gegenwärtigen Gottes, den ich zum erstenmal in meinem Leben als einen persönlich gegenwärtigen Gott erfahren habe. Ge­sund stand ich von den Knien auf, und wenn mein Weg mich irgend in die Nähe führt, versäume ich es nie, Bad Boll zu besuchen, wo ich gelernt habe, was beten ist.«

III. Wirkung

Ein Seelsorger, dem psychoanalytische und tiefenpsychologische Fach­kenntnisse fremd sind, der keinen Kurs in Clinical Pastoral Education ab­solviert hat, der stattdessen dem Hilfesuchenden nach kurzer Anhörung erklärt, sein Verhältnis zu Gott sei nicht in Ordnung, er möge doch einmal den Gottesdienst besuchen; außerdem werde er, der Seelsorger, gemeinschaftlich mit ihm für die Lösung der Probleme beten – kann so jemand von Bedeutung sein für heutige seelsorgerliche Bemühung? Ist er nicht ein Relikt aus einer verwissenschaftlichen Phase der Seelsorge, in­teressant anzuschauen, aber letztlich ohne aktuelle Bedeutung?

Auf der anderen Seite steht der Erfolg seines Wirkens, genauer gesagt: das nicht von Blumhardt, aber auf sein Bitten hin bewirkte Erlebnis des geistlichen Neuanfangs, der Seele und Leib verändert. Daß bei den Hei­lungen in manchen Fällen auch etwas anderes im Spiel gewesen sein mag, etwa die Autosuggestion der Besucher, man werde bei Blumhardt unfehl­bar Besserung erfahren – wer mag das beurteilen? Die angeführten Bei­spiele zeigen, daß angesichts der Schwere der geheilten Erkrankung sug­gestive Elemente eine entscheidende Rolle nicht gespielt haben können.

So stellt sich manchmal Ratlosigkeit in der Beurteilung Blumhardts als Seelsorger ein. Joa­chim Scharfenberg möchte nicht das Schwergewicht auf »irrationale ›Kräfte‹ und ›Mächte‹« legen, die nach Ansicht anderer In­terpreten in Blumhardts Seelsorge zur Wirkung kommen. Zu dieser In­terpretation stellt sich Scharfenberg in einen ausgesprochenen »Gegen­satz«. Er sieht die Aktualität Blumhardts in dessen Gesprächen mit den aus Gottliebin redenden angeblichen »Dämonen« begründet, die es Gott­liebin ermöglichen, allem, was sie quält, seinen sprachlichen Ausdruck zu geben; dies werde von Blumhardt deutend aufgenommen. Hier werde die Besonderheit seiner Seelsorge deutlich, eben die von Scharfenberg pro­pagierte »dialogische Struktur des Gesprächs«, welche den traditionellen »instrumental-autoritären Einsatz der Sprache als Belehrung, Bestrafung und Tröstung« ersetze. Damit sei fünfzig Jahre vor Sigmund Freud »der Urtypus des psychotherapeutischen Gespräches andeutungsweise ver­wirklicht«.[19]

Einzuwenden ist, daß die Rolle des Gesprächs bei Blumhardt nicht überbewertet werden sollte. Wenn er die »Dämonen« in Gottliebin anre­det, dann nur in vorsichtiger Selbstbeschränkung und Kürze, weil er ei­nen »etwaigen gefährlichen und verderblichen Betrug des Teufels« fürch­tet.[20] Aber auch in einer »normalen« seelsorgerlichen Situation, in der sich das Problem »redender Dämonen« nicht stellt, sind seine Gespräche von auffallender Kürze, was die zu ihm Kommenden, wie oben gezeigt, oft mit Befremden registriert haben. Am ausführlichsten gestalten sich noch Blumhardts wiederholte Unterredungen mit den beichtwilligen Möttlin- gern während der Erweckung von 1844. Hier jedoch eine ausgesprochen dialogische Gesprächsstruktur anzunehmen, verwehren uns seine nur ungenauen Angaben. Scharfenbergs These, Blumhardt sei der Vorreifer einer dialogischen Seelsorge, läßt sich damit aus den Quellen nicht belegen.

