Martin Niemöller an den Rektor der Universität Erlangen Büdingen/Hessen, Schloss, 7.2.1946 Se. Magnifizenzdem Herrn Rektor der Universität [Prof. Dr. jur. … Mehr
Schlagwort: NS-Verbrechen
Aus der Sitzung des Bayerischen Ministerrats vom 30. Januar 1946: Vorgänge in Erlangen im Zusammenhang mit einer Rede von Pastor Niemöller: „In einer alteingewurzelten Demokratie könne man die Sache auf die leichte Schulter nehmen. Wir könnten uns das aber nicht leisten. Es sei gegen Niemöller das Wort ‚Landesverräter‘ gefallen und der Rektor habe selbst gesagt, das Flugblatt stamme aus nationalsozialistischen und reaktionären Kreisen. Also seien solche Kreise innerhalb der Studentenschaft vorhanden. Diese müssten ausgemerzt werden, sonst gehe die Geschichte auf unseren Universitäten wieder an. Er schlage folgende Maßnahmen vor: I. Die Erlanger Studentenschaft ist auf ihre militaristische oder nationalsozialistische Gesinnung nochmals zu überprüfen. Ein Staatskommissar des Unterrichtsministeriums hat diese Überprüfung in die Wege zu leiten und zu überwachen. II. Dem Rektor der Universität Erlangen ist mitzuteilen, dass jeder Student, der bei militaristischen oder nationalsozialistischen Kundgebungen mitwirkt, rücksichtslos zu relegieren ist.“
Nachdem Martin Niemöllers Vortrag zur deutschen Schuld am 22. Januar 1946 in der Neustädter Kirche in Erlangen von Unmutsbekundungen begleitet … Mehr
Martin Niemöller, Vortrag am 22. Januar 1946 in der Neustädter Kirche in Erlangen zur deutschen Schuld: „Es kann sein, dass unsere Schuld viel schwerer wiegt, die wir die Botschaft von Buße und Glauben kannten. Wir hätten das wache Gewissen haben müssen, aber wir haben auch das Leben zum Götzen gemacht! Ich habe auch bekannt, so lange es ging, aber als ich im KZ sah, wie man die Juden misshandelte, habe ich selbst nicht mehr gewagt, meinen Mund aufzutun. Auch ich bin verantwortlich für das, was im deutschen Volk geschehen ist. Wir Christen haben diese Schuld anzufassen und zu bekennen. Wenn wir sie nicht anfassen, bleibt diese Schuld: dreißig bis vierzig Millionen Tote durch die Hände deutscher Menschen: aber keiner in Deutschland findet sich bereit, diese Schuld zu bekennen.“
Vortrag am 22. Januar 1946 in der Neustädter Kirche in Erlangen (auf Einladung der dortigen Evangelischen Studentengemeinde) Von Martin Niemöller … Mehr
Gustav Radbruch zur Schuldfrage und Strafverfolgung bezüglich der NS-Verbrechen (Rechtsphilosophie): „Uns genügt, dass zum mindesten die Unmenschlichkeitsverbrechen nach einem jedem Menschen bewußten übergesetzlichen, natürlichen Recht ein schweres Unrecht darstellen. Verschuldetes Unrecht ist aber, wie Kant gezeigt hat, mit Strafwürdigkeit identisch, und solchen zu dienen, die trotz erkennbarer Strafwürdigkeit sich auf mangelnde positive Strafbarkeit berufen, kann nicht wohl der Sinn des Prinzips nulla poena sein.“
Zur Schuldfrage und Strafverfolgung bezüglich der NS-Verbrechen Von Gustav Radbruch Ein Spruch von Theodor Storm lautet: „Vom Unglück erst zieh … Mehr