Oto Mádrs Predigt ‚Das christliche Nein und das christliche Ja der politischen Gefangenen‘ im Prager St.-Veits-Dom (1992): „Wir wollen nicht übersehen, dass wir alle durch Eigenliebe zur Herzenshärte versucht sind. Deshalb hat die christliche Botschaft vom barmherzigen Gott für das menschliche Zu­sammenleben eine unermessliche Bedeutung. Wir sollen die­sem barmherzigen Gott ähnlich werden. Wir stehen kurz vor dem Karfreitag, an dem wir wiederum mit angehaltenem Atem das Gebet des Gekreuzigten für die Feinde vernehmen werden. Lassen wir es für immer in unsere Herzen eingehen. Die Pose der absoluten Fehlerlosigkeit steht uns nicht an, wenn wir uns nicht selbst belügen wollen.“

Das christliche Nein und das christliche Ja der politischen Gefangenen. Predigt im Prager St.-Veits-Dom am 7. März 19921 Von Oto … Mehr

Oto Mádr, Modus moriendi der Kirche. Zur Theologie einer sterbenden Kirche (1977): „Nehmen wir an, dass auch die Kirche stirbt. Es soll keine bloße Übungshypothese sein, auch wenn wir glauben, dass die Kirche bis zum Ende der Zeiten bleibt. Albanien ist das erste Land ohne Religion, so lautet die offizielle These. Die Wirklichkeit wird jedoch nicht zu weit davon entfernt sein, besonders was die Zukunftsaussichten betrifft. Wie lange halten die Überreste der kirchlichen Struktur noch durch? Wie lange können Gläubige dem Druck der Macht widerstehen? Und – wann kommen weitere ‚Albanien‘ hinzu? Es ist nicht gerade etwas Ermunterndes, an gequälte Brüder und Schwestern zu denken, aber: ist es sicher, dass wir nie in eine Situation der sterbenden Kirche gelangen? Sind wir nicht schon in ihr, an der Schwelle vielleicht? Man kann nicht nur an tödlichen Verletzungen, sondern auch an schleichenden Krankheiten sterben.“

Modus moriendi der Kirche. Zur Theologie einer sterbenden Kirche (1977)1 Von Oto Mádr Die folgenden Gedanken sind das Zeugnis eines … Mehr