Erhard Mueller, Predigt zum Bußgebet Daniels (9,15-18) vom 16. November 1938 (Auszug): „Aller Antisemitismus, sofern er der Ausdruck stolzer Selbstgerechtigkeit ist und er gibt sich heute so – ist eine Verachtung der Vergebung am Kreuz, ein Trotzen auf eigene Gerechtigkeit. Hier, an dieser Stelle gilt es radikal umzukehren, Buße zu tun! Weh der Kirche, die hier schweigend beiseite steht, die hier nicht vielmehr in die Knie bricht vor ihrem ganzen Volk, wie Daniel es vor der Gemeinde tut: »Wir liegen vor dir nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit«!“

Predigt zum Bußgebet Daniels (9,15-18) vom 16. November 1938 (Auszug) Von Erhard Mueller Das Bekenntnis der Schuld als der Wurzel … Mehr

Willy Kramp, Gotteswort und Dichterwort (1939): „Was kann der Dichter doch nicht alles durch die Magie seines Wortes vollbringen! Er kann erhöhen, was gering ist, und er kann erniedrigen, was hoch ist. Er kann dem Sinnlosen einen Sinn geben. Er kann das Stumme sprechend machen. Er kann die Wahrheit seiner Welt mittels seiner Gestaltungen verwirklichen, statt wie der Prediger des Evangeliums unter der Last eines fremden, übermenschlichen und kaum verständlichen Auftrages nur Worte zu stammeln.“

Gotteswort und Dichterwort Von Willy Kramp 1. Wer vom Worte Gottes in seinem Verhältnis zum Wort des Dichters spricht, der … Mehr

Johann Amos Comenius, Das Testament der sterbenden Mutter der Brüderunität (1650): „Wie es so mit jedem einzelnen Menschen in seiner Person bestellt ist, so ist es auch mit jeder menschlichen Gemeinschaft in Häusern, Städten, Königreichen und Kirchen: überall vergeht das eine und das andere entsteht. Und was sich nun unter dem Himmel vollzieht, seht ihr: Königreiche vergehen und verändern sich, und mit ihnen die Nationen, die Sprachen, die Rechte, die Religionen. Darum ohne Zweifel: es tritt ein neues Zeitalter ein. Auch die Kirchen der Einigkeit vergehen – darum ohne Zweifel, weil Gott das Antlitz seiner Erde erneuern will.“

Das Testament der sterbenden Mutter der Brüderunität (Kšaft umírající matky Jednoty bratrské, 1650) Von Johann Amos Comenius (Komenský) DAS TESTAMENT … Mehr

Gerhard Sauter, Himmel, Hölle und Fegefeuer. Vom evangelischen Verständnis der letzten Dinge: „So bringt die Beerdigungspredigt eine Lebensgeschichte in den Zusammenhang der Geschichte Gottes mit den Menschen. Sie erzählt diese Geschichte neu: »Euer Leben ist verborgen mit Christus in Gott« (Kolosser 3,3). Diese Verheißung wird auch den Trauernden eine Hilfe sein, wenn sie sich an gemein­sames Glück und gemeinsam getragenen Kummer erinnern, wenn Schuldgefühle sie überfallen, wenn sie versäumte Hoffnungen be­klagen.“

Himmel, Hölle und Fegefeuer. Vom evangelischen Verständnis der letzten Dinge Von Gerhard Sauter Sterben evangelische Christinnen und Christen anders als … Mehr

Emanuel Hirschs Wahlaufruf ‚Ich werde Hitler wählen!‘ vom April 1932: „Ich komme nicht um die Tatsache herum, dass in der ohne mein Zutun entstandenen verfahrenen Lage sich mir Hitler als einziger Repräsentant eines Willens zum Bruche mit den Fehlern des Jahrzwölfts 1919-1931 und zu einem neuen deutschen Anfang bietet.“

