Karl Barths Vortrag „Die Gemeindemäßigkeit der Predigt“ von 1935: „Der Prediger muß wissen um das Leben, um die Menschen, um die Gegenwart und kann sie nicht ernst genug nehmen, und kann mit nicht genug Frische und Aufgeschlos­senheit sich ihnen zuwenden.“

Die Gemeindemäßigkeit der Predigt

Von Karl Barth

Gemeindemäßigkeit ist ein seltsam tönendes Wort und wir müs­sen uns wohl verständigen darüber, wie man überhaupt zu diesem Begriff kommt. Gemeindemäßigkeit der Predigt sagt ja wohl, daß die Gemeinde in irgend einem Sinn das Maß oder wenigstens ein Maß für Inhalt und Form der Predigt sein soll. Predigt ist aber — ich darf das voraussetzen — Gottesdienst. Wie kommt hier die Gemeinde dazu, Maß zu sein? Wie kommt sie zu dem Anspruch, sozusa­gen richtend, bestimmend zu sein, maßgeblich zu sein für das, was in der Predigt geschieht? Inwiefern ist dieser Anspruch der Gemeinde zu hören? Das wird uns vor allem deutlich sein müssen und das ist gleich festzustellen: Es kann nicht darum gehen, daß die Gemeinde dem Prediger etwa so gegenüberstehen würde wie ein Verein oder eine Gesellschaft vielleicht ihrem Präsidenten oder ihrem Beauftragten, dem gegenüber sie nun das Recht hätte zu sagen: Du bist der Mann, den wir dahin gestellt haben, wir haben aber unseren Vereinszweck und aus ihm geht das und das hervor als Notwendigkeit, die dir nun auf er legt ist, so daß wir in die­sem Sinn deine Auftraggeber sind! Das mag ein Verein oder eine Gesellschaft tun, das kann aber niemals die Haltung der Gemeinde dem Prediger gegenüber sein. Die Gemeinde ist auch nicht das, was man eine Gefolgschaft nennt, der ein Führer vorangeht. Nicht um ein irdisches Gemein­schaftsverhältnis geht es hier, nicht um einen „Führungsring“ [195] etwa, in welchem der Führer gleichzeitig Exponent und Vertreter des Ganzen ist und in seinem Namen handelt, zu diesem Ganzen gehört und ihm Rechenschaft schuldig ist. Dies alles hat mit dem Begriff der „Gemeindemäßigkeit“ nichts zu tun.

Es kommt aber etwas anderes allen Ernstes in Betracht als Be­gründung des Anspruches der Gemeinde an den Prediger und seine Predigt: Wenn wir von Gemeinde sprechen in einem ernst­haften theologischen und christlichen Sinn, so meinen wir nicht Ge­sellschaft, Gefolg­schaft, irdische Gemeinschaft, sondern das schlecht­hin Einzigartige und von keiner Soziologie zu Bestimmende: die Kirche, die ecclesia Jesu Christi. Als Kirche Jesu Christi hat die Ge­meinde einen Anspruch an denjenigen, der ihr das Wort Gottes verkündigt, an den Diener des Wortes Gottes. Er steht mit ihr in diesem Kreis der Aufgerufenen, der von Jesus Christus zu Jesus Christus Gerufenen. In diesem Kreis hat er den Sinn und das Wesen dieser schlechter­dings einzigartigen Gemeinschaft dar­zustellen durch seinen Dienst am Worte Gottes, durch die Predigt des Evangeliums, durch welche die Kirche begründet ist und immer wieder be­gründet werden soll. Die Hörer der Predigt, also die Gemeinde, sind, und das wird für unser Thema entscheidend sein, nicht irgendwelche Menschen, und darum kann ihr Anspruch, daß die Predigt gemeindemäßig sei, nicht irgend ein menschlicher An­spruch sein, und sei er noch so wohl begründet, sondern ihr An­spruch kann nur hervorgehen aus dieser Gemeinschaft als Kirche Jesu Christi.