Die tatsächliche Bedeutung Blumhardts für heutige seelsorgerliche Be­mühung scheint sich dagegen gerade dann zu erschließen, wenn man Scharfenbergs ablehnend und seltsam unpersönlich formuliertem Hin­weis auf die »irrationalen ›Kräfte‹ und ›Mächte‹« folgt. Blumhardt hat den nach ihm kommenden Seelsorgern gezeigt, was es heißt, den Erfolg eines seelsorgerlichen Gesprächs letztlich nicht in Gesprächstechniken zu su­chen, sondern im Eingreifen Gottes, der in der Seelsorgesituation nicht nur gegenwärtig ist, sondern sie als der eigentlich Handelnde bestimmt. Von diesem realen, personhaft verstandenen Gegenüber neutral als von einer »irrationalen Kraft oder Macht« zu reden, hätte Blumhardt schlicht­weg abgelehnt. Ist doch das Gebet bei ihm der eigentliche seelsorgerliche Vorgang, und Beten heißt, sich an ein Gegenüber zu wenden, das hört und antwortet.

Das Hervorheben des Gebets in Blumhardts Seelsorge ist kein Plä­doyer gegen eine gründliche Ausbildung dessen, der sich seelsorgerlich um Menschen bemüht. Blumhardt selbst hat gewisse Fertigkeiten im An­knüpfen eines seelsorgerlichen Gesprächs, in Gesprächsführung und spä­terer Begleitung des Gesprächspartners sozusagen von Hause aus mitge­bracht; die Berichte aus seiner Vikarszeit erwecken diesen Eindruck. 1850 kann er von »langer und vielfältiger Erfahrung« sprechen, die ihm die Einschätzung eines Menschen und damit die Tätigkeit als Seelsorger er­leichtert. Erkenntnisse der Psychoanalyse und Tiefenpsychologie waren ihm und seiner Zeit noch fremd; nichts deutet jedoch darauf hin, daß er diese nicht zu Rate gezogen hätte, hätte er darum gewußt. Das Wissen um frühe seelische Traumata, um Verdrängungs- und Projektionsmechanis­men kann es dem Seelsorger erleichtern, zu seinem Gegenüber vorzu­dringen. Allerdings, und hier legt Blumhardt unübersehbar den Finger auf den Kern des seelsorgerlichen Bemühens, sind wir mit diesem Wissen erst im Vorhof der Seelsorge angelangt. »Sie gesund zu machen, geht über meine Kraft; aber wir wollen miteinander zu einem gehen, der’s kann« – dieser Satz Blumhardts weist das ausschließliche Vertrauen auf das psy­chotherapeutische Handwerkszeug in seine Schranken, entlastet den Seel­sorger aber auch von dem Anspruch, auf ihn allein komme es an, und ermutigt beide Gesprächspartner, sich dem in die Arme zu werfen, der etwa in Mk 16,17 f. (vgl. Apg 5,12-16) deutliche Verheißungen gegeben hat.

Daß Seelsorge auch mit Heilung zu tun habe, ist einer Kirche, welche diesen Aspekt allzulange zugunsten der Wortverkündigung vernachläs­sigt hat, immer wieder in Erinnerung gerufen worden, in neuester Zeit u. a. durch die Geistliche Gemeinde-Erneuerung. Eine pauschale Beurtei­lung dieser vielfältigen Bemühungen kann und soll hier nicht gegeben werden; von Blumhardt her läßt sich jedoch einiges sagen, was christ­liches Bitten um Heilung beachten sollte.

