Gott nimmt uns bei seinem Wort
Von Elazar Benyoëtz
Wir erkennen den Schöpfer in seiner Schöpfung nicht,
Gott aber im Reiche Gottes
Jedes Wort muß sich täglich vor Gott stellen,
damit es für sein schöpferisches Werk tauge
Sprache macht die Schöpfung zur Welt,
den Schöpfer zum Gott, für diese Welt verantwortlich
»Die Wiederbelebung der Religion ist fast eine Sache der Redekunst.
Das Werk ist schwierig, vielleicht unmöglich; vielleicht sterben alle Religionen, wenn die Sprache sich erschöpft …«
Wir kennen das Wort Gottes nur in unserer Sprache, darum kann er uns, nicht aber wir ihn beim Wort nehmen
Die Religionen scheiden und trennen, sie sind verbindlich; der Glaube verbindet nur, er läßt keine Unterschiede gelten, weil er keine kennt. Das ist sein Ruhm und sein Nachteil
Credo: Das Wort Gottes ist das verbindliche, nicht das erlösende
Quelle: Elazar Benyoëtz, Variationen über ein verlorenes Thema, München-Wien: Hanser, 1997, S. 36.