Die liturgische Form eines Kollektengebets: „Dann und nur dann kommt es zur Bitte, die die Darstellung einer zu verändernden Situation in Verbindung mit der Bitte um ein bestimmtes göttliches Handeln beinhaltet, z. B. ‚Sieh auf das Elend und die Verwüstung in der Welt. Brich die Macht des Bösen und führe uns in dein Reich‘.“

Die liturgische Form eines Kollektengebets

Das liturgische Kollektengebet beginnt mit der Anrufung (invocatio) Gottes unter Verwendung von doxologischen („lobenden“) Attributen (um ihm Ruhm und Ehre zu geben), z. B. „Herr, Gott, barmherzig und gnädig“.

Darauf folgt eine lobpreisende Prädikation (praedicatio), die sich auf Gottes Charakter oder besser noch auf seine segensreichen Taten in der Vergangenheit bezieht, z. B. „Du hast das Schreien deines Volkes Israel in der Wüste erhört und es in das gelobte Land geführt“. Der Zweck der Prädikation ist es, Gott daran zu erinnern, wer er ist und was er getan hat.

Dann und nur dann kommt es zur Bitte (preces), die die Darstellung einer zu verändernden Situation in Verbindung mit der Bitte um ein bestimmtes göttliches Handeln beinhaltet, z. B. „Sieh auf das Elend und die Verwüstung in der Welt. Brich die Macht des Bösen und führe uns in dein Reich“.

Die Bitte kann durch eine Folgerung (consecutio) erweitert werden, die eine zu erwartende Situation benennt, die dem Heilswillen Gottes entspricht, z.B. „damit wir mit deiner ganzen Schöpfung in Frieden und Eintracht miteinander leben können.“

Schließlich folgt der Beschluss (conclusio), der sich in doxologischer Weise auf den Namen Christi bezieht (als Hinweis darauf, dass das Gebets­anliegen auf Christus bezogen ist und von ihm unterstützt wird), z. B. „Das bitten wir im Na­men Jesu Christi, deines Sohnes, der mit dir und dem Heiligen Geist in unserer Mitte lebt, jetzt und in Ewigkeit“.

Dieses Gebet wird von der Gemeinde angenommen und mit der Akkla­mationAmen“ bestätigt.

Hier der Text als pdf.

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