Jürgen Ebach, Dialektik der Aufklärung. Zu 1. Mose 3,9 ‚Mensch wo bist Du?‘: „Die Vertreibung aus dem Gottesgarten ist nicht die Strafe für die Übertretung des Verbots, sondern dessen zwangsläufige Folge. Man kann nicht Mündigkeit und Rundumversorgung zugleich wollen; die Bedürfnisse nach Freiheit und nach Sicherheit kommen einander oft in die Quere. Auch das ist ein Motiv, welches auf manche Anschlussbeobachtungen und -fragen führen kann. In größter Klarheit setzt unsere Erzählung den Preis der Autonomie ins Bild. Die Welt steht den mündig gewordenen Menschen offen, aber diese offene Welt ist nicht mehr die des geschützten Lebens im begrenzten Gottesgarten.“

Dialektik der Aufklärung Von Jürgen Ebach Der Text für die Bibelarbeit zum Kirchentag: 1. Mose 3 und darin die Losung … Mehr

Werner H. Schmidt und Gerhard Delling über Furcht in der Bibel: „Das Gegenstück zur Menschenfurcht ist die Gottesfurcht. Sie bedeutet Ehrfurcht und Anerkennung des göttlichen Willens. Gott fürchten heißt also ihm gehorchen, seinen Willen tun, selbst gegen menschliche Autorität, aber auch in Wort und Tat verlässlich sein. Gottesfurcht kann erworben oder erlernt werden durch das Hören auf das Gotteswort, Beobachtung der Gebote, denn Gottesfurcht bedeutet auf Gottes Stimme hören, ihm dienen. Wie Gott lieben bedeutet es das Befolgen der göttlichen Forderung. Gottesfurcht ist ein wichtiger Begriff der israelitischen Weisheit. Ja, die Furcht des Herrn ist der Weisheit Anfang. Beide, Gottesfurcht und Weisheit, werden durch den Weisen vermittelt und können nahezu synonyme Begriffe sein.“

Furcht in der Bibel Von Werner H. Schmidt und Gerhard Delling Der Mensch fürchtet sich vor wilden Tieren (Hi 5,21 … Mehr

Hermann Diems Predigt über Matthäus 5,33-37 wider den Führereid für Pfarrer (1937): „Wir würden unsere christliche Zeugenpflicht versäumen, wenn wir der Obrigkeit das Zeugnis schuldig bleiben würden, dass auch ihre Macht von dem Willen unseres Gottes lebt und an ihm ihr Ende findet. Wenn die Obrig­keit uns so nicht schwören lässt, wie es für uns als Christen allein möglich und selbstverständlich ist, dann, liebe Freunde, können wir eben in Gottes Namen nicht schwören.“

Eure Rede sei: Ja, ja; nein, nein! Predigt über Matthäus 5,33-37[1] Liebe Gemeinde! Ihr wißt, warum ich heute diesen Text … Mehr

Klaus Koch und Jürgen Roloff, Leben in der Bibel: „Dieses ewige Leben zu erringen wird Ziel aller Glaubenden. Was gegenwär­tiges menschliches Leben fragwürdig werden läßt, ist nicht seine physi­sche Begrenztheit, sondern seine Minderung durch gottfeindliche Mächte, vorab die Sün­de. Wer unter der Herrschaft der Sünde lebt, gilt als »tot«, weil aus der Leben gewährenden Ge­meinschaft mit Gott herausge­fallen (Röm 8,10; Kol 2,13). Umgekehrt wird das von Christus ver­mittelte Leben nicht wegen sei­ner Unbegrenztheit und noch weniger wegen seiner Jenseitigkeit zum erstrebten Heilsgut, sondern allein deshalb, weil es die Wiederherstellung der vollen Ge­meinschaft mit Gott bringt.“

Leben in der Bibel Von Klaus Koch und Jürgen Roloff In der Bibel wird Leben nicht biologisch, sondern existentiell verstanden. … Mehr

Friedrich Mildenberger über Martin Kähler (1835-1912): „Christus, die Bibel und die Kirche gehören also untrennbar zusammen. Miteinander bilden sie die Voraussetzung des persönlichen Glaubens, wie sie umgekehrt wieder durch solchen persönlichen Glauben in ihrer besonderen Qualität bestätigt werden. Diese besondere Qualität aber ist zugleich in der geschichtlichen Wirksamkeit der Bibel als göttliche Wirkung kenntlich.“