Was heißt das? Die Menschen, die die Predigt hören, sind zwar einerseits in der Welt und das heißt nach neutestamentlichem Begriff: geschaffene Kreatur und — gefallene Kreatur, die sich in den Gegensatz zu ihrem Schöpfer begeben hat, von Natur geneigt, Gott und den Näch­sten zu hassen. Sie sind als solche gefallene Kreatur beladen mit dem Fluch der Vergänglich­keit, des Todes. Diese Existenz in der Welt, im Kosmos als Fleisch, hat die Gemeinde, die Kirche Jesu Christi, haben die Hörer der Predigt mit allen anderen Menschen gemeinsam trotz dessen, was sie von ihnen unterscheidet. Dieses Unterscheidende, was die Kirche in der Welt zur Kirche macht, wird sichtbar, indem in ihrer Mitte eben das Ereignis der Predigt stattfindet, indem das Wort Gottes in ihrer Mitte verkündigt und von ihr gehört wird. Indem dieses Ereig­nis stattfindet und indem nun ein Mensch, einer von ihnen, der Diener am Wort, den Auftrag dieser Verkündigung auf sich nimmt, muß ihm klar sein, daß damit dieser Kreis von Men­schen, diese Versammlung, herausgehoben ist (was auch im übrigen von ihr zu sagen sei) aus der Reihe, aus dem Bereich aller Menschen — daß damit, daß das geschieht: Gottes Wort wird verkündigt und gehört, daß damit Kirche wirklich wird. Als die Wahrheit der Gemein­schaft, die um dieses Ereignis versammelt ist, gilt die Erinnerung, daß einmal in der Welt, einmal für allemal Kirche geworden ist, begründet ist, geschaffen ist, einmal für allemal in Jesus Christus. Und es gilt die Verheißung, daß in dieser Welt, [196] in der Christus gelebt hat und gestorben und auferstanden ist, immer wieder Kirche sei, immer wieder Kirche werden soll. Der Prediger muß sich darüber klar sein — und das ist die entscheidende Voraussetzung der Gemeindemäßigkeit seiner Funktion —, daß die Menschen, mit denen er es zu tun hat, die er anzureden hat, daß diese Menschen in ihrer Existenz, in ihrem Sein und Wesen, und zwar im tiefsten Sein und Wesen ihrer Existenz, bestimmt sind durch diese Erinnerung, durch diese Verheißung. Diese Menschen, mit denen er es zu tun hat, die Gemeinde, sind hineingestellt in den durch diese Erinnerung und diese Verheißung bestimmten Horizont. Und was nun auch geschehen mag zwischen dem Pre­diger und ihnen, es muß bestimmt sein durch diesen Hori­zont. Es darf nicht zu der Gemeinde gesprochen werden, als ob es noch nicht wahr sei: et incarnatus est. Und es darf nicht gesprochen werden in der Gemeinde Christi, als ob es nicht ebenso wahr sei: et iterum venturus est. Es muß als das A und O ausgesprochener- und unaus­gesprochenerweise am Anfang der Predigt stehen und gilt als Axiom, das keinen Augenblick aus den Augen zu ver­lieren ist: „Es ist vollbracht“ und „Der Herr ist nahe“. Es darf unter keinen Umständen vergessen werden: Diese Menschen, mit denen ich es zu tun habe, sind getauft auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes; oder, wenn ich in einer Missionsgemeinde predige: Diese Menschen sollen getauft werden. Daraufhin rede ich sie an und als die Getauften sind sie unterwegs zu dem anderen „Sakrament“, zum hl. Abend­mahl, in welchem wir des Todes des Herrn gedenken, bis daß er kommt. Gemeinde­mäßigkeit der Predigt heißt diejenige Eigenschaft der Predigt, die damit und darin zustande kommt und darin besteht, daß die Predigt zwischen den beiden „Sakramenten“ steht, zwischen Weih­nacht und Advent, zwischen dem „et incarnatus est“ und „iterum venturus est“. Zwischen den zwei „Sakramenten“ als ein Zeichen des göttlichen Bundes mit den Menschen! Der Prediger kann unmöglich seinen Mund legitim auch nur auftun als christlicher Prediger, ohne zum vornher­ein den Bogen des Bundes geschlagen zu sehen über die, mit denen -er es zu tun hat, ohne bei jedem Wort, das er sagt, zu bedenken, daß Christus für diese Menschen gestorben und auf­erstanden ist, daß Gott sich dieser Menschen schon erbarmt hat und daß er darum, weil er sich ihrer erbarmt hat, sich ihrer auch annehmen wird in Zeit und Ewigkeit. Das ist sozusa­gen die objektive, die „sakramentale“, die „metaphysische“ Voraussetzung der Predigt, ohne welche sie nicht bestehen kann. — So wichtig, so zentral wichtig ist das Problem der Gemein­de­mäßigkeit der Predigt. Recht verstanden liegt Alles, was man von der Predigt überhaupt sagen kann in ihrer Gemeindemäßigkeit, Gemeinde ver­standen als Kirche Jesu Christi, als Gemeinschaft im Gnadenbund Gottes. Als diese in Gottes Ratschluß von Ewigkeit her be­gründete und dann in der Zeit sichtbar gewordene und zu vollendende Ge-[197]meinde hat sie den Anspruch, daß die Funktion des Predigers ihr gemäß sei, das heißt den Anspruch darauf, daß mit der Predigt in ihrer Mitte dem Wort Gottes gedient wird.

