Martin Luthers Tischrede über Hunde und andere Tiere, die es auch im Himmelreich geben wird: „Da D. M. Luther gefragt wird, ob auch in jenem Leben und Himmelreich würden Hunde und andere Tiere sein, antwortet er und sprach: Ja, freilich, denn die Erde wird nicht so leer, wüste und einödig sein, sintemal Sankt Petrus heißt den jüngsten Tag einen Tag der Restitution aller Ding, da Himmel und Erde wird verwandelt werden.“

Tischrede über Hunde und andere Tiere, die es auch im Himmelreich geben wird

Von Martin Luther

Da D. M. Luther gefragt wird, ob auch in jenem Leben und Himmelreich würden Hunde und andere Tiere sein, antwortet er und sprach: Ja, freilich, denn die Erde wird nicht so leer, wüste und einödig sein, sintemal Sankt Petrus heißt den jüngsten Tag einen Tag der Restitution aller Ding, da Himmel und Erde wird verwandelt werden. Und wie sonst anderswo klärer gesagt wird: Gott wird ein neu Erdreich und neuen Himmel schaffen, auch neue Tölpelin und Hündlin schaffen, welcher Haut wird gülden sein und die Haare oder Loden von Edelsteinen. Da wird keiner den anderen fressen, wie Kröten, Schlangen und dergleichen giftige Tier, die um der Erbsünde willen hie vergiftet und schädlich sind. Alsdenn werden sie uns nicht allein unschädlich, sondern auch lieblich, lustig und angenehm sein, daß wir werden mit ihnen spielen. […]

Hat unser Herr Gott dies vergängliche, zeitliche Reich, nämlich Himmel und Erden und alles, was drinnen ist, so schöne geschaffen: wieviel schöner wird er jenes unverwesliche ewige Reich machen! Wiewohl die Erbsünde verdient hat, daß schier alle Tier dem Menschen Schaden tun, als Wölfe, Bären, Schlangen, Eidechsen etc., doch hat der barmherzige Gott diese Schuld und Strafe so gemildert und gelindert, daß mehr Tiere sind, die da nütze sind und dienen, denn die da Schaden tun. Denn es sind mehr Schafe und Lämmer denn Wölfe, mehr Krebse denn Skorpion, mehr Fische denn Schlangen, mehr Getreidigs und Korn denn Unkraut und Raden, mehr gute Kräuter denn Nesseln, mehr Ochsen denn Löwen, mehr Kühe denn Bären, mehr Hasen denn Füchse, mehr Hühner, Enten und Gänse denn Geier, Raben und andre schädliche Vögel.

Quelle: Martin Luther, Tischreden Sammlung Rörer (Wittenberg um 1533), Nr. 1150, WA.Tr 1, 568.

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