Heino Falcke (Astronom und Prädikant): „Glaube heißt eigentlich so zu leben, als ob Gott da wäre und dann zu entdecken, dass er wirklich da ist.“

Die Aussage Heino Falckes – „Glaube heißt eigentlich so zu leben, als ob Gott da wäre und dann zu entdecken, dass er wirklich da ist.“ – lässt sich gut mit der Religionsphilosophie des „Als ob“ verbinden, wie sie vor allem von Hans Vaihinger geprägt wurde. Vaihinger versteht religiöse Vorstellungen nicht primär als empirisch beweisbare Tatsachen, sondern als regulative Fiktionen: Man lebt und handelt so, als ob bestimmte Annahmen wahr wären, weil sie dem Leben Orientierung, Sinn und moralische Struktur geben. Falckes Verständnis von Glaube greift genau diese performative Dimension auf: Der Glaube beginnt nicht mit einem Beweis, sondern mit einer existenziellen Praxis. Indem der Mensch sein Leben im Horizont Gottes gestaltet – betet, vertraut, hofft, moralisch handelt –, erprobt er die Gottesannahme im Vollzug.

Der entscheidende Unterschied liegt jedoch in der Konsequenz: Während Vaihingers „Als-ob“-Philosophie die religiöse Idee bewusst als nützliche Fiktion versteht, zielt Falcke auf eine existentielle Entdeckung der Wirklichkeit Gottes. Das „Als ob“ ist bei ihm kein bloß methodisches Hilfsmittel, sondern ein Weg der Erfahrung. Durch das praktische Leben im Vertrauen kann sich die anfängliche Hypothese in eine erlebte Gewissheit verwandeln. So wird das „Als ob“ zur Brücke zwischen skeptischer Offenheit und religiöser Überzeugung: Der Mensch handelt zunächst im Modus der Möglichkeit – und gelangt im Vollzug des Glaubens zu einer existenziellen Erfahrung von Wirklichkeit.

Mit Hilfe von ChatGPT erstellt.

Hinterlasse einen Kommentar