Vom Wesen des Traums
Von Alfons der Weise
Der Traum ist etwas Natürliches, das Gott im Menschen angelegt hat: er räumte ihm eine Zeit ein, während der er sich durch Schläfen von den Arbeiten erhole, die er im Wachzustand verrichtet. Im Schlaf, so behaupten die Verfasser naturkundlicher Werke mit Recht, verharren die Glieder in Ruhe und Bewegungslosigkeit, während der Lebensgeist die Sinne bewegt und mit ihnen ebenso verfahrt wie der Körper im Zustand des Wachens. So träumt der Mensch viele Dinge: natürliche und erklärbare, aber auch andersartigere nachdem, was er ißt und trinkt, was er im Wachzustand unternimmt und denkt oder wie seine vier Körpersäfte zu- oder abnehmen. Seine Fiktionen und Wahnvorstellungen gedeihen mitunter derart, daß er in seinen Träumen für wahr hält, was er im Wachzustand als unwahr erkennt. Deshalb gab man denen, die ihren Glauben auf einem so schwachen Grundstein wie dem Traum errichten, zu verstehen, daß ihr Glaube weder fest und stark noch von langer Dauer sein könne.
Suenno comino quier que ssea natural que ordenó Dios en la natura del omne en quel dió tienpo en que fíblgase en dormiendo por los trabaios que lieua velando — et en aquel dormir, ssegunt dixieron los que Hablaron de naturas c es uerdaderamiente, los mienbros Huelgan e están quedos —, el spíritu de la vida mueue los sentidos e quiere obrar con ellos bien commo ssi estudiesen despiertos. Et porque esta obra non es tan ffirme commo de la que husa el cuerpo quando non duerme, et por esso ssuennan muchas cosas, dellas naturalmiente e con rrazón e dellas de otra guisa, ssegunt lo que comen o beuen o lo al que ffazen en que andan o cuydan mientra están despiertos, o ssegunt creçen o menguan los quatro humores de que es flecho el cuerpo ; que han de creçer en él los cuydados e las antoianças de manera que lo que fíalía tiene que es çierto en quanto está en ssuennos, e quando despierta non tiene nada. Et por ende los que ssobre tan fflaco çimiento commo éste arman ssu crençia, bien se daua a entender que su creençia non era cosa flirme nin ssana, nin podría durar luengamientre.
Quelle: Alfons der Weise, Setenario (Gesetz XVI)