Daß in ihrer Mitte dem Worte Gottes gedient wird, das heißt Gemeindemäßigkeit. In ihrer Mitte: sie darf also auch dabei sein. Dieser Dienst am Wort Gottes ist nicht die Funktion eines Einzelnen, sondern dieser Dienst ist der Akt der Gemeinde. Und dieses Geschehen in ihrer Mitte ist ein Geschehen, in welchem sie, die Gemeinde, nicht einfach Objekt ist, sondern in welchem sie selber mithandelnd beteiligt ist. Also die Menschen, sie, von denen wir eben sagten: sie sind in der Welt, sie sind Sünder, sie sind Sterbliche. Was heißt nun Gemeinde­mäßigkeit im Blick darauf, daß diese Gemeinde Gottes nun eben Gemeinde Gottes in der Welt ist? Vor allem werden wir uns hier deutlich machen müssen: Wenn diese Gemäßheit in dem strengen Sinn verstanden ist, der uns jetzt von weitem sichtbar geworden ist, dann wird Ge­meindemäßigkeit der Predigt niemals primär und entscheidend dahin verstanden werden dür­fen, daß das Wort der Predigt inhaltlich und formal der Welt, der Menschlichkeit, der Sündig­keit, der Sterblichkeit, die von der Existenz der Gemeinde allerdings nicht zu trennen ist, angemessen, konform sei. Denn nicht diese Seite ihrer Existenz kann das Maß sein, das nun gilt für die Gestalt und den Inhalt der unter ihnen geschehenden Pre­digt. Also: Gemeinde­mäßigkeit der Predigt kann unter keinen Umständen etwa das bedeuten, daß der Lebensstand der Zuhörer, ihr Bildungsgrad, die unter ihnen herrschenden gesellschaftlichen, politischen, intellektuellen, moralischen, religiösen Überzeugungen, die kleinen und großen Erlebnisse ihres Daseins, die guten oder auch die schlechten Bestrebungen, welche in der Gemeinde viel­leicht vorherrschend sein mögen, daß alles dies nun ein selbstän­diger Betrachtungsgegenstand werden dürfte, daß die Struktur die­ser Gemeinschaft zu erforschen wäre, um daraus ein Ge­setz zu entnehmen, einen Maßstab abzulesen, dieses Gesetz zu konfrontieren mit dem Evan­gelium und diese zwei Größen, die sich da gegenüber stehen würden, mit dem Wörtlein „und“ zu verbinden. Es darf nicht darum gehen, eine freundliche Synthese herzustellen zwischen dem, was von Christus her und dem, was vom Menschen her gilt nach der immer wieder be­währten Methode: Das Eine ist der Inhalt, das Andere ist die Form!! —

Gerade das darf nicht geschehen. Sobald dieses Denken wieder anheben würde, würden die Dinge so laufen, wie sie dann eben notwendig laufen: die interessierte Frage nach der Ge­meinde und ihren anthropologischen, soziologischen und politischen Möglich­keiten würde zur ersten Frage werden, die Form würde den Inhalt vergewaltigen, die Predigt würde von daher bestimmt und dann würde die Predigt das, was sie wirklich nicht werden soll: eine Aktion im luftleeren Raum! Sie wissen, daß man dieses Schimpfwort gewöhnlich umgekehrt anwendet. Wir wollen uns [198] aber als Theologen klar sein darüber, daß der luftleere Raum dort ist, wo der Mensch ist. Es ist nicht so, daß da, wo der Mensch ist, die Fülle ist, die Wirklichkeit, Gott und sein Wort aber wären leer und unwirklich. Wir sollten endlich lernen, die Dinge wieder richtig zu sehen. Das ist Predigt im luftleeren Raum, die sich mit großem Eifer in den Raum des Menschen begibt und vertieft. Unter keinen Umständen darf der Betrachtung des Raumes des Menschen eine selbständige Bedeutung zukommen, sondern immer nur so, daß man vom Berge des Wortes Gottes herunter nun auch ihn betritt. Und nicht so, daß die Menschlichkeit der Gemeinde nun noch das Wort behalten dürfte, so daß eine Unter­haltung eintreten würde zwischen zwei Parteien. Denn diese Menschlichkeit der Gemeinde ist doch die menschliche Natur, die in Gnaden an- und aufgenommen ist. Und die ihr Leben haben soll durch das Wort Gottes und im Wort Gottes — nicht anders!

