Arnold Angenendt, Reine Hände und Zölibat im Mittelalter: „Das mittelalterliche Motiv für den Zölibat, für das enthalt­same Leben bei allen direkt an der Bereitung der Eucharistie Beteiligten, kann, weil nicht neutestamentlich, nur religionsgeschichtlich sein: Es war das Prinzip der rituellen Reinheit. Für das mittelalter­liche Ringen des Christentums mit allgemein-religiösen Vorstellungen weist dieses Kapitel eindeutig den Sieg der letzteren aus.“

Reine Hände und Zölibat im Mittelalter Von Arnold Angenendt In einem speziellen Punkt ist das Konzept der reinen Werkzeuglichkeit wenig­stens … Mehr

Nächstenliebe, Bruderliebe und die Frage der Reinheit: „Die Reinheitserklärung ‚Es gibt nichts, was von außen in den Menschen hineingeht, das ihn unrein machen könnte; sondern was aus dem Menschen herauskommt, das ist’s, was den Menschen unrein macht.‘ (Markus 7,15) ist der revolutionäre Satz Jesu. Er ermöglicht die Annäherung bzw. Nächstennähe, die gemeinschaftliche Reinheitsdistanzierung zurückzustellen weiß. Die Begegnungsnähe mit der jeweiligen Hilfsbedürftigkeit wird nicht länger in die Gemeinschaftsverpflichtung zurückgenommen.“

Nächstenliebe, Bruderliebe und die Frage der Reinheit Wir sind es gewohnt, das Gebot der Nächstenliebe, wie Jesus es im Gleichnis … Mehr

Arnold Angenendt über Befleckung und Reinheit in der mittelalterlichen Religiosität: „Wie stark diese Reinheitsvorstellungen archaischer Natur waren, zeigt sich insbe­sondere daran, daß die Sexualstoffe als solche verunreinigten. Bei Männern war es das Sperma, dessen vermeintliche Kraft sich auch in magischem Gebrauch zeigte und etwa dem Liebeszauber dienen konnte. Im Kultbereich galt: nur schon damit behaftet zu sein beschmutzte und machte handlungsunfähig.“

Befleckung und Reinheit in der mittelalterlichen Religiosität Von Arnold Angenendt Das 15. Kapitel des Buches Leviticus kennt einen Körperausfluß, der … Mehr

Mary Douglas über Verschmutzung bzw. Verunreinigung (pollution): „Ein großer Teil des Verschmutzungsverhaltens liegt daher außerhalb des Bereichs unserer eigenen Erfahrung: Es handelt sich um die heftige Reak­tion der Verurteilung, die durch alles hervorgerufen wird, was den scheinbar selbstverständli­chen Kategorien des Universums zu widersprechen scheint. Unsere Kultur erzieht uns zu dem Glauben, dass Anomalien nur auf eine vorübergehend unzureichende Formulierung der allgemeinen Naturgesetze zurückzuführen sind.“

Mary Douglas‚ religionsethnologische Abhandlung Purity and Danger. An Analysis of Concepts of Pollution and Taboo von 1966 (auf Deutsch Reinheit … Mehr