Wenn im gymnasialen Lehrplan der 10. Klasse das Glück ein Thema ist, darf man sich als Lehrender selbst Gedanken machen: … Mehr
Autor: Jochen Teuffel
Hans Joachim Iwand, Über den Verlust der theologischen Existenz heute (1953): „Wir haben nach 1945 nichts Eiligeres zu tun gehabt (und zwar unter dem Segen der liberalen, der sogenannten ‚freien Wissenschaft‘), als unsere Häuser noch mal mit demselben Stroh zu decken, das uns eben über dem Kopf in Flammen aufging, denn wir sind offenbar nicht gewillt (als Wissenschaftler nicht willens) zu sehen, dass das längst fällige Gericht über den modernen Wissenschaftsbegriff, der kein Wahrheitszeugnis mehr abgibt, von Gott her, d. h. notwendig und nicht durch Zufall erfolgt ist. Gott muß abreißen, ehe er aufbaut. Von ihm her sollten wir begreifen, was durch seine Gerichte niedergelegt worden ist. Wir sollten bereit sein, uns mit dem 19. Jahrhundert kritisch auseinanderzusetzen, und nicht die Sünden unserer Väter, über die ein solches Gericht ergangen ist, wiederholen.“
Über den Verlust der theologischen Existenz heute Von Hans Joachim Iwand I. Es sind zwei Fragen, oder sagen wir lieber, … Mehr
Hans Joachim Iwands selbstgeschriebener Lebenslauf aus dem Fakultätsbuch der Theologischen Fakultät Göttingen: „Anno 1934 ab episcopo societatis Germanae-Christianae, cui nomen erat „Deutsche-Christen-Bewegung“, expulsus Rigam fugi. Ibi in schola academica theologiam docebam. Anno 1935 de munere docendi deiectus a fratribus vocatus sum seminarium condere Ecclesiae Confessionalis (Bloestau i. Ostpr.). Hinc anno 1937 cum confratribus meis expulsus et ab amicis et patria decessi. Perrexi munere meo fungi cum multis et magnis periculis. Autumno 1938 seminarium illud existinctum est: benigne exceptus sum a communione fidelium ad Ecclesiam Sanctae Mariae Dortmundensis ut pastor eorum essem.“
Lebenslauf aus dem Fakultätsbuch der Theologischen Fakultät Göttingen Von Hans Joachim Iwand Natus sum anno p. Chr. n. 1899 quinto … Mehr
Statistische Beschreibung der Pfarreien der Evang.-Luth. Kirche in Bayern rechts des Rheins (1929): „Pfarrhaus in Senden. Gottesdienste mit Christenlehre sonntäglich wechselnd zwischen Senden und Weißenhorn. An den hohen Feiertagen und an Neujahr, Karfreitag, Himmelfahrt Doppelgottesdienst. In Ay 1 Konfessionsschule (2 Lehrkräfte) für die Kinder von Ay, Senden und die 2 oberen Jahrgänge von Gerlenhofen. Für die Kinder von Wullenstetten, Illerzell und Gerlenhofen Diasporaunterricht in Senden. Für die Kinder der Tochterkirchengemeinde Weißenhorn Diasporaunterricht in Weißenhorn. Jugendpflege im Jugendheim Senden. Der Pfarrer 2. Vorsitzender in den Ortsfürsorgeausschüssen Senden und Ay. Mitglied der Schulpflegschaft Ay. Gemeindediakonie in Senden. 7 Evangelische Gemeinschaft „Zionskirche“, 7 Methodisten, 13 Neuapostolische, 2 Ernste Bibelforscher, 3 Mennoniten.“
Was eine kirchliche Statistik besagen soll, dazu hatte sich zuerst Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher konzeptionell in seiner Theologischen Enzyklopädie (Kurze … Mehr