Also: der Anspruch der Gemeinde, daß die Predigt ihr gemäß sein soll kann nicht lauten: Da ist die Kirche, die das Evangelium zu verkündigen hat und da sind wir, die wir von diesen und jenen Einsichten und Wünschen und Anregungen her kommen und nun zusehen wollen, was sich ereignet in der Begegnung mit dem Evangelium. Wenn der Prediger dieser Aufforderung folgt, nimmt er die Gemeinde nicht ernst. Die Gemeinde Jesu Christi erwartet etwas anderes. Sie erwartet ernst genommen zu werden als Kirche. Sie erwartet verstanden zu sein, aber verstanden in Christo. Sie erwartet verstanden zu sein auf jenem Weg von der Taufe zum Abendmahl, von der Inkarnation zur Wiederkunft. Sie erwartet, ge­sehen und verstanden und angeredet zu werden auf die geschehne Verheißung hin und auf die kommende Erlösung hin. Und wenn die Leute in der Gemeinde es anders sagen, so verstehen sie sich selber nicht. Und sie verstehen sich sehr oft nicht. Verlassen wir uns darauf: der Christ in ihnen erwartet das: daß von der Versöhnung her auf die Erlösung hin zu ihm gesprochen wird. Wer es anders macht, wer sich einläßt auf ein abstrakt Menschliches der Gemeinde, der ist unbarmherzig. Das ist nicht Liebe, das ist nicht die Herablassung Christi, sondern das ist eine höchst eigen­mächtige und im Grunde gottlose Willkür. Der Primat einer solchen anderen Konformität als der Konformität mit dem Worte Gottes, widersteht nicht nur dem Wesen des Wortes Gottes, das allein herrschen und regieren will, nicht nur dem Wesen der Offen­barung, die nicht aus dem Menschen, sondern die zu dem Men­schen kommt, nicht nur dem Auftrage der Predigt im Sinne des Alten und des Neuen Testamentes. Sie widersteht auch der wohl­verstandenen Erwartung der Gemeinde selber. Die Gemeinde er­wartet von uns diejenige Verkündigung, die ihrer Menschlichkeit gewiß nahe kommt, gewiß hineingeht in die tiefsten Tiefen dieser Menschlichkeit, gewiß sie aufnimmt und annimmt und heran­nimmt, aber nun eben so, daß die Verkündigung zum Menschen als Menschen, als Sünder und Sterbender kommt, nicht sozusa­gen [199] auf einer Ebene, sondern die zu ihm kommt wirklich aus der Höhe, wirklich von oben und zwar senkrecht von oben. Wie die Gnade zur Natur kommt, wie das Wunder eintritt in unsere Welt! Davon lebt die Gemeinde, ja, das begründet schon die Gemeinde und davon allein kann sie weiterleben, daß die Gnade als Gnade, das Wunder als Wunder ihr gesagt wird. Die Gemeinde erwartet, daß auch in der Predigt es Ereignis wird, was es im Glaubens­be­kenntnis von Christus heißt: „conceptus de Spiritu Sancto, natus ex Maria virgine“. Da ist der Mensch auch dabei: die Jungfrau. Und darum: credo in spiritum sanctum et unam sanctam ecclesiam. Der Heilige Geist schafft die Kirche. Und die Gemeinde Gottes, in der wir dann dienen dürfen mit dem Wort, ist die una sancta ecclesia, die durch den Heiligen Geist geschaf­fen wird. Das heißt aber, daß der Heilige Geist, daß Gott selber den Anknüpfungs­punkt setzt.—Also doch Anknüpfungspunkt, also doch die Mensch­lichkeit der Gemeinde? Also doch auch diese ganze Welt des Men­schen ist gemeint, wenn wir sagen: Gemeinde? —

Wenn wir von der Angemessenheit der Predigt an die Gemeinde sprechen, dann ist auch dies zu sagen. Auch die Menschlichkeit der Gemeinde ist da in der Tat in Betracht zu ziehen, wo wir von der Konformität mit dem Worte Gottes reden, die zuerst und zu­nächst gemeint sein muß. In diese Konformität ist, weil das Wort Fleisch ward in Jesus Christus, einbezogen die Menschlichkeit der Gemeinde. Nicht weniger als an den Kardinalsatz aller christ­lichen Ver­kündigung: Das Wort ward Fleisch, werden wir uns hier halten müssen. Unsere alten Dogma­tiker haben, wenn sie die Inkarnation erklären wollten, gesprochen von der assumptio carnis. Das sei das Wesen der Inkarnation, daß der ewige Vater zu sei­nem Sein hinzugenommen, in sich aufgenommen habe das Sein der menschlichen Natur. So wurde das Wort selber Fleisch, so wurde es Mensch. Das dürfte für unser Problem bedeuten: In der Predigt will es geschehen, daß Gottes ewiges Wort Mensch wird, menschliche Natur annimmt, also Wort eines Men­schen, eines Sünders, eines Sterbenden wird und Wort, das von Menschen, von Sündern, von Sterbenden gehört werden soll. Und Dienst am Wort Gottes im vollen Sinn des Begriffes muß bestehen in dieser Nach­bildung der großen Fleischwerdung des Wortes. Das Wort soll wieder, es soll gleichnishaft auch heute Fleisch werden im Dienste des Zeugen Christi, im Dienste dessen, der heißen darf: ein Bot­schafter an Christi Statt.

