Bei dir ist die Fülle
Herr, unser Gott!
Weil wir jetzt auf dein Geheiß
und im Namen deines lieben Sohnes
dich anrufen und dein Wort hören wollen,
so gib uns, daß das nicht ohne dich,
sondern in deiner heiligen Gegenwart,
in der Macht deines Geistes
und zu deinem Ruhme geschehe!
Wir wissen und bekennen,
daß in uns nichts Gutes wohnt.
Wir halten uns aber daran,
daß bei dir die Fülle ist.
Wir bitten dich,
daß du den Gehorsam in uns erweckest,
der uns zu brauchbaren Verkündern
und Hörern deines Wortes macht:
daß von seiner Stärke, Tiefe und Klarheit
nichts verlorengehe durch unsere Schuld.
Wir bitten dich um dasselbe für alle Gemeinden,
die in dieser Stunde und an diesem Tage
hier und anderwärts zu demselben Werk versammelt sind.
Wir preisen dich,
daß wir als dein Volk dich erkennen,
dich in Demut loben dürfen,
bis einst alle Kreatur vor dir offenbar werden
und das neue Lied in Freuden vor dir singen wird.
Amen.
Quelle: Karl Barth, Gebete, München: Chr. Kaiser, 1963, S. 62.