Ich werde Hitler wählen! Vor der Reichstagswahl vom April 1932 erschien im Göttinger Tageblatt vom 9./10. April folgende Erklärung des … Mehr

Karl Barth, Die Autorität und Bedeutung der Bibel (1947): „Es ist selbstverständlich, dass ein ehrlicher Kommentar auch der Bibel keine andere Absicht haben kann, als die biblischen Texte aufs neue zum Sprechen zu bringen. Und es ist ebenso selbstverständlich, dass er dem Text dabei in seinem ganzen Umfang und also Wort für Wort zu seinem Recht zu verhelfen hat: ‚biblizistisch‘ in diesem Sinn ist alle rechte Exegese. Aber nun wollen die biblischen Texte nicht als historisch-literarische ‚Quelle‘ irgendwelcher Erkenntnisse, sondern als gemeindebegründende und gemeinderegierende Zeugnisse von Gottes Wort verstanden sein. Eben zur rechten Auslegung dieser Texte gehört also das Achten auf Gottes Wort, von dem sie einer entstehenden oder schon bestehenden Gemeinde und durch diese der Welt Kenntnis geben wollen. Zur rechten Auslegung dieser Texte gehört also dies, dass der Ausleger in der Lage ist, sich mindestens hypothetisch an den Ort der diese Texte vernehmenden Gemeinde zu versetzen.“

Die Autorität und Bedeutung der Bibel[1] Von Karl Barth I. Ein Satz über «die Autorität und Bedeutung der Bibel» ist … Mehr

Eberhard Jüngel, Die Barmer Theologische Erklärung als Bekenntnis der Kirche (1934): „Vermag man jedoch die in der Barmer Theologischen Erklärung formulierten «evangelischen Wahrheiten» auch heute zu erkennen und zu bekennen, dann wird man, wie bei jedem rechten Bekenntnis, zu prüfen haben, zu welchen Entscheidungen die Sätze von Barmen die Kirche heute herausfordern. Dazu ist es freilich unerläßlich, sich des theologischen Sinnes und der kirchlichen Absicht des Barmer Bekenntnisses möglichst präzis zu vergewissern.“

Die Barmer Theologische Erklärung als Bekenntnis der Kirche Von Eberhard Jüngel In Form eines Not- und Freudenschreis hat die Bekennt­nissynode … Mehr

Hermann Diem, Die Geburt der Gemeinde in der Predigt (1948): „Meine Gemeinde verlässt sich also in ihrem Dasein auch lieber auf den volkskirchlichen Rahmen, als darauf, dass sich in der Predigt die großen Taten Gottes ereignen. Über den Heiligen Geist kann man nicht verfügen und seine voraussichtlichen Wirkungen kann man nicht in den Etat einsetzen. Darum erhebt man lieber die Besteuerungsgrundlagen beim Finanzamt und garantiert den äußeren Bestand der Gemein­de durch die Einrichtung der Kirchensteuer.“

Die Geburt der Gemeinde in der Predigt Von Hermann Diem 1. Die Gemeinde von gestern Wenn ich am nächsten Sonntag … Mehr

Karl Rahner, Die Sinnfrage als Gottesfrage (1982): „Es soll nochmals ausdrücklich betont werden, dass wir die absolute Sinnfrage, die wir als berechtigt und unausweichlich erklären (obzwar sie im Modus des Verdrängtseins gegeben sein kann), nicht eigentlich mit einem Gott oder einem Begriff von Gott beantworten, der von irgendwo anders her als Antwort an diese Sinnfrage herangetragen wird. Vielmehr gibt die Frage nach einem absoluten Sinn, wenn sie wirklich angenommen wird und sie sich selber bis zum letzten aussprechen darf, die Existenz eines absoluten Sinnes als wirklichen und somit die Existenz Gottes selber her.“

Die Sinnfrage als Gottesfrage (1982) Von Karl Rahner Es ist bekannt, daß man heute viel von Sinn, von Sinnverlust spricht. … Mehr