I. Was kann unter diesem Gesichtspunkt Dienst am Wort Gottes bedeuten, daß da eine Ge­meinde ist, Ausgesonderte, aber eine Gemeinde von Menschen, Sündern, Sterbenden? Dienst am Wort Gottes: darin liegt eine Abgrenzung gegenüber allen anderen an sich auch möglichen und weithin auch guten und verheißungs­vollen Versuchen menschlicher Rede. Wenn die Predigt Dienst am Wort Gottes ist, dann kann der Versuch, der da gemacht wird, der Dienst, der da in Angriff genommen wird, Menschen das Evan-[200]gelium zu sagen, unter keinen Um­ständen darin bestehen wollen, wie es sonst wohl auf der ganzen Linie der Fall ist, wo Men­schen miteinander reden, daß der Prediger seinen Hörern ein kleineres oder größeres Wahr­heitssystem vermittelt. Wenn wir Menschen sonst miteinander reden, dann geht es uns wohl immer darum, uns gegenseitig ein Bild zu vermitteln von einer Wahrheit, die uns vor­schwebt, ein Bild von kleinen Erfahrungen und Erkennt­nissen, für die man die anderen ge­winnen möchte. Dieses Vor­gehen kann nicht das Vorgehen des christlichen Predigers sein. Wo der Prediger meint, über ein Wahrheitssystem zu verfügen, da sündigt er gegen das Gebot der Gemeindemäßigkeit. Denn dazu ist er nicht unter diese Menschen gestellt, um das zu tun, was nun eben ein Philosoph, ein Politiker, ein Pädagoge zu tun pflegt. Dienst am Wort Gottes muß nach der Heiligen Schrift heißen: Bezeugung des in seinem Wort und in seinem Handeln of­fenbaren Gottes selber. Der Gegenstand der christlichen Predigt ist nicht eine Wahrheit, eine Erkenntnis, er ist eine Person: der Sohn des Vaters, offenbar durch den Heiligen Geist. Und wenn es nun eine menschliche Funktion geben soll in Bezug auf Gott, kann sie nicht in jenem eigenmächtigen Herrscherakt des Philosophen, Poli­tikers oder Pädagogen bestehen, sondern nur in dem Dienst des Zeugen, der aufmerksam macht auf das Handeln dieser gött­lichen Person. Diese Grundeinsicht hat ihren notwendigen Aus­druck darin, daß die Predigt ganz schlicht eine Fortsetzung, eine Wiederholung zu sein hat dessen, was uns die ersten Zeugen der Offenbarung des handelnden Gottes, nämlich die Propheten und Apostel, gesagt haben. Die Predigt hat die Aufgabe, die Texte des Alten und des Neuen Testamentes heute in der heutigen Sprache heutigen Menschen zu vermitteln. Die Predigt hat nicht ein Thema zu behandeln, sie hat Schriftauslegung zu sein. Sie hat Zeugnis zu sein und Zeugnis ist sie, wo sie uns bezeugend anschließt an die, die zuerst gezeugt haben, weil sie gesehen und gehört haben, an die Propheten und Apostel. Sie ist Zeugnis, wo sie versucht, ihr Wort wieder er­klingen zu lassen. Predigt ist Schriftauslegung, ver­mittelt von heutigen Menschen an heutige Menschen. Also Auslegung in der Sprache dieser Menschen, Auslegung, die sich bezieht auf die Existenz dieser Menschen, auf ihre Existenz als Kinder Gottes, die unterwegs sind, die noch durch das finstere Tal wandern, aber dem kommenden Licht entgegen. —