Erstens hat Heilung mit geistlichem Neuwerden zu tun; das zeigt nicht nur die Möttlinger Erweckung, sondern auch das Leben in Bad Boll, wo sich der Besucher in eine Gemeinschaft hineinversetzt sah, die ganz selbstverständlich mit Gott lebte und alles von ihm erwartete. Daß dieses geistliche Neuwerden unter Umständen Zeit braucht, daß reifen muß, was später Früch­te tragen soll, war für Blumhardt eine tägliche Erfahrung. Schon aus diesem Grund hätte er hinter Großveranstaltungen, deren er­klärtes Ziel es ist, um Heilung zu beten und den Heilungserfolg möglichst noch in der Veranstaltung zu demonstrieren, ein dickes Fragezeichen gesetzt. Auch Blumhardts Anliegen, daß das Streben nach Heilung sich nicht verselbständige und die Wichtigkeit der Umkehr verdunkle, ist hier nicht Rechnung getragen. Schließlich vollzieht sich der eigentliche Prozeß der Umkehr und Heilung bei Blumhardt immer in der Stille, in der Ge­borgenheit der seelsorgerlichen Situation, höchstens in Anwesenheit weniger vertrauter Personen. So wichtig die Gemeinschaft der Möttlinger Erweckten oder der Bad Boller Kurhausbesucher auch ist, als zentraler Ort geistlichen Neuwerdens tritt Blumhardts Möttlinger Amtsstube oder sein Bad Boller »Zimmer« in den Vordergrund.

Wenn auf einer Veranstaltung der Ruf ertönt: »Und nun kommt der Heilige Geist in Wellen über diese Halle … Wollt ihr mehr?« und sich Be­sucher des Eindrucks nicht erwehren können, hier werde der Heilige Geist »gemanagt«[21], dann ist auch in diesem Punkt eine Berufung auf Blum­hardt nicht möglich. Respekt vor Gottes Würde, vor dem Heiligen Geist, der »weht, wo er will«, verbietet es Blumhardt, »drängerisch« zu beten. Dieser Respekt ermöglicht es ihm auch, das Nichterhörtwerden eines Gebets gelassen hinzunehmen. Wird jemand nicht geheilt, so läßt dies nicht notwendig auf fehlenden Ernst und Kleingläubigkeit schließen, denn Gott will nach Blumhardts Überzeugung seine Heilungsgaben jetzt noch nicht vollständig schenken, sondern erst in der erwarteten Gnaden­zeit. Denen jedoch, die ihre grundsätzliche Skepsis gegenüber dem Gebet um Heilung mit der noch ausstehenden eschatologischen Erfüllung be­gründen, gilt Blumhardts auf das Heute bezogene Ermunterung: »Wenn wir kühn bitten, werden wir auch viel kriegen.«[22]

Literatur

Johann Christoph Blumhardt, Gesammelte Werke, Göttingen 1968 ff.

Reihe I: Schriften. Bd. 1 und 2: Der Kampf in Möttlingen, Texte und Anmerkungen, 1?79.

Reihe II: Verkündigung. Bd. 1-4: Blätter aus Bad Boll. Bd. 5: Register, 1968-1975.

Reihe III: Briefe. Bd. 1 und 2: Frühe Briefe bis 1838, Texte und Anmerkungen, 1993.

Die Bände 3-7 (Möttlinger Briefe, Bad Boller Briefe, Register) sind in Vorbereitung.

Joh. Chr. Blumhardt, Ausgewählte Schriften, hg. von Otto Bruder. Bd. 1-3, 1947-­1949. Nachdruck mit einer Einleitung von Wolfgang J. Bittner, Metzingen und Gießen 1991.

Joh. Chr. Blumhardt, Die Krankheitsgeschichte der Gottliebin Dittus. Hg. und einge­leitet von Gerhard Schäfer, Göttingen 1978.

Karl Barth, Artikel: Blumhardt, in: Die protestantische Theologie im 19. Jahrhundert, Zürich 1947, 588-597.

Richard Haug, Johann Christoph Blumhardt. Gestalt und Botschaft, Metzingen 1984.

Dieter Ising (Hg.), J. Chr. Blumhardt. Ein Brevier, Göttingen 1991.

Michael T. Schulz, Johann Christoph Blumhardt. Leben – Theologie – Verkündigung, Göttingen 1984.

Friedrich Zündel, Pfarrer Joh. Christoph Blumhardt. Ein Lebensbild, Zürich/Heilbronn 1880, 51887 (danach zahlreiche gekürzte Auflagen).