Martin Kähler Von Friedrich Mildenberger Man pflegt Martin Kähler zusammen mit seinem Freund Hermann Cremer, der durch das »Biblisch-theologische Wörterbuch … Mehr

Karl Barth, Der Schrift gehorsam. Offener Brief in Sachen Frauenordination (1932): „Was findet man denn, wenn man in der Bibel überhaupt in dieser Weise Systeme allgemeiner Wahrheit, paragraphierte Gesetze für gestern, heute und morgen, für sich selbst und jedermann gefunden zu haben meint? Wirklich die Gebote Gottes? Und nicht tatsächlich doch bloß eine in die Bibel hineingetragene, höchst eigene, vielleicht sehr respektable, sehr erwägenswerte, aber doch menschliche Idee von Lebensgestaltung? Ist uns die Schrift dazu gegeben? Lassen wir sie so wirklich den Meister sein, dem wir gehorsam sind? Müsste nicht alle Beachtung und alle Verkündigung der immer konkreten Weisungen der Schrift darauf zielen, uns (wir können doch dem Worte Gottes nur dienen, wir können uns doch seiner nicht bemächtigen wollen!) zum Hören dessen zu erziehen, was Gott durch diese Weisungen uns in der Zeit unserer Not und in der Not unserer Zeit sagen will? Dürfen wir das, was Gott uns sagen will auf Grund dessen, was wir uns an Hand einer Anzahl von uns selbst ausgewählter Bibelstellen selbst gesagt haben, vorwegnehmen? Ist Gott nicht auch und gerade indem er durch die Schrift mit uns redet, ein freier und freibleibender Gebieter? Sind seine Gedanken nicht immer wieder höher als unsere Gedanken, auch als unsere noch so wohlerwogenen Schriftgedanken?“

Der Schrift gehorsam. Offener Brief in Sachen Frauenordination an den Herausgeber der Reformierten Kirchenzeitung, Herrn Pastor D. Wilhelm Kolfhaus in … Mehr

John Swinton in Sachen Disability Theology: „Behinderung ist nicht nur ein Zustand, sondern auch eine Beziehung. Sie kann sowohl Ort der Gottesebenbildlichkeit sein als auch Kontext echter Kämpfe. Ich glaube, es ist möglich, die Güte behinderten Lebens zu ehren, ohne die Zerbrechlichkeit zu leugnen, die es oft mit sich bringt. Um dies zu tun, müssen wir bei der Schöpfung selbst beginnen. Die entscheidende Frage lautet nicht einfach, ob Behinderung gut oder schlecht ist, sondern welche Art von Welt Gott geschaffen hat – und was es bedeutet, darin zugehörig zu sein.erung weder ignoriert noch heroisiert wird, sondern als Teil der vielfältigen Ökologie von Gottes guter Schöpfung angenommen wird.“

Es war „gut“, nicht perfekt Die Sprache der Schöpfung kann unsere Sicht auf Menschen mit Behinderungen in der Kirche verändern. … Mehr

Martin Luther, Einige tröstliche Ermahnungen bezüglich des heiligen göttlichen Wortes (1530): „Wenn uns wegen des Wortes Gottes Beschwerden, Trübsal und Verfolgung widerfahren, wie das heilige Kreuz es mit sich bringt, so sollen uns die nachfolgenden Gründe mit Gottes Hilfe tröstlich stimmen und uns ermutigen, in solchen Fällen getrost, mutig und mit gutem Herzen zu sein und die Sache Gottes gnädigem und väterlichem Willen zu überlassen und heimzustellen. Denn so sagt der heilige Paulus: ‚Alle, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, müssen Verfolgung leiden.'“

Einige tröstliche Ermahnungen bezüglich des heiligen göttlichen Wortes. D. Martin Luther 1530 Wenn uns wegen des Wortes Gottes Beschwerden, Trübsal … Mehr

Martin Luther über die Schriftauslegung in der Leipziger Disputation mit Johannes Eck (1519): „Daher muss der Theologe, wenn er nicht irren will, die gesamte Schrift vor Augen haben und Gegensätzliches mit Gegensätzlichem vergleichen und wie die beiden Cherubim, die sich einander zuwenden, die Übereinstimmung der beiden Unterschiede in der Mitte des Gnadenstuhls finden.“

Über die Schriftauslegung (Leipziger Disputation, 1519) Von Martin Luther Das ist keine Weise, die Heiligen Schriften erfolgreich zu verstehen oder … Mehr