Und nun möchte ich hier als ersten bestimmten Gesichtspunkt geltend machen: Diese ihre Aufgabe der Textauslegung muß in der Predigt schlechterdings souverän sein. Diese Aufgabe muß allem vorangestellt werden, was sonst noch über das Verhalten der Predigt zu sagen sein mag. Grundsätzlich kann die Predigt nur Auslegung sein und als Auslegung soll sie Anwen­dung wer­den. Die ganze Predigt Schriftauslegung, Schrifterklärung als Wort an die heutigen Menschen. An die heutigen Menschen, an diese und diese heutigen Menschen — das bedeutet zweifellos, daß [201] der Einzelne bei seiner Auslegung fortwährend zu bedenken hat: das Leben dieser Menschen, das Große und das Kleine, was da wichtig sein mag für sie, die Vor­aussetzungen, die diese Menschen mit­bringen, die Erlebnisse oder die Erfahrungen, die sie hinter sich oder die sie auch vor sich haben. Aber es darf auf keinen Fall geschehen, daß eine Umkehrung eintritt, daß, was diese Men­schen bewegt und was sie mitbringen, die Führung bekommt in den Gedanken des Predigers, daß das Schriftwort hinzukommt als Erläuterung dieses Ersten! Die Situation ist nur zu bekannt und häufig, wo man in der Predigt den Prediger erfüllt sieht von einem bestimmten Ereignis, einem bestimmten Gedankengang, von dem er auch die Gemeinde erfüllt glaubt. Vielleicht eine Feuersbrunst, die soeben im Dorf gewütet hat. Soll er nun eine Predigt halten: Der Christ und die Feuersbrunst?? Natürlich muß er damit beschäftigt sein, aber darf deshalb die Feuersbrunst sein heim­liches Reden oder gar sein offe­nes Thema werden? Er wird auch an diesem Tage dieser Gemeinde den Text auslegen müs­sen. Ge­rade jetzt verlangt doch die ernstgenommene Gemeinde Gottes Wort zu hören. Und Gottes Wort wird dann ganz schlicht das sein, was uns in der Heiligen Schrift als unser heuti­ger Text vorliegt. Es kann gewiß vorkommen, daß auf dieses Ereignis in der Gemeinde Bezug genommen wird, aber vielleicht ist auch das nicht unbe­dingt nötig. Unter allen Um­ständen muß es dabei bleiben: auch jetzt gilt Gottes Wort, gerade jetzt. Je mehr die Menschen erfüllt sind von irgend etwas, um so mehr ist ihnen die Kirche den Trost und die Hilfe des Wortes Gottes schuldig. Unter keinen Umständen darf die erregte und erschütterte Humanität die Füh­rung über­nehmen und Selbstzweck werden, dem die Predigt zu dienen hätte. So dient die Predigt nicht. Und das ist nicht Lieblosigkeit, denn gerade die recht verstandene Liebe wird darin bestehen, daß der Prediger den menschlichen Vorgängen mit einer gewissen Di­stanz begegnet. Alle diese menschlichen Dinge dürfen jetzt schwei­gen, weil in sie hinein das Licht von oben fällt.

Von hier aus lassen sich einige Regeln herausarbeiten. Der Pre­diger ist außer mit seinem Text auch noch mit vielen anderen Dingen beschäftigt. Er soll seine Gemeinde kennen, je gründli­cher um so besser. Aber es gilt, wenn man seine Predigt auszuarbeiten hat, ein grundsätzliches Mißtrauen zu haben gegen das Gewicht und gegen die Gültigkeit aller, aber auch wirklich aller sowohl positiven wie negativen Urteile, die man sich selber gebildet hat oder die in der Gemeinde üblich sind oder die der offene Tenor einer ganzen Zeit und eines ganzen Volkes sind. Menschliche Meinungen aller Art müssen grundsätzlich Gegenstand des Mißtrauens sein, wenn man die Kanzel betritt. Das sind die Dinge, die mindestens nur in der Klammer Geltung haben dürfen: da ist der Mensch und dieser Mensch will nun das Wort Gottes hören. Es wird sich nicht vermeiden lassen, daß in der Schriftauslegung etwas sichtbar wird von der Meinung des Predigers, aber es wird doch grundsätz-[202]lich etwas anderes sein, wenn er weiß: diese seine „Meinung“ sollte hier nicht reden, sondern hören! Gottes Wort muß die Führung behalten, von hier aus muß der ganze menschliche Rummel über­blickt wer­den. In der Haltung dieses auf Gott Lauschenden muß der Prediger verharren.

Dieser Negation wäre als zweite Regel gegenüberzustellen: Es gilt das Vertrauen zu lernen und sich in dem Vertrauen zu üben auf das Wort Gottes und seine Gewalt. Wie kommt es, daß man in der Predigt so leicht abgleitet in kleine Lehrvorträge? Es steht immer ein Mangel an Zutrauen zu der Kraft des Wortes Gottes dahinter. Man meint es besser machen zu können. Der Text bleibt zurück, das Schiff fährt auf hohe See hinaus. Und doch müßte man gerade im Wissen um das Dransein der Gemeinde und vielleicht des ganzen Volkes sich daran halten: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln“ und dann darüber nach­denken, was das heißt. Für uns, gewiß: aber das! Und dann darf ich ganz schlicht dieses Wort sprechen lassen. Es fällt hier eine Entscheidung darüber, wie wir selbst zum Worte Gottes stehen. Die Verwü­stung der Predigt hat wohl ihre tiefste Wurzel ganz einfach darin, daß die Prediger nicht so zur Bibel stehen, daß es gerade für sie gilt: „Laß dir an meiner Gnade genügen!“ Davon sind wir alle wohl immer wieder weit weg. Und das ist die Frage, die immer wieder an uns gestellt sein wird.