Quelle: Geschichte der Seelsorge in Einzelportraits, Bd. 3, hrsg. v. Christian Möller, Göttingen 1996, 119-136.


[1] Brief Hermann Gunderts an Blumhardts Familie, geschrieben nach Blumhardts Tod 1880 (Blumhardt-Archiv an der Württ. Landesbibliothek Stuttgart, Kapsel IA 1 c, Mappe »Gedenkblätter«). Teilweiser Abdruck in: Friedrich Zündel, Pfarrer Johann Christoph Blumhardt. Ein Lebensbild, Zürich 51887, 32 f.

[2] Hermann Gundert an Doris Blumhardt 26.2.1880 (Blumhardt-Archiv wie Anm. 1).

[3] Blumhardt an Doris Köllner 12.5.1837, 26.3.1838,13.4.1838. Blumhardts hier und im folgenden zitierten Briefe sind veröffentlicht in: Joh. Chr. Blumhardt, Gesammelte Werke. Reihe III: Briefe, hg. von Dieter Ising (siehe Literaturverzeichnis).

[4] Blumhardt an Doris Köllner 25.8.1837.

[5] Blumhardt, Krankheitsgeschichte der Gottliebin Dittus in Möttlingen (in: Gesammelte Werke. Reihe I, Bd. 1), 40.

[6] Ausgewählte Zitate und einen Überblick über die Literatur bieten die Anmerkungen zur »Krankheitsgeschichte« (Gesammelte Werke, Reihe I, Bd. 2, 12-119, 167-179).

[7] Zündel, Lebensbild, 499 f.

[8] Blumhardt, Mitteilungen im Evangelischen Kirchenblatt, 1845 (Gesammelte Werke, Reihe I, Bd. 1), 97 f.; Blumhardt an Christian Gottlob Barth 3.2.1844.

[9] Zündel, Lebensbild, 170; Blumhardt, Mitteilungen, 99 f.

[10] Manchmal ereignen sich Heilungen auch unabhängig von einer Bekehrung, so bei Personen, die zu einem geistlichen Neuanfang noch nicht fähig sind (Kinder und Säuglinge). – Zu den Heilungen vgl. die bei Dieter Ising, J. Chr. Blumhardt. Ein Brevier, Göttingen 1991,106-121 publizierten Quellen.

[11] Blumhardt, Verteidigungsschrift gegen Herrn Dr. de Valenti, 1850 (Gesammelte Werke, Reihe I, Bd. I), 212.

[12] Erlaß vom 23.1.1846; Bericht Blumhardts vom 3. 2.1846 (beides in: Gesammelte Werke, Reihe I, Bd. I, 368-370).

[13] Blumhardt, Predigt über Lk 17,20-25 (1853), in: Christoph Blumhardt (Hg.), Gesammelte Werke von J. Chr. Blumhardt, Bd. II: Evangelienpredigten. Karlsruhe 1887, 8.

[14] Bericht des Ministerialbeamten von Bardili über Blumhardt und Bad Boll, Stuttgart 26. 8. 1853 (Blumhardt-Archiv, I A 6).

[15] Bardili, aaO.

[16] Blumhardt an E. Schmidt 30.12.1851.

[17] Blumhardt an Christian Gottlob Barth 11.12.1857.

[18] Blumhardt an Luise von Scheibler 12.4.1850; Zündel, Lebensbild, 476-478.

[19] Joachim Scharfenberg, Ein Kampf mit »Dämonen«. Seele und Seelsorge im Grenzgebiet von Medizin und Theologie, in: Aus Forschung und Medizin 5/1990, Heft 1, 69-71. Vgl. Scharfenberg, Seelsorge als Gespräch, Göttingen 1972, 14 ff., 36 ff.

[20] Krankheitsgeschichte, 42, 52.

[21] Klaus Teschner, Auch ein Kranker kann gesegnet sein, in: idea-Spektrum, Nr. 14 vom 1.4.1987, 5.

[22] Blumhardt an Karl und Maria Köllner 30.3.1843.

Hier der Text als pdf.

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