Reinhold Krauses widerliche antisemitische Sportpalastrede vom 13. November 1933: „Hierher gehört auch, dass unsere Kirche keine Menschen judenblütiger Art mehr in ihren Reihen aufnehmen darf. Wir haben nicht nur die Judenmission bekämpft, sondern wir haben immer wieder betont: judenblütige Menschen gehören nicht in die deutsche Volkskirche (starker Beifall), weder auf die Kanzel, noch unter die Kanzel. Und wo sie auf den Kanzeln stehen, haben sie so schnell wie möglich zu verschwinden. (Bravorufe, Beifall.) Es wird aber auch notwendig sein, dass unsere Landeskirche sich damit beschäftigt, dass alle offenbar entstellten und abergläubischen Berichte des Neuen Testaments entfernt werden, und dass ein grundsätzlicher Verzicht auf die ganze Sündenbock- und Minderwertigkeitstheologie des Rabbiners Paulus ausgesprochen wird, der eine Verfälschung jener Botschaft begangen hat, dieser schlichten Frohbotschaft: ‚Liebe deinen Nächsten als dich selbst‘.“
Man muss sich auch solchen widerlichen Reden stellen: Reinhold Krauses antisemitische Sportpalastrede vom 13. November 1933, die damals in den … Mehr
Karl Barths Vortrag „Das Evangelium in der Gegenwart“ (1935) im Zeichen von Yin und Yang
Hier ein schönes Fundstück aus dem Karl-Barth-Archiv: Eine Vortragsankündigung der Basler Studentenschaft (Vortragsausschuß) im Zeichen von Yin und Yang:Dienstag, 4. … Mehr
Peter Blickle, Die Landschaft der Stadt Memmingen prüft das »göttliche Wort«. Zu den Zehn Artikeln der Memminger Bauern vom 28. Februar 1525: „Die »Memminger Artikel« verdienen über ihre regionale Bedeutung hinaus Beachtung. Das ›göttliche Wort‹ hatte bislang eine solche Last, wie die Memminger Bauern sie ihm zumuteten, nicht tragen müssen. Erst jetzt wurden weitgehende wirtschaftliche, soziale und politische Forderungen – weltliche Angelegenheiten durch und durch – von der Überzeugung getragen, sie seien durch das Evangelium gerechtfertigt.“
Die Landschaft der Stadt Memmingen prüft das »göttliche Wort«. Zu den Zehn Artikeln der Memminger Bauern vom Februar 1525 Von … Mehr
Martin Luther, Das schöne Confitemini. Auslegung zu Psalm 118 (1530): „Es heißt: ‚Ich rief den Herrn an‘. Rufen mußt du lernen – das hörst du wohl! – und nicht selbstversunken dasitzen oder auf der Bank liegen, den Kopf hängen lassen und ihn schütteln und in deinen Gedanken dich martern und verzehren, dich sorgen und suchen, wie du es loswirst, und nichts anderes vor Augen haben, als wie übel es dir geht, wie weh dir ist, ein wie unglücklicher Mensch du bist.“
Das schöne Confitemini. Auslegung zu Psalm 118 Von Martin Luther Widmungsschreiben An den ehrwürdigen Herrn Friedrich,Abt zu St. Ilgen in … Mehr
Karl Barth über Systematische Theologie (1960): „Im übrigen lebt sie von der Wahrheit der Botschaft, an die sie sich selbst und die Kirche dauernd zu erinnern hat. Sie kann die Wahrheit des Wortes Gottes weder direkt noch indirekt beweisen wollen. Sein Sieg und Triumph intra et extra muros ecclesiae kann nicht ihr Werk sein. Sie hat seine Wahrheit nur eben in ihrer besonderen Weise – indem sie sich selbst daran hält – zu bezeugen. Sie hat nur eben auf deren Selbstbeweis zu vertrauen. Dieses Vertrauen ist ihre (‚apologetische‘) Kraft im Verhältnis zu den sämtlichen christlichen und nichtchristlichen Denkformen, Ideologien, Mythen, Weltanschauungen und Religionen. In diesem Vertrauen kann und darf sie ihnen allen, ihrer eigenen Sache gewiss und gerade darum offen, verständnisvoll und geduldig, in großer Hoffnung im Blick auf die noch in ihnen befangenen Menschen begegnen. In diesem Vertrauen bemüht sie sich, inmitten der übrigen Wissenschaften ihrem eigenen Gesetz getreu, womöglich gleich gründliche und saubere intellektuelle Arbeit zu tun.“
Systematische Theologie Von Karl Barth Wenn ich mir Rechenschaft darüber zu geben versuche, wie ich eigentlich gerade auf die systematische … Mehr