Als dritte Regel wäre dies zu sagen: Was es wieder zu erkennen gilt, das ist der Respekt vor dem Geheimnis jener Anknüpfung zwischen Gott und Mensch. Ich habe vorhin hingewiesen auf das natus ex virgine. Bei jeder Predigt muß es uns vor Augen stehen: Wenn das geschieht, daß ein Mensch Gottes Wort hört, dann geschieht das Wunder. Und also kann dieses Gesche­hen un­möglich eine Sache sein, die in unsere Hände gelegt ist. Weil die Predigt Dienst am Worte Gottes sein soll, kann sie nur geschehen in Ehrfurcht vor dem unbegreiflichen Geheim­nis der Gnade Gottes, die der Sinn des ganzen Geschehens ist, in dem der Pre­diger als Diener beteiligt sein darf. Darüber kann man nicht viele Worte machen, sondern jeder muß das bei sich selber bedenken, was das heißt: Das Geheimnis der Inkarnation und das Geheimnis des Heiligen Geistes, und dann angesichts dieses Geheimnisses Buße tun und glauben. Daraus ergibt sich das Mißtrauen gegenüber der eigenen Meinung und das Vertrauen auf Gottes Wort.

II. Was wir zu tun haben, ist Dienst am Wort Gottes. Es geht um einen Dienst an dem Gott, der geredet hat, und noch redet mit den Menschen. Die Predigt kann unter keinen Um­ständen ein Monolog sein, eine Rede, in welcher ich mir etwas an sich sehr Schönes und Wahres vor­denke und vorspreche, sondern eine Predigt ist wirklich eine Anrede, sie ist Dienst am Wort Gottes.

Wir haben das Wort Gottes zu verstehen in diesem Gang zu den Menschen. Es kommt nicht in Betracht ein bloßes Referat über [203] das Wort Gottes, nicht in Betracht eine noch so schöne Phänomeno­logie, auch wenn sie der Heiligen Schrift entnommen wäre. Es kommt nicht in Betracht eine Objektivität der Predigt, die es nicht deutlich werden läßt, daß die Heilstatsa­chen Gegenwartstatsachen sind. — Und nun will ich einen Sprung machen und sagen: Die Vor­aussetzung der Predigt muß ganz schlicht die Liebe des Predigers zu der Gemeinde sein. Liebe, das heißt ganz schlicht: Nicht ohne diesen anderen, den man liebt, sein wollen, nicht allein sein wollen, sondern mit ihm sein wollen, wie er nun einmal ist, in seiner Totalität, in seiner Wirklichkeit. Die Wirklichkeit der Gemeinde, das ist die Wirklichkeit der Kinder Gottes im finsteren Tal. Wenn ich diesen Menschen das Wort Gottes sagen will, so muß ich diese Menschen lieb haben, mit ihnen sein wollen, wie sie sind. Das wäre die eigent­liche, die böse Lieblosigkeit, wenn ich in meinem Studier­zimmer säße oder auf meiner Kanzel stünde und im Bewußtsein mei­ner Erkenntnis des Wortes Gottes sehr biblisch, sehr orthodox mich bewegte im Kreise der Wahrheitsgedanken des göttlichen Wortes, aber nicht daran däch­te, daß ich diese anderen mit hineinnehmen soll in meinen Dienst. Ich rede, sie hören, beides geschieht mit­einander. Und darum ist eine selbstverständliche Voraussetzung der Predigt die, daß der Prediger in seinem ganzen Leben ein Mensch ist, der für das, was um ihn her ge­schieht, nicht nur teil­weise, sondern ganz aufgeschlossen ist. Das Freimachen von dem menschlichen Getümmel, von dem wir vorhin sprachen, ist nur dann sinnvoll, wenn man das Getümmel kennt. Die Be­wegung der Abwehr kann nur sinnvoll sein bei einem Menschen, der mitten im Leben steht und der sich nicht nur teilweise und nur äußerlich, sondern zu innerst mit seiner ganzen Existenz ver­antwortlich weiß für das, was um ihn her geschieht. Die bibli­schen Texte und Zeugnisse haben in sich den Drang in das Leben, zu den Menschen, in die Gegenwart. Der Prediger muß wissen um das Leben, um die Menschen, um die Gegenwart und kann sie nicht ernst genug nehmen, und kann mit nicht genug Frische und Aufgeschlos­senheit sich ihnen zuwenden. Und das bedeutet dann, daß das alte ewige Gotteswort in die Zeit, in die Not der Menschen hinein, zur Aussprache kommt. Eben der Text zur Aussprache kommt, nicht das, was ich weiß, aber freilich auf Grund dessen, was ich wissen muß! Und es darf dann nicht so sein, daß wir klagen wie jener Mann im Gleichnis: Ich weiß, daß du ein harter Herr bist! Gewiß, wir verfallen dem Gericht, wenn wir es wagen, das Wort Gottes anzuwenden. Wir können dem nicht entrinnen und es ist eine ungeheure Sache, die Ereignisse der Gegenwart in das Licht des Wortes Gottes zu stellen. Aber in der Furcht vor dem Gericht ist nun dennoch zu handeln, wie es jener Knecht tun sollte mit seinen Pfunden. Wenn ich vorhin gewarnt habe vor der eigenen Mächtigkeit, mit der mancher Prediger seine Ideen meint vortragen zu dürfen und zu sollen, so ist nun auch zu warnen vor dem trägen Ungehorsam, der da nicht folgt, wo der Text [204] gebietet, die Wahrheit konkret und direkt zu sagen. Der Raum will auch nach dieser Seite durchaus nicht luftleer bleiben. Aber es kommt alles darauf an, wer führt. Führt das Wort, dann ist alles gut. Dann besteht volle Freiheit. Ich würde keine Beden­ken dagegen haben, daß schließlich auch einmal eine ganz politische, ganz moralische, ganz philosophische Predigt gehalten werde, wenn der Text Meister ist. Es kann Auftrag dazu da sein, daß eine Predigt in höchst einseitiger Weise eingreift in das Tages­geschehen. Zur Kon­trolle wäre hier noch zu sagen: Es hat dann höchst wahrscheinlich nicht seine Richtigkeit mit diesem Eingreifen, wenn das Gesagte ohnehin ein Lieblingsgedanke des Predigers, der Ge­meinde, der ganzen Zeit vielleicht ist. Wenn die Propheten und Apostel in das Leben ein­ge­griffen haben und in die Ge­schichte, so haben sie damit nicht ihre Lieblingsgedanken vorge­tragen, sondern eben gerade das, was ihnen und ihren Zeitgenossen gegen den Strich ging. Sollte das Gesagte nur eine Unterstreichung solcher Lieblingsgedanken bedeuten, dann bleibt es besser unge­sagt.

III. Es geht um Dienst am Wort Gottes. Sie dürfen nicht meinen, eine Predigt könne jemals ein Meisterwerk sein, Sie könn­ten als Prediger triumphieren in irgend einem Sinn. Und sie müssen nicht meinen, es gäbe eine zu erlernende Technik, mit Hilfe derer die Predigt gemein­demäßig gestaltet werden könnte. Auch in der recht verstandenen Textauslegung gibt es keine Meisterschaft in diesem Sinn. Sonst würde hier nur mit anderem Vorzeichen das­selbe gesche­hen, was in den vorangegangenen Generationen mehr auf der Linie der Lebenspredigt ge­schah. Es ist immer fatal, wenn der Prediger der Gemeinde als Herrscher gegenüber tritt. Tyrannei des Predigers (und wenn es seine biblische Erkenntnis wäre!) ist nicht Dienst am Wort Gottes, sondern ein Vergessen des Geheim­nisses des christlichen Gottesdienstes. Es wäre das Vergessen, daß unsere Leistung begrenzt ist durch das Ereignis, das wir nicht herbei­führen können! Das Ereignis zwischen Christus und seiner Gemeinde! Er ist das Haupt und wir sind die Glieder. Das ist Gottes Werk, vor dem wir nur anbetend stehen können. Im Blick auf dieses Ereignis dürfen wir aber auch Mut fassen zu unserem Dienst am Worte Gottes. Im Gedanken an dieses Ereignis, das das Ereignis der göttlichen Wirklichkeit selber ist, wird selbstverständ­lich sein die Bescheidung des Menschen und dann mag es so etwas geben wie wirkliche Meisterschaft der Predigt. Eine Meisterschaft, die eine Lehrlingsschaft ist und bleibt. Und je älter man wird als Prediger, um so deutlicher wird man darum wissen. Dann wird die Predigt immer mehr aufhören in unserer Absicht eine „Lei­stung“ zu sein, ein Turm, den wir bauen, eine Tat, die wir tun. Natürlich ist sie das auch, aber wir werden dann wissen, das alles ist nur vorläufig. Denn wenn das alles wäre, dann wäre die Pre­digt eben nicht ge­meindemäßige Predigt. Ist die Predigt wirklich gemeindemäßig, also Dienst am Wort Got­tes, dann kann sie nur [205] ein Versuch sein, in der Gemeinde und mit der Gemeinde zu beten. Predigt ist letztlich nicht Arbeit, sondern Gebet und sie wird um so gemeindemäßiger sein, je mehr das ausdrücklich oder nicht aus­drücklich sichtbar wird und wirklich ist.

Stenographische Nachschrift eines Vortrags, gehalten auf der Stu­dentenfreizeit in Kaisers­werth, 9. Januar 1935.

Quelle: Evangelische Theologie 16 (1956), S. 194-205.

Hier der Text als pdf.

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